Hypnosis (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Nix mit bu-hu, sondern ein großes buuuuuuuuuuh.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
===Hypnosis===
basiert ursprünglich auf diversen Romanen seitens des Drehbuchautoren Keisuke Matsuoka. Jener gilt nach Koji Suziki als der zweite japanische Stephen King und sorgte somit bei mir schon mal zweifellos für Aufmerksamkeit. Doof nur, dass mir in dem Moment nicht durch den Kopf ging, dass auch nicht alles von Stephen King meinen begeisterten Anklang findet ~ stattdessen offenbart sich mir erst jetzt, dass „Hypnosis“ wie eine schlecht verfilmte Umsetzung einer mittelprächtigen Kurzgeschichte wirkt. Ja, von mir aus auch vergleichbar mit mancherlei aus King's Feder.
Während ich in dem Eingangsmonolog direkt fasziniert einstiegt, wunderte ich mich wenige Sekunden später über das Bild, welches regelrecht „versmogt“ daherkommt. Da sich dies im weiteren Verlauf bessert, könnte man von einem stilistischen Mittel ausgehen, ist aber ohnehin viel zu sehr damit beschäftigt, die einzelnen kurz-aufeinanderfolgenden und überdies kunterbunt durchwürfelten Szenen einzuordnen. Zwar erklärt sich das Gesehene wenig später als „gleichzeitig ereignet“, wirkt aber nichtsdestotrotz durch den dargebotenen Hypnose-Kurs ein wenig... seltsam.
'''Seltsam im Sinne von unfreiwillig komisch auch die Bebilderung''' dessen, was den einzelnen Opfern zustößt: ein Bräutigam stranguliert sich mit seiner Fliege und landet in der Hochzeitstorte (bei der man ohne Brille erkennt, dass es sich hier um eine fast schon zu stabile Plastik handelt); eine Sportlerin rennt solange weiter, bis ihr die Schienbeine brechen (Plastik, hurra!) und zu guter Letzt stürzt sich ein 70jähriger aus dem geschlossenen Fenster eines sehr hohen Hochhauses, nachdem er seiner Ehefrau zum Geburtstag ein Figürchen aus Deutschland (yeah, Hummelfiguren aus germany rules!) geschenkt hat. Alle stammeln vor ihrem Tod etwas von einem „grünen Affen“; schnell wird klar, dass jeder der Betroffenen eine Art dunkles Geheimnis mit sich trug, etwas, was er sich bis dato nicht verzeihen konnte.
Bis dato packt mich die _Handlung des 109minütigen Filmchens tatsächlich noch; zumal man die billige Produktionsweise (gewisse Geräusche klingen einfach zu matschig) durchaus verzeihen kann, '''wenn der Rest stimmt. Nur leider stimmt er nicht.''' Während Detektiv Sakurai (Ken Utsui) ein wenig zu sehr den unbeholfenen Columbo mimt, scheint seine kleine weibliche Hilfskraft die Personifizierung der weiblichen Unterwürfigkeit darzustellen. Keine Ahnung, wie die Gute hieß, was auch nicht sonderlich schlimm ist, eben weil man fast schon aus zwanghafter Fremdschämerei seinen Blick stetig abwenden möchte, wenn sie etwas zum besten gibt. Außer der Moment, in dem sie äußert, dass man sie ruhig auch mal loben könnte. Denn in dem Moment hatte sie damit nu auch mal Recht.
Was allerdings gar nicht geht: von Anfang an wird der Verdacht auf den TV-Show-Hypnotiseur Jisoji (Takeshi Masu) gelenkt, eben weil sich dieser das Leiden diverser Frauen zu nutze macht: nicht nur, dass er sie in seiner TV-Show buchstäblich vorführt, sondern darüber hinaus verspricht er, ihnen zu helfen, wenn sie ihm nur lange genug zu Diensten sind. In unterschiedlicher Hinsicht, versteht sich. In meiner Meckerei geht es nichtmal darum, dass man quasi schon vor den Ermittlungen weiß, wer hier der vermeintliche Bösewicht ist ~ sondern vielmehr macht der Umstand, dass man schon 90Minuten vor dem Detektiv und dessen fleißigem Helferlein Toshija Saga (Gorô Inagaki) weiß, wodurch die Selbstmorde ausgelöst werden, das gesamte Filmerlebnis zu einer verlängerten Reise ins Reich des innerlichen Abschaltens. Dass man es hier mit Hypnose zu tun hat, verrät nicht nur der Filmtitel, dass bestimmte Worte oder Geräusche etwas auslösen können, wissen nicht nur Leser von Dean Koontz' „Stimmen der Angst“ ~ es weiß auch jeder Filmgucker, der hier nur 10Sekunden lang aufpasst. Plingplong, der pawlowsche Affe erscheint. Ja ne is klar.
Zugegeben, die Geschichte an sich ist gar nicht mal soooo schlecht.
Nur leider ziehen sich die Entwicklungen derartig, dass man sich nicht mindere Zeit über fragt, auf was das Ganze eigentlich hinaus laufen soll oder gar _kann_. Ferner wirken etliche Szenen leider eher lächerlich, als das sie den Zuschauer begruseln könnten ~ Schreckmomente gibt es vielleicht zwei, doch so richtig atmosphärisch wirkt mal wieder nur das, was man durchaus als „typisch asiatisch“ bezeichnen kann. Sprich: jenes Stilmittel, welches die breite Masse vorrangig durch „The Ring“ kennenlernen durfte, findet ebenso in „Hypnosis“ seinen Platz. '''Heiseres Stimmchen, obskure Anrufe, der gekonnte buhu-Blick durch einen „Haarvorhang“ ~ alles schon mal dagewesen; selbst wenn man gestehen muss, dass es nach wie vor seinen Reiz hat.'''
Diese Art Wendung, die „Hypnosis“ im letzten Viertel verliehen wird, gibt dem Film einen völlig anderen Schliff; unterstreicht, dass es den Machern um eine überraschende Aufdröselung ging ~ jedoch wirkt das Dargebotene somit so, als hätte man sich schlicht und ergreifend umentschieden. Frei nach dem Motto „ach nö, eigentlich wuppt die story so nicht, lass uns ein wenig von dem nehmen, was schon immer gern gesehen war.“
===Summa summarum=== Möglich, dass genau dieses Prozedere gewollt ist, um einen bestimmten Zuschauerkreis anzusprechen. Bei diesem Kreis stehe ich allerdings mal wieder außerhalb.
Somit stört mich ganz und gar nicht, dass die '''DVD-Extras''' kaum als solche titulierbar sein dürften. Wer mag, kann sich den '''Original-trailer''' in O-Ton und Untertitel ansehen; darüber hinaus gibt es eine '''Bildergalerie'''. Und Ende.
Das einzig wirklich interessant-verstörende an „Hypnosis“ ist die Nebeninformation, dass (zumindest im Jahre 1999) in vielerlei japanischen Kliniken die Krankheit der „multiplen Persönlichkeit“ nicht anerkannt wurde. Darüber hinaus war ich mal wieder hellwach, als eine Pflegerin der psychiatrischen Anstalt davon sprach, dass die Behandlung nebst Heilung der Magersucht von Yuka (Miha Kanno) „viel länger als gewöhnlich dauerte“: stolze 5 Wochen.
Tja.
Wo „Hypnosis“ an sich nicht schocken kann, da schafft es eine Randinfo über die Gepflogenheiten des östlichen Gesundheitssystems. Dass die vorgenannte Yuka einen romantischen touch in die Geschichte reinbringt, liegt auf der Hand ~ nur kann selbst ich es nicht sonderlich ernst nehmen, wenn ihr, die man vielleicht eine halbe Stunde gesehen hat, die große Liebe gestanden wird.
Sei's drum. Der gezahlte Euro schmerzt hier nur ein wenig, eben weils lediglich ein einziger war ~ aber nochmal gucken würde ich das Filmchen wohl ausschließlich unter Zwang oder als vermeintliche Gruppenaktivität, um die Gesichtsausdrücke der Mitgucker zu bestaunen. Fans der Veröffentlichungen aus der Asia-Ecke kommen womöglich auf ihre Kosten; während mir die gesamte „Ju-on“ nebst ihren Ablegern Ecke durchaus reicht. Unter „Hypnosis“ hatte ich mir zwar kein absolut authentisches Werk vorgestellt, aber eben zumindest etwas, was mich mitreißt. Und das tut's hier bedauerlicherweise nunmal nicht. Sprich: der Film ist einfach schnarchig. '''Nix mit bu-hu, sondern ein großes buuuuuuuuuuh.'''
Pflichtsternchen, keine Empfehlung.
33 Bewertungen, 8 Kommentare
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28.11.2010, 19:58 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ..... Tina
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28.11.2010, 18:58 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^petra
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28.11.2010, 16:59 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima vorgestellt - GLG und einen schönen 1ten Advent! :)
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28.11.2010, 16:53 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund einen wunderschönen 1. advents-sonntag
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28.11.2010, 13:31 Uhr von meerifan1
Bewertung: sehr hilfreichEinen tollen 1. Advent wünscht meerifan1:-)
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28.11.2010, 13:17 Uhr von Lakisha_1
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht. Freu mich über Gegenlesung. lg
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28.11.2010, 12:05 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsch Dir einen schönen ersten Advent .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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28.11.2010, 11:44 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße zum 1. Advent KATJA
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