Train Simulator 1.0 (PC Simulationsspiel) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Swinja
"Nächster Halt Oberkapfelfing, sie haben Anschluß nach..."
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der MICROSOFT Train Simulator...
Für Hobbypiloten gibt es schon genug Software. Jetzt kommt eine für die Hobby-Lokführer heraus, die nicht genug Platz für eine Modellbahn haben.
Die Packung für ca. 125 DM enthält 2 CDs in einem buchähnlichen Behältnis, aus dem man sie kaum herausbringt, ohne entweder mit spitzen Fingernägeln oder einer Flachzange zuzufassen. Die Installation ist denkbar einfach: CD 1 einlegen und auf die Kommandos auf dem Bildschirm warten. Anschließend geht man Mittagessen, und zwischen der Suppe und dem Hauptgericht kehrt man kurz zurück, um entweder CD 2 einzulegen oder den PC zu resetten. Microsoft läßt einen nicht im Stich, denn die Installation hat bei mir erst nach dem dritten Anlauf funktioniert. Mal ist sie hängengeblieben, mal hat der PC die CD 2 im Laufwerk nicht erkannt.
Der Train Simulator versetzt einen, wie in Ausbildungssimulatoren der Bahn, an einen virtuellen Führerstand. Elektrische Lokomotiven, Dieselloks, Dampfloks und sogar ein Dieseltriebwagen stehen zur Auswahl. Dazu wird eine Auswahl an sechs Strecken geboten, zwei davon in Europa, die restlichen in USA und Japan. Die Möglichkeiten reichen vom einfachen Abfahren der Strecke, wobei man mit einem Lokomotivtyp erstmal an eine bestimmte Strecke gebunden ist (was auch Sinn macht - es ist zwar reizvoll aber etwas Banane, mit einer österreichischen Dampflok der k.u.k.-Zeit die Shinkansenstrecke abzufahren), bis hin zu bestimmten Aufgaben - Personenzugdienst unter dem Zwang des Fahrplans, Abschleppen liegengebliebener Züge, Rangieraufgaben und ähnliches.
Da niemand als Lokführer zur Welt kommt, hat man erst einmal die Möglichkeit, in speziellen Lernprogrammen sich zum Lokführer ausbilden zu lassen. Sprich: man sitzt im virtuellen Führerstand, und eine männliche Geisterstimme erklärt einem, welchen Hebel man wann zu ziehen und wann wo draufzuhauen hat. So ist man nach jeweils einer Viertelstunde in der Lage, die jeweilige Loktype in Bewegung zu setzen. Leider vermisse ich einen Tastendruck, wie man den Sprecher und seine eingeblendeten Sätze etwas beschleunigt, so daß man gelegentlich ungeduldig wird (-Hört der jetzt nicht bald zu labern auf?-).
Auf dem virtuellen Bedienpult läßt sich jede Maschine sowohl per Maus&Cursor als auch durch die Tastatur steuern. Der Blick durchs Führerhausfenster ist so realistisch wie man es sich nur wünschen kann (ich habe manche Flugsimulatoren schon schlechter gesehen), ebenso der Sound, dazu später noch mehr. Weniger realistisch sind, zumindest bei den Dampfloks, einblendbare Fenster, die den nächsten Bahnhof, Zuginformationen und den Streckenmonitor (einen stilisierten Streckenverlauf mit Informationen wie man zu fahren hat) und andere nützliche Dinge anzeigen und leider auch etwas von der Sicht wegnehmen.
Das Fahrverhalten ist - zumindest bei den Dieselloks kann ich es durchaus beurteilen - völlig realistisch. Zwar habe ich nur kleine Dinger gesteuert, nicht die großen Dash Neun, aber soweit ich es erkennen kann, fahren die virtuellen Loks genauso wie die realen. Da haben sich die Macher sichtlich die Fachleute aus der Schienenwelt herangezogen.
Noch ein Wort zur Grafik. Man kann seinen Zug natürlich nicht nur aus der Welt des Lokführers betrachten (der nebenbei auch noch links und rechts aus dem Fenster blinzeln kann), sondern auch aus der Sicht eines Helis, der entweder zirka über der Lok oder dem letzten Waggon fliegt und den Zug auch virtuell umrunden kann. Oder aus der Sicht eines am Bahndamm Stehenden. Oder aus der Sicht von jemand, der die Waggondächer entlangrennt und gerade zwischen zwei Wagen nach unten schaut. (Eine Ansicht aus der Sicht von jemand der noch auf dem Gleeeeeeeiiiiiiiiii... war den Programmierern wohl zu makaber).
Fast hätte ich es vergessen: es gibt auch eine Passagier-Sicht: man sitzt in einem der Waggons und schaut aus dem Fenster. Wer also beispielsweise mit dem Orient-Express virtuell nach Innsbruck reist und sich im Abteil umschaut... BOAH, Reisen wie die Großen.
Aber niemand kann sagen, man hätte sich bei der Grafik keine Mühe gegeben. Erstmal ist sie so gut detailliert und abwechslungsreich wie ich es bei Flugprogs noch nicht gesehen habe, auch nicht im Tiefflug. Dann ist auch auf landestypische Gegebenheiten Rücksicht genommen worden: Häuschen und andere Bauwerke wurden entsprechend der Zeit und der Lokalität gestaltet. Immerhin ist man ja mal in USA, mal in Japan, und mal in den Alpen. Ein dickes Lob, denn die ganze Topografie und typische Bauwerke in die Dateien mit aufzunehmen, war sicher eine Menge Arbeit. Leider habe ich noch keine der Strecken selbst bereist, und kann daher nicht sagen, ob die Bauwerke auch wirklich genau SO aussehen. Aber man kann fast davon ausgehen. Nicht zu vergessen: Effekte wie der Dampf, der beim Anfahren aus den Schieberkästen der Dampflok strömt. Aber auch verschiedene Wetterlagen bis hin zum Schneesturm gibt es - schließlich reden alle vom Wetter, nur die Bahn nicht.
Aber das Highlight ist nicht einmal die Grafik, sondern die Geräuschkulisse. Gut, fährt man mit der Acela-Ellok, hört man nur ein leises Surren und ein monotones Grollen, wie im ICE. Durch Tunnels, über Stahlbrücken und auch über Weichen zu fahren - man hört es auch. Sogar das Glockensignal an geschlossenen Übergängen wurde nicht vergessen.
Aber das ist noch gar nichts. Mit dem k.u.k. Gölsdorf-Dampfroß anzufahren, sollte man nur tun, wenn man die Boxen auf mindestens 80 % Lautstärke stehen hat. Dann allerdings glaubt man, den Fahrtwind zu spüren und den Geruch von brennender Steinkohle zu riechen (notfalls bei böigem Wetter Fenster öffnen und im Garten grillen). Will sagen: der Sound ist fast noch besser als die Grafik gemacht, vor allem seine Abstimmung mit tatsächlichen mechanischen Vorgängen an der Maschine.
Wer genug gefahren ist, kann sich seine eigenen Strecken entwerfen - allerdings habe ich diese Option noch nicht getestet.
Es gibt nur wenige Unstimmigkeiten. Etwa das Handbuch, das nur mit dem Acrobat Reader gelesen werden kann - ich hasse dieses Prog nun mal. Oder die Abstürzerei während der Installation. Die Grafik ruckelt auch schonmal ein bißchen, aber ist noch akzeptabel. Eine andere Sache: Geschwindigkeiten im Streckenmonitor tauchen nur als mph auf, auch in Europa. Oder der Verlauf der Zeit, wenn man eine Strecke abfährt - läuft die virtuelle Zeit schneller als die reale? Ich ging zuerst stark davon aus, und das wäre auch nur sinnvoll - aber nein, die Spielzeit ist Realzeit. Eisenbahnexperten werden mehrere Ungereimtheiten feststellen, aber Tel Aviv.
Schade ist nur eins: daß sich die Auswahl nur auf 6 Züge und auf 6 Strecken beschränkt, und keine davon in Deutschland. Ich warte schon darauf, mal durch den Schwarzwald oder den Harz zu fahren, oder durch die Industriekulisse des Reviers. Im Ganzen: die 125 Mark war mir die Sache wert.
Für Hobbypiloten gibt es schon genug Software. Jetzt kommt eine für die Hobby-Lokführer heraus, die nicht genug Platz für eine Modellbahn haben.
Die Packung für ca. 125 DM enthält 2 CDs in einem buchähnlichen Behältnis, aus dem man sie kaum herausbringt, ohne entweder mit spitzen Fingernägeln oder einer Flachzange zuzufassen. Die Installation ist denkbar einfach: CD 1 einlegen und auf die Kommandos auf dem Bildschirm warten. Anschließend geht man Mittagessen, und zwischen der Suppe und dem Hauptgericht kehrt man kurz zurück, um entweder CD 2 einzulegen oder den PC zu resetten. Microsoft läßt einen nicht im Stich, denn die Installation hat bei mir erst nach dem dritten Anlauf funktioniert. Mal ist sie hängengeblieben, mal hat der PC die CD 2 im Laufwerk nicht erkannt.
Der Train Simulator versetzt einen, wie in Ausbildungssimulatoren der Bahn, an einen virtuellen Führerstand. Elektrische Lokomotiven, Dieselloks, Dampfloks und sogar ein Dieseltriebwagen stehen zur Auswahl. Dazu wird eine Auswahl an sechs Strecken geboten, zwei davon in Europa, die restlichen in USA und Japan. Die Möglichkeiten reichen vom einfachen Abfahren der Strecke, wobei man mit einem Lokomotivtyp erstmal an eine bestimmte Strecke gebunden ist (was auch Sinn macht - es ist zwar reizvoll aber etwas Banane, mit einer österreichischen Dampflok der k.u.k.-Zeit die Shinkansenstrecke abzufahren), bis hin zu bestimmten Aufgaben - Personenzugdienst unter dem Zwang des Fahrplans, Abschleppen liegengebliebener Züge, Rangieraufgaben und ähnliches.
Da niemand als Lokführer zur Welt kommt, hat man erst einmal die Möglichkeit, in speziellen Lernprogrammen sich zum Lokführer ausbilden zu lassen. Sprich: man sitzt im virtuellen Führerstand, und eine männliche Geisterstimme erklärt einem, welchen Hebel man wann zu ziehen und wann wo draufzuhauen hat. So ist man nach jeweils einer Viertelstunde in der Lage, die jeweilige Loktype in Bewegung zu setzen. Leider vermisse ich einen Tastendruck, wie man den Sprecher und seine eingeblendeten Sätze etwas beschleunigt, so daß man gelegentlich ungeduldig wird (-Hört der jetzt nicht bald zu labern auf?-).
Auf dem virtuellen Bedienpult läßt sich jede Maschine sowohl per Maus&Cursor als auch durch die Tastatur steuern. Der Blick durchs Führerhausfenster ist so realistisch wie man es sich nur wünschen kann (ich habe manche Flugsimulatoren schon schlechter gesehen), ebenso der Sound, dazu später noch mehr. Weniger realistisch sind, zumindest bei den Dampfloks, einblendbare Fenster, die den nächsten Bahnhof, Zuginformationen und den Streckenmonitor (einen stilisierten Streckenverlauf mit Informationen wie man zu fahren hat) und andere nützliche Dinge anzeigen und leider auch etwas von der Sicht wegnehmen.
Das Fahrverhalten ist - zumindest bei den Dieselloks kann ich es durchaus beurteilen - völlig realistisch. Zwar habe ich nur kleine Dinger gesteuert, nicht die großen Dash Neun, aber soweit ich es erkennen kann, fahren die virtuellen Loks genauso wie die realen. Da haben sich die Macher sichtlich die Fachleute aus der Schienenwelt herangezogen.
Noch ein Wort zur Grafik. Man kann seinen Zug natürlich nicht nur aus der Welt des Lokführers betrachten (der nebenbei auch noch links und rechts aus dem Fenster blinzeln kann), sondern auch aus der Sicht eines Helis, der entweder zirka über der Lok oder dem letzten Waggon fliegt und den Zug auch virtuell umrunden kann. Oder aus der Sicht eines am Bahndamm Stehenden. Oder aus der Sicht von jemand, der die Waggondächer entlangrennt und gerade zwischen zwei Wagen nach unten schaut. (Eine Ansicht aus der Sicht von jemand der noch auf dem Gleeeeeeeiiiiiiiiii... war den Programmierern wohl zu makaber).
Fast hätte ich es vergessen: es gibt auch eine Passagier-Sicht: man sitzt in einem der Waggons und schaut aus dem Fenster. Wer also beispielsweise mit dem Orient-Express virtuell nach Innsbruck reist und sich im Abteil umschaut... BOAH, Reisen wie die Großen.
Aber niemand kann sagen, man hätte sich bei der Grafik keine Mühe gegeben. Erstmal ist sie so gut detailliert und abwechslungsreich wie ich es bei Flugprogs noch nicht gesehen habe, auch nicht im Tiefflug. Dann ist auch auf landestypische Gegebenheiten Rücksicht genommen worden: Häuschen und andere Bauwerke wurden entsprechend der Zeit und der Lokalität gestaltet. Immerhin ist man ja mal in USA, mal in Japan, und mal in den Alpen. Ein dickes Lob, denn die ganze Topografie und typische Bauwerke in die Dateien mit aufzunehmen, war sicher eine Menge Arbeit. Leider habe ich noch keine der Strecken selbst bereist, und kann daher nicht sagen, ob die Bauwerke auch wirklich genau SO aussehen. Aber man kann fast davon ausgehen. Nicht zu vergessen: Effekte wie der Dampf, der beim Anfahren aus den Schieberkästen der Dampflok strömt. Aber auch verschiedene Wetterlagen bis hin zum Schneesturm gibt es - schließlich reden alle vom Wetter, nur die Bahn nicht.
Aber das Highlight ist nicht einmal die Grafik, sondern die Geräuschkulisse. Gut, fährt man mit der Acela-Ellok, hört man nur ein leises Surren und ein monotones Grollen, wie im ICE. Durch Tunnels, über Stahlbrücken und auch über Weichen zu fahren - man hört es auch. Sogar das Glockensignal an geschlossenen Übergängen wurde nicht vergessen.
Aber das ist noch gar nichts. Mit dem k.u.k. Gölsdorf-Dampfroß anzufahren, sollte man nur tun, wenn man die Boxen auf mindestens 80 % Lautstärke stehen hat. Dann allerdings glaubt man, den Fahrtwind zu spüren und den Geruch von brennender Steinkohle zu riechen (notfalls bei böigem Wetter Fenster öffnen und im Garten grillen). Will sagen: der Sound ist fast noch besser als die Grafik gemacht, vor allem seine Abstimmung mit tatsächlichen mechanischen Vorgängen an der Maschine.
Wer genug gefahren ist, kann sich seine eigenen Strecken entwerfen - allerdings habe ich diese Option noch nicht getestet.
Es gibt nur wenige Unstimmigkeiten. Etwa das Handbuch, das nur mit dem Acrobat Reader gelesen werden kann - ich hasse dieses Prog nun mal. Oder die Abstürzerei während der Installation. Die Grafik ruckelt auch schonmal ein bißchen, aber ist noch akzeptabel. Eine andere Sache: Geschwindigkeiten im Streckenmonitor tauchen nur als mph auf, auch in Europa. Oder der Verlauf der Zeit, wenn man eine Strecke abfährt - läuft die virtuelle Zeit schneller als die reale? Ich ging zuerst stark davon aus, und das wäre auch nur sinnvoll - aber nein, die Spielzeit ist Realzeit. Eisenbahnexperten werden mehrere Ungereimtheiten feststellen, aber Tel Aviv.
Schade ist nur eins: daß sich die Auswahl nur auf 6 Züge und auf 6 Strecken beschränkt, und keine davon in Deutschland. Ich warte schon darauf, mal durch den Schwarzwald oder den Harz zu fahren, oder durch die Industriekulisse des Reviers. Im Ganzen: die 125 Mark war mir die Sache wert.
19 Bewertungen, 3 Kommentare
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03.01.2008, 00:20 Uhr von DOMMEL
Bewertung: sehr hilfreichklasse Bericht
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10.05.2002, 00:23 Uhr von thm27
Bewertung: sehr hilfreichNoch besser als das Original ist übrigens das Add-On Pro Train Rheintal. Die Strecke Köln-Frankfurt ist auf beiden Seiten des Rheins befahrbar, das sind mehrere hundert Kilometer Fahrspaß mit perfekter Grafik Das nur als Tip an alle Fans.
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02.03.2002, 21:30 Uhr von Delfino
Bewertung: sehr hilfreichHabe schon bei Berichte in Magazinen gelesen. Da kam das Spiel auch gut weg. Nur der hohe Preis ist doch etwas abschreckend.
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