Blitzkrieg (PC Strategiespiel) Testbericht

ab 6,76
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Erfahrungsbericht von traxdata

Angriff ist die beste Verteidigung

Pro:

Detailtreue, strategisch nutzbare Landschaft

Kontra:

KI weist nicht wirklich Intelligenz auf

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich wieder über etwas schreiben, was mich besonders in den letzen Tagen an den Computer gefesselt hat. Es handelt sich dabei um ein Spiel, genauer gesagt um ein Strategiespiel. Der Name meiner neuen Errungenschaft ist

>> Blitzkrieg – Angriff ist die beste Verteidigung

||| Installation |||
Das Spiel habe ich also auf 2 CD’s erworben und setzte zur Installation an. Das stellte mich vor keine Probleme. Ich denke solange man immer schön auf weiter klickt kommt es auch bei niemand anders zu Problemen. Recht zügig ging das dann auch von statten und so konnte ich nach ca. 10 Minuten spielen.

||| Allgemeines zum Spiel |||
Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um ein Spiel das im 2. Weltkrieg seinen geschichtlichen Hintergrund findet. So kann man sich als Feldherr beweisen. Dazu stehen 3 Seiten des Krieges zur Verfügung. Ja jetzt werden die geschichtlich bewanderten fragen, warum nur 3 Seiten, ging es in dem Krieg nicht allein um den Kampf Gut gegen Böse, wie in jedem anderen auch, wobei die Betrachtung wer böse ist oder gut immer von der jeweilig gewählten Seite abhängt. Ja also die Programmierer von CDV haben sich gedacht, das man 3 Seiten betrachten müsste und zwar, die Alliierten ohne den russischen Verbündeten, die Russen selber und natürlich die Achsenmächte. Ich finde das macht schon Sinn betrachtet man einmal die Schlachten die in den weiten Russland gefochten wurden und die verbleibenden Schlachten, aber darüber möchte ich auch gar nicht streiten.
Vor jeder Mission die man zu erledigen hat, bekommt man natürlich auch die geschichtlichen Hintergründe mitgeteilt. Soweit ich das beurteilen kann, sind diese Daten recht fundiert und was ich viel wichtiger finde, es handelt sich wirklich nur um Daten und es findet in keiner Weise eine Glorifizierung der einen oder anderen Seite statt. Das mag damit zusammenhängen, dass genau dieses Thema immer ein wenig kritisch betrachtet wird und schnell in eine Ecke gedrängt wird, in der sicher kein Entwickler sein Werk sehen möchte. Nun ich finde diese Gradwanderung zwischen geschichtlichem Hintergrund und Spiel selber ist hier besonders gut gelungen. Sehr schön finde ich auch, dass man alle verwendbaren Einheiten näher kennen lernen kann, indem man sich mit dem Einheitenbuch beschäftigt. So werden dort 3 – 5 Sätze zu jeder Einheit verloren und die Charakteristik erklärt. Auch hier herrschen nur Fakten vor.

||| Die Einheiten |||
Als Einheiten die man in die Schlacht schickt, kann man als Feldherr alles verwenden was man sich vorstellen kann. So stehen natürlich eine ganze Reihe Panzer zur Verfügung, dazu Infanterie der unterschiedlichsten Art und Aufgabe, eine Menge Artillerie und auch Flugzeuge. Besondere Einheiten bekommt man immer bei speziellen Missionen zugewiesen und man kann dann auch diese befehligen. Dazu zählen Eisenbahngeschütze oder besonders schwere Mörser. Natürlich stehen die meisten Einheiten nicht gleich zu Beginn zur Verfügung, nein sie werden natürlich im Verlauf einer Kampagne immer besser und man kann die so genannte Kernarmee immer weiter aufrüsten.

||| Die Grafik |||
Ja mir war von vorn herein klar das es eben nicht eines der aktuellsten Spiele ist, als ich es erworben habe, aber ich bin wirklich begeistert von der Grafik. Nicht von der ungeheuren 3D Leistung, die man wirklich anerkennen muss, sondern eher von den Details die man auf dem Minischlachtfeld immer wieder erkennen kann. Diese Details reichen soweit, das beim anlassen eines Motors kurz eine Rauchwolke auftaucht, die dann verschwindet. Die Landschaft ist ebenfalls gut gelungen, auch wenn sie immer ein wenig an eine Comicwelt erinnert. Schön ist auch das man immer wieder das Schlachtgetümmel nachvollziehen kann und das anhand von Einschlagkratern. Leider verschwinden die Wracks von Fahrzeugen nach einer Zeit, aber deren Vernichtung ist eindrucksvoll in Szene gesetzt. So ist es von der Art der Waffe abhängig, ob der Turm eines Panzers davonfliegt oder nicht. Die Einheiten selber sehen sehr realistisch aus, soweit ich das beurteilen kann. So erkennt man schon was ein Tigerpanzer ist und was eben ein Panther. Besonders gelungen finde ich aber die russischen Einheiten. Besonders bei den LKW meinte ich immer zu erkennen, das sie aus einem Stück gegossen wurden. Eindrucksvoll sterben will auch gelernt sein, so blutet die Infanterie schon ein wenig, auch wenn man das abstellen kann. Also alles in allem kann ich sagen, dass ich wirklich beeindruckt bin von soviel Detailtreue.

||| Der Sound |||
Auch vom Sound her kann ich eigentlich nichts Negatives berichten. So hören sich die Geräusche schon sehr nach Schlachtfeld an. Die Ketten der Panzer rasseln, die Motoren brummen tief vor sich hin und jeder Schuss mit dem darauf folgenden Einschlag klingt auch sehr realistisch. Das einzige was etwas nervig wird sind diese elenden „Ja Sir“ – Rufe, wenn man eine Einheit anwählt. Dazu dann noch eine Hintergrundmusik, die einen in den Wahnsinn treiben kann. Seit wann gibt es auf dem Schlachtfeld Musik? Nun das kann man aber abstellen und so kann man sich auch Akustisch auf ein nettes Schlachtgetümmel freuen.

||| Gameplay |||
Hier wird wirklich eine sehr gute Steuerung geboten. So muss man nur die Einheit anklicken, die man benutzen möchte. Möchte man bestimmte Einheiten zu Gruppen zusammenfassen so ist das auch möglich. Ein Klick auf die die Stelle und wo sich die Einheiten hinbewegen sollen und schon geht es los. Taucht ein Feind auf, so wird es automatisch bekämpft. Auch die Verteidigung übernimmt der Computer, man kann eben nicht überall sein. Möchte man ein bestimmtes Ziel vernichten, so klickt man dieses auch nur mit rechts an und alle gewählten Einheiten widmen sich diesem Ziel. Bei den LKW wird das etwas komplizierter, weil die vielerlei Aufgaben haben. So versorgen sie die Einheiten jeder Art, transportieren Infanterie oder ziehen Artillerie. Die Aufgaben kann man mit Hilfe der Tastatur anwählen oder eben über ein Menü, wobei sicher die Tastatur die bessere Alternative, allein schon wegen der Geschwindigkeit mit der man reagieren kann, ist. Grundsätzlich bleibt zu sagen, das die Steuerung recht intuitiv von statten geht und schnell zu erlernen ist.

Es gibt aber auch einen wirklichen Nachteil, der mich immer wieder nervt. So kann es passieren, das gerade bei großen Verbänden ein Fahrzeug zurückbleibt und das nur weil es hinter einem Haus stand. Zum Teil fällt auf, das sich die eigenen Einheiten im eigenen Fortkommen schon mal behindern können, was besonders bei schnellen Vorstößen oder Rückzügen schnell zur Vernichtung der Einheiten kommen kann.

Jetzt möchte ich zu dem Gelände kommen. Dieses stellt in diesem Echtzeitstrategiespiel wirklich ein Highlight dar. So ist es taktisch nutzbar. Stellt man eine Einheit auf einen Hügel, schaut diese weiter in Land hinein. In Straßen von Städten kann man nicht um Häuserecken schauen, es sei denn man bewegt sich darum. Das Blickfeld im Wald ist ebenfalls eingeschränkt. Das schönste allerdings ist zum Beispiel, wenn man eine Einheit auf eine Anhöhe stellt, dass sie nicht gesehen wird, bis auch der Gegner auf dieser Anhöhe ist. Im Allgemeinen erfordert es schon einiges an Erfahrung mit dem Spiel, um das Gelände gut für sich nutzbar zu machen, aber hat man das einmal verstanden, kann man so seine Verluste wirklich minimieren. Auch hier fällt die Realitätsnähe auf, denn fährt eine Einheit einen Berg hinauf wird dieser langsamer und fährt sie runter, so wird sie schneller.

Die KI ist schon eine interessante Sache, aber gerade in der Stufe leicht kann man nicht wirklich von Intelligenz sprechen. Eigentlich ist das wie beim Tontaubenschießen. Erst ab Stufe „Normal“ kann es schon mal interessant werden. Letztendlich ist es aber nicht die KI die einen besiegt sondern die überwältigende Übermacht des Gegners. Auch bei den eigenen Einheiten stellt man schnell fest, dass die KI nicht wirklich hergibt. Ich sagte schon, dass sie die Verteidigung übernimmt, aber dabei auch mal Infanterie gegen Panzer schickt. Das macht nicht mal im Ansatz Sinn, zumal oft die gepanzerten Einheiten sinnlos in der Etappe rumlungern. Was ich damit sagen will, man muss schon überall seine Augen haben, um nicht plötzlich den Verlust von recht wichtigen Einheiten feststellen zu müssen.

||| Multiplayer |||
Wer von den Computerschlachten, die Nase voll hat, der braucht einfach nur gegen einen Freund zu spielen. Eigentlich ändert sich nichts Wesentliches am Gameplay oder der Grafik. Der einzige Vorteil ist, das man den menschlichen Gegner nicht vorausahnen kann und schon gar nicht seine Aktionen vorhersagen kann, wie es leider bei dem Computergegner des Öfteren vorkommen kann.

||| Fazit |||
Nun ja was soll ich sagen. Zur reinen Unterhaltung ist das Spiel schon sehr gut geeignet, aber meist ist die einzige Strategie, die man anwenden muss schießen und seine Kräfte auf einen Punkt konzentrieren. Die Motivation die geboten wird, also meist Upgrades der eigenen Einheiten, ist schon nicht schlecht gewählt, nur unterscheiden die Fähigkeiten sich nur im geringen Maße von den regulären Einheiten und so verzichte ich schon mal auf ein solches Upgrade. Wie schon gesagt gibt es einige Mängel in der KI und vor allem nervt es etwas wenn die Einheiten, also die eigenen sich selber behindern. Ich finde aber die Mischung aus Geschichtsunterricht mit reinen Fakten und Unterhaltung als sehr gelungen. So kann ich das Spiel für Fans den Genres empfehlen und vergebe auch eine recht hohe Wertung, obgleich der angeführten Mängel.

Mfg
Traxdata

31 Bewertungen, 2 Kommentare

  • hurb

    23.03.2005, 20:34 Uhr von hurb
    Bewertung: sehr hilfreich

    Besser hätte ich es mir nicht denken können! Guter Bericht über ein gutes Spiel!

  • sindimindi

    23.03.2005, 20:23 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Scheint sowas ähnlichen wie "Force21" zu sein...na dann viel Spaß! - das Spiel hätten die Landser damals sicher lieber gespielt, als im Schützengraben zu verbluten oder zu erfrieren...;-)LG; Roland