Gothic II: Die Nacht des Raben (PC Rollenspiel) Testbericht

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ab 12,11
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Erfahrungsbericht von EvolutionEight

Es macht Spaß ein Held zu sein!

Pro:

Sehr atmosphärische und detaillierte Spielwelt, komplett deutsche Sprachausgabe, viele Waffen

Kontra:

etwas hakelige/veraltete Animaionen

Empfehlung:

Ja

Hinweis: Es handelt sich hierbei um einen kompletten Testbericht über "Gothic 2" und das dazugehörige Addon „Die Nacht des Raben“.

Du wachst auf. In dem Turm eines Dämonenbeschwörers namens Xardas. Er war es der dich aus den Trümmern des eingestürzten Schläfertempels befreit hat. Der Schläfer ist besiegt, die Barriere gefallen, doch das Böse hat gerade erst angefangen sich zu formieren! Drachen sind über das Land gezogen und ehemalige Sträflinge (die Banditen) aus der Kolonie überfluten und gefährden das Land in und um Khorinis. Es sind harte Zeiten für alle Menschen angebrochen.

„Gothic 2: Die Nacht des Raben“ setzt da an wo der Rollenspiel-Klassiker Gothic 1 geendet hat. Unser namenloser Held ist wieder einmal drauf und dran die Welt vorm Bösen schlechthin zu bewahren. Xardas gibt uns den großen Auftrag die Drachen ausfindig zu machen und mit Hilfe eines mächtigen Amuletts welches in den Händen der Paladinen liegt, dem „Auge Innos“, zu vernichten. Des Weiteren besteht die Aufgabe darin, sich dem so genannten „Ring des Wasser“ anzuschließen und einen noch unerforschten Teil der Insel ausfindig zu machen. Aber von der Story möchte ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten. Da wir schon von Teil eins unlösbare Aufgaben gewohnt sind, machen wir uns also auf den Weg und sammeln erstmal alles was am Wegesrand so herumliegt und wächst ein…

Unser Spaziergang führt uns an einem Bauerngut vorbei. Da wir ziemlich mittellos und zerrissen durch das Land streifen, sollte unser Held erst einmal ein paar kleine Minijobs annehmen oder die Bauern hier einfach beklauen. Durch besiegen von Gegnern und lösen von Aufgaben erhält man, wie in einem Rollenspiel üblich, Erfahrungspunkte. Diese „EXPs“ lassen sich in Fähigkeiten aller Art eintauschen, wie z.B. Schwertkampffertigkeiten im „Ein- oder Zweihandkampf“, „Bogen- und Armbrustschießen“, „Magie“ und die Grundattribute wie „Stärke“, „Geschick“ und „Mana“. Auch lassen sich „Diebesfertigkeiten“ wie „Schleichen“, „Taschendiebstahl“ und „Schlösser knacken“ erlernen. Umso besser hierbei das Geschick des Helden, desto einfacher lassen sich Truhen oder Türen öffnen. Ebenso verhält sich dieses Prinzip beim Taschendiebstahl.

Es steht dem Spieler vollkommen frei welchen Weg er im Spiel gehen möchte. Doch der Weg des Betruges ist nicht immer der beste und lukrativste. Also entscheiden wir uns zunächst dazu dem „Oberbauern“ beim „Rübenziehen“ behilflich zu sein. Dies dankt er uns mit einigen Erfahrungspunkten und einem guten Preis für eine seine Arbeiterkleidungen womit wir ungehindert die Tore der eigentlichen Stadt Khorinis passieren dürfen. Die Stadt ist für unseren Helden von entscheidender Bedeutung, da man hier am Besten Anschluss an die Gesellschaft erlangt. Den Preis für die „Bauernkleidung“ kann man mit weiteren kleinen Gefälligkeiten bis auf einen Spottpreis herunter treiben… Es gibt aber auch andere Wege um in die Stadt zu kommen. Man trifft beispielsweise einen alten Kumpel aus Teil eins namens Lester wieder und erfährt von ihm, dass man den Wachen vorgaukeln könne man sei ein Kräutersammler für einen der Alchimisten in der Stadt… Wählt man diesen Weg, so heißt es 10 Kräuter einer Sorte zu pflücken und den dämlichen „Torhütern“ dieses Büschel aus Chlorophyll unter die Nase zu halten. In der Stadt heißt es dann „Bürger werden“ und Arbeit zu bekommen um Ansehen zu erlangen sowie „weg von der Straße“ zu kommen. Sonst hält uns noch jemand für einen entflohenen Sträfling, was wir eigentlich ja auch noch sind… Aber selbst dieser kurze Weg Richtung Stadtmauern führt uns an den ersten Gefahren vorbei. Bewaffnet mit einem Ast und null Erfahrung in Sachen Kampf, töten wir unseren ersten „Goblin“, unsere ersten „jungen Wölfe“ und ein paar „Blutfliegen“. Hier zeigt sich schon der recht hoch angesetzte Schwierigkeitsgrad des Spiels, welcher aber zu Beginn mit dem enormen Spielspaß stark kompensiert wird. Der Spieler wird mit einer riesigen Auswahl an Schwertern, Äxten, Bögen, Armbrüsten und Zaubersprüchen bei Laune gehalten. Auch die immer wechselnden Kleidungen und Rüstungen sorgen für Abwechslung. Hier wurde das Sortiment der Waffen von 150 auf 165 aufgestockt und 12 neue Zaubersprüche wurden spendiert.


Die spielerische Freiheit ist schier unbegrenzt und das begehbare Terrain ist auch nicht von schlechten Eltern. Dank des Addons sind noch einmal ordentliche Landstriche hinzugekommen die nur darauf warten erkundet zu werden. Es steht einem fast vollständig frei welche Aufgabe man zuerst, bzw. als nächstes bewältigen möchte. Lieber zuerst den Haupt-Quests folgen oder erst ein bisschen den Laufburschen für andere Leute spielen? Die Entscheidung liegt bei euch.

Man trifft im Spiel wieder auf unzählige Personen und Gemeinschaften, wovon einem nicht alle wohlgesinnt sein werden. Generell kann man sich drei festen Gemeinschaften anschließen, denen man bis zum Ende des Spiels treu bleibt. Den „Milizen“, dies sind die Soldaten der Stadt Khorinis, bzw. später den „Paladinen“ als die Streiter Innos. Weiterhin gibt es die „Söldner“, welche sich einen riesigen Bauernhof als Lager ergattern konnten und hauptsächlich nur aus Halsabschneidern und ehemaligen Sträflingen der Kolonie bestehen. Später steigt man wie bei den Milizen auf, im Fall der Söldner zum „Drachenjäger“. Als dritte große Partei bleibt noch das „Kloster Innos“, das wesentlich aus den „Novizen“, den Dienern der Magier, und den „Magier“ selbst besteht. Um bei einer der drei Parteien aufgenommen zu werden, gilt es einige Leistungen als Beweis für die Loyalität zu erbringen. Als „Nebengilden“ trifft man im Spiel auf den schon erwähnten „Ring des Wassers“, welcher die Beschützer der Wassermagier aus dem ersten Teil darstellen. Auch lungern in der Fantasywelt „Piraten“ herum. Diese Gesellen sind zwar ähnlich rau wie die Söldner, sind aber bei weitem loyaler als die „Banditen“. Auch diesen drei „Nebengemeinschaften“ im Spiel kann man sich für kurze Zeit anschließen und trägt deren Rüstungen. Doch unser Held hatte ja auch noch Freunde wie „Lester“, den wir zu Beginn des Spiels schon trafen. Auch „Diego“, „Gorn“, „Lee“, „Milten“ und „Lares“ treffen wir wieder. Alle stehen unserem „namenlosen Helden“ wieder mit Rat und Tat zur Seite. Wer den ersten Teil nicht gespielt hat und demzufolge auch diese Personen nicht kennt, den haben die Entwickler eine kleine Hilfe eingebaut. Wenn man sich nicht an die jeweiligen Personen erinnern kann, so werden Hilfsdialoge eingeblendet und man bekommt eine Kurzinfo über die jeweilige Person. Insgesamt wurden die Charaktere von 400 auf insgesamt 500 NPCs (Nichtspielercharaktere) aufgestockt! Was die Monster anbelangt wird auch einiges geboten. Auch hier ein Zuwachs von 50 auf 60 Kreaturen. Zu Beginn schlägt man sich noch mit allerlei Getier wie Wölfen, Blutfliegen, Scavengern, Feldräubern, Riesenratten, ja auch mit Menschen herumrum. Später trifft man jedoch auch auf Minecrawler, Snapper und Drachensnapper, die an einen T-Rex in Miniaturformat erinnern. Natürlich dürfen Orks nicht fehlen. Neu hinzugekommen sind beispielsweise „Grasland-Scavenger“, „Sumpfgasdrohnen“, und „Riesenheuschrecken“. Die schwersten und größten Viechern, den man sich gegenüber gestellt sieht sind die Drachen.


Eine kleine Götterkunde gehört bei diesem Spiel auch dazu, da der Spieler nicht wenig mit den drei Gottheiten „Innos“, „Adanos“ und „Beliar“ konfrontiert wird. Innos spielt in der Serie Gothic bisher die größte Rolle. Magier und Paladine beten diese Gottheit an und nutzen dessen Kraft des Feuers. Beliar repräsentiert das Böse und stellt seinen Anhängern magische Macht in Form von Dämonenbeschwörungen zur Verfügung. Xardas nutzt diese Macht beispielsweise. Adanos ist der Gott des Wassers und sorgt für Gleichgewicht zwischen Innos und Beliar. Beide zogen sich schon oft, aufgrund von Diskrepanzen, den Zorn Adanos zu. Man kann in diesem Spiel allen 3 Gottheiten im entfernten Sinne dienen. Ebenso kann man an gewissen Schreinen beten und Geschenke in Form von Attributssteigerungen erhalten.


Gesteuert wird „Gothic 2: Die Nacht des Raben“ mit der Tastatur und Maus aus Sicht der 3rd-Person Perspektive. Wahlweise kann man aber auch aus der Ego-Perspektive spielen. Mit der Tastatur bewegt und dreht (alternativ) man den Charakter, zieht seine jeweilige Waffe (Schwert, Armbrust, Bogen, Magie), schleicht sich durch Gebäude und begibt sich mit „ESC“ zurück ins Menü. Mit der Maus werden Interaktionen wie Leute ansprechen, Dinge aufheben/Pflanzen pflücken, springen, klettern, drehen des Charakter und Schlagkombinationen vollführt. Die Steuerung ist weniger kompliziert und hakelig ausgefallen als im Vorgängerspiel. Meiner Meinung nach gelungen.


Die Grafik ist für ihren Stand der Technik sehr detailliert und komplex ausgefallen. Die Auflösung der Texturen wurde im Vergleich zum Vorgänger stark erhöht und braucht sich vor heutigen Spielen kaum verstecken. Mauern und Gebäude wirken nicht aufgesetzt und sehen sehr individuell aus. Zeitlich ist die Gothic-Serie an das frühe Mittelalter mit gotischer Bauweise der Gebäude angelehnt, lässt sich aber aufgrund der Fantasy-Welt in keine genaue Epoche einordnen. In Wäldern fallen Blätter von den Bäumen herab, Sträucher, Gras und Bäume wiegen sich im Wind. Die Farbtöne ändern sich je nach Sonneneinstrahlung, Tageszeit und Witterung realistisch und weich übergehend. Bei schönem Wetter gibt es einen wunderbar blauen Himmel mit realistischen, vorbeiziehenden Wolken zu bestaunen. Einzig und allein die Animationen der Charaktere ist so abgehackt wie in Teil eins geblieben, aber dies kann man bei solch einem Toptitel leicht verschmerzen. Die sich immer wiederholenden Gesten der Leute ist einfach schon Kult!


Soundtechnisch lässt „Gothic 2: Die Nacht des Raben“ kaum Wünsche offen. Ein belästigendes und nervendes Kratzen im Unterholz, das Kreischen, Schnauben und Brüllen von Gegnern, sowie die komplett deutsche Sprachausgabe sucht ihresgleichen.
Das die eigens komponierten Musikstücke von Kai Rosenkranz an Genialität grenzen ist wohl auch klar! Wird die Situation bedrohlich, ein Mistviech greift uns an beispielsweise, so schwillt auch die Soundkulisse an und lässt die Hände feucht und die Maus nass werden. Die Grafik, der Sound und die belebte und detaillierte Welt setzen der Atmosphäre in diesem Spiel die Krone auf!


Für mich ist die Gothic-Serie eine der genialsten Spiele mit deutschen Sprechern in der kompletten Sprachausgabe und viel Humor die ich jemals gespielt habe! Absoluter Kultstatus und Suchtgefahr! Wer auf das Hochzüchten von Charakteren steht (Vorsicht! Nicht mit Diablo o.ä. vergleichen!), hat mit seinem namenlosen Held sicher viel Spaß! Die Story ist filmreif, erinnert jedoch ein wenig an „Der Herr der Ringe“ (muss an den Orks liegen). Geübte Spieler dürften gut und gerne 50 Stunden an diesem Spiel hängen, Genießer wie ich brauchen locker das Doppelte um das Game zu knacken! Der Preis ist nicht der Rede wert. Mein Tipp ist für alle die es sich zulegen wollen, die Edition mit „Gothic“, „Gothic II“ und das Addon „Die Nacht des Raben“ zu kaufen! Alle drei zusammen für knapp 30 Euro. Was will man mehr? Bleibt mir nur noch zu sagen: Urlaub nehmen und los geht’s! Nebenbei: Auch ein gute Wahl bei der Verkürzung der Wartezeit auf Gothic 3!



Systemvoraussetzungen (laut Packung):

Minimal:

    Windows XP/ME/2000/98
    256 MB RAM
    Intel Pentium III 700 Mhz Prozessor
    DirectX 8.1 und Direct3D kompatibel, 32 MB RAM Grafikkarte

Optimal:

    Windows XP/ME/2000/98
    512 MB RAM
    Intel Pentium III 1200 Mhz Prozessor
    DirectX 8.1 und Direct3D kompatibel, 64 MB RAM Grafikkarte

DirectX kompatible Soundkarte, 2,2 GB freier Festplattenspeicher (nebst der Vollinstallation von Gothic 2 ca. 900 MB), Maus, Tastatur

Um "Gothic 2: Die Nacht des Raben" spielen zu können benötigen sie das Originalspiel "Gothic 2"!


Mein Tipp: Um „Gothic 2: Die Nacht des Raben“ bei vollen Details flüssig genießen zu können, sollte der PC über 1024 MB RAM und einer CPU ab 2000 Mhz verfügen.


Für weiter Infos:

    http://www.worldofgothic.de/gothic2/
    http://www.piranha-bytes.com/
    http://www.gothic3.com


© by EvolutionEight!

34 Bewertungen, 4 Kommentare

  • anonym

    21.01.2007, 20:07 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße ;o)

  • _insomniac_

    11.05.2005, 00:20 Uhr von _insomniac_
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht, aber ich persönlcih kannmit rollenspielen nix anfangen... ;) _insomniac_

  • anonym

    09.05.2005, 17:47 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    eins schon geliebt, Teil 2 leider erst teilweise durch - aber Die Nacht des Raben besitze ich ja ebenfalls...irgendwann wird nur gezockt..Gothic 3 wirds ja hoffentlich auch bald geben...Liebe Grüsse

  • novit

    09.05.2005, 09:13 Uhr von novit
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich kenne das spiel habs noch nie gespielt aber hab ejtzt lust bekommen ^^