FIFA Football 2004 (PC Spiel Sport) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Bjoerner2001

Herr der Bälle

Pro:

Sehr umfangreich, Eigene MP3 einfügbar, Mit Football Fusion ein ultimatives Erlebnis, Offizielle Lizenzen, Textmodus ist unterhaltsam

Kontra:

Etwas lange Wartezeiten, Nur mit Patch stabil

Empfehlung:

Ja

Herr der Bälle, oder vielmehr der Fußbälle dürfte jener sein, der als Spieler erfolgreich ist. Wem dies verwehrt bleibt, aus was für Gründen auch immer, der kann sich noch ins Trainer/Managergeschäft stürzen und da sein Glück versuchen. Da dies aber nur unwesentlich leichter zu sein scheint, ist die Flucht ins virtuelle Metier wohl der einzigst denkbare Ausweg für Menschen wie mich bzw. jene die sich den Fussball Manager 2004 von EA Sports zulegten.


1. Eine echte Karriere
2. Vom Schreibtisch an den Rasen
3. Football Fusion
4. Grafik/Sound/Steuerung
5. Fazit
6. Daten zum Spiel


1. Eine echte Karriere
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Ein echter virtueller Manager steigt natürlich dort ein, wo er gerade unterkommt. Freilich gibt es auch die Option bei seinem Lieblingsverein einzusteigen oder auch jedem anderen beliebigen Verein der zahlreich vertretenen Ligen (unter anderem Deutschland, England, Spanien, Italien, Holland, Schweiz, Tschechien etc.). Der europäische Kontinent ist zwar nicht komplett vertreten, die Auswahl dennoch enorm. In Deutschland sind bis auf die Regionalligen sämtliche Vereine lizenziert und ähnlich sieht’s in den anderen großen Fußballnationen aus.

Ich erzähle einfach mal an meinem praktischen Beispiel, wie so eine Karriere aussehen kann, wenn man es ganz gut trifft. Zunächst mal gibt man sich einen treffenden Namen, bei Bedarf noch ein Bildchen und zu guter letzt sucht man sich eins der angebotenen Teams heraus. In meinem Falle war dies Offenbach in der Regionalliga Süd. Meine Ausgangssituation war sehr mäßig.. kleines Stadion, schlechte Spieler, wenig Geld und ein sehr erwatungsvolles Präsidium. Da sich eine solche Ausgangssituation und ein solches Präsidium nicht sonderlich gut vertragen, flog ich nach knapp 4 Monaten im Amt wieder raus und war fortan auf der Suche nach was Besserem...

Da stolperte plötzlich der KSC aus der 2. Bundesliga über mich und wollte mich anheuern. Ich sollte fortan in Karlsruhe mein Dasein fristen, jedoch blieb auch hier der große Durchbruch aus. Ich hielt die Klasse mit einem respektablem 5. Platz, beendete meinen Vertrag aber ohne die Offerte des Präsidiums zu beachten. Grund dafür war die schlechte Zukunft, die mir der KSC bot, da finanziell katastrophal vor meiner Ankunft gehaust wurde und Spieler völlig überbezahlt wurden und weder an Stadionrechteverkauf, noch Werbebandenmarketing gedacht wurde. Also war nach meiner ersten Saison die Bilanz schon recht eindrucksvoll. 2 Vereine, 1 Rausschmiss, 1 Vertragsende und schon wieder ohne Verein dagestanden...

Tja, wäre da nicht Werder Bremen gewesen.. Ja, richtig gelesen, der Meister der Saison 2003/2004 wollte mich engagieren.. Problem des Ganzen war nur, dass sie in der Saison 2003/2004 im Fußballmanager 2004 abgestiegen sind und ihren realen Vorbildern nicht sehr nahe standen... Naja, habe ich mir gedacht.. die Mannschaft ist auf jeden Fall gut, finanziell wird’s zwar etwas eng, aber wenn der Wiederaufstieg geschafft wird, wird das kein Problem mehr darstellen... vielleicht ein paar Auflagen, aber danach wird’s ja eh besser. Gesagt, geschrieben und fortan war ich Manager und Trainer bei Werder Bremen und hierbei ging eigentlich meine Karriere erst richtig los, da das Spiel nun richtig intensiv wurde.



2. Vom Schreibtisch an den Rasen
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Die Aufgaben denen man bei Fußballmanager 2004 täglich gegenübertreten muss, sind sehr zahlreich, daher sollte es klar sein, wenn ich hier nur einen Auszug bringen kann. Ich unterteile aber generell in Manager- und Trainerpart.

Als Manager sieht man sich eigentlich mehr mit den typischen „Schreibtischarbeiten“ konfrontiert. Verträge jeglicher Art aushandeln, z.B. für neue Spieler, Werbeverträge, Namensrechte etc., Geld investieren, ob nun in das Trainingsgelände, den Fanartikelverkauf oder sonstige Vermögen. Zusammengefasst arbeitet ein Manager also mit Geld und versucht am Ende des Jahres als Minimalziel eine schwarze Null zu erwirtschaften. Alles was drüber ist, ist umso besser, wenn entsprechend im Vertrag vereinbart, geht ein Teil des Gewinns auch in die eigene Tasche, ein Grund mehr hart an einer soliden Finanzbasis zu arbeiten.

Der Trainerjob erfordert meist etwas mehr Nerven und ist auch schwieriger zu meistern. Die Mannschaft aufstellen, die Trainingspläne erstellen, Spielergespräche führen, am Spielfeldrand mitfiebern und letztlich über den Erfolg des Vereins mitentscheiden. Manche Spieler verhalten sich wie Madonnen und man kann es ihnen nicht recht machen, außer man lässt sie spielen, obwohl sie um Längen schwächer sind als ähnliche Spieler auf der selben Position.

Da kommt man eigentlich schon zum nächsten Punkt, den Stärken der Spieler und die damit verbundene tatsächliche Spielstärke, die sehr davon abhängt, ob man den Spieler mit Samthandschuhen anfasst oder ihn bei Regen zum Straftraining zitiert. Mit normalem Training beeinflusst man die Kondition, Spielstärke und Frische (sprich: Ausgeruhtheit) des Spielers. Diese ergeben dann über eine komplizierte Formel die tatsächliche Spielstärke, welche dann noch mit der aktuellen Form und der Moral verrechnet wird und dann die endgültige Spielstärke ergibt. In der Regel ist ein Spieler ungefähr 0,3 Punkte schlechter als seine Spielstärke es vermuten lässt.

Die Spielstärken existieren von 0-über 20. Das höchste was mir bisher vor die Augen kam, war Raúl von Real Madrid mit 22.5 Spielstärke, aber den kann ja eh keiner bezahlen, wenn er wie ich mit Werder Bremen spielt bzw. Vorlieb nehmen muss. Ein schlechter Spieler liegt bei etwa 0-7 Punkten, normale Spieler bei 8-11 Punkten, gute Spieler von 12-16 und alles was da drüber ist, gehört schon zur Weltspitze und wenn man solch einen Spieler in seinen Reihen hat, sollte man ihn nicht mehr gehen lassen, aus sportlicher Hinsicht gleich gar nicht, aber wenn der Manager in einem hochkommt und die Bilanz schlecht ist, ist der Verkauf sicherlich ein Ausweg, aber sportlich eher eine Katastrophe, da die durch den Verkauf solcher Stars gerissenen Löcher reißen natürlich ein Loch ins Spiel und knicken auch die ganze Mannschaft sowie die Fans.. Man sieht also nur an diesem kleinen Beispiel an was alles gedacht wurde.

In der Kombination beider Jobs von Manager und Trainer, sieht man sich auch noch den privaten Verpflichtungen gegenübergestellt. Diese sind jedoch nicht ganz so dramatisch, da man ja Dauersingle sein kann. Da dies aber auf Dauer langweilig erscheint und man nicht weiß, womit man sein Geld verplempert, schafft man sich doch eine Frau und Kinder an.. nicht böse gemeint, aber im Spiel selbst ist das private Glück wohl eher sehr unglücklich umgesetzt. Alle 3 Monate unternimmt man mal was mit Freundin/Frau und schon ist sie glücklich... oder alle 2 Monate eine Tafel Schokolade schenken.. das soll auch helfen.



3. Football Fusion
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Diesen Punkt kann man eigentlich recht zügig abhandeln, da er in der Spielebranche bisher einmalig war und eigentlich sehr vielen ein Begriff ist. Football Fusion besteht aus eben jenem Fussball Manager 2004, um den es hier ja schließlich geht und aus FIFA Football 2004. Eigentlich sollte es bei jenen, die sich bisher nichts unter Football Fusion vorstellen konnten, klingeln.
Man kann mittels Football Fusion die im Manager erstellten Teams spielen und auch die Daten einer simulierten Saison 2045 in FIFA 2004 übernehmen und dann mit einem vielleicht komplett neuen Kräfteverhältnis in Europa aufwarten.

Man kann aber nicht nur Datensätze hin und herschieben, sondern auch eine ganze Saison komplett in die Hand nehmen, also neben den schon vorhanden Manager- und Trainerposten nun auch noch alle Spiele selbst spielen, wenn man wirklich gar nichts dem Zufall überlassen will.

Insgesamt gesehen ist Football Fusion natürlich ein grandioses Feature, nur braucht man eben neben dem Fussball Manager 2004 auch FIFA Football 2004, was also auch noch mal einige Euro sind. Wer aber total auf Fussball steht, und ich weiß, das ist bei euch allen der Fall, der kann diese paar Euro mittlerweile locker investieren, da ja auch schon der Nachfolger sein Unwesen treibt und die Wachablösung (auch in preislicher Hinsicht) schon vollzogen wurde.


4. Grafik/Sound/Steuerung
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Grafik: Die Grafik, sowie die ganze Präsentation des Fussball Manager 2004 sind eigentlich makellos. Die Menüs sind übersichtlich gestaltet, die Spielergesichter kommen sehr von FIFA 2004 (auch ohne dieses), sehen daher auch recht hübsch aus und die Spielgrafik selbst ist natürlich auch ein wahrer Augenschmaus.. Insgesamt gibt es zur Grafik eigentlich nichts mehr zu sagen, die Qualität von EA Sports ist ja allerseits bekannt und erfüllt eigentlich fast alle Ansprüche. Da es sich hierbei ja sowieso mehr um einen Manager handelt, ist diese zwar nicht so wichtig, aber was man in 3D darstellen kann, sieht glanzvoll aus!

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Sound: Der Sound ist eigentlich auch sehr gut, da aber nicht so zahlreich vorhanden, fällt dies kaum ins Gewicht, außer man legt auf das Geräusch des Klickens im Menü einen großen Wert. Die Halbzeitansprachen fallen mir da spontan noch ein.. sie reißen in gewissem Maße mit und drücken auch deutlich die gewollte Stimmung aus, also gibt’s auch da nichts zu meckern. Was mir noch sehr gut gefallen hat, war die Möglichkeit, neben den schon spärlich vorhandenen Musikstücken im Menü, eigene MP3 zu integrieren. Ganz einfach den gewünschten Ordner in den Optionen eingestellt und schon tönen die Lieblingsklänge zum Manager mit. Tolle Idee und schnörkellose Umsetzung!

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Steuerung: Tja, was soll man da groß sagen. Man bedient den Fussball Manager 2004 eigentlich nur mit einer 2-Tasten-Maus, idealerweise auch noch mit Rad zum Scrollen und das war’s auch schon. Die Steuerung geht aufgrund der einfach strukturierten Menüs sehr einfach von der Hand und so sollte es eigentlich auch sein. Alles in allem nichts zu kritisieren.



5. Fazit
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Der Fussball Manager 2004 wurde mittlerweile schon durch den 2005er abgelöst, was ihn aber nicht automatisch zu einem schlechten Spiel macht. Wer Spaß am Managen mit Originaldaten hat und gerne auf den Klassenprimus setzt, ist mit EA Sports’ Produkt voll zufrieden zustellen. Ob man nun von ganz unten anfängt, mit einer europäischen Spitzenmannschaft einsteigt, alles macht unheimlich Spaß, vor allem da immer wieder kleine Zwischenmissionen aufwarten, in denen es z.B. einen akut abstiegsbedrohten Verein vor dem Abstieg zu retten gilt. Nette Ideen auch mit der Nationalmannschaft, deren Betreuung sicherlich die Krönung einer Laufbahn ist und die Titelsammlung letztlich komplett machen sollte.
Technisch wie spielerisch überzeugt der Fussball Manager 2004 komplett und es gibt eigentlich recht wenig Mankos. Einzigst die teilweise etwas langen Ladezeiten waren etwas störend, jedoch kann man mit einem schnellen System darüber hinwegsehen.
Besonders gut gefallen haben mir die etlichen neuen Ideen für Fussballmanager, da ich von Anstoß 3 kam und mich dann doch schon verdutzt umschaute, aufgrund der ganzen „Neuerungen“. „Neuerungen“ deswegen, weil Ascaron’s Anstoß ja nichts mit EA Sports’ Fussball Manager zu tun hat... außer vielleicht Gerald Köhler, der einst bei Ascaron bis Anstoß 2 mitwirkte. Wie auch immer, das Spiel kann man uneingeschränkt empfehlen und aufgrund von Football Fusion wird es noch eine Klasse besser als es ohnehin schon ist.



6. Daten zum Spiel
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Preis: 15 Euro (EA Classics), Original noch 50 Euro, daher lieber die EA Classic-Version kaufen!


Systemanforderungen:

Benötigt: Pentium III mit 800 MHz, 128 MB RAM, 32 MB 3D Grafikkarte (Direct X 8.1) sowie 1 GB HDD
(Mit diesem System läuft es aber so langsam, dass es absolut keinen Sinn bzw. Spaß macht!!)

Empfohlen: P IV mit 1,6 GHz, 512 MB RAM, 128 MB 3D Grafikkarte (Direct X 8.1) sowie 1 GB HDD




© 2004 by Bjoerner2001

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