[Rec]2 (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Der letzte Exorzismus 28 hours later auf der Quarantäne Station
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
'''Und hätte jetzt doch sehr gerne mein Geld zurück.'''
Während es in „Rec“ noch förmlich um die etwas übereifrige Reporterin Angela (Manuela Velasco), ging, die im Rahmen einer Dokumentation mitsamt der örtlichen Feuerwache in einem Mietshaus über kurz oder lang ums eigene Überleben kämpft. Beinahe sämtliche Bewohner wurden nach und nach mit einer nicht erklärbaren Art Seuche infiziert und töteten – „28 days later“ ähnelnd – jeden, der sich nahe genug an sie heran bewog.
„Rec²“ will nun an dem Ausgang des Vorgängers anknüpfen, bedient sich somit als Eingangszene der letzten, die in „Rec“ zu sehen war. So weit, so gelungen. Sodann wird der Zuschauer mit der vierköpfigen Sondereinheit nebst dem angeblichen Techniker vom Gesundheitsministerium konfrontiert, die konsequenterweise natürlich allesamt mit einer Helmkamera ausgestattet sind. Jene sollen in das betroffene Mietshaus eindringen und einen speziellen Auftrag erfüllen: ab ins Dachgeschoss und eine Blutprobe sicherstellen....
===Die Umsetzung=== stolpert bereits an dieser Stelle, womit tatsächlich ein neuer Rekord erreicht wäre. Lediglich Doktor Owen (Jonathan Mellor), der sich nur wenig später als Pater Owen zu erkennen gibt, weiß um den wirklichen Grund der Mission. Was der Truppe hingegen erzählt wurde bzw. warum sie brav hinterherwatscheln... erklärt sich inmitten dieses Pseudo-Grusels nicht und wird obendrein mit der patzigen Ansage
„Sie sollen filmen, keine Fragen stellen!“_
bedient oder gar abgehandelt. Schnell kommt „Rec²“ überdies zur Sache: '''es vergehen keine 5 Minuten, bis bereits das erste Blut fließt''' und man sich nicht zuletzt beinahe 1:1 an den ersten Teil erinnert fühlt. Tragisch hierbei durchaus der Aspekt, dass man Dank der Helmkamera unfreiwillig eine Egoshooterperspektive erhält ~ ein Umstand, der „Rec²“ noch ungruseliger erscheinen lässt als er wundersamerweise ohnehin schon ist. '''Fast schon albern wirken etliche Szenen, in denen die Infizierten (bzw. neuerdings Besessenen) aus allen Ecken und Enden auf das Trio zuhüpfen und sich viel zu oft in deren Körperteile verbeißen.'''
Der Dialog
~ „Diese Menschen sind besessen!“
~ „Besessen, wovon denn?“
~ „Von Dämonen!“
~ „Ui.“
amüsiert mich gen Verzweiflung, auch wenn ich gestehen muss, letzteres „ui“ aus dem Gesichtsausdruck des Truppenmitglieds abgelesen zu haben. Was die Angelegenheit kaum weniger banal macht. Oder gar minder nervig. Durch die stetige gerufenen Wort-Wiederholungen in Richtung des Truppenanführers Jefe (Óscar Zafra) sowie stete Unverständnisbekenntnisse machen sich die Protagonisten allesamt kaum sympathisch oder auf Dauer gar nur erträglich. Dass darüber hinaus niemand Pluspunkte sammelt, der einen Priester schlägt, versteht sich wohlweislich von selbst.
'''Interessant wird es in „Rec²“ stattdessen, als eine zweite Gruppe Jugendlicher, die ebenfalls mit einer Kamera bewaffnet ist, aus purer Sensationslust ins Haus eindringt und somit eine andere Perspektive auf die Geschehnisse bietet.''' Selbstredend begegnen sich beide Gruppierungen im Laufe des Films nebst Film im Film; so dass der Zuschauer sich mitunter über eine Aufnahme „von unten nach oben“ sowie über die umgekehrte freuen kann.
Jenes hat durchaus ihren Reiz ~ nur doof, dass ich es nun ward, der ab dieser Stelle der ausnahmslos heulenden und kreischenden Meri (Andrea Ros) allzu gerne eine reingehauen hätte. Sie nebst ihrem Bruder Tito (Pau Poch) sowie dem gemeinsamen Freund Ori (Àlex Batllori) wirkten lediglich in ihren ersten Minuten tendenziell liebenswert, schlagen im weiteren Verlauf jedoch stetig so einen Krach, dass man sie bei eigenem Beisein allzu gerne selbst durchs Treppenhaus geschleudert hätte.
Immerhin: Meri wird oft genug (viel zu oft) ein: _„hör doch mal auf, du bist echt nervig“ seitens ihrer Jungs entgegengeblöckt ~ tragisch jedoch, dass die Frauen von heute kaum noch aufs Wort hören.
Hyperkritisch ward ich mehr und mehr in Bezug auf die sogenannten „Dialoge“, welche nur so von schlechter (gratis) Hörbuchqualität strotzen. Ich persönlich kann mich dem Eindruck nicht erwehren, '''dass man oftmals genauso gut die Augen hätte schließen können, eben weil die Dreierbande genug vor sich hin brabbelte, quieckte und heulte, dass man auf die Bebilderung fast ausnahmslos hätte verzichten können.''' Somit wäre dann die Szenerie _„verdammt, es hat sich ein Schuss gelöst, ich wollte das nicht. Ups, noch einer!“ wenigstens amüsanter Natur gewesen.
Dank der dezenten Zurückhaltung der jugendlichen Kinder respektive kindlichen Jugendlichen latscht natürlich ein der überlebende Feuerwehrmann Manu (Ferran Terraza) auf die Gören zu ~ wo auch immer dieser plötzlich hergekommen sein mag.
'''Wie geschickt es seitens der Macher war, hin und wieder ein paar Kameras ausfallen zu lassen, wenn die Logik zu sehr hinkte, fällt bei „Rec²“ absolut negativ auf.''' Die Handlung strotzt nur so von Widersprüchen, allzu grober Logiklöcher nebst Kleinigkeiten, die schlicht und ergreifend nicht mit dem Vorgänger konform gehen. Anders lässt sich mitunter auch das muntere Wechselspiel von _„unsere einzige Chance ist die versteckte Blutprobe“ / „unsere einzige Chance ist das Mädchen Medeiros!“ / „unsere einzige und wirklich letzte Chance wäre....“ kaum beschreiben.
In diesem Zusammenhang wird meines Erachtens nach die Frage nach dem Grund des weiteren Verbleibs im Haus viel zu spät gestellt; '''so dass „Rec²“ ein weiteres Stück Glaubwürdig- sowie Nachvollziehbarkeit einbüßt.'''
'''Durchaus reizvoll hingegen der neuerliche Auftritt der Reporterin; der einzigen unabstreitbar überzeugenden Darstellerin in dem gesamten Schnarchfilm überhaupt.''' Ausgeklügelt einerseits durchaus ebenso die Idee, unsichtbare Dingelchen durch die wirkliche Uneinsichtbarkeit sichtbar zu machen; während man andererseits Dank dessen zu den absolut erdrückenden Eindruck, sich nicht in einem grausigen Film, sondern vielmehr inmitten eines Adventure-Videogames wie bspw. „Zelda“ oder auch „Terranigma“ zu befinden, zurückgelangt.
Erwähnenswert allerdings, dass sich an dieser Stelle sodann endlich die Atmosphäre ein, die ich in den vorangegangenen 70 Minuten massiv vermisst hab. Doof nur, dass der Film sodann nur noch weitere 11 Minuten andauert. Wobei ich es mir nicht nehmen lasse, anzumerken, dass diese Momente durchaus die Besten sind, was „Rec²“ zu bieten hat; mehr noch: der Ausgang versöhnt mich derartig, dass ich meiner abschließenden Beurteilung frohen Mutes ein weiteres Rettungssternchen zuwerfe.
Umfangreich in diesem Fall das Bonusmaterial, welches mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 90Minuten den Hauptfilm überbietet. Bis auf das recht aufschlussreiche '''making of''' (ca. 10 Minuten) habe ich persönlich mir nichts weiteres angesehen ~ und verspüre auch nicht den Hauch eines Beweggrundes dafür. Wer will, kann sich zusätzlich mit dem sog. '''Behind the Scenes''', '''REC² on Tour''', der '''Pressekonferenz''' oder ein paar '''Trailern''' die Zeit vertreiben.
===Summa summarum===
„Rec²“ will dem Zuschauer weismachen, unmittelbar an „Rec“ anzuschließen ~ gewissermaßen stimmt das zwar auch, doch woher kommen die ganzen Menschen / Infizierten / Besessenen nun eigentlich alle?
Etliche hell-/dunkel Fehler kann man durchaus verzeihen, zumal jene Problematik inmitten des Bonusmaterials des ersten Teils erläutert wurde. Sprich: hätte man den gesamten Film nicht noch zusätzlich beleuchtet, sondern wirklich „nur“ durch die Handkameras präsentiert, wären die meisten Szenerien schlicht und ergreifend zu finster geraten, um überhaupt noch etwas zu erkennen.
Kein Minuspunkt also hierfür.
Definitiver Kritik- und Knack- bzw. sogar Genickbruchpunkt stellt meiner Ansicht nach vielmehr der Umstand dar, dass „Rec²“ der einstigen Geschichte ein völlig neues Gewand geben wollte. '''Aus den ursprünglich Seuchen-Infizierten wurden kurzerhand Besessene, die aller Lächerlichkeit zum Trotz zwar kurzerhand ange-exorziert werden, trotzdem jedoch durch ein injiziertes Gegenmittel geheilt werden können sollen.''' Entschuldigung, aber solcherlei ist noch lächerlicher als meine halbherzigen Versuche, mein eigenes Körpergewicht zu reduzieren.
Das Niveau innerhalb „Rec²“ erinnert dank umwerfender darstellerischer Leistungen bzw. arg grottiger Synchronstimmen eher an die RTL Pseudo-Doku „Verdachtsfälle“ und begruselt den Zuschauer somit auf eine völlig andere Ebene, als es seitens der Macher geplant gewesen sein dürfte.
'''Nicht zuletzt aufgrund des hohen Nervfaktors gelang mir persönlich es kaum, um irgendjemanden innerhalb des Filmes zu bangen'''; das plötzliche Ableben von Martos (Alejandro Casaseca) beeindruckte mich persönlich ähnlich wenig wie das beinah komplette Gesamtwerk.
Zu Gute halten muss man den Machern durchaus, dass jene Religionstheorien zum Ende von „Rec“ für wahr angedeutet wurden und es generell kaum eine zufriedenstellende Erklärung für die Ereignisse hätte geben können ~ doch meiner Meinung nach hätte man jenes sodann gar nicht erst versuchen sollen. Die stattdessen dargebotene schräger Mischung aus Exorzismus, Gegenmittelsuche und Zombies ist nix Halbes und nix Ganzes; während nicht zuletzt viel zu viel Gewicht auf die direkte Konfrontation mit den Infizierten / Besessenen / Zombies gelegt wird. Spätestens bei der dritten Großaufnahme findet man die Figuren nur noch albern und wundert sich abschließend auch kein Stück über die FSK16 Freigabe.
Ergo des Ergos: hin und wieder sollte ich wirklich auf meine innere Vorahnung hören und trotz gegenteiliger Bezeugungen die Pfoten bzw. Augen und Ohren von Fortsetzungen lassen, die mich schon aufgrund der groben Storyzusammenfassung abschrecken. Wer „Rec²“ trotzdem sehen mag, der sollte vorher „Rec“ bzw. dessen amerikanisierte Neuverfilmung „Quarantäne“ sehen ~ wobei man meines Erachtens nach sodann schon zwangsweise umso enttäuschter sein wird.
Nichtsdestominder empfehle ich persönlich „Rec²“ niemanden; egal, wie sehr man sich mit dem Wackelbildfilm-Genre verbunden fühlt.
Potential bietet das Gegengift-Tralala lediglich für jene, die das Gesamtwerk mit Humor nehmen und sich gerne über solcherlei lustig machen wollen. Ich sag nur: der letzte Exorzismus 28 hours later auf der Quarantäne Station.
Und viel Spaß damit.
33 Bewertungen, 12 Kommentare
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10.05.2011, 20:07 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSonnige Frühlingsgrüße aus dem gallischen Dorf vom ollen Druiden Miraculix1967
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10.05.2011, 17:32 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsonnige grüße aus berlin. lg. petra
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10.05.2011, 14:54 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche einen schönen Tag
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10.05.2011, 14:45 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichInformativ beschrieben. Herzliche Grüsse
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10.05.2011, 14:03 Uhr von Befamous
Bewertung: sehr hilfreichAlso ich find Rec 1 & 2 klasse ;)
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10.05.2011, 12:57 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße.......simone
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10.05.2011, 12:44 Uhr von XArniTimeX
Bewertung: besonders wertvollViele Grüße, XArniTimeX
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10.05.2011, 12:34 Uhr von yeppton
Bewertung: besonders wertvollBW berichtet, Mfg Markus
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10.05.2011, 12:16 Uhr von kleiner_engel
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche einen schönen Dienstag !!
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10.05.2011, 10:51 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße von der Katja
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10.05.2011, 10:50 Uhr von Lucky130
Bewertung: sehr hilfreichSchade, hab leider kein BW mehr!!!!
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10.05.2011, 10:47 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollein bw von mir lg Celles
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