Die Henkerstochter und der König der Bettler (Taschenbuch) / Oliver Pötzsch Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 08/2010
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von HEIDIZ
Oliver Kuisl schreibt ....
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlung:
Ja
Oliver Kuisl heißt natürlich Pötzsch - aber, da er ein Nachfahre der Henkerdynastie mit Namen Kuisl ist, habe ich mir einfach den Scherz erlaubt und die Überschrift so gestaltet.
Daten zum Buch:
===========
# Broschiert: 589 Seiten
# Verlag: Ullstein Tb (12. August 2010)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3548281141
# ISBN-13: 978-3548281148
# Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 3,6 cm
PREIS: 9,95 Euro
kurze Leseprobe:
===========
Der vordere Steuermann stemmte sich gegen das Ruder, als das Floß in einen weiteren Strudel tauchte. Muskelstränge traten an seinen Armen hervor wie knorrige Wurzeln, doch die lange Stange in seinen Händen bewegte
sich keinen Zentimeter. Die schweren Gewitterregen der letzten Tage hatten den Fluss stark anschwellen lassen, so dass die sonst so lauschigen Kiesbänke am Ufer vollkommen verschwunden waren. Äste und entwurzelte Bäume trieben in der weißen Gischt vorüber. Schneller, immer schneller schoss das breite Floß auf die Felswand zu. Jakob Kuisl hörte neben sich ein hässliches Geräusch, als die Fichtenstämme am Kalkstein entlangschrammten. Die Wand war nun direkt über ihnen, ein steinerner Gigant, der seinen Schatten auf die kleine Gruppe Menschen warf. Scharfe Kanten gruben sich in die linke Floßseite und schnitten den äußersten Fichtenstamm der Länge nach auf wie einen Laib Brot.
Inhalt:
=====
Der Prolog beginnt im November des Jahres 1637 und spielt im Dreißigjährigen Krieg.
Wir befinden uns im ersten Kapitel im Jahr 1662 bei Weltenburg am Donaudurchbruch. Es ist der 13. August - also 25 Jahre nach dem Prolog. Nur noch wenige Monate sind es, bis ein neuer Reichtag einberufen werden soll. Jakob Kuisls Schwester wohnt in Regensburg. Kuisl selbst wohnt in Schongau. Seine Schwester ist krank, er möchte sie besuchen. Aber er trifft sie und ihren Mann nicht mehr lebend an. Dummerweise wird er gefunden, als er neben den beiden Toten kniet und als Mörder verdächtigt und festgenommen. Der Rat von Regensburg führt die Befragung durch und möchte dem Henker Kuisl ein Geständnis entlocken. Dieses Verhör wird mit Streckbank, Daumenschrauben usw. erweitert, um dem Angeklagten ein Geständnis zu erzwingen ...
Kuisl nimmt bald an, dass das alles nicht mit rechten Dingen zugeht, er denkt sich bald, dass hier jemand seine Hand im Spiel hat, um ihn zu "ärgern" - er versucht einen Ausweg aus der misslichen Lage zu erdenken.
Das ist aber nicht alles. Im Schongau sind seine Tochter Magdalena und der Arzt Simon Fronwieser unter Druck geraten. Die beiden fliehen nach Regensburg und erfahren dort, was mit Magdalenas Vater passierte. Unter der Folter noch lange auszuhalten, wird Jakob Kuisl nicht leicht. Die beiden versuchen, Kuisl zu helfen, indem sie den wahren Mörder suchen.
Ein Spiel - bzw. eine Suche nach Zeit beginnt, da dem Angeklagten die Hinrichtung droht, wenn die beiden den wahren Mörder nicht überführen können. Es ist aber nicht ein "kleines Licht", welches dem Henker Kuisl schaden möchte, nein, es steckt viel mehr dahinter ....
Was es ist, oder wer es ist, das möchte ich euch nicht verraten, es würde die Spannung wegnehmen ....
----------------------------
Es ist sehr schön, dass vor Beginn des Buches eine doppelseitige karte von Regenburg zu sehen ist. So kann man sich super ein Bild der Stadt machen und sich besser vorstellen, was der Autor alles beschreibt und dies örtlich perfekt einordnen.
Weiterhin sehr angenehm empfinde ich die Auflistung der handelnden Personen, die vorweg aufgeführt sind.
Der am Schluss angeführte "Reiseführer durch Regensburg" rundet das perfekte Bild des Romans noch ab und gibt Tipps, was sehenswert ist in der Stadt und was man auch im Rahmen des Buches und dessen Handlung mittels eines Stadtrundganges anschauen kann.
meine Meinung zum Buch:
==================
Ich finde persönlich, dass dieses Buch wieder einmal beweist, dass es möglich ist, auch beim dritten Band eines Romans immer wieder die Spannung zu halten und nicht ausschweifend zu werden und vielleicht wenig interessant zu schreiben bzw. in die Länge zu ziehen.
Die Handlung, die in den ersten beiden Romanen begann wird hier wieder weiter ausgebaut. Der Henker Kruisl, den man schon aus den Vorgängerbänden kennt, ist auch hier wieder - mit seiner Tochter - eine der Hauptcharaktere, der nun selbst in Bedrängnis kommt und die Hilfe seiner Tochter und dessen Liebsten - dem Medikus benötigt.
Es wird sehr schön beschrieben, wie er zu seiner Schwester möchte, nichtsahnend - dort das schreckliche Bild der beiden Toten vor sich und schon selbst in eine schreckliche und verstrickte Lage gerät, der Hinrichtung entgegengefoltert wird.
Detailliert werden die Folterhandlungen und die Gefühle und Gedanken der handelnden Personen dargelegt. Von Anfang an wird Spannung aufgebaut, die Handlung ist durchdacht, perfekt historisch hinterlegt und man erfährt wieder einmal mehr über die Lebensweisen und Traditionen sowie das Arbeiten zu damaligen Zeiten.
Ich finde, dass Oliver Pötzsch einen gängigen und für das Genre perfekten Schreibstil hat, der sich sehr flüssig liest, der nicht nur spannend ist, sondern auch sehr realistisch rüberkommt, sodass man sich als Leser sehr gut in diese so lange zurückliegende Zeit hineinversetzen kann. Er schreibt mitreißend und faszinierend und jede Zeile von Anfang bis Ende ist Spannung pur. Der Schreibstil ist locker und flockig und man lernt sehr viel über die Denk- und Lebensweisen damaliger Zeiten, die so schwer und so unheimlich anders waren, als wir uns das heute vorstellen können.
Die Handlung ist sehr schlüssig aufgebaut und dicht, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt und man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Bis zum Schluss bleibt die Spannung und man möchte, wenn das Buch zu Ende gelesen ist, am liebsten schon den nächsten Band in den Händen halten. Ich hoffe, wirklich sehr, dass der Autor sich zu einem weiteren Roman rund um Jakob Kuisl hinreißen lassen kann. Man möchte als Leser sehr gern wissen, wie die Geschichte um die handelnden Personen weitergeht. Man hat sie lieb gewonnen und liebt, lebt und leidet mit ihnen, weil sie halt einfach bildhaft und charakterlich detailliert dargestellt sind.
Mir hat dieser Roman inhaltlich und von der Umsetzung her wieder einmal sehr sehr gut gefallen und daher empfehle ich ihn auch aufs Wärmste.
EURE HEIDIZ
57 Bewertungen, 16 Kommentare
-
08.10.2010, 21:47 Uhr von trullilu
Bewertung: sehr hilfreichGrüße schickt dir trullilu !!!
-
07.10.2010, 17:31 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichSo etwas muss ich nicht mögen??
-
05.10.2010, 16:04 Uhr von manu63
Bewertung: sehr hilfreichviele Grüße von Manuela
-
04.10.2010, 23:01 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
-
04.10.2010, 15:54 Uhr von Humpen77
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht! Lieben Gruß
-
04.10.2010, 10:31 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund einen guten wochenstart
-
04.10.2010, 09:14 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichEin schönr neue Woche und lieben Gruß
-
04.10.2010, 00:48 Uhr von Juluya
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht. LG Juluya
-
04.10.2010, 00:15 Uhr von picassoweiblich
Bewertung: sehr hilfreichLiest sich gut,..... LG übern Berg!
-
03.10.2010, 23:07 Uhr von wauziiii
Bewertung: sehr hilfreichich war auch hier... LG Wauziiiiiiii
-
03.10.2010, 22:50 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima Rezension! LG und einen schönen Restsonntag.
-
03.10.2010, 22:41 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^^petra
-
03.10.2010, 22:28 Uhr von babygiftzwerg
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht. LG Ulrike
-
03.10.2010, 22:15 Uhr von Lanch999
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht! LG von Lanch999 Freue mich über Gegenlesung von dir :D
-
03.10.2010, 22:05 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von der KATJA
-
03.10.2010, 21:57 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüsse, Talulah
Bewerten / Kommentar schreiben