3096 Tage (gebundene Ausgabe) / Natascha Kampusch Testbericht


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Summe aller Bewertungen
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von HEIDIZ
Über 8 Jahre in Gefangenschaft ...
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlung:
Ja
Schreckensnachrichten hört man tagtäglich in den Nachrichten und oftmals bekommt man eine Gänsehaut ob der dinge, die man hört. Als ich damals von Natascha Kampusch`s Schicksal erfuhr, war es mehr als eine Gänsehaut, war es Unfassbarkeit bezüglich der Schrecken, die dieses junge Mädchen erfahren hatte, über Jahr hinweg erleiden musste.
Man kann versuchen, sich in die Seele dieses Menschen hinein zu versetzen, aber ich glaube nicht, dass man es rundherum verstehen und nachvollziehen kann.
Das Buch hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich mehr verstehen konnte und mich einfühlen konnte, es ist gut, dass es dieses Buch gibt …
… aber man sollte schon hart im Nehmen sein und wissen, auf was man sich bei der Lektüre einlässt. Es ist kein Krimi, der eine fiktive Geschichte erzählt, es ist alles passiert und in Wahrheit sich noch härter, obwohl es schon wirklich realistisch und authentisch geschrieben ist. Sicher ein Stück weit Aufarbeitung !!!
Daten zum Buch:
=============
PREIS: 9,99 Euro
• Taschenbuch: 288 Seiten
• Verlag: Ullstein Taschenbuch (13. Januar 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3548374263
• ISBN-13: 978-3548374260
• Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,4 cm
Entschlossen schob ich die gemusterte Bettdecke zur Seite
und stand auf. Wie immer hatte mir meine Mutter die Sachen
bereitgelegt, die ich anziehen sollte. Ein Kleid mit einem
Oberteil aus Jeansstoff und einem Rock aus kariertem, grauem
Flanell. Ich fühlte mich unförmig darin, eingezwängt, als hielte
mich das Kleid fest in einem Stadium, dem ich doch längst
entwachsen wollte.
Missmutig schlüpfte ich hinein, dann ging ich über den Flur
in die Küche. Auf dem Tisch hatte meine Mutter die Pausenbrote
für mich zurechtgelegt, eingewickelt in Papierservietten,
die das Logo des kleinen Lokals in der Marco-Polo-Siedlung
und ihren Namen trugen.
Ich weiß nicht mehr, was mich veranlasste, den Kopf zu
heben. Ein Geräusch? Ein Vogel? Jedenfalls fiel mein Blick
auf einen weißen Lieferwagen. Er stand in der Parkspur auf
der rechten Straßenseite und wirkte in dieser ruhigen Umgebung
seltsam fehl am Platz. Vor dem Lieferwagen sah ich einen
Mann stehen. Er war schlank, nicht sehr groß und blickte
irgendwie ziellos umher: als würde er auf etwas warten und
wüsste nicht, worauf.
Ich verlangsamte meine Schritte und wurde steif. Meine
Angst, die ich so wenig greifen konnte, war mit einem Schlag
zurück und überzog meine Arme mit einer Gänsehaut. Sofort
hatte ich den Impuls, die Straßenseite zu wechseln.
In der Ich-Schreibweise geschrieben gibt das Buch detailliert wider, was Natascha erlebte. Die Natascha vor der Entführung wird kurz angerissen und es wird erzählt, wie die Entführung von statten ging. Vor allem wie sie selbst diese Zeit mitbekommen hatte. Die langen Jahre der Einsamkeit, die Gedanken, die ihr durch den Kopf gingen, ihr, dem Anfang 10jährigen Mädchen, das Kindheit abschließen sollte und Jugend vor sich hatte, aus der Familie – von ihrer Mutter gerissen (die Eltern lebten getrennt, schon seit Natascha sehr klein war ) und in einem Verlies weggesperrt und gepeinigt. Ihr Peiniger war W. Priklopil, der sie diese 3096 Tage gefangen hielt, bis es Natascha selbst gelang, sich zu befreien. Man atmet förmlich mit ihr auf.
Im Jahr 2006 konnte sie sich befreien und 1998 wurde sie gefangen genommen. W. Priklopil beging Selbstmord.
Dieses Buch ist nicht nur spannend und ehrlich, sondern aufrüttelnd und schrecklich zugleich. Es ist ein spannendes Buch, auch unterhaltsam, aber man muss immer bedenken, dass es nicht fiktiv ist, man hat immer die Realität im Hinterkopf und das empfand ich als schrecklich. Aber man weiß ja, auf was man sich einlässt. Man leidet mit Natascha mit und wünscht ihr von Seite zu Seite für das Heute und das Aufarbeiten Mut und Kraft und eine nur noch positive Zukunft nach diesem Martyrium, das sie durchleiden musste.
Man spürt von Tag zu Tag aus dem Erzählen heraus, wie Natascha Kraft schöpfte, Kraft fand, zu dem werden, die sie dann war – eine Kämpferin, die ihr Leben, so schrecklich es war, in die Hand nahm und ihrem Peiniger die Stirn bot, dem Menschen, der der einzige war, mit dem sie kommunizieren konnte, der aber ihr Feind war, den sie sich so gut es ging, vom Leib halten musst, um überleben zu können, den sie aber oft an sich ran lassen musste, auch, um zu überleben.
Er misshandelte sie, er schleifte sie die Kellertreppen hinunter, sie wurde seelisch und körperlich in diesen über 8 Jahren misshandelt – kann ein Mensch das überhaupt verkraften ???? Im Epilog beschreibt Natascha ihre ersten Tage in Freiheit, hier spürt man, das eine Last von ihr abfiel. Natascha ist ein starker Mensch geworden, das ist sicher das einzig Positive, was sie aus dieser Zeit mitnehmen kann.
Lest das Buch – es ist es allemal wert !!! – und zieht den Hut vor dieser jungen Frau !!
Man kann versuchen, sich in die Seele dieses Menschen hinein zu versetzen, aber ich glaube nicht, dass man es rundherum verstehen und nachvollziehen kann.
Das Buch hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich mehr verstehen konnte und mich einfühlen konnte, es ist gut, dass es dieses Buch gibt …
… aber man sollte schon hart im Nehmen sein und wissen, auf was man sich bei der Lektüre einlässt. Es ist kein Krimi, der eine fiktive Geschichte erzählt, es ist alles passiert und in Wahrheit sich noch härter, obwohl es schon wirklich realistisch und authentisch geschrieben ist. Sicher ein Stück weit Aufarbeitung !!!
Daten zum Buch:
=============
PREIS: 9,99 Euro
• Taschenbuch: 288 Seiten
• Verlag: Ullstein Taschenbuch (13. Januar 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3548374263
• ISBN-13: 978-3548374260
• Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,4 cm
Entschlossen schob ich die gemusterte Bettdecke zur Seite
und stand auf. Wie immer hatte mir meine Mutter die Sachen
bereitgelegt, die ich anziehen sollte. Ein Kleid mit einem
Oberteil aus Jeansstoff und einem Rock aus kariertem, grauem
Flanell. Ich fühlte mich unförmig darin, eingezwängt, als hielte
mich das Kleid fest in einem Stadium, dem ich doch längst
entwachsen wollte.
Missmutig schlüpfte ich hinein, dann ging ich über den Flur
in die Küche. Auf dem Tisch hatte meine Mutter die Pausenbrote
für mich zurechtgelegt, eingewickelt in Papierservietten,
die das Logo des kleinen Lokals in der Marco-Polo-Siedlung
und ihren Namen trugen.
Ich weiß nicht mehr, was mich veranlasste, den Kopf zu
heben. Ein Geräusch? Ein Vogel? Jedenfalls fiel mein Blick
auf einen weißen Lieferwagen. Er stand in der Parkspur auf
der rechten Straßenseite und wirkte in dieser ruhigen Umgebung
seltsam fehl am Platz. Vor dem Lieferwagen sah ich einen
Mann stehen. Er war schlank, nicht sehr groß und blickte
irgendwie ziellos umher: als würde er auf etwas warten und
wüsste nicht, worauf.
Ich verlangsamte meine Schritte und wurde steif. Meine
Angst, die ich so wenig greifen konnte, war mit einem Schlag
zurück und überzog meine Arme mit einer Gänsehaut. Sofort
hatte ich den Impuls, die Straßenseite zu wechseln.
In der Ich-Schreibweise geschrieben gibt das Buch detailliert wider, was Natascha erlebte. Die Natascha vor der Entführung wird kurz angerissen und es wird erzählt, wie die Entführung von statten ging. Vor allem wie sie selbst diese Zeit mitbekommen hatte. Die langen Jahre der Einsamkeit, die Gedanken, die ihr durch den Kopf gingen, ihr, dem Anfang 10jährigen Mädchen, das Kindheit abschließen sollte und Jugend vor sich hatte, aus der Familie – von ihrer Mutter gerissen (die Eltern lebten getrennt, schon seit Natascha sehr klein war ) und in einem Verlies weggesperrt und gepeinigt. Ihr Peiniger war W. Priklopil, der sie diese 3096 Tage gefangen hielt, bis es Natascha selbst gelang, sich zu befreien. Man atmet förmlich mit ihr auf.
Im Jahr 2006 konnte sie sich befreien und 1998 wurde sie gefangen genommen. W. Priklopil beging Selbstmord.
Dieses Buch ist nicht nur spannend und ehrlich, sondern aufrüttelnd und schrecklich zugleich. Es ist ein spannendes Buch, auch unterhaltsam, aber man muss immer bedenken, dass es nicht fiktiv ist, man hat immer die Realität im Hinterkopf und das empfand ich als schrecklich. Aber man weiß ja, auf was man sich einlässt. Man leidet mit Natascha mit und wünscht ihr von Seite zu Seite für das Heute und das Aufarbeiten Mut und Kraft und eine nur noch positive Zukunft nach diesem Martyrium, das sie durchleiden musste.
Man spürt von Tag zu Tag aus dem Erzählen heraus, wie Natascha Kraft schöpfte, Kraft fand, zu dem werden, die sie dann war – eine Kämpferin, die ihr Leben, so schrecklich es war, in die Hand nahm und ihrem Peiniger die Stirn bot, dem Menschen, der der einzige war, mit dem sie kommunizieren konnte, der aber ihr Feind war, den sie sich so gut es ging, vom Leib halten musst, um überleben zu können, den sie aber oft an sich ran lassen musste, auch, um zu überleben.
Er misshandelte sie, er schleifte sie die Kellertreppen hinunter, sie wurde seelisch und körperlich in diesen über 8 Jahren misshandelt – kann ein Mensch das überhaupt verkraften ???? Im Epilog beschreibt Natascha ihre ersten Tage in Freiheit, hier spürt man, das eine Last von ihr abfiel. Natascha ist ein starker Mensch geworden, das ist sicher das einzig Positive, was sie aus dieser Zeit mitnehmen kann.
Lest das Buch – es ist es allemal wert !!! – und zieht den Hut vor dieser jungen Frau !!
38 Bewertungen, 6 Kommentare
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02.04.2012, 13:28 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
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02.04.2012, 10:20 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichGuten Morgen und einen schönen Wochenstart!!
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02.04.2012, 00:40 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönen abend noch lg. petra
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02.04.2012, 00:36 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Sonntagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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01.04.2012, 23:07 Uhr von FurkanYilmaz
Bewertung: sehr hilfreichGut vorgestellt. LG, Furkan
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01.04.2012, 19:47 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreich...und einen schönen sonntag noch
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