Reckless - Steinernes Fleisch (gebundene Ausgabe) / Cornelia Funke Testbericht
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Summe aller Bewertungen
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Erfahrungsbericht von Caitlin
Reckless. Steinernes Fleisch von Cornelia Funke
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Lange mussten wir uns gedulden, nun ist das neue Buch von Cornelia Funke endlich da: "Reckless- Steinernes Fleisch". Und wieder ist Frau Funke ein wahres Meisterwerk gelungen!
Erzählt wird die Geschichte von den Brüdern Jacob und Will Reckless (nein, diese Namen sind nicht zufällig gewählt), deren Vater als sie noch Kinder sind spurlos verschwindet. Jacob entdeckt im verlassenen Arbeitszimmer seines Vaters einen Spiegel, durch den er in eine wirklich märchenhafte Welt gezogen wird...
Die eigentliche Handlung setzt 12 Jahre später ein, die beiden Brüder sind inzwischen zum Mann gereift, ihre Mutter tot und Jacob hat in den letzten Jahren immer mehr Zeit in der Spiegelwelt als in der wirklichen Welt verbracht. Will ist dem großen Bruder durch den Spiegel gefolgt und wurde prompt verwundet und nun liegt der Fluch der dunklen Fee auf ihm, welcher seine Haut langsam zu Stein verwandelt und Will immer mehr zu einem grausamen Goyle werden lässt. Jacob will dies natürlich nicht zulassen und setzt alles daran, seinen Bruder zu retten. Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...
Auf äußerst originelle Art werden nun die gängigen und bekannten Märchen in die Geschichte eingewoben: Ein Lebkuchenhaus, in dem einst eine Kinderfesserin wohnte; einen Dornenschloss, in dem die Prinzessin inzwischen leider tot liegt, weil kein Prinz es geschafft hat sie rechtzeitig zu küssen; Schneewittchen, dass seinen Prinzen verlassen und mit einem Zwerg durchgebrannt ist. Oft muss man schmunzeln, aber noch öfter gruselt man sich, da Frau Funke es sehr gekonnt versteht, die düsteren Aspekte der allseits bekannten Märchen herauszuarbeiten.
Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, aber gerade deswegen sehr authentisch gezeichnet: der grüblerische Jacob, der sein Päckchen an Ängsten und Problemen zu tragen hat und einem grade weil er kein strahlender Held ist sehr sympathisch ist. Der offene, gutherzige Will, den man sofort ins Herz schließt und den man genauso wenig wie Jacob selbst an die Goyle verlieren will. Fuchs, das Mädchen im Fuchspelz, die so stark für Jacob empfindet und ihm treu ergeben ist und schließlich der gerissene Zwerg Valiant, der einem trotz seiner Verschlagenheit und seines Egoismus einfach nicht unsympathisch sein will. Selbst das Volk der Goyle wird einem vertraut gemacht und bleibt deswegen nicht einfach nur der facettenlose Feind. Leidglich mit Wills Freundin Clara, da muss ich mich den anderen Rezensenten anschließen, konnte ich nicht richtig warm werden. Ihre persönlichkeit wird nur an der Oberfläche gestreift, einen wirklichen dreidimensionalen Charakter hat sie nicht. Vielleicht ist sie einfach zu lieb und nett, ihr fehlen die Ecken und Kanten, die alle anderen Figuren haben.
Auch die Welt hinter dem Spiegel an sich wird sehr glaubhaft zum einem und sehr fantasievoll zum anderen beschrieben: man kann sich dieses Märchenland und seine Bewohner mit all ihren eigenen Geschichten von Anfang an sehr lebhaft vorstellen.
Gar nicht verstehen kann ich die Altersempfehlung des Verlages. Für 12 Jahre ist dieses Buch definitiv noch nicht geeignet, ich bin mir nicht mal sicher ob ich es ab 14 empfehlen würde. Zum einen ist es wirklich düster, grausam und gruselig aber vor allem finde ich es gar nicht so leicht zu lesen. Cornelia Funke hat einen ganz tollen, sehr poetischen Schreibstil, der Kinder aber in diesem Buch teilweise überfordern dürfte. Auch ich musste manche Absätze zweimal lesen, um alles genau zu verstehen, und ich bin allein schon von berufswegen (Buchhändlerin :) ) eine Vielleserin. Auch inhaltlich geht Funke sehr in die Tiefe, wenn sie ihre Charaktere teilweise in Monologen über das Leben, die Liebe und den Tod philosophieren lässt. Ich weiß nicht ob 12jährige damit etwas anfangen können, ich hätte es damals noch nicht gekonnt.
Erzählt wird die Geschichte von den Brüdern Jacob und Will Reckless (nein, diese Namen sind nicht zufällig gewählt), deren Vater als sie noch Kinder sind spurlos verschwindet. Jacob entdeckt im verlassenen Arbeitszimmer seines Vaters einen Spiegel, durch den er in eine wirklich märchenhafte Welt gezogen wird...
Die eigentliche Handlung setzt 12 Jahre später ein, die beiden Brüder sind inzwischen zum Mann gereift, ihre Mutter tot und Jacob hat in den letzten Jahren immer mehr Zeit in der Spiegelwelt als in der wirklichen Welt verbracht. Will ist dem großen Bruder durch den Spiegel gefolgt und wurde prompt verwundet und nun liegt der Fluch der dunklen Fee auf ihm, welcher seine Haut langsam zu Stein verwandelt und Will immer mehr zu einem grausamen Goyle werden lässt. Jacob will dies natürlich nicht zulassen und setzt alles daran, seinen Bruder zu retten. Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...
Auf äußerst originelle Art werden nun die gängigen und bekannten Märchen in die Geschichte eingewoben: Ein Lebkuchenhaus, in dem einst eine Kinderfesserin wohnte; einen Dornenschloss, in dem die Prinzessin inzwischen leider tot liegt, weil kein Prinz es geschafft hat sie rechtzeitig zu küssen; Schneewittchen, dass seinen Prinzen verlassen und mit einem Zwerg durchgebrannt ist. Oft muss man schmunzeln, aber noch öfter gruselt man sich, da Frau Funke es sehr gekonnt versteht, die düsteren Aspekte der allseits bekannten Märchen herauszuarbeiten.
Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, aber gerade deswegen sehr authentisch gezeichnet: der grüblerische Jacob, der sein Päckchen an Ängsten und Problemen zu tragen hat und einem grade weil er kein strahlender Held ist sehr sympathisch ist. Der offene, gutherzige Will, den man sofort ins Herz schließt und den man genauso wenig wie Jacob selbst an die Goyle verlieren will. Fuchs, das Mädchen im Fuchspelz, die so stark für Jacob empfindet und ihm treu ergeben ist und schließlich der gerissene Zwerg Valiant, der einem trotz seiner Verschlagenheit und seines Egoismus einfach nicht unsympathisch sein will. Selbst das Volk der Goyle wird einem vertraut gemacht und bleibt deswegen nicht einfach nur der facettenlose Feind. Leidglich mit Wills Freundin Clara, da muss ich mich den anderen Rezensenten anschließen, konnte ich nicht richtig warm werden. Ihre persönlichkeit wird nur an der Oberfläche gestreift, einen wirklichen dreidimensionalen Charakter hat sie nicht. Vielleicht ist sie einfach zu lieb und nett, ihr fehlen die Ecken und Kanten, die alle anderen Figuren haben.
Auch die Welt hinter dem Spiegel an sich wird sehr glaubhaft zum einem und sehr fantasievoll zum anderen beschrieben: man kann sich dieses Märchenland und seine Bewohner mit all ihren eigenen Geschichten von Anfang an sehr lebhaft vorstellen.
Gar nicht verstehen kann ich die Altersempfehlung des Verlages. Für 12 Jahre ist dieses Buch definitiv noch nicht geeignet, ich bin mir nicht mal sicher ob ich es ab 14 empfehlen würde. Zum einen ist es wirklich düster, grausam und gruselig aber vor allem finde ich es gar nicht so leicht zu lesen. Cornelia Funke hat einen ganz tollen, sehr poetischen Schreibstil, der Kinder aber in diesem Buch teilweise überfordern dürfte. Auch ich musste manche Absätze zweimal lesen, um alles genau zu verstehen, und ich bin allein schon von berufswegen (Buchhändlerin :) ) eine Vielleserin. Auch inhaltlich geht Funke sehr in die Tiefe, wenn sie ihre Charaktere teilweise in Monologen über das Leben, die Liebe und den Tod philosophieren lässt. Ich weiß nicht ob 12jährige damit etwas anfangen können, ich hätte es damals noch nicht gekonnt.
18 Bewertungen, 2 Kommentare
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11.08.2011, 22:53 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
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11.08.2011, 20:30 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von der KATJA
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