Doom 3 (PC Spiel Shooter) Testbericht

ab 17,53
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Erfahrungsbericht von t_durden

Horrorshocker zum mitspielen...

Pro:

spannend, nette Lichteffekte, länger als viele andere Spiele

Kontra:

zu hardware-lastig, sehr monotones Spielrpinzip

Empfehlung:

Ja

Vollmundige Versprechen und ein bisher nie da gewesener Hype sollten Doom3, komme was wolle, zum Verkaufshit machen. Erstaunliche viele dieser Versprechen konnte id Software sogar im Gegensatz zur Konkurrenz auch einhalten, leider aber nicht alle und genau daran krankt Doom3.

Inhalt
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Das 1 mal 1 des Science Fiction Films
Grafisch 2 Jahre zu spät!
Hoher Gewaltfaktor – aber immer Rahmen
Spielerisch Durchschnitt mit einigen Höhepunkten
Was bleibt ist ein gutes Spiel aber keine Referenz


:: Das 1 mal 1 des Science Fiction Films ::

Die Story ist schnell erzählt. Man nehme die üblichen Zutaten eines guten Science Fiction Films: eine Marsbasis und eine handvoll Zombies und Monster und schon entsteht eine spannende Story die dank ausgeklügelter Schockeffekte bis zum Ende fesseln kann. Falsch machen kann man damit jedenfalls nichts und das sich id damit rühmt einen \"echten\" SF Autor an die Story angesetzt zu haben verkommt schon fast zur Farce wenn es genügt hätte in die nächste Videothek zu gehen und sich eine Reihe SF Filme auszuleihen. Ein Großteil der Elemente wird dem geneigten Fan nämlich sehr bekannt vorkommen. Das dies aber kein Fehler war zeigt sich an den durchweg lobenden Worten für die Geschichte. Zwar mag sie etwas flach sein, aber Tiefgang durfte man noch nie in dem Genre erwarten.

Worum geht es also? Der Spieler wird als Soldat auf eine Marsbasis der UAC Corporation geschickt, da seit einiger Zeit ungewöhnliche Zwischenfälle nicht nur an den Nerven der wissenschaftlichen Belegschaft nagen. Gleich der erste Einsatz hat eine gewisse Brisanz, da mal wieder ein Wissenschaftler verschwunden ist. Irgendwann erreicht der Spieler dann auch endlich den Wissenschaftler der zur Überraschung aller quicklebendig ist und dringend einen Funkspruch senden möchte, da er etwas Grauenvolles gesehen hat und die anderen Mitarbeiter warnen möchte. Doch bevor er dazu kommt erschüttert ein Erdbeben die Basis und innerhalb weniger Sekunden wandelt sich der ruhige Arbeitstag zu einem Höllenfest. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn irgendwie scheint die UAC auf einen Zugang zu Luzifers Reich gestoßen zu sein. Angestellte verwandeln sich in blutrünstige Zombies, Monster und Mutanten bevölkern die Gänge und ein Großteil der restlichen Belegschaft wird einfach ermordet. Von nun an liegt es am Spieler für Ruhe zu Sorgen doch das gestaltet sich als schwerer als gedacht…

Was also treibt einen Spieler dazu sich stundenlang durch eine dunkle Basis zu kämpfen? Im Falle von Doom3 die Hoffnung auf Neues könnte man neckisch sagen, denn größtes Manko des Spiels ist der sich sehr schnell wiederholende Spielablauf. Sind wir doch mal ehrlich, das Spiel kann noch so gut sein. Sich über Stunden durch die immer gleichen Gänge kämpfen lässt auch den hartgesottensten Spieler so langsam verzweifeln. Was dennoch niemandem dazu bringt die CD in die nächste Ecke zu pfeffern ist das ausbalanzierte Spielgefühl und die immer wieder neu eingesetzten Shockeffekte. Wer jetzt allerdings glaubt, dass nach 10 Stunden ein Zombie nicht mehr erschrecken könnte, der wird von id Software eines besseren belehrt. Neben immer wieder neuen Verstecken bedienten sich die Designer einigen kleinen psychologischen Spitzfindigkeiten um die Spannung ständig zu erhöhen. So tauchen im Laufe des Spiel Stimmen auf, es rufen den Spieler unbekannte Charaktere und mit einem mal beginnt die scheinbare Apokalypse über Spieler hereinzubrechen.


:: Grafisch 2 Jahre zu spät! ::

Was die Story an Bonuspunkten einbringt muss bei der Grafik fast nahtlos wieder abgezogen werden. Jedenfalls dürfen sich nicht ohne Grund Besitzer eines neuen Rechners fragen wieso Doom3 auf ihrem Schmuckstück nicht oder nur in mäßiger Qualität laufen will obwohl das ganze Spiel gar nicht mal so gut ausschaut. Zwar mag der Polygon-Count sehr hoch sein, er kommt aber auch gleich mit einer Vielzahl Clippingfehler daher. Und von wirklich hoch auflösenden Texturen hat man bei id Software wohl auch noch nichts gehört. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass auch in der höchsten Darstellungsstufe an den Wandtexturen noch immer pixelige Kanten vorhanden sind. Ganz zu schweigen von dem Fehlen jeglicher detaillierter Gesichtstexturen der Spielcharaktere. Keine Frage die Licht und Schatteneffekte sind nett anzuschauen, machen aber leider nicht alles aus und vielleicht hätte man weniger Zeit auf den perfekten Schattenwurf jedes noch so kleinen Polygons wert legen sollen, sondern lieber einen weiteren Grafiker für Texturen beschäftigen sollen. Dann wäre vielleicht auch der schon in Farcry störende Plastiklook vermieden worden.

Musikalisch geht das Trauerspiel leider weiter, denn außer dem wirklich einladenden hard rock Sound im Hauptmenü wird im Spiel recht wenig geboten. Wenigstens ab und zu einmal ein paar dramatische Musikstücke hätte man Doom3 schon spendieren können. Auch hier gilt wieder das die Soundeffekte zwar erste Sahne sind, aber eben leider auch nicht alles und oftmals hätte Musik die Spannung noch einmal erhöhen können. Was nicht heißen soll das verhaltenes Herzklopfen, das Stöhnen eines entfernten Zombies oder aber das Kratzer von Krallen an einer Wand nicht für gekonnten Grusel sorgen!

Ich möchte auch noch einmal ganz allgemein auf die Hardwareanforderungen eingehen. Wie ich schon gesagt habe ist das Spiel extrem fordernd, aber das ist im Grunde nur die halbe Wahrheit, denn Doom3 hat einen Heißhunger der nicht mehr normal ist. Unter Windows XP und DirectX 9b geht schon mal gar nichts und ein Pentium 4 mit 3Ghz sollte auch Pflicht sein. Für einen grafisch ansprechenden Look und flüssigen Spielablauf werden außerdem mindestens 1024MB RAM nötig (besser noch mal 512 MB drauf legen) und außerdem sollte schon eine Ati Radeon 9800 pro im Rechner stecken. Für Kantenglättung (also AntiAliasing) darf es dann aber schon eine nigel-nagel-neue NVidia 6800er Karte sein. In meinen Augen definitiv zu viel des guten für zu wenig Spiel.


:: Hoher Gewaltfaktor – aber immer Rahmen ::

Was die früheren id Spiele ausgezeichnet hat war der hohe Gewaltfaktor der nicht nur hierzulande dazu führte das manche Spiele indiziert oder verboten wurden. Doom3 geht dabei neue Wege und hat tatsächlich „keine Jugendfreigabe“ bekommen was nach der Reform so viel bedeutet wie das dieses Spiel offen, aber nur an volljährige Spieler verkauft werden darf.

Das bedeutet allerdings nicht das id auf einen recht hohen Gore-Factor verzichtet hätte. Zwar sind Splattereffekte wie das gezielte abtrennen einzelner Körperteile nicht mehr möglich, bluten können die Gegner allerdings trotzdem… und das nicht zu wenig. Viel mehr Wert wird aber anstatt auf billigen Splatter auf kreative, etwas abnormale Monster wert gelegt und diese sollen möglichst effektvoll inszeniert werden – sprich egal wo sich der Spieler rum treibt soll ihn eine Angst beschleichen gleich um die nächste Ecke lauert wieder im Dunkeln ein Gegner.


:: Spielerisch Durchschnitt mit einigen Höhepunkten ::

Wie schon angedeutet liegt das Hauptziel des Spiels darin dem Spieler möglichst viel Angst einzujagen und das schafft Doom3 sehr effektiv. Selbst nach 10 Stunden haben sich die Kreativen neue Ideen einfallen lassen wie man Monster möglichst effektvoll platzieren kann. Das Spiel selber kränkelt allerdings an dem sehr monotonen Spielablauf. Im Grunde bleibt es dabei durch dunkle Gänge zu laufen und von A nach B zu kommen. Immer wieder führen übrigens Stromschwankungen gleich zum totalen Stromausfall was den Einsatz der Taschenlampe fordert. Leider kann der vor Muskeln nur so strotzende Marine nur eine Waffe oder die Taschenlampe in der Hand halten, was zu panischem Wechsel führt wenn man wieder ein Gegner angreift. Eine in meinen Augen spielerisch tolle Idee da dies dazu führt das die Spannung noch einmal gesteigert wird wenn man ins Dunkle schießen muss und hoffen darf getroffen zu haben. Nicht einmal habe ich dann wieder die Taschenlampe eingeschaltet und ein Zombie stand direkt vor meiner Nase.
Damit das ganze trotzdem nicht zu einfach wird müssen im Laufe des Spiels diverse Schlüssel gefunden werden um Türe X oder Y zu öffnen. Diese liegen in Form von PDAs toter Angestellter in der Basis rum und erlauben es in andere Sicherheitsbereiche vorzudringen. Auch hier breitet sich Monotonie aus da leider dadurch der Spielablauf nicht gerade gesteigert wird, sondern es sogar zu kleinen Frustmomenten kommen kann wenn wieder mal ein PDA fehlt um weiter zu kommen.

Wirklich den Vogel hat id allerdings mit dem Multiplayer Modus abgeschossen. Zwar hat man von Anfang an betont das der Fokus auf einem Single Player Spiel lag, dennoch schaffen es auch andere Hersteller trotzdem einen passablen Mehrspieler Modus einzubauen. Es gibt nicht mal eine Handvoll Karten, Online Spiele hosten sollte man nicht mal mit einem 2000er DSL Anschluss und selbst dann gibt es schon bei mehr als 4 Spieler teils grauenvolle Lags. Wirklich sinnvoll ist der Multiplayer Modus im Moment nur im LAN.


:: Was bleibt ist ein gutes Spiel aber keine Referenz ::

2 Jahre früher und Doom3 wäre der Hit gewesen, so muss sich id Softwares neuester Geniestreich mit starker Konkurrenz messen und zieht grafisch gegenüber Farcry und Half-Life 2 den Kürzeren. Und spielerisch wird ein zweiter Ausflug als Gordon Freeman sicherlich auch abwechslungsreicher werden. Das alles ändert aber nichts daran das Doom3 ein gutes Spiel ist und bleibt und für schätzungsweise mehr als 20 Stunden für gute, wirklich spannende Unterhaltung sorgt. Allerdings sollten gerade etwas ängstlichere Naturen den Warnhinweis von id Software ernst nehmen. Doom3 ist kein Zuckerschlecken, kein Kinderspiel und kann auch hart gesottene Spieler ziemlich verängstigen.

Ich möchte keine Missverständnisse aufkommen lassen. Doom3 ist wirklich trotz aller Kritik ein tolles Spiel und es hat mir in der Tat gefallen. Zwar mag die Story flach sein, das Spiel ist simpel und sehr monoton, trotzdem bleibt man vor seinem Monitor kleben und möchte noch den nächsten Raum durchqueren, auch wenn man weiß das man wieder aufs neue erschreckt wird. Bis Half-Life 2 ins Rennen geht kann ich Doom3 wirklich nur jedem empfehlen. Wer Shooter mag oder die älteren id Titel wird wahrscheinlich sowieso zugreifen, aber auch Fans von Resident Evil können einen Blick riskieren, denn ein Survival Horror-Spiel in der Ego-Perspektive wirkt um Längen spannender!

Copyright t_durden @ ciao / yopi 2004

20 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Dickerchen

    21.08.2004, 16:22 Uhr von Dickerchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schade das ich noch nicht 18 bin :-(