Philips Senseo Original Testbericht

ab 40,76
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Summe aller Bewertungen
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut
  • Handhabung & Komfort:  sehr gut
  • Geschmack des Kaffees:  sehr gut
  • Reinigung:  einfach
  • Design:  sehr gut
  • Geräuschpegel:  leise

Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Die niederländische Kaffee-Konspiration

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Warum denn nun eine neue Kaffeemaschine und ausgerechnet diese? Tja, meine alte Saeco Vienna muss dringend generalüberholt werden, nach 4 Jahren Betrieb sind die Dichtungen ziemlich morsch, die Schläuche knüppelhart und alles schreit nach einer ausgiebigen Wartung, wobei ich nicht weiss, wann die benötigten Ersatzteile hier eintreffen und wie lange ich brauche um sie wieder auf Vordermann zu bringen. Da ich naturgegeben ein fauler Hund bin, der den Luxus eines Kaffeevollautomaten nicht mehr missen möchte, schlage ich mit der Philips Senseo praktischerweise gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Für die Übergangszeit kann ich weiterhin zuhause wie gewohnt auf Knopfdruck meinen Kaffee bereiten und nachdem ich meine Espressomaschine wieder flott gemacht habe, nehm ich die Senseo mit auf die Arbeit, wo kürzlich die olle Abteilungs-Kaffeemaschine ihren Geist aufgab. Derzeit gibt\'s die Senseo fast überall mit dem 4 Tüten-Promo-Pack, der unterschiedlichen, erhältlichen Kaffeesorten für etwa 69.- € im Set. Für exakt diesen Kurs habe ich die meinige auch im lokalen Karstadt-Warenhaus erworben, wo mir ihr praktisches System und die platzsparende Grösse bei einer Sonderausstellung im Verkaufsraum auffiel, kurzerhand habe ich das Gerät dann gleich mitgenommen...

Allgemeines
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Die Senseo hatte deswegen gleich einen Stein bei mir im Brett, da sie vom Funktionsprinzip her, einem Kaffeevollautomaten/Espressomaschine gleicht: Auch sie jagt das heisse Wasser mit Hochdruck durch den Kaffee, wobei dieser allerdings nicht (wie beim italienischen Original) lose in den Filter eingefüllt wird, sondern kaffeegefüllte Pads verwendet. Das schön designte Gehäuse ist nicht nur funktionell, sondern auch stark optisch an eine solche Espressomaschine angelehnt. Erhältlich sind Senseos entweder in bleu/bleu oder beige/bleu (Gehäuse/Wassertank), der Wassertank fasst etwas mehr als 800 ml Wasser und ist damit für etwa 4 Tassen Kaffee pro Tankfüllung gut. Die niederländischen Firmen Philips und Douwe-Egberts haben ein Joint-Venture, wobei letztere diese Pads derzeit ausschliesslich herstellen und somit quasi ein Monopol darauf besitzen. Douwe-Egberts ist hierzulande vornehmlich Teetrinkern, sowie Rauchern von Drehtabak (u.a. „Drum“) sicher ein Begriff, dass die auch Kaffee importieren, weiss ich als „Grenzgänger“, der häufig wegen der relativen Nähe auch mal in Holland seine Einkäufe tätigt ebenfalls schon länger.

Dieses System vorgefertigte „Patronen“ in einer Kaffeemaschine zu verwenden ist so neu nicht, Nescafe vertreibt beispielsweise auch etwas in der Art („NesPresso“), doch ist Philips schon immer ein Garant für bezahlbare Preise gewesen. Im Vergleich dazu ist das NesPresso-System verdammt teuer in der Anschaffung und vor allem der Bestückung. Die Senseo verwendet Pads, die ein wenig an runde Teebeutel erinnern, die mit vier verschiedenen Kaffee-Sorten aus dem Hause Douwe-Egberts gefüllt sein können: Milde Röstung, Normale Röstung, Dunkle Röstung und Entkoffeiniert. Pro 130g-Nachfüllpack á 18 Pads sind je nach Einkaufsquelle zwischen 2,49 – 2,99 € fällig. Die Dosierung ist fest voreingestellt, man kann entweder 1 oder 2 Pads pro Durchlauf verwenden, dazu ist dann ein anderer Filtereinsatz notwendig (selbstverständlich mitgeliefert). Doch zu den Kniffen diese Dosierung ein wenig zu modifizieren und zu überlisten kommen wir weiter unten... ;-)

Lieferumfang
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Die betriebsbereite Senseo besteht aus 6 Teilen – Das Grundgerät, der abnehmbare Wassertank, die Tropfschale, das darüber liegende (Metall-)Gitter, der Kaffee-Auslauf und dem getrennt darin sitzenden Filtereinsatz. Von diesen Filtereinsätzen befinden sich 2 im Karton, einer (flacher) für 1 Pad und einer (etwas tieferer), für den Gebrauch von 2 Pads gleichzeitig. Natürlich gibt es auch ein Philips-Typisches bebildertes und mehrsprachig gehaltenes Handbuch, nebst dem üblichen „Worldwide-Garantieschein“. Im Promo-Angebot sind zusätzlich noch 4 x 130g-Tüten Kaffee á 18 Pads enthalten, eine in jeder zurzeit erhältlichen Geschmacksrichtung/Stärke (Mild, Normal, Dunkel, Entkoffeiniert). Somit ist man mit diesem Paket direkt ready-to-go...

Inbetriebnahme
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Vor dem ersten Kaffee haben die Holländer die Fingerakrobatik gesetzt, so ist die Senseo erst bereit Kaffee zu produzieren, wenn das gesamte System mit Wasser gefüllt und zudem eine komplette Tankladung Wasser zum Durchspülen (natürlich ohne Kaffee!) verbraten hat. Dazu füllt man den leicht abzunehmenden und selbstversiegelnden Wassertank an der Rückseite der Maschine ab, füllt ihn mit handelsüblichen Leitungswasser bis zur „Max“-Marke und stellt ein mindestens 800ml fassendes Gefäss unter den Spender(Auslauf). Nach dem ersten Einschalten blinkt der Einschaltknopf erst einmal hektisch, was aber stoppt, nachdem man möglichst schnell nach Aktivierung die beiden anderen Bedienknöpfe gleichzeitig (!) eindrückt – das wars auch schon – die Maschine spült sich selbstständig durch...übrigens wird auf die gleiche Weise auch entkalkt. Ist der Spülvorgang beendet flackert die Betriebsleuchte schon wieder – diesmal das untrügliche Zeichen dafür, dass der Wassertank leer ist und dringend gefüllt werden sollte, möchte man irgendwann doch mal Kaffee trinken ;-)

Im Gebrauch
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Der Tank ist wieder voll, der Deckel hochgeklappt, ein (oder 2 Pads) mittig (wichtig!) in den entsprechenden, passenden Filtereinsatz eingelegt, ein wenig angedrückt und der Deckel geschlossen bis er einrastet. Der Kaffeepott steht auch unter dem Auslauf und es kann losgehen. Die Betriebsdiode blinkt schon wieder und ein leises Rauschen ist zu vernehmen...was\'n das jetzt?...keine Sorge, das ist normal und zeigt an, dass die Maschine nun vorheizt. Sobald die Betriebsdiode konstant leuchtet drückt man auf einen der beiden Wahlschalter (1 Tasse / 2 Tassen) und nach etwa 5 – 7 Sekunden steht der erste Kaffee der Senseo dampfend bereit zum Trinken, gekrönt mit einem feinen Schaum, den man von Espressi her kennt. Gleichwohl ist der Kaffee, wenn er so „nach Vorschrift“ zubereitet wurde ungleich milder, als sein italienisches Pendant. Analog dazu kann man auch 2 Tassen unterstellen, der Spender hat zwei Austrittsöffnungen, wichtig ist nur, dass man Tassen mit mindestens 250ml Fassungsvermögen verwendet (wir erinnern uns, die Dosierung ist nicht variabel sondern fest eingestellt). Hat man die Pads einmal nicht genau mittig plaziert, ist das kein Beinbruch, zwar tröpfelt es an der Dichtung vorbei unter dem Deckel hervor, doch konstruktionsbedingt läuft dieses Leckage-Wasser trotzdem in die Tasse oder schlimmstenfalls in die Auffangschale...Apropos Auffangschale: Ein eventuelles (normales) Nachtropfen wird von der herausnehmbaren Schale natürlich ebenfalls aufgefangen.

Das (oder die) verbrauchten, ausgelutschten Pad(s) können bequem mitsamt dem Filtereinsatz aus dem Gerät genommen werden, nachdem man den Deckel wieder geöffnet hat. Da sich der Kaffee in dem Beutel befindet, gestaltet sich die Entsorgung sehr einfach und ist im Nu erledigt. Den leeren Filtereinsatz noch eben kurz unter fliessend Wasser gehalten und wieder eingesetzt, dann ist man bereit für die nächste(n) Tasse(n). Einmal aktiviert bleibt die Senseo für 60 Minuten betriebsbereit, d.h. Vorgeheizt und man muss lediglich aufs Knöppchen drücken, um an das begehrte braune Nass zu kommen – nach dieser Zeitspanne schaltet sich die Maschine aus Stromspargründen selbstständig ab und muss erst mit der Hauptaste wieder eingeschaltet werden. Blinkt die Diode vor oder während des Brühens hektisch, dann ist der Wassertank leer und muss aufgefüllt werden, da sich im Tank ein sehr früh ansprechender Sensor befindet, ist die Wahrscheinlichkeit das Gerät „trocken“ zu fahren (und dadurch eventuell zu beschädigen) beinahe ausgeschlossen..

Die Reinigung gestaltet sich ansonsten angenehm simpel, alles, bis auf das Grundgerät lasst sich ohne Werkzeug abnehmen und nötigenfalls spülen, wobei der Wassertank wegen seiner geschwungenen Form wohl die härteste Nuss darstellt. Übrigens sollte man die Maschine nicht über einen längeren Zeitraum dem direkten Sonnenlicht aussetzen, da sich sonst Algen im Tank bilden können, die sich nur schwerlich und unter Verwendung von Natronlauge wieder entfernen lassen. Des Weiteren ist natürlich regelmässig die Auffangschale zu leeren / auszuspülen und das Aluminium-Gitter zu reinigen, denn ein wenig tropfts aus dem Auslauf immer nach. Lässt mit der Zeit die Wassermenge/Druck merklich nach, dann ist vermutlich eine Entkalkung fällig, die man/frau auch im Prinzip von diversen Bügeleisen her kennt. Dazu verfährt man genauso, wie beim ersten Einschalten nach dem Auspacken: Einen vollen Wassertank komplett ohne Kaffee durch das Gerät schicken, indem man kurz nach dem Einschalten die beiden Dosiertasten gleichzeitig drückt

Tuning gefällig?
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Wer wie ich zu den Hardcore-Espresso-Vernichtern gehört, deren Kaffee gar nicht stark genug sein kann, der kommt sich mit der normalen Dosierung/Einstellung vor, wie ein Alkoholiker, den man zwingt nur noch alkoholfreies Bier zu verköstigen, daher hier noch abschliessend ein paar kleine Kniffe, den Koffeingehalt ein wenig hochzuschrauben. Natürlich sind allein die verwendeten Kaffeesorten von Douwe-Egberts nicht mit Arabica-Mischungen oder ähnlichen Granaten, die man vom Espresso her kennt zu vergleichen, doch im gewissen Rahmen lässt sich die Senseo ohne viel Aufwand für verschiedenste Anlässe ein wenig überlisten:

Dosis erhöhen (Unser täglich Hammer, gib uns heute...) - Man nehme 2 Senseo-Pads der „dunklen Röstung“ und packe sie in den dafür vorgesehenen Filtereinsatz, doch statt auf „2 Tassen“ zu drücken, patscht man auf den „1 Tasse“-Button...Effekt: doppelte Menge Kaffee auf 200ml Wasser. Erfreulicherweise löst der Hochdruck keinerlei Bitterstoffe aus dem Kaffee, daher ist das Ergebnis zwar doppelt so stark, jedoch in keiner Weise geschmacklich beeinträchtigt.

Dosis vermindern (Schattenparker, Herzkranke, Loser) – analog zum Vorgenannten, ein Pad einlegen...womöglich auch noch Koffeinfrei *brrrrrrr*...und statt „1 Tasse“ halt auf „2 Tassen“ drücken. Zu beachten ist lediglich, dass die untergestellte Tasse auch mindestens 400ml verkraften kann...Effekt: doppelte Menge Wasser auf eine Dosis Kaffee (irgendwie logisch oder?).

2 Tassen für Angeber (soso....nettes Date und jetzt einen auf dicke Hose machen und mit den kleinen Espressotassen prahlen wollen?) - Tschaaaa, das wäre ein Problem, denn Espressotassen fassen nur max. 150ml und der geneigte Freizeit-Romeo setzt statt Julia-In-Spe zu beeindrucken nur die Küche unter (Kaffee-)Wasser...peinlich peinlich! (wohl in Mathe/Mengenlehre nicht aufgepasst...hmmm...?! denn, Merke: 200ml > 150ml). Auch solche Fälle lassen sich mit einem Pad (Pfiffige nehmen zur Verschleierung auch 2 Pads, dann fällt die kleine Schummelei geschmacklich noch weniger auf *g*) , 2 Espressotassen und der „1 Tassen“ Taste gekonnt umschiffen, Effekt: 2 x 100 ml mehr oder weniger starker Kaffee, stilgerecht serviert...der Abend kann kommen ;-)

Fazit
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Ein durchaus würdiges und preisgünstiges Gerät, das meinen Vollautomaten sicher nicht ersetzen kann, aber derzeit eine gute Figur als seine Vertretung macht, auch wenn der Geschmack nicht ganz an den meines bevorzugten Espresso heranreicht – vorrangig war aber der zukünftige Einsatz auf der Arbeit kaufentscheidend und dort wird sie sich sicher gut schlagen und ihre Vorteile voll ausspielen können, die da wären: schnell mal ne frische Tasse Kaffee auf Knopfdruck, Stets gleichbleibende Menge (an der Dosierung kann man in Grenzen ja manipulieren), Narrensicheres Handling, leichte Reinigung, schnelle und saubere Entsorgung der verbrauchten Pads. Auf der Negativseite stehen der relativ hohe Preis für die Pads und die Festlegung auf nur einen Hersteller/Anbieter, der diese Pads liefern kann, wobei aber auch durchaus denkbar ist, dass vielleicht noch weitere grosse Kaffeeröster/Importeure zukünftig auf den Zug aufspringen, sollte sich dieses System am Markt behaupten können (woran ich in Deutschland als Kaffeenation Nr. 1 nicht zweifle). Der günstige Anschaffungspreis, der geringe Platzbedarf, die solide Verarbeitung, mit 2 Jahren Vollgarantie und der Geschmack des Kaffees hat mir auch recht gut gefallen, trotzdem gibt\'s aufgrund des (noch) vorherrschenden Zwanges unbedingt die etwas teureren Pads von Douwe-Egberts verwenden zu MÜSSEN, hier lediglich ein „gut“ statt des eigentlich verdienten „sehr gut“.

Berühmte Letzte Worte:
„Is\' schon ok...meine Espressomaschine hört sich immer so an...“

So Long
Jürgen

sometimes aka Tut Ench Koffein

25 Bewertungen