8 Blickwinkel (DVD) Testbericht

ab 9,35
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

...weil jeder Mensch zählt.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es gibt Filme, die ich in stoischer Regelmäßigkeit immer wieder verpasse ~ egal, ob als Angebot innerhalb eines DVD-Regals oder eben im Free-TV. Dank einer guten Bekannten jedoch kam ich kürzlich allerdings doch in den Genuss, mir

===8 Blickwinkel=== endlich einmal anzusehen. Der Filmtitel ist bereits Programm, was die umgesetzte Handlung anbelangt: der potentielle Zuschauer kann sich hier das Attentat auf den Präsidenten (William Hurt) der USA ansehen ~ aus verschiedenen Blickwinkeln. Sprich: im Grunde sieht man mehrfach die selbe Szenerie, nur eben aus einer anderen Perspektive heraus.

Während der ersten Filmminuten begleitet man das Nachrichtenteam hinter den Monitoren, Chefin Rex Brooks (Sigourney Weaver) wirkt von Anfang an so, dass sich ihre hektische Stimmung auf den Zuschauer überträgt. Reporterin Angie (Zoë Saldaña) wirkt ein wenig forsch, aber durchaus liebenswert, und so fiel mir vor dem heimischen TV-Gerät beinahe die Tasse aus der Hand, als sie unmittelbar nach den Schüssen versucht-gefasst, aber zweifellos zitternd von den früheren Geschehnissen berichtet, die mit diesem Gipfeltreffen ad acta gelegt werden sollten... und *bamm gibt’s eine Bombenexplosion gratis obendrein. Die Stimmung, die ohnehin schon zum Zerreißen gespannt ist, nimmt zu; erst recht als Secret-Service-Agent Thomas Barnes (Dennis Quaid) sich die Kameraaufnahmen anzusehen wünscht und darauf scheinbar etwas entdeckt, was ihn regelrecht aus der Fassung bringt.

Klar, dass ich persönlich sogar noch mal die DVD zurückgespult habe, um zu sehen, was er auf dem Monitor gesehen hat ~ doch nein, an dieser Stelle gibt’s noch nix zu sehen; bzw. doch: nämlich die zurückgespulten Szenerien und ein Neuanfang, diesmal aus seinem eigenen Blickwinkel....

~ Was verwirrend und womöglich langweilig klingt, gestaltet sich meiner Meinung nach zu einem wahren Mitdenk-Film, bei dem sich die einzelnen Verknüpfungen rückwärtig aufdröseln. Ein klein wenig erinnert man sich an „Funny games U.S.“, etwas mehr an „Triangle“, absolut gewichtig mehr an „Memento“ bzw. „Irreversible“ und doch und eigentlich einzig treffsicher an „11:14“. Jene immer wieder neue Umstände zu Tage fördernde Verfilmungsweise erfordert zweifelsohne eine höhere Aufmerksamkeitsspanne wie auch Konzentration seitens des Zuschauers: das Besondere an der filmischen Darbietung von solcherlei Werken ist der Knackpunkt, dass die Geschichte quasi zwar vorwärts erzählt wird, darüber hinaus jedoch rückwärtig einige Zusatzinformationen platziert wurden.

Tatsächlich klingt dies nun komplizierter als es schlussendlich ist; folgen kann man dem Film durchaus, und Fakt ist, dass er eigentlich nur durch eben diese Art der Umsetzung so spannend ist, wie er eben ist. In einem „normalen“ Erzählstil hätte „8 Blickwinkel“ mich kaum begeistern, fesseln, geschweige denn derartig überraschen können, wie es hier der Fall ist. Die Idee, die dem Ganzen zu Grunde liegt, sorgt für eine Bandbreite an Tragik, Anspannung, Wendungen, Überraschungen, drum-herum-Erklärungen und nicht zuletzt Faszination.

Besonders hervorzuheben hier die absolute Sympathiefigur des Alleinreisenden Howard Lewis (Forest Whitaker), der das ein um andere Mal für eine Gänsehaut bei mir sorgte. Und ja, zartbesaitete Zuschauer könnten vereinzelt mit den Tränchen kämpfen.

Ohnehin stellt „8 Blickwinkel“ etwas dar, bei dem man so richtig schön mitfiebert, mitgeht, mitzudenken versucht und mit ewig neuen Erkenntnissen konfrontiert wird, ohne das diese jedoch zu weit hergeholt wirken. Authentisch ist das Gesehene in jedem Fall ~ erschreckenderweise.

'''Kleiner Schwachpunkt allerdings''', dass sie zweifellos supergute Idee irgendwann gen doch-typische-Heldengeschichte abdriftet. Im letzten Drittel verzichtet „8 Blickwinkel“ auf seine eigene Methodik und bleibt vorwärtig am Ball ~ was unabstreitbar irgendwann geschehen musste, um die Idee nicht zu überreizen ~ liefert jedoch die gesamte Ladung Action, die zuvor fast schon erzwungenermaßen zurückgehalten wurde. Sodann wird fast schon ein wenig zuviel geschossen, gefahren, verfolgt, ge-unfallt... aber eben nur fast.

Die 90 Minuten vergehen wie im Fluge, Regisseur Pete Trevis scheint mit dem Drehbuchautor Barry Levy Hand in Hand gearbeitet zu haben ~ das absolute Staraufgebot hätte es meiner Ansicht nach nicht bedurft, um mit dem Dargebotenen überzeugen zu wissen; mal völlig von dem Umstand ab, dass mir persönlich die meisten Namen mal wieder im ersten Augenblick so gut wie gar nichts sagten. Die Gesichter hingegen kamen mir sodann bekannt vor; was zugestandenermaßen für eine vertraute Atmosphäre sorgt ~ doch bedauert hätte ich vermutlich lediglich den Austausch von Forest Whitaker, eben weil er so absolut in seine Rolle zu passen scheint. Nicht, dass alle anderen Charaktere beliebig austauschbar gewesen wären ~ überzeugen tun sie im Grunde alle, doch kaum einer bekommt überhaupt die längere Gelegenheit dafür, sondern spielt oftmals lediglich für die sich selbst betreffenden 15Minuten einen Rolle. William Hurt als eigentliche Hauptperson hätte jedoch nicht besser ausgewählt werden können; schon vom optischen her repräsentiert er genau das, was er in seiner Rolle als Präsident verbal und nonverbal herüberbringt. Doch, den Mann hätte ich auch gewählt.

===Summa summarum=== und um es auf den Punkt zu bringen, hat mir „8 Blickwinkel“ durchaus zugesagt, wobei die kleinen Schwächen durch den ein oder anderen Effekt wieder gut gemacht werden. Schwächen im Bezug darauf, dass die Zeitspanne nicht immer stimmig ist ~ es dauert anfänglich viel kürzer, bis nach der ersten Statusmeldung seitens der Reporterin der erste Schuss fällt; in der nächsten Perspektive hingegen liegt einige Zeit dazwischen.
Die mannigfaltigen Wendungen und Überraschungen sorgen jedoch dafür, dass ich jenes nicht mehr als eigentliches Manko bezeichne, sonder mich eher darauf konzentrierte, ob man das Gesehene nun als Knaller, Kracher oder gar Kracher-Knaller bezeichnen sollte.

Dadurch, dass „8 Blickwinkel“ aufs intensivste beweist, dass es eigentlich in jeder Geschichte (des Lebens) nicht nur eine einzige Hauptperson geben kann, sondern jeder Einzelne noch so vermeintliche Nebencharakter (ge-)wichtig ist und mit seiner Aktion wie Reaktion zum „großen Ganzen“ beiträgt, macht sich der Film selbst zu etwas besonderem, tiefgründigen, drüber-Nachdenkens-werten.

Hat mir bei „11:14“ schon zugesagt und begeistert mich auch hier ~ wenngleich man sich wie bereits angedeutet leider eingestehen muss, dass der Film, in der chronologischen Reihenfolge angesehen, kaum noch so intensiv mit der story überzeugen kann, wie es in der hier „normalen rückspulenden“ Ansicht der Fall ist. Zwar würde die story dennoch zu überzeugen wissen, bliebe jedoch nicht so derartig nervenzerreißend und sich von der recht breiten Filmmasse abhebend wie es schlussendlich tatsächlich der Fall ist.

43 Bewertungen, 7 Kommentare

  • senora

    11.10.2010, 09:15 Uhr von senora
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eine gute neue Woche wünsche ich.

  • morla

    10.10.2010, 22:57 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • Powerdiddl

    10.10.2010, 18:28 Uhr von Powerdiddl
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG und noch einen schönen Tag.

  • XXLALF

    10.10.2010, 18:16 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe sonntagsgrüße

  • Lanch999

    10.10.2010, 17:24 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein guter Bericht! LG von Lanch999 Meine Berichte freuen sich auf deinen Besuch! :D

  • anonym

    10.10.2010, 14:01 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • babygiftzwerg

    10.10.2010, 13:06 Uhr von babygiftzwerg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag. LG Ulrike