Empire Earth (PC Strategiespiel) Testbericht

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ab 13,88
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5 Sterne
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Erfahrungsbericht von Hanfy

Empire Earth

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1) Story
2) Gameplay
3) Einheiten, Zaubersprüche & Helden
4) Grafik und Sound
5) Und sonst?
6) Fazit

Story
Wir schreiben das Jahr 500.000 vor Christus. Die Menschheit steckt noch in den Kinderschuhen und die restliche Welt ist nahezu unbevölkert. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch das Spiel Empire Earth. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Stammanführers und muss sein Volk, welches um das blanke Überleben kämpft, durch viele Gefahren führen. Der Mangel an Ressourcen, wilde Tiere und die lieben Nachbarn machen einem das Leben schwer. 500 v. Chr. Wir haben einen kleinen Sprung in der Geschichte gemacht und befinden uns nun mitten in Afrika, genauer gesagt am Nil. Hier kämpfen kriegerische Stämme um das wertvolle Land, Tausende von Menschen werden qualvoll von den kämpferischen Horden niedergemetzelt. Nun schreiben wir das Jahr 0. Rom ist zu einer blühenden Stadt geworden, viele Namen wie Caesar und Augustus prägen das Bild. Zahlreiche gewonnene Schlachten mit den wilden Barbaren haben Rom zu einer riesengrossen Metropole wachsen lassen, welche damals rund 1.000.000 Menschen beherbergt hat. Diese Zahl wurde erstmals im Mittelalter im 15. Jahrhundert erreicht. Doch auch Schreckenszeiten musste diese Stadt erleiden als z.B. der Schrei: \"Hannibal ante portas\"! durch die Gassen der Stadt hallte. 1500 n. Chr. Die ersten Bücher können gedruckt werden, und allmählich wird das tiefste Mittelalter humanisiert. Zahlreiche Schulen werden nun für viele Leute, die das nötige Kleingeld hatten eröffnet, trotzdem herrschte die lateinische Sprache dennoch vor. Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert der Kriege. Der erste und zweite Weltkrieg forderte Millionen von Menschenleben, kurz davor forderte Napoleon und auch die französische Revolution viele Menschen. Doch auch nach dem zweiten Weltkrieg ging es den Menschen dreckig. Viele wurden von Hunger geplagt und die gesamte Wirtschaft ist zerstört. Doch die Nachkriegszeit wurde rasch überwunden und der normale Alltag trat relativ schnell wieder ein. Doch die Zukunft ist mehr als ungewiss, denn eine andere Macht will die Weltherrschaft übernehmen ...

Gameplay
Nach dem recht schön gemachten Intro, welches einen kurzen Überblick über die Zeitepochen des Spiels gewährt, kann man sich für eine der vier Kampagnen, einer Zufallsmap oder dem Tutorial entscheiden. Letzteres wird anhand der Entwicklung eines Stammes beschrieben und basiert auf echten Fakten. Wer also bisher noch nie ein RTS (Strategie Spiel) gezockt hat, der sollte doch einen kurzen Blick in dieses schöne Tutorial werfen. Hier bekommt der Spieler alle nötigen Infos um die ersten paar Minuten zu überleben. Danach kann es eigentlich auch schon sofort mit der Kampagne weitergehen. Hier stehen einem vier völlig unterschiedliche Epochen zur Verfügung, bei der eine .So besiegt man die ersten Konkurrenten im frühen Griechenland und sichert die Zukunft des eigenen Volkes. Im Mittelalter gilt es als englischer Hausherr die einfallenden Gegner zu besiegen um die eigenen Ländereien zu schützen. In den beiden Weltkriegen des 20ten Jahrhunderts kämpft ihr in der Rolle der Deutschen um das nackte Überleben und in der fernen Zukunft schließlich vertreibt ihr die bösen Nachbarn mit Cyborgs und allerlei High-Tech-Waffen. Auf jeden Fall sollte man die vier Kampagnen hintereinander durchspielen, da der Schwierigkeitsgrad ab der dritten Kampagne sehr stark anzieht. Dies sollte man aber ruhig als Herausforderung ansehen, und nicht zu schnell aufgeben.

Empire Earth spielt sich eigentlich genauso wie das schon etwas ältere Age of Empires. Grosse Parallelen erkennt man schon auf einen Blick, und auch Feinheiten des Spiels erinnern sehr stark an den grossen Bruder. Hier schämen sich die Entwickler nicht, etwas von Ensemble abgeschaut zu haben. Wieso auch ? Das Rick Goodman für Age of Empires 1 verantwortlich war, merkt man der hervorragenden Spielbarkeit deutlich an. Was seinerzeit gut funktionierte, kann heutzutage nicht viel schlechter sein. Die Perfektion der damaligen Spielbalance kommt Empire Earth deutlich zugute. Zu Beginn der ersten Kampagne ist die Entwicklung des eigenen Volkes natürlich noch nicht weit fortgeschritten. Die wenigen Menschen, die einem treu als Untertan dienen, müssen sich erst einmal als Jäger und Sammler beweisen. Wie schon in AoE müssen Bauern in diesem Fall Kürbisse sammeln, Holz schlagen, Gold und Steine abbauen.

Zusätzlich gibt es hier sogar noch Eisen, welches man ebenfalls wie Gold abbauen kann. Neue Bauern, die man im Stadtzentrum erschafft, unterstützen schon schnell die anderen Bürger. Hat man dann genug Ressourcen zusammen und die ersten einfachen Gebäude erbaut, dann kann die nächste Stufe der Entwicklung erklommen werden und man steigt in die nächste Epoche auf. Insgesamt stehen einem unglaubliche 14 Epochen zur Auswahl, welche man natürlich eine nach den anderen, wie eine Leiter emporsteigen muss. Mit jeder weiteren Epoche bekommt man neue Einheiten, Truppentypen und Gebäude, die man erschaffen / erbauen kann. So entwickelt sich das eigene Volk immer weiter. Damit allerdings keine Cyborg Krieger im alten Griechenland herumlaufen und alles platt treten, haben die Entwickler in der Kampagne natürlich eine Sperre eingebaut. Diese gilt natürlich nicht im Multiplayer Modus oder in den Zufallsmissionen, kann auf Wunsch allerdings auch aktiviert werden ! Wenn dann die Zeit gekommen ist und das Schiesspulver erfunden worden ist, beginnt der Fernkampf. Leider brauchen die ersten Schützen doch eine geraume Zeit, bis dass sie die Waffe nachgeladen haben. Hier sind Bogenschützen immer noch klar im Vorteil. Doch wenn dann die ersten Kanonen die Gegner mit Kugeln bepflastern, haben die Pfeile aus Holz ausgedient. Auch auf See ist inzwischen einiges los. Konnte man zu Beginn nur Paddelbote mit Steinwerfern in einer Werft errichten, befahren nun schon schmucke Segelbote die sieben Weltmeere. Ein wenig später haben auch die Reiter und Ritter keine Zukunft mehr und stählerne Panzer machen die Gegend unsicher. Die ersten rollenden Klapperkisten halten zwar noch nicht viel aus, können allerdings in einem Verband erheblichen Schaden anrichten. Auch die Luft gehört nun nicht mehr den Vögeln allein. Die ersten fliegenden Kisten sausen durch die Luft, erschrecken Vögel und werfen Bomben auf den Gegner ab. Zusätzlich sind auch einige Abfangjäger in der Luft, die feindliche Flugzeuge den Garaus machen. Im zweiten Weltkrieg kommen weiteren Flugzeuge hinzu, sogar ein mit einer Atombombe beladener Bomber ist dabei. Auch bei den Schiffen hat sich einiges getan. Inzwischen beherbergen Flugzeugträger weitere Flugzeuge und U-Boote machen den anderen Schiffen das Leben schwer. Im weiteren Verlauf stossen Mechs und Cyborgs dazu, die die Krönung der Evolution darstellen sollen.

Leider tauchen bei den neueren Einheiten auch die ersten Probleme von Empire Earth auf. Die Flugzeuge lassen sich z.B. dermassen schlecht steuern, dass die Übersicht besonders in Schlachten schon in Sekunden verloren gegangen sein kann. Zusätzlich kommt noch die nicht sonderlich einfallsreiche KI der eigenen Einheiten hinzu, somit ist eine Schlacht schnell verloren, nur weil sich ein Transportschiff zwischen zwei anderen Schiffen eingekeilt hat. Hier hätte dem Spiel eine gehörige Portion Feintuning deutlich gutgetan.

Einheiten, Zaubersprüche & Helden
In den ganzen 14 Epochen, in welchen das Spiel Empire Earth angesiedelt ist, kommen insgesamt über 200 verschiedene Einheiten vor. Egal ob Steinwerfer, Bogenschütze, Ritter, Armbrustschütze, Schlachtschiff, Lanzenträger, Fischerboot, Dorfbewohner, Heckenschütze, Marine Soldat, Cyborg ... in Empire Earth sind wirklich alle wichtigen Truppentypen der letzten 500.000 Jahre vorhanden. Egal ob auf dem Land, auf See oder in der Luft. Überall kann man menschliche Spuren finden, die weit in die Vergangenheit zurückführen.
Neben den normalen Einheiten gibt es aber auch noch besondere Typen wie z.B. den Priester. Dieser kann wie in AoE feindliche Einheiten, später auch Gebäude assimilieren, verliert allerdings seine Kraft, wenn er in die Nähe von feindlichen Tempeln gelangt. Zusätzlich verbraucht jede Assimilation Energie, die sich zwar wieder auflädt, allerdings dauert dies eine Weile. Neben diesen normalen Priestern kann man zusätzlich Schamanen ausbilden, die dem Gegner mit Zaubersprüchen heftig einheizen können. Egal ob Vulkan, Erdbeben, Insektenplage oder aber die Pest. Hier reicht die Palette über alle nur denkbaren Katastrophen. Diese verbrauchen wieder einmal eine Menge Energie, die sich nur langsam wieder aufbaut. Da die Welt allerdings auch Führer braucht (bitte dieses Wort nicht falsch verstehen) kommt man auch in Empire Earth nicht ohne sie aus. Egal ob Napoleon, Bismarck oder der alte Caesar, alle wichtigen Personen sind hier vertreten. Einige sind reine Kämpfer und erhalten einen Kampfbonus, andere hingegen haben sich strategisch auf dem Schlachtfeld etabliert.

Grafik und Sound
Das alte AoE 1 basiert noch auf einem reinen 2D Schlachtfeld, EE setzt hierbei andere Massstäbe. So setzt Rick Goodman voll und ganz auf eine komplett neu erstellte 3D Grafik Engine. Diese sieht zwar in der Nahansicht recht schäbig aus, kann aber sonst doch recht überzeugen. Besonders gut haben die Entwickler die fast kinoreifen Zwischensequenzen hinbekommen, die aus der gleichen Spielgrafik stammen. Hier wird der Krieg richtig in Szene gesetzt. Auch das Wasser wurde schön animiert und trägt zu einem realistischen Spielerlebnis bei.
Zum Thema Sound kann man eigentlich nicht viel sagen. Eine durchaus stimmige Atmosphäre wird durch die wechselnden Musikstücke aufgebaut, wobei bei unserem Test hin und wieder die Musik durch ein störendes Rauschen ausgesetzt hat.

Und sonst?
Wie auch jedes andere Spiel von Rick Goodman wird auch Empire Earth mit einem hervorragenden Kampagnen- und Szenarien-Editor ausgeliefert. Neben Zufallskarten, die man nach Belieben verändern kann, kann man natürlich auch selbst völlig neue Missionen erschaffen. Sogenannte Trigger bringen dabei Leben in das Spiel und sorgen für viel Unterhaltung. Sogar eigene Videos können eingebunden werden. Leider können diese selbst erstellten Missionen nicht so einfach in den Multiplayer Part übertragen werden. Dies kann nur durch einen Trick geschehen.

Fazit
Obwohl Rick Goodman hier wahrlich ein geniales Spiel abliefert, bin ich ein wenig enttäuscht. Einige kleine Schnitzer im Gameplay haben dem Spiel die Krone des Genres verwehrt. Somit bleibt AoE immer noch der unangefochtene König der Strategiespiele. Wer allerdings auf stimmige Schlachten in einem Spiel steht, in dem 500.000 Jahre Weltgeschichte abgehandelt werden, liegt bei Empire Earth genau richtig !

12 Bewertungen