Empire Earth (PC Strategiespiel) Testbericht

Empire-earth-pc-strategiespiel
ab 13,88
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 02/2010

5 Sterne
(47)
4 Sterne
(13)
3 Sterne
(3)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von MeisterGolka

Faszination PUR !!!!!!!!!!!!!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Geschichtsunterricht kann sooo langweilig sein. Der Lehrer erzählt etwas von längst vergangenen Tagen, aber diese Informationen behält man normalerweise nur wenige Tage im Kopf. Anschließend ist der Geschichtsunterricht wieder Geschichte. Man kann es sich einfach nicht vorstellen was damals so alles geschehen ist, hier kann der Computer teilweise Abhilfe schaffen, so kann man in dem neusten Spiel von Sierra, welches von den „Stainless Steel Studio“ entwickelt worden ist, die Geschichte der Menschen teilweise nachspielen, einige wichtige Geschichtliche Hintergründe basieren auf den Brockhaus, dennoch wurden einige historische Fakten leicht verändert damit das Spiel auch spielbar bleibt und die Spannung erhalten bleibt. Folgt mir also in die Welt von „Empire Earth“ und erlebt ein empirisches Machtwerk. Viel Spaß beim Lesen wünscht euch euer Neo!


1. Installation und Systemanforderungen

Das Spiel wird neben einem guten Handbuch, in welches man öfters einen Blick werfen sollte, natürlich mit einer Spiele-CD ausgeliefert. Es gibt nur eine Installationsmöglichkeit, das Spiel belegt anschließend knapp 400 Megabyte auf der Festplatte. Wer möchte kann sich noch Trailer zu 2 weiteren Spielen ansehen. Empfohlen wird für das Spiel ein Rechner mit mindestens 600 MHz, aber schon auf einem 333 MHz Rechner mit 256 MB Ram sowie einer Voodoo 3 ist das Spiel in 800x600 ganz ordentlich zum Laufen zu bringen, dies sogar mit allen Details. Dennoch empfehle ich einen Rechner mit mindestens 450 MHz und einer schnellen 3D-Karte, dann dürfte es selbst in größeren Missionen nicht zu Rucklern kommen.

Übrigens solltet ihr vor dem Spielen unbedingt etwaige installierte Firewalls deaktivieren, ansonsten kann es euch genauso wie mir auch passieren das „Empire Earth“ beim Startvorgang den Geist aufgibt und man gezwungen ist einen Neustart zu machen, nicht gerade sehr toll gemacht. Ansonsten ist das Spiel aber frei von solchen groben Fehlern.


2. Spielumfang

Im Spiel kann man sich durch insgesamt 4 Kampagnen schlagen, zur Auswahl stehen die Griechen, die Deutschen, Engländer sowie die Russen. Diese 4 Kampagnen bestehen jeweils aus ca. 8 Missionen welche jeweils ziemlich umfangreich sind und man mehrere Wochen an den Missionen zu knabbern hat. Die 4 Kampagnen stehen übrigens stellvertretend für 4 große Zeitepochen.

So muss man in der Griechenkampagne aus verschiedenen Völkern die Griechen im Mittelmeerraum versuchen zu etablieren, so wird man anfangs verfolgt und man muss versuchen sich auf Kreta zu vermehren. Dann wächst das griechische Reich und man muss weiter expandieren. Dabei schlüpft man teilweise in die Haut von bekannten griechischen Personen. In dieser Kampagne ist man meistens mit Fußsoldaten oder mit Kavallerie unterwegs, auch Stein- oder Speerwerfer freuen sich auf den Einsatz. Um über das große Meer zu kommen nutzt man kleinere Schiffe.

Dann wird es schon fortschrittlicher, so muss man mit den deutschen natürlich in den Krieg ziehen, wobei ich es hier gut finde das man die Deutschen nicht schlechter macht als sie sind. Hier kommen dann schon heftigere Waffen zum Einsatz, zwar werden auch noch normale Soldaten eingesetzt, aber es gibt schon größere Geschütze, Flugzeuge, U-Boote usw. ! Alles wirkt viel moderner, hier sieht man wie viel Mühe sich die Entwickler gegeben haben, im Gegensatz zu den vorherigen Kampagnen hat sich die gesamte Spielumgebung verändert. Übrigens kämpft man in der deutschen Kampagne z.B. mit dem Roten Baron gegen die Sowjets, ziemlich unterhaltsam.

In der letzten Kampagne muss man die geschlagenen Russen wieder zur Weltmacht Nr. 1 führen. Dabei spielt diese Kampagne in der Zukunft, so kämpft man dann auch mit den neusten Waffensystemen um die Weltherrschaft. Komische Cyborgs, schnelle Flugzeuge kommen in dieser Kampagne zum Zuge. Insgesamt gibt es übrigens mehr als 80 verschiedene Einheiten. Dadurch ist das Spiel an einigen Stellen verwirrend, da jede Einheit wirklich jeweils ganz andere Eigenschaften besitzt als eine vergleichbare.

Wer genug von den wirklich schweren Kampagnen hat, kann sich auch in den verfügbaren Multiplayerkarten mit echten Menschen messen, auch den Computer kann man zuschalten, wenn man nicht über genügend Mitspieler verfügen sollte. Dabei sollte man aber genügend Zeit mitbringen, so kann eine Runde schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen, ziemlich heftig.

Toll ist auch der mitgelieferte Karteneditor, dieser ist ziemlich leicht zu bedienen und so kann man innerhalb kürzester Zeit einfach nur Karten, oder sogar ganze Missionen erstellen, diese lassen sich anschließend zu ganzen Kampagnen zusammenfügen. So sollte schon bald der Nachschub an neuen Karten und Kampagnen anrollen.

Für sein Geld bekommt man also wirklich ein komplexes Spiel geliefert, welches dennoch wahrlich ausbalanciert ist, wenn man verliert liegt das an der mangelhaften Planung und Taktik, der Computergegner lässt nämlich keine Fehler zu, solche werden oftmals sofort bestraft.


3. Spielverlauf

In den ersten Missionen fängt man oftmals mit wenigen Einheiten an, mit denen muss man dann möglichst schnell erste Siedlungen gründen und die Umgebung erforschen, um möglichst früh herauszufinden wo sich die Gegner befinden. Mit den Bürgern kann man sofort anfangen die Wälder zu roden, Wild zu erlegen um die Nahrungszufuhr zu sichern. Schon bald greift dann der Gegner an. In einigen Missionen steht man nämlich unter Zeitdruck, da macht sich jeder Fehler sofort bemerkbar und wird schonungslos vom Computer geahndet. So hatte ich schon in der 2ten Mission einige Probleme, wenn man nicht genau ahnt was geschehen wird ist man nicht nur in dieser Mission verloren.

Um eine Siedlung zu gründen ist man natürlich auf Ressourcen angewiesen, diese kann man mit den Bürgern einfach abbauen. So steht z.B. Gold, Eisen oder Steine zur Verfügung, Holz und Nahrungsmittel können bedeutend schneller gewonnen werden. Diese Ressourcen werden in die nächste Siedlung gebracht. Die Ressourcen sind fast unbegrenzt vorhanden, aber oftmals über die gesamte Karte verstreut so das man gezwungen ist früh zu expandieren, was leider auch der Gegner gerne macht.

Früh sollte man auch damit anfangen die Evolutionsstufen aufzusteigen, wobei es davon mehr als 10 verschiedene gibt. Steigt man eine Stufe auf, wobei man dafür bestimmte Vorraussetzungen erfüllen muss, kann man neue Einheiten und Gebäude bauen, nur dadurch hat man in späteren Missionen eine reelle Chance. Wichtig ist auch das Verbessern der Einheiten, so kann man z.B. die Reichweite von Einheiten erhöhen, ihnen spezielle Fähigkeiten beibringen.

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit seine Einheiten zu verbessern, so bekommt man durch das Lösen der Missionen Zivilisationspunkte, auch für erledigte Aufgaben in den Missionen bekommt man weitere Punkte. Diese kann man z.B. einsetzen um Gebäude günstiger oder schneller zu produzieren oder die Einheiten aufzuwerten.

Übrigens sind die Missionen sehr abwechslungsreich, so muss man nicht nur einfach überleben und die Gegner besiegen, nein, es warten auch Spionage-, Rettungs-, Aufklärungs- und weitere Aufgabentypen auf euch, so das Langeweile eigentlich kaum aufkommen dürfte. Dennoch muss ich schreiben das wenigstens der Anfang der Missionen oftmals der selbe ist, Siedlungen aufbauen, Ressourcen sichern, Armee aufbauen, Angreifen und natürlich auch Verteidigen.

Auch ist der Anfang nach meiner Meinung ein wenig zu zäh geraten, dadurch das die Ressourcen immer ziemlich reich vorhanden sind ist man nicht gezwungen den Feind frühzeitig zu attackieren um Ressourcen zu gewinnen. Leider ist dies nicht der Fall mit Nahrungsmitteln, diese sind nämlich oftmals sehr knapp und so kann es sein das man schon 2 Stunden spielt und dann feststellt das man nicht mehr gewinnen kann weil einem die Lebensmittel fehlen.

Besonders frustrierend für Anfänger, aber auch für Profis sind einige Missionen ziemlich knackig.


4. Graphik

Stellt euch „Age of Empires“ einfach in einer 3D-Engine vor. So wird die Landschaft aus der Vogelperspektive angezeigt, mit dem Mausrad und der Tastatur kann man die Landschaft näher heranzoomen lassen, wobei man richtig in die Landschaft „reinfahren“ kann und dann schon fast wie in einem EGO-Shooter das Spiel erleben kann. Nützlich ist es das die Gebäude transparent werden sobald sie Einheiten verdecken, dies geschieht auch mit Bäumen oder sonstigen Objekten.

Die Graphik an sich ist nicht schlecht gemacht, besonders die Landschaften sehen ganz gut aus, so gibt es echte Hügel, welche natürlich Auswirkung auf die Einheiten haben, Wettereffekte, Tag- und Nachtphasen, animierte Bäume die sich im Wind biegen, Tiere, Wasser welches ziemlich toll dargestellt ist mit Wellen und tollen Transparenzeffekten, sowie viele weitere toll anzusehende Objekte.

Leider muss man Abstriche bei den Einheiten machen die nur aus wenigen Polygonen bestehen und aussehen als ob sie jemand aus einem Karton ausgeschnitten hat, so eckig sind sie anzusehen, dies fällt besonders bei der Infanterie auf, bei Schiffen macht sich diese Schwäche nicht so bemerkbar. Dafür entschädigen die vielen tollen animierten Einheiten sowie die tollen Effekte.

Angefangen bei Explosionen, Wirbelstürmen, Feuerbällen, Rauchwolken, Regen usw. ! Diese Effekte gleichen die anderen Schwächen wieder aus, wer sich auch an die ungewohnte Darstellung der Einheiten gewöhnt hat wird sehr zufrieden sein mit der Graphik, welche in höheren Auflösungen aber einen schnellen Rechner benötigt.

Übrigens gibt es vor den Missionen noch Videos welche in der Spielegraphik gezeigt werden, na ja, auf diese hätte man lieber ganz verzichten sollen, so sieht man die Kartonwesen leider ziemlich deutlich. Auch das Intro ist in einer ziemlich schlechten Auflösung, obwohl das Rendervideo an sich toll ist, wird dadurch leider die tolle Atmosphäre teilweise zerstört.


5. Sound und Musik

Der Sound ist ganz annehmbar, da gibt es fast nichts zu mäkeln, nur leider wirken die Stimmen in der deutschen Kampagne ziemlich unmotiviert, in den anderen Kampagnen dafür eher nicht. Auch die Missionsbeschreibungen werden in deutsch vorgelesen. Ansonsten gibt es die üblichen Geräusche wie z.B. kreischende Vögel, arbeitende Menschen, Kampfgeräusche.

Viel besser ist in meinen Augen aber die Musik welche locker an Filme wie z.B. „Crimson Tide“ oder „The Rock“ heranreicht. Einfach göttlich, da wünsche ich mir doch glatt einen Soundtrack. Es gibt mehr als 60 Minuten an Musik, wobei sich diese übrigens teilweise dem Geschehen anpasst.


6. Steuerung

Das Spiel lässt sich kinderleicht steuern. Am unteren Ende gibt es eine Leiste, in der alle wichtigen Informationen über eure Zivilisation gegeben sind wie z.B. Ressourcen, Anzahl der Menschen. Sobald man auf ein Gebäude oder eine Einheit drückt wird in dieser Leiste angezeigt wie der aktuelle Status ist. Ob etwas produziert wird, Schaden usw. ! Die Steuerung erinnert stark an die anderen Strategiespiele wie z.B. „Age of Empire 2“ oder auch „Starcraft“.

Man kann seinen Einheiten auch wieder mal Formationen zuweisen, diese nehmen die Einheiten aber nicht sehr zufrieden stellend ein, auch ist die Wegfindungsroutine nicht sehr ausgereift, so nehmen die Einheiten oftmals lange Umwege in kauf um ihr Ziel zu erreichen. Ansonsten ist die Steuerung aber wirklich zufrieden stellend, selbst Anfänger werden schnell alle Funktionen gefunden haben. Ich hatte jedenfalls kaum Probleme damit.


7. Fazit

Wäre das Spiel nur nicht so schwer könnte ich es ohne Probleme empfehlen. So aber ist es nach meiner Meinung wirklich bockschwer, wer keine vor Erfahrung mit anderen Strategiespielen hat und „Age of Empires 2“ nicht im Schlaf durchspielen kann sollte sich den Kauf wirklich überlegen, ansonsten werdet ihr wahrscheinlich genauso wie ich ziemlich schnell frustriert sein. Dafür entschädigt der tolle, wenn auch ziemlich komplexe Multiplayermodus, der richtig viel Spaß macht wenn man viel Zeit hat. Wer sich aber als Profi bezeichnet der sollte sich das Spiel unbedingt kaufen, auch wenn die Graphik der Einheiten ziemlich ungewohnt ist, dafür gibt es teilweise atemberaubende Effekte zu sehen, welche so noch nicht in einem Strategiespiel gesehen worden sind. Die Missionen sind ziemlich unterhaltsam und komplex, der Gegner reagiert schnell und aggressiv, lässt keine Fehler zu. Wer also eine wahre Herausforderung sucht wird hier fündig, als Unterhaltungsspiel würde ich „Empire Earth“ aber aufgrund der hohen Konzentrationsansprüche nicht bezeichnen, man hat keine Zeit das Spiel wirklich zu genießen.

Also dann, stürzt euch in die Menschheitsgeschichte, oder lasst es, das Mensch sein ist schon so schwer genug!

6 Bewertungen