Empire Earth (PC Strategiespiel) Testbericht

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ab 13,88
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Erfahrungsbericht von Apophis

super spiel

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Empire Earth

Putschversuch gescheitert: Ärgerliche Kleinigkeiten verhageln Rick Goodmans epischem Strategie-Spektakel den Sieg über Genreprimus Age of Empires 2.

Das Heimatmuseum in Ihrer Stadt zeigt nur die halbe Wahrheit: Die Faustkeile in den Vitrinen waren mehr als bloß Schabe- und Schneidewerkzeuge, sie spalteten auch viele Neandertaler-Schädel. Bei aktuellen Konflikten sind die Mittel mit Kampffliegern und Panzern zwar moderner, die Beweggründe aber die gleichen. Rick Goodman, ehemals Lead Designer von Age of Empires, will mit Empire Earth mehrere tausend Jahre Krieg in ein Echtzeit-Strategiespiel packen. Mit hübscher 3D-Grafik und bombastischem Umfang bläst sein neues Spiel zum Angriff auf die Referenz Age of Empires 2.

Epochale Entwicklungen

Gold, Holz, Steine und Nahrung sammelten die Untertanen schon in AoE 2. Neu ist in Empire Earth das Eisenerz. Ein in jeder Mission unterschiedliches Limit begrenzt das Wachstum Ihres Volkes und bleibt auch beim Bau neuer Wohnhäuser gleich. Die heben lediglich die Moral und somit die Kampfkraft Ihrer Leute. Haben Sie genug Ressourcen angehäuft und ausgegeben sowie die wichtigsten Gebäude eines Zeitalters gebaut, beginnt das Dorfzentrum auf Knopfdruck den Aufstieg in die nächste der zwölf Epochen. Zugleich steigt das Bevölkerungslimit um einen in jedem Zeitalter anderen Wert.
Im freien Spiel oder in Multiplayer-Duellen arbeiten Sie sich so von der Steinzeit vor bis in das Jahr 2200, wo Laserkanonen und Mechs aufeinander treffen. Die Auswahl an Rohstoffen verändert sich dabei nicht, auch wenn der Verbrauch an Holz beim Bau neumodischen Kriegsgeräts eher gering ausfällt. In der Moderne sind hauptsächlich Eisen und Gold gefragt, vor allem für die Erforschung neuer Technologien. Wie ihre Vorfahren fördern Rock- und Anzugträger die Metalle per Spitzhacke aus Vorkommen in der Landschaft. Genauso wichtig wie im Vorbild: exzessiver Mauerbau zur Gebietssicherung.

Volks-Tuning

In Empire Earth finden Sie keine total unterschiedlichen Parteien nach Art von StarCraft. Einheiten wie der Albatross-Jagdflieger stehen in den Kampagnen zwar nur den Deutschen zur Verfügung, im Mehrspieler- und Geplänkel-vilisationspunkte als Belohnung, die Sie sofort ausgeben können. Das ist auch ratsam, denn die Veränderungen im Civ-Editor haben deutliche Auswirkungen auf die Werte Ihrer Einheiten. Im Mehrspieler-Modus verliert der Editor etwas an Bedeutung. Was nützen schon hochgerüstete Reiter, wenn Sie gegen Ende des Spiels mit Mechs kämpfen? Am besten investiert sind die Punkte sowieso in die Wirtschaft, also für Arbeiter und Gebäude


In Empire Earth finden Sie keine total unterschiedlichen Parteien nach Art von StarCraft. Einheiten wie der Albatross-Jagdflieger stehen in den Kampagnen zwar nur den Deutschen zur Verfügung, im Mehrspieler- und Geplänkel-vilisationspunkte als Belohnung, die Sie sofort ausgeben können. Das ist auch ratsam, denn die Veränderungen im Civ-Editor haben deutliche Auswirkungen auf die Werte Ihrer Einheiten. Im Mehrspieler-Modus verliert der Editor etwas an Bedeutung. Was nützen schon hochgerüstete Reiter, wenn Sie gegen Ende des Spiels mit Mechs kämpfen? Am besten investiert sind die Punkte sowieso in die Wirtschaft, also für Arbeiter und Gebäude.

Knüppel, Kanonen, Kampfroboter

Welche Truppen Sie ins Gefecht schicken, hängt natürlich vom Entwicklungsstand Ihrer Zivilisation ab. Anfangs schwingen Höhlenmenschen Keulen und bewerfen die Gegner mit Steinen. Erst in der siebten Epoche (Renaissance) erfinden die Forscher das Schieðulver. Richtig zur Sache geht es in der Zukunft: Dann stapfen schwere Mechs durch die gegnerischen Reihen und leuchten den Feinden per Laser heim. Spaßig sind die Spezialfähigkeiten mancher Kämpfer, die Sie allerdings nur aus dem Handbuch erfahren. So marschiert der Partisan durch normalerweise unpassierbaren Wald, und die Hyperion- und Poseidon-Roboter nehmen gerne mal eine Abkürzung über den Meeresgrund. Durch die riesige Zahl an Einheiten wird Empire Earth allerdings schon zu komplex. Es ist fast unmöglich, sich die Eigenheiten sämtlicher Untergebenen ohne ausgiebiges Gedächtnistraining zu merken. Deshalb verdienen das sehr gute Handbuch und das beiliegende Poster ein Extralob.

Wenn Sie große Gruppen von Panzern oder Schiffen über die Karten befehligen, tritt eine der Macken von Empire Earth zu Tage: Die Kolosse verhaken sich gerne. Mehr als einmal war im Test eine Mission verloren, weil eine Fähre von festgefahrenen Kollegen blockiert wurde. Gegnerische Zerstörer versenkten das Transportschiff, bevor es das Ufer erreichen konnte. Große Landungsangriffe arten immer in ein Bedienungsdesaster aus. Acht Formationsbefehle bringen am Land etwas Ordnung in das Chaos. Innerhalb einer Gruppe stellen sich Einheiten mit großer Reichweite automatisch nach hinten.

Wer gegen wen?

Egal, mit was für Truppen der Gegner auf Sie einstürmt, es gibt garantiert ein schlagkräftiges Gegenmittel. Mit welchen Einheiten Sie sich am besten wehren, erfahren Sie nur aus dem Handbuch und dem detaillierten Einheitenposter. Die Kräfteverhältnisse sind in den ersten Epochen noch leicht zu merken, werden aber spätestens in der Zukunft mit jeweils fünf Mechtypen und Cyberkriegern zum komplizierten Gedächtnisspiel. Nur manchmal verraten die Tipps im Missionsbriefing, wie Sie optimal reagieren. Dabei wären diese Informationen extrem wichtig, weil Empire Earth wie kaum ein anderes Spiel auf das bewährte »Papier Stein Schere«-Prinzip setzt, nur eben in einer wesentlich komplexeren Variante.

Praktisch: Ihre Kämpfer fassen Sie nicht nur mit komplizierten Tastenkombinationen zu Trupps zusammen, sondern auch per Klick in die Kästchen am unteren Bildschirmrand. Unglaublich nervig ist die Bedienung der Lufteinheiten: Um Jäger und Bomber zu starten, müssen Sie den Flugplätzen Wegpunkte setzen. Die Flieger selbst lassen sich erst umständlich in der Luft anwählen. Wenn der Sprit knapp wird, kehren sie kurz vor dem Ziel einfach um - anstatt schon beim Befehl die Ausführung zu verweigern. Oft holt die feindliche Flugabwehr Ihre stur dahinfliegenden Piloten vom Himmel.

Schneller oder stärker

Sie haben drei Möglichkeiten zum Tuning Ihrer Streitkräfte. Im Civ-Editor verbessern Sie Tempo oder Kampfkraft ganzer Klassen (z.B. Nahkampf-Infanterie). Per Forschung machen Sie Priester stärker oder erhalten neue Truppentypen. Zu guter letzt dürfen Sie im Statusfenster einer Einheit für den ganzen Truppentyp bis zu sieben Faktoren (wie Angriffsstärke) steigern. Allerdings nur sechs mal und pro Karegorie nur zwei mal. Manchmal können Sie sich zum Beispiel eine Reichweiten-Verbesserung sparen, indem Sie die Soldaten einfach auf einen Hügel stellen. Von hoch oben schießen Ihre Leute weiter und genauer.

Ab der dritten Epoche ziehen Sie mit einer von 24 historischen Persönlichkeiten ins Feld, es gibt zwei pro Zeitalter und Nation. Steigen Sie eine Epoche auf, passt sich der Anführer per kostenpflichtigem Upgrade der neuen Zeit an. Helden wie Julius Cäsar, Richard Löwenherz oder Napoleon unterteilen sich in Kämpfer und Strategen. Erstere hauen besonders fest zu und stecken auch gehörig ein. Letztere erhöhen den Moralwert der umgebenden Soldaten und heilen selbstständig Verwundete. Das macht sie in Missionen ohne Basisbau besonders wertvoll. In den Hintergrundgeschichten der Kampagnen-Missionen sind die Helden die Hauptfiguren. Eine Sonderrolle nehmen auch die Priester und Propheten ein: Die in den ersten Epochen fast schon zu starken Gottesmänner bekehren Feinde und beschwören sechs Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Vulkane.

Heim zum Heilen

Schon in StarCraft oder Age of Empires 2 waren manche Gebäude mehr als Kämpfer-Generatoren und Forschungsstätten. Auch in Empire Earth kommt einigen Bauwerken zusätzliche Bedeutung zu. Im Umkreis des Krankenhauses etwa erholen sich verletzte Einheiten. Und rund um die Universität scheitern die Bekehrungsversuche feindlicher Priester. In der Nähe des Stadtzentrums steigt die Truppenmoral, und die Soldaten kämpfen besser. Das ist erst recht der Fall, wenn Sie dort 50 Arbeiter einquartieren und das Gebäude so zum Kapitol ausbauen. Die sechs kostspieligen Weltwunder sehen nicht nur hübsch aus, sondern bringen ihrem Erbauer brauchbare Vorteile.

Volle Härte

Vier Kampagnen - Griechen, Engländer, Deutsche und Russen - mit insgesamt 29 Missionen umspannen in Empire Earth ein breites Spektrum der bisherigen und zukünftigen Weltgeschichte. Sie kämpfen als William der Eroberer 1066 Weltkriegs landen Sie als deutscher General in England und wehren sich gegen einfallende Amerikaner. Sämtliche Aufträge sind extrem umfangreich und dauern grundsätzlich mehrere Stunden. Fast immer bekommen Sie in filmartigen Engine-Zwischensequenzen mittendrin neue Ziele und Nebenaufgaben. So bleiben die Missionen trotz ihrer Länge immer interessant und motivierend. Motiviert sollten Sie auf jeden Fall sein, denn der hohe, nicht regulierbare Schwierigkeitsgrad wird Ihnen des öfteren herbe Rückschläge bescheren. Die Computergegner gehen hart ran und lassen Ihnen kaum Zeit zu überlegen. Selbst fortgeschrittene Echtzeit-Strategen sollten erst ausgiebig im freien Spiel üben, wo sie die Computer-Intelligenz in drei Stufen drosseln können. Die in unserer Preview-Version noch enthaltenen Einzelszenarios fehlen in der Verkaufsfassung.

Magere Modi

Gerade für Hardcore-Strategen sind Duelle mit menschlichen Gegnern wichtiger als Kampagnen und Einzelszenarios. Außer (Team-)Deathmatch und dem Sieg durch den Bau von Weltwundern hat Empire Earth in diesem Bereich nichts zu bieten. Reizvoll ist es dafür, Start- und Endzeitalter festzulegen. So fechten Sie die Kämpfe gegen Ihre Kumpels auf Wunsch nur im Zweiten Weltkrieg aus. Wenn die sieben Freunde für ein Spiel mit maximal acht Teilnehmern fehlen, springt auf Wunsch der Computer in drei KI-Stufen ein. Vorsicht: Einsteiger und unvorsichtige Feldherren putzt der Rechner auch auf der einfachsten Stufe im Nu von der zufallsgenerierten oder per Editor erstellten Karte. Der ausgiebige Betatest von Empire Earth hat sich ausgezahlt: Balance-Probleme oder übermächtige Einheiten gibt es nicht.

Viel zu nah

Wie viele 3D-Strategiespiele kämpft Empire Earth mit der zu nahen Kameraperspektive. Besonders in großen Schlachten werden Sie sich oft wünschen, per Mausrad weiter herauszoomen zu können. Das ging in den Preview-Versionen noch, ist nun aber wohl aus Performance-Gründen nicht drin. Besonders beim Heranzoomen fallen die niedrige Polygonzahl und die einfachen Texturen negativ auf. Dafür gibt es durch die strikt nach Norden zeigende Blickrichtung keine Drehwurm-Verwirrungen.

6 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Skywalker1

    23.05.2002, 18:12 Uhr von Skywalker1
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr ausführlich, klasse

  • kaykintzel

    23.05.2002, 18:05 Uhr von kaykintzel
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse Bericht