Empire Earth (PC Strategiespiel) Testbericht

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ab 13,88
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Erfahrungsbericht von Nasim18

Zum Angriff

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Am Anfang war das Feuer. Kurz darauf brannte auch schon die Höhle des verhassten Neandertalers von nebenan. Dass die bewegte Geschichte der Menschheit nicht gerade friedlich abläuft, erlebt man im Echtzeit-Strategiespiel Empire Earth.

Im Laufe der Jahrtausende mischt man wieder in entscheidenden historischen Gefechten mit. Auf der Seite von Franzosen oder Briten kämpft man in Waterloo. Im Atlantik versenkt man das Schlachtschiff Bismarck. Für die Zukunfts-Szenarios haben sich die Designer den russischen Bösewicht Grigor als Gegenspieler ausgedacht. Die zwölf Völker lehnen sich an echte Vorbilder an. Im Programm ist zusätzlich ein Zivilisations-Designer verfügbar, mit dem man sich sein eigenes Wunschvolk basteln kann. Zum Beginn der Kampagne oder einer Mehrspieler-Partie verteilt man damit Zivilisationspunkte auf bis zu 15 Attribute seiner Kreation. So werden die Untertanen zu besseren Forschern oder laufen schneller. Während des Spiels bekommt man zur Belohnung für erreichte Ziele mehr und mehr dieser Punkte, um sie in die Fähigkeiten der Untertanen zu investieren. Erst ab einer gewissen Punktezahl kann man in die nächste Epoche vorrücken. Aufstiegszwang besteht nicht: Wenn man sich in einem Zeitalter besonders wohl fühlt, absolviert man vor dem Aufstieg noch einige Zusatz-Missionen.

Um wirklich jede Entwicklung der Kriegskunst zu berücksichtigen, wurden rund 300 Einheitentypen eingebaut. Vom keulenschwingenden Steinzeitmenschen bis hin zum raketenbewehrten Mech reicht das Arsenal. Beim Wechsel des Zeitalters bleibt die Armee erhalten: Während der ersten Mission einer neuen Epoche bringt man die Kämpfer per Forschung in Sachen Ausrüstung auf den neuesten Stand. Dadurch verwandelt sich eine Armee von Steinewerfern im Lauf der Zeit zu Armbrustschützen, Musketieren, Grenadieren und schließlich Laser-Kämpfern. Dank der Wissenschaft können die Männer weiter schießen oder mehr Treffer einstecken. Jede Einheit hat sechs aus einer Palette von 15 Charakterwerten wie Geschwindigkeit oder Wahrnehmung, die man durch Upgrades beeinflussen darf. Komfortabel: Mit der "Explore"-Funktion macht sich ein Söldner selbständig auf, die Karte zu erkunden.

Manche Einheiten haben Spezialfähigkeiten. Nur der Prophet kann zum Beispiel eine von sechs Naturkatastrophen heraufbeschwören. Unannehmlichkeiten wie Vulkane oder eine fiese Pest machen dem Gegner das Erobern schwer. Die Wirbelstürme des Gottesmannes können Schlachten zu Wasser entscheidend beeinflussen. In Sachen Seekrieg haben sich die Designer besondere Mühe gegeben: Mit 30 Schiffstypen vom Einbaum bis zum atomgetriebenen U-Boot passiert auf den Meeren von Empire Earth mehr als nur Truppentransporte und gelegentliche Angriffe auf Küstenziele. Von einem Flugzeugträger aus greifen Bomber etwa Anlagen weit im feindlichen Himmel an.

Wie in vielen neueren Echtzeit-Strategiespielen gibt es auch in Empire Earth Helden, die umstehende Soldaten stärken oder beschützen. Der babylonische Herrscher Gilgamesch, Julius Caesar oder Napoleon kämpfen an vorderster Front. Soche Persönlichkeiten tauchen immer wieder auf und sind in die Hintergrundgeschichte der Szenarios eingebunden. Dabei sind Helden zwar nicht besonders kampfstark, hebt aber den Moralwert und somit die Kampfkraft der Untergebenen dramtatisch an. In den Konflikten des 20. Jahrhunderts reiht sich neben General Patton sogar Elvis Presley in die Armee ein, um die Kameraden zu unterstützen.

Natürlich läuft auch in Empire Earth nichts ohne ein funktionierendes Wirtschaftssystem. Arbeiter beschaffen Holz, Steine, Nahrung und Gold. In einem späteren Zeitalter kommt noch Stahl hinzu. Dabei sind die Untertanen intelligent genug, um selbsttätig Ressourcen zu sammeln und Felder zu bestellen; lästiges Mikro-Management entfällt. Einen ähnlichen Effekt wie die Helden haben auch manche Gebäude auf die Einheit. So heilt ein Krankenhaus in der Nähe befindliche Verwundete. Soldaten neben der Universität sind zu schlau, um sich von einem gegnerischen Priester bekehren zu lassen. Im Umkreis eines Tempels versagen die Zaubersprüche feindlicher Propheten. Insgesamt gibt es 25 Gebäudetypen, die im Laufe der Zeit ihr Aussehen und manchmal auch ihren Zweck verändern. Aus einem Kavallerie-Stall wird in der Neuzeit eine Panzerfabrik.

Wie in Age of Empires kann man auch Weltwunder bauen. Diese sind aber nicht nur schmucke Staffage, sondern erfüllen auch sinvolle Funktionen. So lüftet der Leuchtturm von Alexandria den Kriegsnebel über dem Meer; das babylonische Tor von Ischtar macht Gebäude widerstandsfähiger.

Auf der zoombaren Karte tummeln sich ohne Tempoeinbußen bis zu 50 detaillierte Polygon-Kämpfer gleichzeitig auf dem Schirm. Die Kamera behält immer denselben Blickwinkel bei. Selbst an Details haben die Grafiker gedacht: Kornfelder wogen im Wind; bei feuernden Kanonen-Batterien erzittert jedes Geschütz vom Rückstoß. Whrend großer Gefechte mit Feuerwaffen wehen Rauchschwaden über das Schlachtfeld.

Spielerisch wichtig ist das realistische Sichtlinien-System. Einheiten hinter Mauern bleiben für den Feind unsichtbar und sin so in Sicherheit. Auf Bergen oder Türmen positionierte Truppen blicken wesentlich weiter als Kameraden auf Meereshöhe. Die Tag- und Nachtwechsel sehen nicht nur schick aus, sondern haben auch Einfluss auf das Spiel: Eingeschränkte Sichtweite und ungenaue Schüsse machen einem bei Dunkelheit zu schaffen.

Alles in Allem: Die Masse an Einheiten und Technologien macht Empire Earth zu einem der abwechslungsreichsten Strategiespielen.

15 Bewertungen, 5 Kommentare

  • pepsiman

    27.02.2002, 18:08 Uhr von pepsiman
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein weiterer perfekter Spiel-Beitrag.

  • Stoewi

    25.02.2002, 15:22 Uhr von Stoewi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du scheinst ja ein echter Game-Experte zu sein. Werd mich wohl öfter bei dir blicken lassen. Gruß, Stoewi

  • Physiognom

    25.02.2002, 15:13 Uhr von Physiognom
    Bewertung: sehr hilfreich

    Echt guter Bericht. Das Spiel kenn ich leider noch nicht... Steh aber auch nicht so auf das Genre. Gruß vom Gnom =)

  • susperia

    25.02.2002, 15:09 Uhr von susperia
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! Weiter so, bye Deine Susperia

  • NB112

    25.02.2002, 15:06 Uhr von NB112
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr guter und ausführlicher Beitrag... Gruß Norbert