Train (DVD) Testbericht

Train-dvd-horrorfilm
ab 713,64
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011

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Erfahrungsbericht von LilithIbi

Zuschauer-Quäling.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Thora Birch sehe ich persönlich sehr gerne. Wem es ähnlich geht, der wird dem 84minütigen Machwerk

===Train=== zumindest in dieser Hinsicht etwas gutes abgewinnen können. In weiteren Hinsichten hingegen halte ich persönlich das nahezu für ein Ding der Unmöglichkeit.
Wieso, warum und weshalb die DVD mit den Vergleichen zu „Saw“, „Hostel“ oder gar „Rec“ werben darf, entzieht sich meiner Kenntnis ~ die Idee, _wozu das Ganze dienlich ist, tut sich selbst dem naivsten Interessierten auf. Tatsächlich ist der Vergleich zu „Hostel“ durchaus gerechtfertigt ~ und sei es eigentlich lediglich dahingehend, dass die Idee „Amerikaner in die russische Falle locken und sodann zermetzeln“ nahezu rotzfrech abgekupfert wurde.
Bereits in der erste Minute, die laut mütterlicher Meinung die beste am ganzen Film darstellt, tun sich dem freiwilligen Gucker gleich zweiterlei Fragen auf: zum einen die altbekannte „was'n da los?“ Neugierde, zum anderen die Mutmaßung, ob man im weiteren Verlauf mit ähnlich nahezu stümperhaften Begruselungsversuchen konfrontiert werden wird.
Sprich: die Kamera hält brav drauf, als ein menschlicher Körper rundherum aufgeschnitten wird ~ den Effekt, dass Ganze derartig unbrutal wirken zu lassen, muss den Machern unbestreitbar erst einmal jemand nachmachen.
Das, was sich sodann zu ereignen beginnt, erinnert wie gesagt wirklich an das „Hostel“'che Grundgerüst ~ überdies ahnte ich, dass die nette Einladung zu einer „krassen Party mit tollen Mädels, die alle auf Amerikaner stehen“ auch hier böse böse enden würde. Dadurch, dass dem dann nicht völlig so ist, _könnte sich der nachfolgende Verlauf spannend gestalten ~ doch „überraschenderweise“ offenbart bereits der bloße Filmtitel viel zu viel; während der DVD-Rückseitentext der fast schon kompletten Wiedergabe wie so oft in Nichts nachsteht.
Um es kurz zusammenzufassen: eine Gruppe Ringer verpasst durch obigen Partybesuch den Zug nach Odessa, wird sodann von einer Lady am Bahnschalter aufgesammelt und in einen anderen Zug, der angeblich in die gleiche Richtung fährt, gelockt. Dass weder die Sportler noch der Zuschauer eine beschauliche Reise zu erwarten hat, liegt spätestens beim Blick auf die FSK18 Angabe auf der Hand. '''Der Zinnober wurde hierzulande zwar um stolze 6Minuten geschnitten, doch wo die gesamte Darbietungsweise lächerlich ist, da vermag bekanntlich auch ein Massaker de luxe nichts mehr zu retten.'''
Rasch starrte ich nahezu fassungslos auf die dreckig-düstere

===Umsetzung===, in der ich mir bereits bei der befolgten sinngemäßen Aufforderung

_„Geben Sie mir Ihre Pässe, wir passen auf, dass diese nicht gestohlen werden“
an die Stirn patschen wollte. Zwar schaut Alex (Thora Birch) durchaus ein wenig irritiert aus der Wäsche, scheint jedoch nicht wirklich mitdenken zu wollen. Wenig später bereits ärgerte ich mich ein wenig über die absolut unpassende Synchronstimme des weiblichen Lockvogels, die sich im weiteren Verlauf als „Dr. Bratislava“ vorstellt und generell eine derjenigen wenigen Figuren ist, von denen tatsächlich etwas leicht bedrohliches ausgeht. Ein kleines Witzchen in der Abschleppungs-Szene, als der mitgereiste Trainer sich die umsichtige Frage

_Sie wollen doch wohl kein Geld dafür haben, oder?“
erlaubt, überdies fand ich es irgendwo gelungen, seitens Willy die Äußerung

_“Schmerz kann geil sein.“
zu hören, um sodann in der direkten Wechsel-Szene eine Splatterszene zu Gesicht zu bekommen. Solcherlei kann in der Tat den ein oder anderen Zuschauer belustigen ~ ob dies nun Absicht war, sei einmal dahingestellt. Bedauerlicherweise endete an dieser Stelle bereits meine Begeisterung; eben weil der gesamte filmische „Rest“ als breitgefächerte Darbietung mannigfaltiger Logikfehler, Fragwürdigkeiten und holpriger Geschehnisse in die Geschichte eingehen könnte.
„Train“ gestaltet sich durch die (Schlacht-)Bank völlig ungruselig, banal und regelrecht überkünstelt. Kombiniert mit vereinzelt wirren Kamerafahrten tut sich eine Atmo auf, die meines Erachtens nach nicht einmal dem eigentlich dazugehörigen Wortfragment -Sphäre würdig erscheint.

Von diversen Momenten fühlt man sich viel zu oft viel zu veralbert; jener Moment, indem Alex bei voller Fahrt einhändig an der Zug-Außenwand herumklettert, ein Fenster einschlägt und sodann ins Innere gelangt wurde vermutlich gar nicht mal unbeabsichtigt überhart geschnitten ~ eben weil ob des Wissens, dass solcherlei irgendwie _immer albern aussieht. Sprich: Alex schlägt das Fenster ein, und zack, ist sie drinnen. Den Kletterprozess selbst bekommt der Zuschauer hier nicht zu Gesicht.

Generell finden zig Aufnahmen ihren Platz, in denen eindeutig erkennbar ist, dass irgendetwas fehlt. Klar, bei insgesamt 6Minuten entfernten Filmmaterial wundert jenes kaum ~ doch ich persönlich wage zu bezweifeln, dass sogar jene Momente, in denen jemand in ein Gebäude hinein oder wieder hinaus gelangt, als „zu brutal“ eingestuft wurden. Nichtsdestoweniger nimmt es „Train“ wohlweislich den natürlichen Schwung, wenn sich immer wieder der Eindruck auftut, kurz eingenickt zu sein und somit eine Kleinigkeit verpasst zu haben ~ das Wissen, dass sich das Gesamtwerk generell herrlich einschläfernd darstellt, tröstet sicherlich nur bedingt.
Fatalerweise berührt „Train“ kaum ~ der Umstand, dass man selbst nicht einmal in Grundzügen davon geschockt ist, wie unverblümt Claire zurückgelassen wird, spricht sicherlich irgendwo für sich. Generell fällt es schwer, mit einem der Protagonisten mitzufiebern. Sympathien bringt man jenen gerade noch entgegen... dann ist aber auch schon wieder Schluss mit der Anteilnahme. Zu kalt, abgebrüht und mir-doch-egal-was-mit-meinen-Freunden-ist mäßig kommt einer wie der andere rüber; Momente, in denen doch einmal kurz die Tränchen fließen, wirken in diesem Zusammenspiel darüber hinaus eher unpassend als auch nur ansatzweise glaubwürdig.
Dadurch, dass man ferner der guten Alex oftmals aus den unterschiedlichsten Anlässen eine tachteln möchte, hob sich die meinige Zuschauerstimmung kaum. Stetig wird man sich bei „Train“ mit der Frage beschäftigen dürfen, wieso die Dame eigentlich nicht versucht, wegzulaufen; sondern wieder und wieder zurück in den oft genug stehenbleibenden Zug zurückkehrt. Ihre hanebüchenen Tarnungs- oder gar Versteckversuche empfand ich als den reinsten Anti-Knaller; während sich die Momente, in denen die anderen Zugpassagiere recht regungslos verhalten, immerhin im Nachhinein erklären. '''Jenes ist zwar auch wieder total unglaubwürdig und übertrieben, aber nuja... irgendein Motto musste der Regisseur und zugleich Drehbuchautor Gideon Raff ja schließlich haben.'''
Je weiter die Fahrt voranschreitet, desto fragwürdiger gestaltet sich „Train“ und fungiert vermehrt zum Paradebeispiel der Lächerlichkeiten um schlussendlich in einem Feuerinferno der physikalischen Unmöglichkeiten zu gipfeln.
Zumindest _fast. Im direkten Anschluss spielen die Leutz halt noch mal a bisserl fangen, verstecken und andere haste-nichts-Gesehns.
Die ultimative Schlussszene fungiert sodann als quasi-Vorführ-Happy end und fertig ist die Chose.
Wer immer noch nicht genug hat, der kann sich getrost die '''DVD-Extras''' ansehen; welche jedoch ausschließlich aus einer handvoll '''trailer''' (die Ton-qualitativ genauso mittelprächtiger Natur sind wie der eigentliche Film selbst) sowie einem '''making of''' bestehen. Angesehen habe ich mir letzteres wohlweislich nicht; vernichtend ausgedrückt fände ich den biologischen Entstehungsprozess der wortgleichen Scheiße durchaus interessanter als zu erfahren, wie man diese hier erstellt hat.

===Summa summarum=== beschäftigt mich vorab die Rätselei, warum zur Hölle Thora Birch sich dazu bewogen sah, sich an „Train“ zu verschwenden. Wollte sie jemanden einen Gefallen tun? Schuldete sie jemanden einen solchen? Geht es ihr finanziell oder gar generell nicht gut?

Wenig überraschend durchaus die Info, dass „Train“ sich für mich als absolute Enttäuschung darstellte. Kaum haben sich gezahlte 9,99€ so verloren angefühlt wie bei dieser DVD ~ selbst in diesem Fall, wo ich jenes Exemplar aufgrund eines versehentlichen Doppelkaufs geschenkt erhielt.

Zugute halten muss man dem Film womöglich, dass der umfangreiche Schneideprozess der oberen Reihen einiges raubt ~ nichtsdestoweniger bin ich persönlich der Meinung, dass ein Film eben nicht einfach aus „Blut, Gekröse, Gemetzel, Leichenfledderei und sonst nix“ bestehen darf, respektive sollte. Im Bezug auf die Handlung bietet „Hostel“ zwar nur unwesentlich mehr, besticht jedoch zweifellos durch eine gelungene und packende Grusel- und Ekelstimmung, dies sich innerhalb „Train“ rigoros vermissen lässt. '''„Train“ hingegen wirkt unglaublich träge, lieblos, stellenweise nahezu grotesk und passt vorne und hinten kaum zusammen.''' Kollege Zufall leistet nicht nur dahingehend, dass die Ringer natürlich genau die benötigte Blutgruppe aufweisen, ganze Arbeit ~ darüber hinaus häufen sich ein paar Fügungen, die im Umkehrfall zumindest für einen 5er im Lotto garantieren müssten.
Ergo des Ergos: für „Train“ gibt’s von mir aus tiefstem Herzen ein großes „buuuuuh“ sowie den Hinweis, dass man die 84Minuten-FSK18 eher als Warnung vor seelischer Grausamkeit des Zuschauers oder gar Zuschauerfolterung, -Veralberung, -was weiß ich verstehen darf.

Null Sterne und de facto keine Empfehlung.

33 Bewertungen, 9 Kommentare

  • morla

    26.04.2011, 19:17 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • sigrid9979

    26.04.2011, 17:50 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche einen schönen Rest Dienstag...

  • xSunnyx

    26.04.2011, 16:54 Uhr von xSunnyx
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH .. Mit freundlichen Grüßen

  • anonym

    26.04.2011, 16:02 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima beschrieben. LG und eine sonnige Restwoche.

  • babygiftzwerg

    26.04.2011, 14:25 Uhr von babygiftzwerg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir einen schönen Dienstag. LG Ulrike

  • kleiner_engel

    26.04.2011, 12:18 Uhr von kleiner_engel
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüße! kleiner engel

  • yeppton

    26.04.2011, 11:35 Uhr von yeppton
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schoen geholfen, Lg Markus

  • Lale

    26.04.2011, 11:12 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • katjafranke

    26.04.2011, 11:02 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA