Stichtag (DVD) Testbericht

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Stichtag-dvd-komoedie
ab 5,69
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Dein Vater reicht noch für 8 Tassen."

4
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  Kino-Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Obschon mich der entsprechende Trailer zu

===Stichtag=== in gewisser Hinsicht ansprach, hätte ich mir die recht bitter-böse Komödie nie und nimmer im Kino angesehen, sofern Robert Downey jr. nicht die Hauptrolle gespielt hätte. In der Kombination mit Zach Galifianakis, den der ein oder andere noch als Lachergarant in „Hangover“ kennen wird, erschuf der selbe Regisseur Todd Phillips ein Filmchen, welches mich schlussendlich tatsächlich mehr begeistern konnte als ich es zuvor angenommen hatte. Zugegeben, Robert Downey jr. nebst der englischen Bulldogge Sunny lieferte für mich einen besonderen Bonuspunkt; doch auch für sich allein weiß die Story in ihrer Umsetzung zu überzeugen.

Die Idee, zwei absolut inkompatible Persönlichkeiten auf eine gemeinsame Reise zu schicken, ist zwar nicht neu und erinnert hier stellenweise arg viel an „Die Wutprobe“: dass Peter und Ethan sich ausgerechnet im Flugzeug dahingehend begegnen, dass beide der Maschine verwiesen werden, könnte man tatsächlich als „frech abgekupfert“ bezeichnen ~ doch solange das Dargebotene funktioniert, so habe ich nichts dagegen. Und das tuts hier.
Die _Handlung begrenzt sich nicht lediglich auf die gemeinsam fortgesetzte Autofahrt sondern erhält gleich zweierlei konträre Knackpunkte: während Peter als werdender Vater so bald wie möglich nach Hause möchte, um die Geburt seines Sohnes nicht zu verpassen, sucht Ethan nach einer geeigneten Ruhestätte für die Asche seines Vaters, die er praktischerweise in einer Kaffeedose transportiert. Ein kleiner Umweg, um „medizinische verordnetes Marihuana“ bei einer übers Internet aufgetane Dealerin (Juliette Lewis) zu besorgen ist dabei erst der Anfang: Peters Brieftasche scheint spurlos verschwunden, so dass er mehr oder minder auf Ethan angewiesen ist.
Schnell wird klar, dass letzterer seine eigene lebensbejahende Logik befolgt, während Peter hingegen Probleme hat, sich zu beherrschen. Der seines Ethan geäußerte Ratschlag

„Lerne, dich zu beherrschen, bevor es sich beherrscht“

mag noch so klug sein; doch wie das im Leben eben so ist, bringt jene Aussage Peter erst recht auf die Palme. Situationskomik en mas amüsiert den Zuschauer zuhauf, während man selbst froh ist, nicht an Peters Stelle zu stehen.

===In der expliziten Umsetzung=== möchte ich vor allem hervorheben, dass hier die Grenze zum guten Geschmack lediglich, je nach Fasson, ein bis dreimal überschritten wird. So denkwürdig es mal wieder klingen mag: ich persönlich fand die Szene, in der Peter das Kind der Dealerin brachial „zurechtweist“ absolut gelungen, während ich trotz vorherigen Wissens mit dem Moment, in dem Peter Hund Sunny als „hässlichen fledermausohrigen Köter“ beschimpft und voller Inbrunst anspuckt, immer noch so meine Problemchen habe.
Weitere Kinobesucher schienen sich von der Szenerie a la „was ist das für ein Geräusch?“ ~ „Das bin ich, ich masturbierende, damit ich schlafen kann.“ „Dein Hund tut das auch!“ alles andere als unterhalten zu fühlen. Die Damen in den Reihen hinter mir äußerten kaum überhörbar, dass die die entsprechende Bebilderung Sunnys eher ekelig als drollig fanden.

Immerhin sieht man das Prozedere lediglich einmal; so dass man sich im weiteren Verlauf eher darüber mokieren kann, dass hier und dort eben doch zu dick aufgetragen wurde.
Es liegt auf der Hand, dass „Stichtag“ nur dann sein Tempo halten kann, wenn stetig etwas neues, noch chaotischeres passiert ~ meines Erachtens nach schießt die Flucht nach dem versehentlichen Überqueren der Grenze nach Mexiko jedoch etwas über das Ziel hinaus.

Dadurch, dass Ethan durch die Bank trotz seiner zweifellos anstrengenden Art sympathisch wirkt und überdies Mitgefühl zu erwecken weiß, erhält der knapp 100minütige Film eine tiefschürfende Nuance. Die bei dem im ersten Moment ausschließlich belustigenden Satzfragment

„Dad, du warst wie ein Vater zu mir.“

versteckte Tiefgründigkeit mag womöglich nicht beabsichtigt gewesen sein; und doch vertrete ich nach wie vor die Ansicht, dass eben jenes nicht immer grundsätzlich gegeben ist. Generell handelt es sich bei „Stichtag“ kaum um eine reine Komödie; vielmehr weiß sie obendrein mit dramatischen Sequenzen zu berühren und überzeugen. Dass natürlich immer dann noch ein versucht-komischer Moment stattfindet, wenn die Melancholie zu belastend zu werden droht, ist einerseits zwar das, was die vermutete breite Kinomasse erwartet hat, andererseits hier und dort ein wenig schade. „Stichtag“ bremst manche kongeniale Szenen selbst aus, während gleichzeitig mancherorts übertrieben wird. Ich persönlich finde Gefallen an Werken wie „Little Miss Sunshine“ und hätte somit weniger als nichts dagegen gehabt, wenn man ebenfalls in „Stichtag“ den Tränen nahe gewesen sein dürfte.

Ansätze hierzu gibt es tatsächlich; doch wie gesagt ~ bevor sich der Zuschauer so richtig in die vermittelte Gefühlswelt fallen lassen kann, passiert schon das nächste, was die Stimmung wieder herumreißen soll. Und kann.

===Summa summarum=== habe ich im Großen und Ganzen recht wenig zu meckern; wobei es allerdings kaum überraschen mag, dass das Gesehene von mir Dank Robert Downey jr. quasi einen Bonuspunkt erhält. Knuddelige Hunde erfüllen bei mir nach wie vor ihren Herz-Wärm-Effekt, so dass ich ohne Gewissensbisse 4 Sternchen vergeben mag.

Kleinere Schwächen innerhalb des Handlungsablaufs gleicht „Stichtag“ durch das genannte Trio nebst gelungenem Wortwitz sowie überraschenden Kleinigkeiten aus; während man nicht zuletzt wie nebenbei ein wenig crash-boom-kein-bang Action bewundern kann.

Ergo des Ergos: „Stichtag“ wird, sobald verfügbar, als DVD-Ausgabe sicherlich eine absolute Abwechslung in meinem heimischen Regal darstellen ~ und ist dabei herzlich willkommen.

25 Bewertungen, 3 Kommentare

  • sabtau

    02.12.2010, 14:05 Uhr von sabtau
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. Grüßle von boomer0071

  • Miraculix1967

    01.12.2010, 23:57 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe vorweihnachtliche Grüße aus dem eiskalten Dorf Miraculix1967

  • anonym

    01.12.2010, 20:35 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima beschrieben! Würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbei schaust! GLG :)