Kokowääh (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 01/2012
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von knopfi
...Vater sein dagegen sehr!
Pro:
gute Darsteller, witzig
Kontra:
Story ähnelt sehr "Zweiohrküken" und "Einohrhasen"
Empfehlung:
Ja
„Den müssen wir gucken!“ Eine Aussage, die meiner Frau im vergangenen Jahr wohl mehr als gefühlte einhundert Mal aus ihrem hübschen Munde schlüpfte. Natürlich handelt es sich hierbei um filmische Anpreisungen für demnächst im Kino erscheinende Liebesschnulzen, deren Starbesetzung schmalzende Küsse, legere Lacher und vor allem Herzschmerz beschwören. Viel zu selten gilt dieser Satz für Actionstreifen, durchgeknallte Komödien oder sogar psychologisch unwertvolle „Ich-Zerhacke-Dich-Am-Besten-Gleich-Sehr-Grausam-Filmchen“. Will heißen: Nix für mich.
Gut, dass die Hälfte der von ihr zum Anschauen auserkorenen Filmchen meist zu so blöden Zeiten laufen, dass diese gar nicht gesehen werden können. Weitere 49,99 Prozent werden dankenswerterweise von den Lichtspielhäusern zu Ladynignts verwandelt, deren Eintritt sowas von günstig, der Piccolo so verführerisch und die Aussicht auf Frauenpower so groß ist, dass eine Crew von Freundinnen gar nicht anders kann, als ihre Männer daheim zu lassen und in die dunklen Sphären des Kinos zu verschwinden, um die Herz-Schmerz-Arie des Jahres anzuschauen. Perfekt gelaufen für uns Kerle. Wären da nicht noch die verbleibenden 0,01 Prozent.
Aussagen wie „Ich möchte mit dir aber unbedingt mal wieder ins Kino!“, „Nach dem ganzen Action-Scheiß kannst du dir auch mal etwas Sinnvolles anschauen!“ oder „Beim letzten Mal durftest du einen Film aussuchen, heute bin ich mal dran!“ drängt man uns in die Ecke, direkt mit dem Rücken an die Wand! Wir sind sozusagen machtlos. Kein Gegenargument wirkt jetzt noch. Wenn wir besonderes Pech haben, ist (wie in meinem Fall) noch Valentinstag. Ein Tag, an dem wir Männer außer einem tollem Liebesbeweis eh nichts zu melden haben. Wir müssen uns fügen.
So geschehen im Hause Knopfi. Keine Woche ist es her. Man fügt sich also dem Wunsche des verliebten Weibes an seiner Seite, deren Wille es ist, sich den bereits vor ewigen Zeiten hoch angepriesenen neuen Til-Schweiger-Streifen namens „Kokowääh“ anzuschauen. Na gut, zugegebenermaßen muss ich gestehen, dass ich mir lieber eine Story mit Til Schweiger gebe, als dass ich mich dem Gesülze Hugh Grands aussetze. Besser als in die hohle Hand geschissen! Na ja, und so schlecht schien mir die relativ aggressive Werbung zu „Kokowääh“ auch nicht zu sein. Schließlich waren „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ ja auch keine leidvolle Zwangsvollstreckung. Positiv denken, Knopfi!
Und so sitzt man also im Kino, natürlich Loge, hat den besten Blick zur Leinwand, wohlschmeckendes Popcorn mitsamt einer Cola vor sich und denkt: „Wow, jetzt noch einen geilen Sci-Fi-Streifen und alles wäre perfekt!“ Doch lang her sind die Verhandlungsbasen, in denen ich noch ein paar Rechte zu Einwänden hatte. Jetzt zählt nur noch das pure Glück auf eine bitte nicht zu zähe Story…
===Storyboard===
Henry ist ein Drehbuchautor, dem es eher leichter fällt Frauen ins Bett zu kriegen, als ein erfolgreiches Skript zu schreiben. Sein bisher erfolgreichstes Serienwerk „Der Förster aus dem Spreewald“ wird demnächst eingestampft, mangels Zuschauer. Dank seiner Agentin erhält er den wohl besten Auftrag seines Lebens: Dem Schreiben eines Drehbuchs mit einer Bestsellerautorin. Es wäre alles perfekt, wäre diese Autorin nicht Katarina, die Ex Henrys. Beide haben sich nicht unbedingt im Guten getrennt. Während Henry überlegt, ob er den Auftrag annehmen soll oder nicht, wird sein Wagen abgeschleppt. Für die Ablöse fehlt ihm die Kohle und so muss er zu Fuß nach Hause laufen.
Dort angekommen findet er die achtjährige Magdalena vor seiner Haustür. Sie drückt ihm einen Brief in die Hand, deren Inhalt von Charlotte kommt, deren längst vergessener One-Night-Stand nun doch seine Folgen hatte: Eine achtjährige Tochter namens Magdalena. Sie soll nun vorerst bei Henry wohnen, bis Charlotte ihre brenzligen Termine in New York erledigt hat.
Henry ist ziemlich baff, findet aber schnell heraus, dass der Zahnarzt Tristan zwar getrennt von Charlotte lebt, die Ehe aber seit acht Jahren besteht. Dank des Vaterschaftstest muss er sich eingestehen, dass Tristan nicht wie erwartet der Vater, sondern tatsächlich er selbst ist.
Henry gibt sich seinem Schicksal hin und versucht Magdalena seinem Leben anzupassen. Stück für Stück nähern sich die beiden an und er begreift, dass es gar nicht mal so verkehrt ist, eine Tochter zu haben.
Doch Tristan kann sich nicht mit dem Verlust seiner „Tochter“ abfinden. Er lernt Henry näher kennen und findet so wieder den Kontakt zu Magdalena. Zu allen dreien entwickelt sich eine vorerst nette Freundschaft, die allerdings ihren Tribut fordert, als Tristan und Charlotte wieder über einen neuen Versuch der Versöhnung nachdenken.
Auch das Schreiben des Drehbuches mit Katarina verläuft zu Gunsten Henrys, denn sie scheinen sich wieder in ihn zu verlieben. Immer mehr und mehr zieht es die beiden zusammen, selbst das Erscheinen der beiden Exloverinnen zwingt Katarina nicht zur Aufgabe. Doch als sie erfährt, dass mittlerweile noch ein weiterer Mensch das Leben ihres Ex bestimmt, spitzt sich die Sachlage dramatisch zu…
===Fazit===
Ist es nicht so, dass die besten Szenen eines hoffentlich vielversprechenden Kinostreifens bereits in der Werbung vergeudet werden? Klar ist das so. Das weiß wohl jeder. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die „Kokowääh-Werbung“ ihre beste Szene zum Hingucker macht: Ein kleines nicht allzu schüchternes achtjähriges Mädchen blickt fragend ihren Vater an: „Kokowas?“
Die Story an ist nicht von sonderlichem Einfallsreichtum geprägt und wäre somit kein Garant für eine hohe Quote, spiele hier nicht Til Schweiger mitsamt seiner mittlerweile neunjährigen Tochter Emma die Hauptrolle. Die trockene Art des Vaters, die süße und aufmüpfige Art der Tochter hat schon in „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ ihren Erfolg bewiesen. Wieso dann nicht noch einmal mit dem Duo auf Erfolgstour gehen?
Til Schweiger setzt in der von ihm gespielten Hauptfigur Henry auf klassische, uns wohl bekannte Akzente, die ihn allerdings auszeichnen: Trocken, ein Weiberheld, ein Lebemann, Chaot und mittellos. Könnte er tatsächlich überzeugend einen liebenden Ehemann spielen, der sich nicht mit Geldsorgen und possierlichen Lebenslagen herum plagt? In Schwierigkeiten gerät und mal eben seine Tochter kennenlernt? Wohl kaum, dazu ist er einfach zu cool.
Auch Töchterchen Emma setzt ihren Charme dem Zuschauer gegenüber ein. Dem des lieben, aufgeweckten, nicht allzu dummen achtjährigen Mädchens, dessen Lebenssituation jedes andere Kind per sofort aus den Bahnen geworfen hätte. Sie ist einfach süß, niedlich, man möchte sie knuddeln, ihr Lächeln steckt an, ebenso die reizenden Fragen, die nach Antworten suchen. Man möchte weiter suchen, wie es weiter geht, welche Lösung man für das Vater-Vater-Kind-Problem findet, nur damit dieses arme, hilflose Mädchen nicht in der Gosse landet. Emma Schweiger leistet hier sensationelle Arbeit. Sie schafft es, den Zuschauer an sie zu binden, aus der weniger einfallsreichen Grundgeschichte eine kleine Sensation zu schaffen. Jeder Vater möchte dieses Kind als sein eigene nennen, mit der Folge, die Ernsthaftigkeit des Films zu erkennen: Ein Kind ist was Tolles! Nutz die Zeit mit ihm, denn die vergeht viel zu schnell.
Kennt ihr das, wenn man den halben Film überlegt, wie der Name der Darstellerin hier ist? So erging es mir bei der recht schnuckelig ausgeprägten Katarina, gespielt von Jasmin Gerat. Was natürlich zur sehr guten Folge hat, dass Gerat ihren Part mehr als überzeugend spielt. Ob lachend oder weinend, sie kann ihren Job.
Ebenso setzt der mir bis dato unbekannte Samuel Finzi sein Können in Szene. Als Tristan bringt er die verlorene Vaterliebe auf den Punkt, lässt den Zuschauer mitfühlen, leiden, lachen und beneiden. Mit einem Hauch an Tollpatschigkeit, verschmähter Ehemann und erfolgreicher Arzt ist er der perfekte Darsteller für diese Rolle.
Auch wenn namenhafte Darsteller wie Söhnke Möhring, Frederike Kempter oder Johann von Bülow nur kurz oder in kleinen Rollen auftauchen, verleihen sie dem Film etwas Stilvolleres. Selbst ARD-Urgestein Ulrich Wickert darf als Nachrichtensprecher agieren. Somit wirkt die Geschichte schon ein klitztkleines Stückchen überzeugender.
Auch wenn „Kokowääh“ einfach zu sehr dem Stil seiner Vorgänger „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ ähnelt, ist er gut gemacht und absolut sehenswert. Die Filmmusik arrangiert sich bestens zu den untermalten Szenen und bewegt sich zwischen moderner Klassik und dem Chartgeschehen. Stilistisch wie bei seinen beiden Vorgängerstreifen.
Dennoch lässt sich nur Gutes über „Kokowääh“ verkünden, sodass ich freudige vier Sterne und eine Empfehlung zum Anschauen vergebe.
Womit ich wiederum meinem Glück danken kann, keinen sich in die Länge ziehenden Liebesfilm begegnet zu sein. Was bin ich doch nur für ein Glückspilz. Gut, dass ich beim nächsten Mal wieder an der Reihe bin mit dem Aussuchen eines Films…
©knopfi.de´2011
87 Bewertungen, 22 Kommentare
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11.04.2011, 06:40 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollLiebe Grüße und eine schöne Woche
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14.03.2011, 09:44 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichlg andrea .
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04.03.2011, 21:37 Uhr von manyatta
Bewertung: besonders wertvollEin klasse Bericht! Ich fand den Film nicht so dolle und bin früher abgehauen. Du hast Recht, die "Knaller" des Films wurden schon in der Werbung verheizt. bw
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28.02.2011, 00:15 Uhr von Matze081
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüße aus Greifswald ;)
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27.02.2011, 15:09 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSehr gut in Szene gesetzt! Gruß Leseratee
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25.02.2011, 18:19 Uhr von knoopiwahn
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße von knoopiwahn!
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24.02.2011, 20:38 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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24.02.2011, 09:53 Uhr von hameln58
Bewertung: sehr hilfreichLiebe.. Grüße Gina
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24.02.2011, 08:53 Uhr von Powerdiddl
Bewertung: sehr hilfreichHab noch einen schönen Tag, lg
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23.02.2011, 10:07 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ganz liebe grüße
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22.02.2011, 23:07 Uhr von dsander
Bewertung: sehr hilfreichMit den allerbesten Grüßen von David! Freu mich auf eure Gegenlesungen :-D
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22.02.2011, 21:49 Uhr von hexi5
Bewertung: sehr hilfreichwünsch dir einen schönen Abend, Lg Lisa
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22.02.2011, 21:24 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschöne grüße vom niederrhein, lg willi
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22.02.2011, 20:24 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^petra
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22.02.2011, 19:52 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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22.02.2011, 19:35 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ..... Tina
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22.02.2011, 19:24 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Sigrid ....
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22.02.2011, 19:08 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichGrüße.... von der KATJA
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22.02.2011, 19:00 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüsse, Talulah
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22.02.2011, 18:53 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSehr informativ beschrieben! LG und eine schöne Restwoche.
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22.02.2011, 18:49 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollmein Freund möchte sich den auch "antun" er mag Filme mit dem schicken Til ... zu meinem Glück ;-) Allerbesten Gruß *~*
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22.02.2011, 18:49 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
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