127 Hours (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von LilithIbi
Der Vogel ist ein Rabe.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Erneut hocherfreut über die familien-interne Aufteilung, dass meine Mutter sich blue-rays kauft, um mir sodann die ebenfalls in der Hülle befindliche DVD-Kopie zu überlassen, finde ich es nur halbwegs dramatisch, knapp 90 Minuten meines Lebens gegen eine immense meinerseitige Ermüdungserscheinung anzukämpfen. So sehr
===“127 hours“=== auch hochgelobt wurde, so dramatisch, bewegend und aufrüttelnd die authentische Grundlage in der Tat unabstreitbar sein mag ~ mich persönlich sprach der zu grell-bunt-überdrehte Aufnahmestil nicht an. 3 Bilder parallel zu schalten, um den Zuschauer mehrere Effekte auf einmal zu liefern... das ist einfach nichts für mich.
Mag sein, dass mir die Umsetzung nur aufgrund des Umstandes als „zu aufdringlich bunt“ vorkam, eben weil ich sonstig eher duster-klamuster Filme gucke... aber Fakt ist dennoch: so richtig mitleiden konnte ich hier nicht.
Die _story_ ist naturgemäß rasch zusammengefasst: Aron Ralston (James Franco) als ambitionierter Sportler gerät während einer seiner Klettertouren durch den Blue John Cynyon in Lebensgefahr. Zu übermütig springt er zwischen den Felsspalten umher, um schlussendlich von einem heruntersausenden Geröll Dank seines eingequetschten rechten Armes 127 Stunden auszuharren, bis er sich schlussendlich selbst befreit.
Zuvor lässt Regisseur Danny Boyle den Zuschauer an dem buchstäblich umgesetzten Sinnspruch „Hochmut kommt vor dem Fall“ teilhaben ~ nicht gerade wenig arrogant weist Aron den beiden weiblichen Zufallsbegegnungen Kristi (Kate Mara) und Rana (Clémence Poésy) den Weg, wirkt hierbei unglaublich arrogant und aufschneiderisch. Möglich ist, dass die ihm zugedachte Synchronstimme, die mich an einen etwas erwachsener synchronisierten Adam Sandler erinnert, ihr Übriges dazu tut ~ doch wirklich sympathisch erscheint mir der Einzelgänger nicht.
Naturgemäß passiert in dem Film nicht sonderlich viel ~ Aron verbringt den beinahe sämtlichen Teil in der Felsspalte, muss somit zwangsläufig Selbstgespräche führen bzw. in seine Handkamera sprechen, um den Zuschauer nicht den absoluten Eindruck eines Stummfilmes zu implizieren.
Auch erzählt sich _„127 hours“_ aus einer einzigen Perspektive heraus, um den Zuschauer die maximale Möglichkeit des Hineinversetzens zu gewährleisten.
Doch was bei _“Buried ~ Lebend begraben“_ wundersam funktionierte, beginnt hier Dank der zig Rückblenden, Erinnerungsfragmente wie auch Wahnvorstellungen als unsagbares Durcheinander zu wirken und wirkt nicht zuletzt streckenweise immer wieder aufs neue sagenhaft langweilig.
Vorgenannte Stilmittel sorgen meines Erachtens nach nicht dafür, dem Zuschauer ein runderes Bild zu liefern, sondern befremden nicht zuletzt durch eine überbordend unpassende Begleitmusik und trieben mich persönlich mehr und mehr ins Tal der stetig-auf-die-Uhr-Gucker.
Das Aron bereut, niemanden Bescheid gegeben zu haben, wohin es ihn dieses Wochenende verschlägt, hat man bereits bei dem ersten deutlichen Fingerzeig verstanden ~ warum jedoch unbedingt vehement dieser Aspekt beleuchtet, aufgezeigt, ausgesprochen und sodann via Handkamera aufgezeichnet werden musste, um erneut eine völlig deplatzierte ho-ho-ho Musik einzududeln, die auch den letzten Rest Wirkung aus dem Drama herausprügelt... ich weiß es nicht.
Zugegeben ~ der Moment, in denen sich der Felsbrocken löst und Aron (körper)teilweise einschließt, geht durch und durch; um nicht zu sagen: dem ein oder anderen Zuschauer werden förmlich ein bis zwei Herzschläge aussetzen.
Fürwahr ist die gesamte Story schon allein durch den Wahrheitsgehalt durch die Bank dramatisch, bewegend... doch somit fühlt sich für mich umso tragischer an, dass die Umsetzung derartig nervig kredenzt wurde. Bitterironisch-schlagfertige Sprüche, die Aron nicht zuletzt in einem Interview mit sich selbst vom Stapel lässt, um nicht völlig dem Wahnsinn zu verfallen, sind irgendwo verständlich und überzeugend..... regten mich zusammenfassend beurteilt jedoch mehr auf, als das sie mich anzurühren vermochten.
Insgesamt kommt die absolute Bedrohlichkeit der Lage kaum aus sich heraus ~ selbst der Moment, in denen man Aron bewundert, wie er sich befreit und zum Auto läuft, wird meiner Unterstellung nach nur die wenigsten Zuschauer auf die geplant falsche Fährte locken. Zu intensiv befassten sich kübelweise Szenen zuvor bereits mit ähnlichen Sinnestäuschungen, als das man hier erleichtert aufatmen würde.
Ferner ist es Fakt, dass um die einzige Szene, die es absolut in sich hat, bereits 99% der Interessierten Bescheid wissen ~ eben weil jener Moment eigentlich der ist, der _„127 hours“_ bekannt machte; während sich meiner Unterstellung nach nur die wenigsten an den Namen des Überlebenden erinnern dürften.
===Summa summarum=== sind meine Erwartungen in diesem Fall erneut enttäuscht worden. Zu blass wirkt der Protagonist selbst, zu undurchsichtig sein Leben, was durch überaus aufdringliche Rückblenden im poppigen Dance-Trance-Stil wettgemacht zu werden versuchte.
Gut möglich, dass viele eben diese Umsetzung als „flott“ titulieren würden ~ meine Gedanken drifteten jedoch mehr und mehr zu der großen Frage ab, warum ich nicht stattdessen doch endlich mal _“Hierro“ in den heimischen DVD-Player eingelegt hatte.
Der Filmfehler Marke „Blut abgewaschen, huch, das isset ja wieder“ zum Ausgang hin konnte mich immerhin wieder in die hallo-wach Position bewegen, während an für sich generell lediglich die letzten 5 Minuten zu fesseln verstehen. Den Rest kann man sich meines Erachtens nach fast schon sparen ~ über die FSK12 Freigabe hingegen lässt sich munter debattieren.
Ergo des Ergos: „127 hours“ ist nichts, dem ich das meinige Prädikat einer mitreissenden Veröffentlichung verleihen würde. So richtig gepackt hat mich ~ und das ist das eigentliche Drama ~ das Drama ganz und gar nicht, so dass ich auch keinerlei Interesse mehr gehabt hätte, mir etwaige Extras auf der Blue-ray selbst anzusehen.
Schön für den „echten Aron Ralston“, dass er sich befreien konnte, das Tal der Selbsterkenntnis durchlief und sein Glück inzwischen fand ~ meine aufrechten Glückwünsche sind im gewiss; was aber nicht heißen soll, dass ich die Verfilmung seines Abenteuers irgendjemanden empfehlen würde.
Mehr als ein Sternchen wären reiner Sympathiebonus, so dass ich mich mit diesem Bericht erneut von denen abhebe, die die 6 Oscar-Nominierungen nachvollziehen können.
===“127 hours“=== auch hochgelobt wurde, so dramatisch, bewegend und aufrüttelnd die authentische Grundlage in der Tat unabstreitbar sein mag ~ mich persönlich sprach der zu grell-bunt-überdrehte Aufnahmestil nicht an. 3 Bilder parallel zu schalten, um den Zuschauer mehrere Effekte auf einmal zu liefern... das ist einfach nichts für mich.
Mag sein, dass mir die Umsetzung nur aufgrund des Umstandes als „zu aufdringlich bunt“ vorkam, eben weil ich sonstig eher duster-klamuster Filme gucke... aber Fakt ist dennoch: so richtig mitleiden konnte ich hier nicht.
Die _story_ ist naturgemäß rasch zusammengefasst: Aron Ralston (James Franco) als ambitionierter Sportler gerät während einer seiner Klettertouren durch den Blue John Cynyon in Lebensgefahr. Zu übermütig springt er zwischen den Felsspalten umher, um schlussendlich von einem heruntersausenden Geröll Dank seines eingequetschten rechten Armes 127 Stunden auszuharren, bis er sich schlussendlich selbst befreit.
Zuvor lässt Regisseur Danny Boyle den Zuschauer an dem buchstäblich umgesetzten Sinnspruch „Hochmut kommt vor dem Fall“ teilhaben ~ nicht gerade wenig arrogant weist Aron den beiden weiblichen Zufallsbegegnungen Kristi (Kate Mara) und Rana (Clémence Poésy) den Weg, wirkt hierbei unglaublich arrogant und aufschneiderisch. Möglich ist, dass die ihm zugedachte Synchronstimme, die mich an einen etwas erwachsener synchronisierten Adam Sandler erinnert, ihr Übriges dazu tut ~ doch wirklich sympathisch erscheint mir der Einzelgänger nicht.
Naturgemäß passiert in dem Film nicht sonderlich viel ~ Aron verbringt den beinahe sämtlichen Teil in der Felsspalte, muss somit zwangsläufig Selbstgespräche führen bzw. in seine Handkamera sprechen, um den Zuschauer nicht den absoluten Eindruck eines Stummfilmes zu implizieren.
Auch erzählt sich _„127 hours“_ aus einer einzigen Perspektive heraus, um den Zuschauer die maximale Möglichkeit des Hineinversetzens zu gewährleisten.
Doch was bei _“Buried ~ Lebend begraben“_ wundersam funktionierte, beginnt hier Dank der zig Rückblenden, Erinnerungsfragmente wie auch Wahnvorstellungen als unsagbares Durcheinander zu wirken und wirkt nicht zuletzt streckenweise immer wieder aufs neue sagenhaft langweilig.
Vorgenannte Stilmittel sorgen meines Erachtens nach nicht dafür, dem Zuschauer ein runderes Bild zu liefern, sondern befremden nicht zuletzt durch eine überbordend unpassende Begleitmusik und trieben mich persönlich mehr und mehr ins Tal der stetig-auf-die-Uhr-Gucker.
Das Aron bereut, niemanden Bescheid gegeben zu haben, wohin es ihn dieses Wochenende verschlägt, hat man bereits bei dem ersten deutlichen Fingerzeig verstanden ~ warum jedoch unbedingt vehement dieser Aspekt beleuchtet, aufgezeigt, ausgesprochen und sodann via Handkamera aufgezeichnet werden musste, um erneut eine völlig deplatzierte ho-ho-ho Musik einzududeln, die auch den letzten Rest Wirkung aus dem Drama herausprügelt... ich weiß es nicht.
Zugegeben ~ der Moment, in denen sich der Felsbrocken löst und Aron (körper)teilweise einschließt, geht durch und durch; um nicht zu sagen: dem ein oder anderen Zuschauer werden förmlich ein bis zwei Herzschläge aussetzen.
Fürwahr ist die gesamte Story schon allein durch den Wahrheitsgehalt durch die Bank dramatisch, bewegend... doch somit fühlt sich für mich umso tragischer an, dass die Umsetzung derartig nervig kredenzt wurde. Bitterironisch-schlagfertige Sprüche, die Aron nicht zuletzt in einem Interview mit sich selbst vom Stapel lässt, um nicht völlig dem Wahnsinn zu verfallen, sind irgendwo verständlich und überzeugend..... regten mich zusammenfassend beurteilt jedoch mehr auf, als das sie mich anzurühren vermochten.
Insgesamt kommt die absolute Bedrohlichkeit der Lage kaum aus sich heraus ~ selbst der Moment, in denen man Aron bewundert, wie er sich befreit und zum Auto läuft, wird meiner Unterstellung nach nur die wenigsten Zuschauer auf die geplant falsche Fährte locken. Zu intensiv befassten sich kübelweise Szenen zuvor bereits mit ähnlichen Sinnestäuschungen, als das man hier erleichtert aufatmen würde.
Ferner ist es Fakt, dass um die einzige Szene, die es absolut in sich hat, bereits 99% der Interessierten Bescheid wissen ~ eben weil jener Moment eigentlich der ist, der _„127 hours“_ bekannt machte; während sich meiner Unterstellung nach nur die wenigsten an den Namen des Überlebenden erinnern dürften.
===Summa summarum=== sind meine Erwartungen in diesem Fall erneut enttäuscht worden. Zu blass wirkt der Protagonist selbst, zu undurchsichtig sein Leben, was durch überaus aufdringliche Rückblenden im poppigen Dance-Trance-Stil wettgemacht zu werden versuchte.
Gut möglich, dass viele eben diese Umsetzung als „flott“ titulieren würden ~ meine Gedanken drifteten jedoch mehr und mehr zu der großen Frage ab, warum ich nicht stattdessen doch endlich mal _“Hierro“ in den heimischen DVD-Player eingelegt hatte.
Der Filmfehler Marke „Blut abgewaschen, huch, das isset ja wieder“ zum Ausgang hin konnte mich immerhin wieder in die hallo-wach Position bewegen, während an für sich generell lediglich die letzten 5 Minuten zu fesseln verstehen. Den Rest kann man sich meines Erachtens nach fast schon sparen ~ über die FSK12 Freigabe hingegen lässt sich munter debattieren.
Ergo des Ergos: „127 hours“ ist nichts, dem ich das meinige Prädikat einer mitreissenden Veröffentlichung verleihen würde. So richtig gepackt hat mich ~ und das ist das eigentliche Drama ~ das Drama ganz und gar nicht, so dass ich auch keinerlei Interesse mehr gehabt hätte, mir etwaige Extras auf der Blue-ray selbst anzusehen.
Schön für den „echten Aron Ralston“, dass er sich befreien konnte, das Tal der Selbsterkenntnis durchlief und sein Glück inzwischen fand ~ meine aufrechten Glückwünsche sind im gewiss; was aber nicht heißen soll, dass ich die Verfilmung seines Abenteuers irgendjemanden empfehlen würde.
Mehr als ein Sternchen wären reiner Sympathiebonus, so dass ich mich mit diesem Bericht erneut von denen abhebe, die die 6 Oscar-Nominierungen nachvollziehen können.
26 Bewertungen, 2 Kommentare
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15.08.2011, 21:55 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht und einen schönen Abend wünsche ich!
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15.08.2011, 18:45 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreicheinen guten wochenstart lg. petra


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