127 Hours (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von Dr_Ed
127 Stunden in 93 Minuten
Pro:
ein großartiger James Franco, tolle Bilder
Kontra:
wenig Inhalt, oberflächliche Hauptfigur
Empfehlung:
Nein
Was macht Hollywood, wenn mal wieder die Leinwand bis zur nächsten Fortsetzung von Fluch der Karibik nicht anderweitig mit bewährtem Stoff gefüllt werden kann? - Ganz einfach: Man nimmt eine Geschichte, die es im wahren Leben wirklich gegeben hat und verfilmt sie. Und wenn nicht gerade mal wieder das Leben eines genialistischen Erfinders für einen Film herhalten kann, dann gibt es ja immer noch die vielzitierten Helden des Alltags, die in ihrem Leben außergewöhnliche Dinge zustande gebracht haben oder einfach nur eine aufregende Geschichte erlebt haben. Dieses Mal ist die Wahl zum Helden des Alltags auf Aron Ralston gefallen. Hmm, ich sehe schon wieder etliche Fragezeichen in Euren Gesichtern, weil Euch der Name mal so gar nichts sagt. Zugegeben: Ich kannte den Typen bis zu diesem Film auch nicht. Was er so außergewöhnliches erlebt hat, dass kein geringerer als Danny Boyle die Regie geführt hat, dazu mehr in diesem Bericht.
### INHALT ###
Da sich die Geschichte diesmal wirklich in nur wenigen Sätzen zusammenfassen lässt gibt es diesmal bloß die
~~~ „Gemeinwesen und Dr.Ed machen eine gemeinsame Bergtour – Mittelversion ~~~
Der Hobby-Kletterer Aron Ralston (James Franco) macht am Wochenende einen Ausflug in die Canyon-Region von Utah, um dort ein wenig zu kraxeln. Er packt Freitags Abends seine 7 Sachen, schmeißt sie auf die Ladefläche seines Pickups und düst los. Am Ziel angekommen, pennt er sich gründlich aus, damit er am Samstag in aller Frühe zünftig loslegen kann. Er schwingt sich auf sein Mountain-Bike, radelt los. Als es mit dem Fahrrad nicht mehr weitergeht, läuft er zu Fuß. Dabei trifft er noch die zwei hübschen jungen Frauen Megan (Amber Tamblyn) und Kristi (Kate Mara), macht mit den beiden einen Abstecher zu einem idyllisch gelegenen Canyon-See für ein kurzes Schwimmerchen, um sich dann anschließend zu seinem eigentlich Ziel zu begeben, das sich „The drop“ nennt. Das ist ein ganz enger Canyon, der am Ende in einer Steilwand zu einem großen Canyon mündet.
Dort angekommen, klettert er munter herab und dabei passiert im ein folgenschweres Missgeschick: Beim Klettern löst sich ein Felsbrocken und fällt so unglücklich, dass Arons rechter Unterarm zwischen dem Brocken und der Canyon-Wand eingeklemmt wird. Dummerweise lässt sich der Brocken trotz aller Bemühungen Arons auch keinen Millimeter mehr bewegen, so dass Aron weder vor noch zurück kann. Fatalerweise ist Aron auch nicht besonders gut ausgerüstet. Außer ein paar Seilen, einer Flasche Wasser, einem kleinen Werkzeug, seiner Videokamera und einer Kamera hat er nichts dabei, was ihm helfen könnte. Ärgerlicherweise hat Aron auch niemandem erzählt, wo er klettern will, so dass niemand wissen könnte, wo er zu Suchen wäre und so beginnen für ihn bange Stunden, in denen er dann sein Leben Revue passieren lässt und vor der Kamera vor sich hin sinniert, über Familie und Freundin und so weiter.
Wie er sich nun am Ende aus seiner misslichen Lage befreit, erfahrt Ihr, wenn Ihr Euch den Film anseht oder das Buch „Between a rock and a hard place“ lest.
### MEINE MEINUNG ###
Wenn man so die Filmographie von Regisseur Danny Boyle so liest, dann geht man ja schon mit einer gewissen Erwartungshaltung ins Kino. Man erwartet eine spannende, leicht abgedrehte Geschichte, die visuell aufregend umgesetzt wird. So kannte man es schon aus „Trainspotting“ und so liebte man es bei „Slumdog millionaire“. Da stellt sich also die Frage, ob Danny Boyle dieser Erwartungshaltung gerecht zu werden vermag.
Die ebenso kurze wie enttäuschende Antwort lautet: Nein! Aber was ist diesmal schiefgelaufen? Die Antwort darauf fällt ein wenig komplexer aus. Optisch brennt Danny Boyle einmal mehr ein regelrechtes Feuerwerk ab. Man sieht, wie Aron auf seinem Mountain-Bike rasant durch die Gegend fährt, in allen möglichen Körperhaltungen durch den Canyon klettert und was ihm während seines Martyriums durch den Kopf geht. Das hat eine rasante Videoclip-Optik und ist beeindruckend anzuschauen. Auch schauspielerisch spielt James Franco furios auf. Er schafft es, die Figur authentisch rüberkommen zu lassen.
Aber in der Hauptfigur liegt auch gleichzeitig die Crux des Films. Trotz aller visuellen Kunststücke und trotz des famosen Aufspielens von James Franco bleibt unser selbstbezogener Extrem-Funsportler in seiner Notlage doch ein eher flacher und wenig selbstreflektierter Charakter. Da helfen auch die ganzen eingebauten Rückblenden mit Familien und Freunden herzlich wenig. Man hat immer das Gefühl, dass die Figur insgesamt doch sehr oberflächlich bleibt. Der Aufwand, der betrieben wird, um an Arons Gedankengängen teilzuhaben, ist weit größer als das, was der Inhalt tatsächlich hergibt. So wirklich näher gebracht wird Aron dem Publikum damit aber nur bedingt.
Inszenatorisch hat der Film zum Glück schon einen gewissen Spannungsbogen, allerdings so richtig mitfiebern kann man nicht mir Aron, dazu ist der Film fast schon zu hektisch und zu atemlos. Die bedrückende bzw. beklemmende Atmosphäre kommt leider nur sehr gedämpft rüber, was sicher auch durch die Videoclip-Ästhetik mitverursacht wird. Irgendwie lässt einen das alles seltsam unberührt. Handwerklich und schauspielerisch ist der Film durchaus gut und auch einigermaßen sehenswert, aber im Endeffekt ist es ein Überlebensdrama im Gewand von lupenreinem Popcorn-Kino und diesen Widerspruch in sich vermag niemand in diesem Film wirklich aufzulösen.
### FAZIT ###
Man kann der Geschichte sicher nicht absprechen, dass sie einen gewissen Spannungsbogen hat, aber irgendwie lässt einen das ganze seltsam unberührt und die Figuren wirken seltsam oberflächlich. Daher gibt es von mir nur 2 von 5 möglichen Karabinerhaken und die Empfehlung, sich lieber vorzeitig aus dem Kino abzuseilen und sich stattdessen lieber die DVD auszuleihen.
### ABSPANN ###
Spielfilm USA 2010, 93 Min., FSK 12
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Danny Boyle und Simon Beaufoy nach einem Roman von Aron Ralston
Kamera: Anthony Dod Mantle und Enrique Chediak
Musik: A.R. Rahman
~ Aron Ralston – James Franco
~ Megan – Amber Tamblyn
~ Kristi – Kate Mara
~ Rana – Clemence Poésy
~ Brion – Sean Bott
~ Arons Mutter – Kate Burton
~ Arons Vater – Treat Williams
~ Sonja Ralston – Lizzy Caplan
u.v.a.
44 Bewertungen, 11 Kommentare
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14.04.2011, 21:19 Uhr von yeppton
Bewertung: sehr hilfreichgut gemacht, Lg Markus
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26.02.2011, 20:10 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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25.02.2011, 13:15 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ein wunderschönes wochenende
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25.02.2011, 08:58 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Tag und Lg Sigi
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25.02.2011, 08:06 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichviele grüße v. simone
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25.02.2011, 00:46 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
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24.02.2011, 23:32 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichToll vorgestellt - Würde mich freuen, wenn du auch bei mir vorbei schaust. GLG
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24.02.2011, 21:49 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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24.02.2011, 21:12 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß, KATJA
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24.02.2011, 21:02 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^^petra
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24.02.2011, 20:33 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichdann werd eich mir wahrscheinlich nicht anschauen-prima vorgestellt


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