Tiere (Taschenbuch) / Simon Beckett Testbericht

Auf yopi.de gelistet seit 03/2011
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von PatMcNamara
Gegruselt habe ich mich schon besser!
Pro:
die Idee
Kontra:
alles andere
Empfehlung:
Nein
***Daten***
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Auflage: 2. Auflage
Erschienen: Original 1995, Erstausgabe Deutschland 2011
Seiten: 284
Preis: 9,99 €
***Der Autor***
Simon Beckett (* 1968 in Sheffield, England) ist ein britischer Journalist und Autor. Er ist Verfasser von erfolgreichen Kriminalromanen, die inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Beckett ist verheiratet und lebt mit seiner Frau Hilary in Sheffield. (Quelle: Wikipedia)
***Der Klappentext***
Manche Menschen sind Tiere. Nigel ist sicherlich nicht der Hellste. Aber er ist meistens ganz guter Laune. Im Büro gibt es immer etwas zu kopieren, und außerdem sind da Cheryl und Karen. Auch im Pub, den seine Eltern früher führten und in dem Nigel jetzt wohnt, fühlt er sich wohl. Es gibt hier zwar kein Bier und keine Zigaretten mehr, aber Nigel interessiert sich sowieso mehr für Fernsehen und Comics. Und dann ist da noch der Keller. Hier hält Nigel seine Mitbewohner. Dass die nicht freiwillig da unten wohnen, stört Nigel nicht …
***Meine Rezension***
-Einleitung-
Jeder hat wohl schon einmal gedacht: „Der benimmt sich ja wie ein Tier!“. Aber auf eine so grausame Idee wie Nigel zu kommen, das käme niemandem von uns in den Sinn. Er ist der Meinung: Wer sich wie ein Tier benimmt, der soll auch wie eines leben. Er selbst lebt sehr zurück gezogen, nicht nur, seitdem sein Vater vor 5 und seine Mutter vor 3 Jahren gestorben ist. Er hat sich überhaupt immer an das gehalten, was seine Mama gesagt hat. Aber nun scheint es, als hätte Nigel die Chance sein Leben zu ändern und endlich am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
-Inhalt-
Nigel arbeitet in einem großen Bürogebäude. Er ist dort eine Art Aushilfe und zuständig für Kopien und Faxe, manchmal auch für die Postverteilung. Er wird oft gemobbt. Es gibt aber auch Lichtblicke: Cheryl. Sie macht keine Witze hinter seinem Rücken und schenkt ihm oft ein ehrliches Lächeln. Nigel ist das, was man auch „zurückgeblieben“ nennen könnte.
Zu Hause interessiert er sich nur für etliche Fernsehserien und Comics. Er denkt viel über seine Kindheit nach und auch viel über die Zeit als seine Eltern noch lebten und den Pub betrieben. Der Pub, in dem Nigel heute noch wohnt und in dessen Keller Nigel seine Haustiere hält. Ja, für ihn sind es Tiere. Menschen, die die Werte seiner Mutter mit Füßen getreten haben und die in Nigels Augen kein Benehmen haben. Das sind beispielsweise Obdachlose, Säufer, Prostituierte, Trunkenbolde und ähnliche Gruppen. Er hat sie „eingefangen“ und hält sie nun in Einzelkäfigen. Es gibt Katzenklos und teilweise Matratzen. Die Fütterung findet einmal am Tag statt. Man könnte sogar sagen, dass Nigel sich fast fürsorglich um sie kümmert. Gehorchen sie nicht oder sind sie aufmüpfig, so bekommen sie entweder einen Eimer Wasser übergeschüttet oder kein Futter. Aber wer ist schon scharf auf echtes Hundefutter?
Wenn es nach Nigel ging, so hätte dieses Leben immer weiter vor sich hin plätschern können. Aber es kommt eben doch anders: Cheryl und ihre Freundin Karen kommen zu Besuch. Aber anders, als Nigel es sich mit Hotdogs und dem Film „Bambi“ vorgestellt hat, bringen die beiden noch Pete mit. Ein ungehobelter Schluckspecht, der sich im Pub immer auf die Suche nach Alkohol macht. Nur mit viel Gefühl und Ausreden kann Nigel ihn davon abhalten, die Tür zu den Keller-Abteilen und deren menschlichen Insassen zu öffnen.
Während Cheryl, Karen und Pete sich ordentlich betrinken wollen, kommt Nigel nicht drum herum mitzutrinken. Und das, obwohl er noch nie wirklich Alkohol getrunken hat und seine Mama das nie erlaubt hätte. Schließlich ist Nigel abgefüllt und nach einer Filmvorstellung aus dem Rotlichtmilieu ist jetzt allen Lesern klar, dass Nigel die Kontrolle verloren hat. Irgendwann muss er feststellen, dass er selbst ein Tier geworden ist und das nur um Cheryl zu imponieren. Das ganze Tohuwabohu nimmt ungehindert seinen Lauf und Pete schafft es doch noch, die Tür zu den Käfigen zu öffnen. Wortlos starrt er in den Gang und ergreift schließlich die Flucht, ohne Nigel festzunageln und ohne die „Tiere“ herauszulassen. Nigel ist von all den Geschehnissen mehr als verwirrt und setzt sich wieder allein ins Wohnzimmer um „Bambi“ zu schauen.
-Mein Resümee-
Meine erste Reaktion auf dieses Ende war: “Und was passiert jetzt?“ Ich wollte wissen, wie es weiter geht, aber mehr als mir eigene Szenarien auszudenken, blieb mir wohl nicht übrig. So viele Fragen waren ungeklärt: Was ist mit Pete, Karen und Cheryl? Was ist mit Nigel? Erzählt Pete alles der Polizei? Was passiert mit den Tieren? Ein offenes Ende ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber an dieser Stelle fand ich es eher unpassend. Das könnte aber auch daher resultieren, dass es 2 große Eckpunkte gibt, die das Buch ausmachen:
Zum Einen die Vorgeschichte von Nigel, die Stück für Stück gelüftet wird und zum Anderen die Haltung der Tiere, die Nigel erst so grausam und unwirklich für den Leser erscheinen lässt. Das Erste gelingt Simon Beckett auf meisterhafte Art. An vielen Stellen, an denen sich der Protagonist an früher erinnert oder wenn er Selbstgespräche führt, eröffnet er dem Leser, dass der Pub durch üble Machenschaften seines Vaters nach und nach zum Bordell umfunktioniert wurde. Seine Mutter entfernt sich immer mehr und seinen Vater findet er irgendwann nach einer „geschlossenen Gesellschaft“ an seinem eigenen Erbrochenem erstickt. Er wurde immer nur als dummer Junge zum Arbeiten abgestellt, aber was und wie viel er tatsächlich davon mitbekommen hat und wie sehr ihn das geprägt hat, das erlebt nur der Leser. Viel zu viel dreht sich das Buch jedoch um Nigels Lebensgeschichte und von dem einen großen Tag, an dem Cheryl, Karen und Pete kommen, wobei wir auch beim 2. Eckpunkt wären: Über das grausame und doch naive, fürsorgliche Ekel Nigel, dass die „Tiere“ gefangen hält, erfährt man nur zwischendurch. Und dieses Zwischendurch ist mir definitiv zu wenig. Die ganze Situation ist so abstrus, dass man gar nicht möchte, dass Nigel den Keller verlässt. Man merkt, dass man ein Stück weit sensationsgeil wird. Und der Besuch der 3 Freunde dauerte für mich entschieden zu lange. Jemanden auf seinem Weg zu verfolgen, wie er sich das 1. Mal betrinkt, da kann ich mir Spannenderes vorstellen.
PatMcNamara für Ciao, Yopi und Dooyoo
108 Bewertungen, 28 Kommentare
-
07.01.2012, 10:13 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichGrüße aus dem Schbg.- Land und schönes WE.
-
29.11.2011, 20:40 Uhr von ChrisS91
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreicher Bericht!
-
23.09.2011, 14:45 Uhr von zuckermausbiene
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße von zuckermausbiene
-
13.09.2011, 13:32 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
-
08.09.2011, 11:12 Uhr von Lenni26
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße, Lenni26
-
02.09.2011, 23:51 Uhr von furthy
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr interessanter Bericht!
-
30.08.2011, 01:51 Uhr von retilein
Bewertung: sehr hilfreichein schöner bericht und lg
-
26.08.2011, 23:10 Uhr von sabtau
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht. Grüßle
-
26.08.2011, 16:42 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
-
23.08.2011, 12:48 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichbin mal wieder daheim, lg Celles
-
22.08.2011, 07:09 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollLiebe Grüße und einen schönen Montag
-
16.08.2011, 22:53 Uhr von Frederica_20
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von Frederica_20
-
16.08.2011, 02:01 Uhr von chasen
Bewertung: besonders wertvollbw und ganz liebe Grüße
-
15.08.2011, 20:17 Uhr von ThomasKu
Bewertung: besonders wertvollSehr guter Bericht! Würde mich über Gegenlesungen freuen!
-
15.08.2011, 17:43 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht.LG Quacky
-
14.08.2011, 12:41 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
-
13.08.2011, 23:23 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Samstagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
-
13.08.2011, 22:10 Uhr von oskermit
Bewertung: besonders wertvollKlasse berichtet! DANKE für deinen Besuch bei mir!
-
13.08.2011, 21:53 Uhr von sani001
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße sende ich dir!
-
13.08.2011, 19:07 Uhr von feliciano2009
Bewertung: sehr hilfreichKomisch! Die meisten moegen die Beckett Romane scheinbar nicht besonders
-
13.08.2011, 18:58 Uhr von sirikit06
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche Dir ein schönes WE! LG
-
13.08.2011, 18:39 Uhr von saxxxe
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich =) liebe grüße manu
-
13.08.2011, 17:48 Uhr von Matze081
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüße aus Greifswald ;)
-
13.08.2011, 13:43 Uhr von alexbsc15
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht. Schönes Wochenende und Lieben Gruß
-
13.08.2011, 13:33 Uhr von cleo1
Bewertung: besonders wertvollBW und ein schönes Wochenende. LG cleo1
-
13.08.2011, 13:27 Uhr von Engelszauber
Bewertung: besonders wertvollOoohh, das klingt 'gut', dieses Buch muss ich mir unbedingt zulegen!
-
13.08.2011, 13:26 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß *~*
-
13.08.2011, 13:09 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichEinen Gruß von der KATJA

Bewerten / Kommentar schreiben