Tiere (Taschenbuch) / Simon Beckett Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von verbatim

Tierthriller

4
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leser und Leserinnen,
in meinem heutigen Bericht möchte ich euch einen Roman vorstellen, welcher gerade in den Bestsellerlisten auf einem der vorderen Plätze zu finden ist: „Tiere“ von Simon Beckett.
Ich habe mir diesen Roman nicht gekauft, weil ich schon vorherige Thriller von dem Autor kannte, sondern ich habe ihn in meinen Einkaufswagen getan, da der Text sehr spannend klang. Schließlich brauchte ich ein Buch, was ich während meines letzten Klosteraufenthaltes lesen konnte und so kaufte ich mir, wie gesagt wegen dem Text, diesen Thriller.
Allgemein lese ich sowieso ganz gern Thriller und da kann man auch mal einen von Simon Beckett gelesen haben. Immer wieder dachte ich, dass ich den Schriftsteller schon öfter mal gehört habe und sicherlich auch hier schon einige Berichte lesen durfte, die seine Bücher bewerteten. Trotzdem hatte ich mich nie an ein Buch von ihm rangewagt, doch nun waren die Zeit und ein relativ dünner Thriller gekommen.
Meine Chance war da, ob es allerdings richtig war, diese Chance zu ergreifen, dass könnt ihr in meinem weiteren Bericht herauslesen.

=== Aussehen ===
Von euren Berichten über die Bücher Simon Becketts wusste ich ja schon, dass er ganz gern provokative Bücher schreibt und so passt natürlich auch bei diesem Thriller wieder das Äußere wenigstens etwas zum Inneren. Auf der Vorderseite des Buches sind die Buchstaben des Wortes „Tiere“ verstreut und in blutfarbener ausgefranster Schrift geschrieben. Sein Name hingegen schreibt Simon Beckett in dunklem Grau. Auf der Rückseite findet man den allbekanntlichen Text, der Leser wie mich zum Lesen genau dieses Thrillers verleiten soll. Hier ist der Anfangsbuchstabe der Hauptfigur des Thrillers auch in dieser ausgefransten blutroten Schrift. Der weitere Text ist allerdings „langweilig“ in schwarzer Farbe geschrieben und in ganz normaler Schrift, so wie man sie auch im Inneren des Buches findet.
Am unteren linken Rand der Rückseite findet man einen Aufkleber, welcher ISBN und Preis auszeichnet.

=== Allgemeines ===
Seitenzahl: 283
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 978-3499-249150
Verlag: Rowohlt Taschenbuchverlag

=== Autor ===
Ich fragte mich am Anfang ganz ehrlich- wer ist so krank im Hirn, dass er solch einen Thriller verfassen kann?
„Simon Beckett arbeitete als Hausmeister, Lehrer und Schlagezueger, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Als Journalist hatte er Einblick in die Polizeiarbeit, ein Wissen, das er in seinen Romanen verarbeitete. Der Autor ist verheiratet und lebt in Sheffield.“

Andere Werke des Autors:
„Die Chemie des Todes“
„Kalte Asche“
„Obsession“
„Voyeur“

=== Inhalt des Thrillers ===
Nigel wächst in einem Pub auf, welchen seine Eltern auch nach der Sperrstunde Englands betreiben. Als eines Tages sich Leute prügeln, weil sich eine „Professionelle“ auszuziehen beginnt, hat Nigel ein einschneidendes Erlebnis.

Heute lebt Nigel allein in diesem Pub, obwohl er eigentlich nicht allein ist, denn er hat ja seine Tiere im Keller.

=== Spiel, Spaß und Spannung ===
Dem Autor ist es gelungen auf nicht mal 300 Seiten eine Spannung aufzubauen, die bei manchen Autoren nicht mal auf 500 Seiten so zum Tragen kommt. Der Leser weiß eigentlich nie, wo der Autor genau hin will und worauf er denn nun schon wieder hinweißt. Sicherlich hat das auch mit dem Hauptcharakter Nigel zu tun, den ein „normaler“ Mensch nicht wirklich einschätzen kann. Kein Mensch ist normal, aber krank im Kopf ist auch nicht jeder und somit kann nicht jeder Leser die nächsten Schritt von Nigel voraus denken. Es ist erfrischend, mal ein Buch zu lesen, indem der Leser noch mitdenken muss, damit die ganze Geschichte einen Sinn ergibt. Allerdings hätte ich mir diese Spannung auch zum Ende gewünscht. Leider flaut der Spannungsbogen hier sehr deutlich ab, was den Leser dazu bewegen kann, dass er bevor er das Buch ausgelesen hat, schon das Buch aus den Händen legt. Es ist kein Thriller, den man sofort von Anfang bis Ende durchlesen muss, jedoch trotzdem spannend.
Der schwarze Humor des Autors gefällt mir sehr gut, da ich hier an Stellen lachen konnte, die absolut nicht zum Lachen sind, z.B. wenn er seine „Tiere“ im Keller tanzen lässt und diese Kinderspiele mit ihm spielen müssen. Sicherlich ist Nigel ziemlich krank im Kopf, aber genau das ist recht erfrischend, mal einen absolut krassen Thriller zu lesen. Immer wieder hofft der Leser, dass solch ein Kranker nicht auf unseren Straßen herumläuft und andererseits macht Simon Beckett deutlich, dass jeder von uns ein wenig so krank ist, wie Nigel. Nur einige denken es sich eben bloß und Nigel tut es.
An sich ist die Idee Nigels auch nicht ganz verkehrt. Nur dass dies eben nicht so funktioniert, wie er sich das denkt. Im Prinzip möchte Nigel ja nur ein guter Mensch sein und fühlt sich genauso nach Nähe, wie es wahrscheinlich alle Menschen unter uns tun, doch trotzdem vermasselt er alles, weil er seine Gedanken auslebt.
Simon Beckett spielt mit dem Leser, indem er eigentlich mit den Gefühlen spielt. Als Leser weiß man manchmal nicht, ob man weinen oder lachen soll. Es ist ein Thriller, der nicht nur eklig ist, sondern auch zum Denken anregt.

=== Lesepause ===
„An diesem Abend spielt das Rothaarige wieder verrückt. Kaum kam ich rein, begann es herumzukeifen. […] Ich beachtete es nicht. Mein Kopf war voll mit anderen Dingen. Unter anderem hatte ich am Tag zuvor vergessen, die leeren Schüsseln einzusammeln. Ich habe zwei Sets, und wenn ich die vollen reinstelle, nehme ich normalerweise die leeren mit raus. So spare ich mir einen zweiten Weg nach unten. Das Problem, ist nur, dass ich nicht immer daran denke.“
(Seite 28, Kapitel 4, Absatz 1)


== **FAZIT** ==
Ein ekliger Thriller, der zum Denken anregt, den Leser dazu bewegt, an seinen eigenen Gedanken zu zweifeln und doch trotzdem die Menschheit als Menschheit darstellt. Der deutliche schwarze Humor des Thrillers würde zu keinem anderen Schriftsteller besser passen, als zu Simon Beckett. Nur die Spannung kommt am Ende leider zu kurz.
Deswegen: 4*Sterne und eine Empfehlung

Liebe Grüße eure Jasmin

38 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Fernsteuerung

    19.07.2011, 01:20 Uhr von Fernsteuerung
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima berichtet, lieben gruss, susanna.

  • Miraculix1967

    14.07.2011, 01:44 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß vom ollen Druiden Miraculix1967 aus dem gallischen Dorf!

  • morla

    13.07.2011, 23:30 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • Lale

    13.07.2011, 16:19 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~*

  • Luna2010

    13.07.2011, 15:49 Uhr von Luna2010
    Bewertung: sehr hilfreich

    Vielen Dank für den Bericht. Ich wünsche dir noch eine schöne Restwoche und freue mich über Gegenlesungen. Hab bei dir schon einiges gelesen!

  • Ibizagirl1977

    13.07.2011, 15:40 Uhr von Ibizagirl1977
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH, Liebe Grüße Sonja

  • anonym

    13.07.2011, 15:26 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima beschrieben - Über Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. LG