Faster (Blu-ray) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2011
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
„Er war tot. Jedenfalls für kurze Zeit.“
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
_„Man könnte meinen, Sie wären für die Dunkelheit an diesem Ort geboren. Da draußen kann ihnen geholfen werden.“_
~ Jene Abschiedsrede klingt nicht gerade sehr zuversichtlich; nichtsdestominder werden keine wirklichen Einwände erhoben, Driver (Dwayne Johnson) (der natürlich nicht wirklich so heißt, jedoch im Film keinen Namen erhält) nach 10 Jahren Gefängnis und der eiskalten Patzigkeit in den Augen zu entlassen. Dass er von dort aus unmittelbar zu einem für ihn bereitgestellten Fahrzeug latscht um wenige Minuten später, noch bevor er draußen ein einziges Wort sprach, einen Menschen aufsucht um ihn via Kopfschuss zu exekutieren, konnte ja keiner ahnen.
So hektisch, actionreich und undurchsichtig der 98minütige Film
===“Faster“=== auch beginnt, so sehr hat er mich von Anfang an gepackt. Der gewählte und ebenso erfolgreich beschrittene Spannungsaufbau erweist sich als absolut richtig, um mich persönlich an das heimische TV-Gerät zu bannen, dröselt sich das vermeintliche Rachemotiv hier doch Schritt für Schritt auf, um den Zuschauer mit kleineren, aber umso kraftvolleren Wendungen und Überraschungen zu begeistern.
Hinzu kommt die gelungene Idee, dass nicht nur versucht wird, dem Zuschauer Verständnis für die Motivation Drivers zu entlocken (was bei mir allerdings nicht gelang), sondern darüber hinaus neben der örtlichen Polizei obendrein ein durch und durch... nunja... _ansehnlicher_ Killer (Oliver Jackson-Cohen) auf Driver angesetzt wird. Letzterer erhält nicht nur durch seine Freundin Lily (Maggie Grace) als erste Figur ein wenig Tiefe; wirkt auf seine Art sympathisch, wenngleich auch dieser seinen Auftritt von Anfang bis Ende namenlos beschreiten muss.
Dennoch drückt man gleichermaßen ihm die Pfötchen, dass ihm nichts passieren möge ~ faszinierte mich für meinen Teil die Aussagefähigen
„Ich hab das Yoga besiegt“
mindestens genauso intensiv, wie mich das von ihm geführte Telefonat mit seiner Therapeutin bespaßte.
Generell weiß „Driver“ auf mehreren Facetten zu überraschen ~ statt der üblichen eiskalten „Protagonist kommt aus dem Knast um sich sodann zu rächen“ Ballerei gibt es hier und dort Anlass zum Schmunzeln; überdies wird just in den Momenten Gefühl gezeigt, in denen man vorab nicht damit gerechnet hat.
Dazu gesellt sich naturgemäß die ein oder andere Unglaubwürdigkeit (auf zig Meter Entfernung ist jeder in Bewegung abgefeuerter Schuss ein Treffer, während das Ziel immer dann verfehlt wird, wenn die Schützen keine 5m voneinander entfernt sind.), die erfreulicherweise jedoch nicht weiter negativ auffällt.
Zu sehr ist der interessierte Gucker immer wieder gebannt, gespannt und nicht zuletzt überrascht; Freunde des a-typischen Verfolgungsjagd-Brumbrums kommen ebenfalls ~ wenn auch vergleichsweise kurz ~ auf ihre Kosten. Mir selbst wird solcherlei rasch zu blöd, doch die dargebotene Genialität im buchstäblichen Rückwärtsgang... doch, die hatte durchaus etwas für sich.
Meiner eigenen anfänglichen Vermutung nach, dass der komplette Verlauf von „_"Faster"_“ durchweg auf der Hand liegen würde, erfüllte sich bejubelnderweise nicht. Natürlich ist der grobe Verlauf sonnenklar, doch die kleinen Facetten, Feinheiten und Unvorhersehbarkeiten sind das, was mir persönlich in diesem Fall absolut zusagte.
Wunderputzigst gefühlvoll die wenigen intensiven Szenen zwischen Cop und seinem Sohn ~ an dieser Stelle ging mir mehrfach das Herzchen auf, eben weil deutlich die zum Teil unbeholfene Vaterliebe spürbar ist.
Wirklich fiese Szenen gibt es meines Erachtens nach nur eine ~ wer nicht gerne sieht, wie jemand in Großaufnahme mit Nadel und Faden verarztet wird, erhält inmitten „_"Faster"_“ Gelegenheit zum weggucken. Die Hinrichtungen selbst erfolgen vorrangig leise, sicher, sauber ~ und verursachen im Fall des aufgesuchten Türstehers durchaus eine Gänsehaut, die im weiteren Kontext eine Welle schlägt und die Sinnlosigkeit des Rachefeldzuges durchaus kritisch auf den Punkt bringt.
Soll heißen: durch jeden Rachemord bleibt konsequenterweise ebenfalls ein Familienmitglied zurück, welches nach jener These nach Rache schwören könnten. Wer bliebe somit schlussendlich übrig auf der Welt?
Eben jener Knackpunkt ist es, der mich mitunter an solcherlei Thematiken, ob nun in Buch oder Film, knabbern lässt. Ich persönlich kann, will und werde mich nie in solcherlei Gedankengängen hineinversetzen können ~ weder wird durch Rache das vorhergegangene aus dem Lauf der Welt ausradiert, noch ist man sodann „besser“ als der einstige Täter.
Umso erfreulicher in diesem Kontext somit, dass ein jeder des Protagonisten-Trios nicht nur einseitig erscheint, sondern überdies auch liebenswerte oder zumindest mitfühlende, emotionale Züge offenbart. Generell erweist sich „_"Faster"_“ als weitaus dramatisch-tiefgründiger inmitten der Einzelschicksale, als ich es von der reinen Storybeschreibung her je vermutet hätte. Bei allen drei „Seiten“ geht der Film in jeweils mindestens einer Szene unter die Haut, involviert seine eigene Art Wehmutmoment und macht somit den Actionfilm zu einem Werk, welchem ich beinahe ausschließlich positiv gegenüber stehe.
Obschon die abschließende Auflösung sich als durchweg genial, skurril wie auch verblüffend und somit einfach _wuha!_ gestaltet, wird diese durch einen Hauch Lächerlichkeit wiederum geschmälert. Auch bin ich mit einem weiteren Detail nicht ganz glücklich... ein Detail, welches ich hier nicht benennen werde, um den Knalleffekt nicht vorwegzunehmen.
Interessanterweise weist der Regisseur inmitten der DVD-Extras darauf hin, dass anfänglich ein verlängertes Ende geplant war, welches mitunter noch auf einem der youtube-trailer zu finden ist. Das einstige Testpublikum war jedoch mit jenem Ausgang nicht zufrieden, so dass dieses kurzerhand vor offizieller Filmveröffentlichung wieder herausgeschnitten wurde.
===Summa summarum=== ahnt man es schon ~ _„Faster“_ hat mich durch die Bank positiv überrascht. Statt ausschließlich auf Geballer und actionreiche Verfolgungsjagden mitsamt Blut und Gekröse zu setzen, weist der Film eine Tiefe auf, die gerade durch die Unvorhersehbarkeit der drei Hauptfiguren bis zuletzt für unvorhersehbare Details sorgt. Immer dann, wenn man meint, einen der Protagonisten durchschaut zu haben, zu erahnen, was nun zwangsläufig folgen wird, verhält sich dieser vollends anders ~ und das, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Und das, Freunde der chicen und nie tankleeren Rennwagen, schafft bei weitem nicht jeder Film.
Von mir gibt es somit lediglich einen kleinen Punktabzug ob meiner Weigerung, Mord aus Rache gut zu heißen sowie des etwas unglücklichen-glücklichen Ausganges.
Vor allem: was macht man denn eigentlich, wenn man mit seiner „Ich werde euch alle töten, die ihr mich verraten habt!“ Umsetzung fertig ist....?
~ Jene Abschiedsrede klingt nicht gerade sehr zuversichtlich; nichtsdestominder werden keine wirklichen Einwände erhoben, Driver (Dwayne Johnson) (der natürlich nicht wirklich so heißt, jedoch im Film keinen Namen erhält) nach 10 Jahren Gefängnis und der eiskalten Patzigkeit in den Augen zu entlassen. Dass er von dort aus unmittelbar zu einem für ihn bereitgestellten Fahrzeug latscht um wenige Minuten später, noch bevor er draußen ein einziges Wort sprach, einen Menschen aufsucht um ihn via Kopfschuss zu exekutieren, konnte ja keiner ahnen.
So hektisch, actionreich und undurchsichtig der 98minütige Film
===“Faster“=== auch beginnt, so sehr hat er mich von Anfang an gepackt. Der gewählte und ebenso erfolgreich beschrittene Spannungsaufbau erweist sich als absolut richtig, um mich persönlich an das heimische TV-Gerät zu bannen, dröselt sich das vermeintliche Rachemotiv hier doch Schritt für Schritt auf, um den Zuschauer mit kleineren, aber umso kraftvolleren Wendungen und Überraschungen zu begeistern.
Hinzu kommt die gelungene Idee, dass nicht nur versucht wird, dem Zuschauer Verständnis für die Motivation Drivers zu entlocken (was bei mir allerdings nicht gelang), sondern darüber hinaus neben der örtlichen Polizei obendrein ein durch und durch... nunja... _ansehnlicher_ Killer (Oliver Jackson-Cohen) auf Driver angesetzt wird. Letzterer erhält nicht nur durch seine Freundin Lily (Maggie Grace) als erste Figur ein wenig Tiefe; wirkt auf seine Art sympathisch, wenngleich auch dieser seinen Auftritt von Anfang bis Ende namenlos beschreiten muss.
Dennoch drückt man gleichermaßen ihm die Pfötchen, dass ihm nichts passieren möge ~ faszinierte mich für meinen Teil die Aussagefähigen
„Ich hab das Yoga besiegt“
mindestens genauso intensiv, wie mich das von ihm geführte Telefonat mit seiner Therapeutin bespaßte.
Generell weiß „Driver“ auf mehreren Facetten zu überraschen ~ statt der üblichen eiskalten „Protagonist kommt aus dem Knast um sich sodann zu rächen“ Ballerei gibt es hier und dort Anlass zum Schmunzeln; überdies wird just in den Momenten Gefühl gezeigt, in denen man vorab nicht damit gerechnet hat.
Dazu gesellt sich naturgemäß die ein oder andere Unglaubwürdigkeit (auf zig Meter Entfernung ist jeder in Bewegung abgefeuerter Schuss ein Treffer, während das Ziel immer dann verfehlt wird, wenn die Schützen keine 5m voneinander entfernt sind.), die erfreulicherweise jedoch nicht weiter negativ auffällt.
Zu sehr ist der interessierte Gucker immer wieder gebannt, gespannt und nicht zuletzt überrascht; Freunde des a-typischen Verfolgungsjagd-Brumbrums kommen ebenfalls ~ wenn auch vergleichsweise kurz ~ auf ihre Kosten. Mir selbst wird solcherlei rasch zu blöd, doch die dargebotene Genialität im buchstäblichen Rückwärtsgang... doch, die hatte durchaus etwas für sich.
Meiner eigenen anfänglichen Vermutung nach, dass der komplette Verlauf von „_"Faster"_“ durchweg auf der Hand liegen würde, erfüllte sich bejubelnderweise nicht. Natürlich ist der grobe Verlauf sonnenklar, doch die kleinen Facetten, Feinheiten und Unvorhersehbarkeiten sind das, was mir persönlich in diesem Fall absolut zusagte.
Wunderputzigst gefühlvoll die wenigen intensiven Szenen zwischen Cop und seinem Sohn ~ an dieser Stelle ging mir mehrfach das Herzchen auf, eben weil deutlich die zum Teil unbeholfene Vaterliebe spürbar ist.
Wirklich fiese Szenen gibt es meines Erachtens nach nur eine ~ wer nicht gerne sieht, wie jemand in Großaufnahme mit Nadel und Faden verarztet wird, erhält inmitten „_"Faster"_“ Gelegenheit zum weggucken. Die Hinrichtungen selbst erfolgen vorrangig leise, sicher, sauber ~ und verursachen im Fall des aufgesuchten Türstehers durchaus eine Gänsehaut, die im weiteren Kontext eine Welle schlägt und die Sinnlosigkeit des Rachefeldzuges durchaus kritisch auf den Punkt bringt.
Soll heißen: durch jeden Rachemord bleibt konsequenterweise ebenfalls ein Familienmitglied zurück, welches nach jener These nach Rache schwören könnten. Wer bliebe somit schlussendlich übrig auf der Welt?
Eben jener Knackpunkt ist es, der mich mitunter an solcherlei Thematiken, ob nun in Buch oder Film, knabbern lässt. Ich persönlich kann, will und werde mich nie in solcherlei Gedankengängen hineinversetzen können ~ weder wird durch Rache das vorhergegangene aus dem Lauf der Welt ausradiert, noch ist man sodann „besser“ als der einstige Täter.
Umso erfreulicher in diesem Kontext somit, dass ein jeder des Protagonisten-Trios nicht nur einseitig erscheint, sondern überdies auch liebenswerte oder zumindest mitfühlende, emotionale Züge offenbart. Generell erweist sich „_"Faster"_“ als weitaus dramatisch-tiefgründiger inmitten der Einzelschicksale, als ich es von der reinen Storybeschreibung her je vermutet hätte. Bei allen drei „Seiten“ geht der Film in jeweils mindestens einer Szene unter die Haut, involviert seine eigene Art Wehmutmoment und macht somit den Actionfilm zu einem Werk, welchem ich beinahe ausschließlich positiv gegenüber stehe.
Obschon die abschließende Auflösung sich als durchweg genial, skurril wie auch verblüffend und somit einfach _wuha!_ gestaltet, wird diese durch einen Hauch Lächerlichkeit wiederum geschmälert. Auch bin ich mit einem weiteren Detail nicht ganz glücklich... ein Detail, welches ich hier nicht benennen werde, um den Knalleffekt nicht vorwegzunehmen.
Interessanterweise weist der Regisseur inmitten der DVD-Extras darauf hin, dass anfänglich ein verlängertes Ende geplant war, welches mitunter noch auf einem der youtube-trailer zu finden ist. Das einstige Testpublikum war jedoch mit jenem Ausgang nicht zufrieden, so dass dieses kurzerhand vor offizieller Filmveröffentlichung wieder herausgeschnitten wurde.
===Summa summarum=== ahnt man es schon ~ _„Faster“_ hat mich durch die Bank positiv überrascht. Statt ausschließlich auf Geballer und actionreiche Verfolgungsjagden mitsamt Blut und Gekröse zu setzen, weist der Film eine Tiefe auf, die gerade durch die Unvorhersehbarkeit der drei Hauptfiguren bis zuletzt für unvorhersehbare Details sorgt. Immer dann, wenn man meint, einen der Protagonisten durchschaut zu haben, zu erahnen, was nun zwangsläufig folgen wird, verhält sich dieser vollends anders ~ und das, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Und das, Freunde der chicen und nie tankleeren Rennwagen, schafft bei weitem nicht jeder Film.
Von mir gibt es somit lediglich einen kleinen Punktabzug ob meiner Weigerung, Mord aus Rache gut zu heißen sowie des etwas unglücklichen-glücklichen Ausganges.
Vor allem: was macht man denn eigentlich, wenn man mit seiner „Ich werde euch alle töten, die ihr mich verraten habt!“ Umsetzung fertig ist....?
31 Bewertungen, 5 Kommentare
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06.11.2011, 16:37 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Sonntag, SH und LG Miraculix1967
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06.11.2011, 14:45 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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06.11.2011, 14:01 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße. KATJA
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06.11.2011, 13:30 Uhr von anjaangelina123
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße,freue mich über Gegenlesungen.
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06.11.2011, 13:11 Uhr von Nina1805
Bewertung: sehr hilfreichSH und noch einen schönen Sonntag!
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