Machete (DVD) Testbericht

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ab 8,50
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Erfahrungsbericht von atrachte

Don´t fuck with this Mexican

Pro:

Pro: siehe Bericht,

Kontra:

Pro: siehe Bericht,

Empfehlung:

Ja

Schon seit einigen Jahren ist ein Trend dahingehend zu beobachten, das immer häufiger Produktionen mit einem vergleichsweise großen Budget versuchen das eigentlich selten über den Fankreisen hinausgehende Genre der Explotation- und Trash-Filme einem Massenpublikum schmackhaft zu machen. Filme wie „Snakes on a Plane“ (2006), „Piranha 3D“ (2010) oder „The Expendables“ (2010) sind nur einige Beispiele dieser kursierende „Edel-Trash“ Welle. Doch was viele Filmemacher in ihren Stilistisch oftmals einwandfreien Werken vrgessen, ist das ein Trash-Film eben mehr braucht als nur abgefahrene Ideen und den Look der alten Schundfilme der 1970er Jahre. Tatsächlich sind wohl Quentin Tarantino („Pulp Fiction“, „Kill Bill“) und sein partner in crime Robert Rodriguez („Desperado“, „Sin City“) die einzigen Hollywood-Regisseure, die es wirklich durchgängig verstanden haben, was es für einen runden Explotation-Film braucht. Eine Tatsache, die man nicht zuletzt an ihrem Herzensprojekt „Grindhouse“ (2007) sehen konnte auch wenn dieses aus den Filmen „Planet Terror“ und „Death Proof“ bestehende Unterfangen zugegebenermaßen nicht immer vollends stimmig war. Und in eben jener angesprochenen Hommage an die Hinterhofkinos vergangener Tage gab es neben den beiden Hauptfilmen bekanntermaßen auch das Segment der Fake-Trailer, in welchem Tarantino und Rodriguez befreundeten Filmemachern die Chance gaben Trailer zu Filmen vorzustellen, die größtenteils wohl nie realisiert werden. Da jedoch ausgerechnet die Filmschnipsel zu „Machete“, jenem Fake-Trailer von Robert Rodriguez selbst, auf eine solch positive Resonanz trafen entschloss sich der Regisseur mit mexikanischen Wurzeln letztlich doch noch dazu aus dem zweieinhalb-minütigen Trailer einen neunzig-minütigen Spielfilm zu machen.
Die Tage als Beamter des mexikanischen Polizeiorgans liegen für Machete (Danny Trejo) schon lange zurück. Mittlerweile arbeitet er, wie viele seiner Landsleute, in Texas für wenig Geld als Tagelöhner. Derweil kämpft der texanische Senator McLaughlin (Robert De Niro), ein Hardliner der übelsten Sorte, um seine Wiederwahl und macht auch keinen Halt vor Ultrarechten Thesen über die mexikanischen Immigranten. Eines Tages tritt ein Mann namens Booth (Jeff Fahey) an Machete heran, welcher diesem 150.000 Dollar anbietet wenn er McLaughlin tötet. Machete sagt zu, nichts ahnend das er in eine Falle läuft. Denn tatsächlich ist Booth einer von McLaughlins Wahlkampfunterstützern, der ganz eigene Interessen verfolgt und der den Erzkonservativen unbedingt weiter an der Macht sehen will. Und was würde bessere Wahlergebnisse einfahren, als der fehlgeschlagene Attentatsversuch eines Mexikaners an McLaughlin? Als Machete schließlich Wind von der Sache bekommt hat es bereits der halbe Staat Texas auf ihn abgesehen. Doch was Booth nicht ahnen konnte, als er Machete beauftragt hat ist, das dieser wirklich etwas von seinem Handwerk versteht und nun nicht ruhen wird, bis er seine blutige Rache bekommen hat...

Wer Robert Rodriguez und sein Schaffen etwas besser kennt, der wird wissen das die Grundidee zu „Machete“ schon seit Jahren im Kopf des Regisseurs herum geistert. Allerdings wurde der Film immer wieder nach hinten verschoben um anderen Projekten Platz zu machen, ähnlich wie es bei Tarantino mit dessen schon ewig angekündigten, aber wohl nie erscheinenden Prequel zu „Pulp Fiction“ der Fall ist. Im Falle von „Machete“ kann man allerdings sagen, das sich das warten der Fanboys auf dieses kurzweilige Stück Trash-Explotation durchaus gelohnt hat auch wenn der Film keinesfalls das erwünschte Highlight dieser Kino-Saison geworden ist, das es aber definitiv hätte werden können.
Nun kann man Rodriguez keinesfalls absprechen, dass er Ahnung von dem hat, was er fabriziert, denn Charme, eine Grundsubstanz die für das Funktionieren eines Trashfilms schlichtweg unumgänglich ist, findet sich in „Machete“ beinahe durchgehend wieder. Allerdings ist der Film längst nicht so abgefahren, wie Teaser, Trailer und sonstiger werbetechnischer Schnickschnack im Vorfeld suggerierten. Tatsächlich hat man nicht selten das Gefühl, das sich der Regisseur hier doch sehr stark den Regeln des Mainstreams unterworfen hat und dem Massenpublikum nicht allzu viel abverlangen wollte. So gibt es zwar auf den ersten Blick viele abgefahrene Charaktere und die eine oder andere durchaus einfallsreiche Gore-Szene, doch unterm Strich hinterlassen weder die Verwendung des menschlichen Darms zum abseilen, noch Robert DeNiro („Good Fellas“, „Casino“) als gnadenlos überzeichneter Rechtspopulist einen wirklichen Knalleffekt beim Publikum, zumindest bei jenem Teil, der ein bisschen mehr als den üblichen Quark gewohnt ist. Auch wirkt die ein oder andere Einlage, sei sie nun humoristischer Natur, oder aus Gründen der möglichst expliziten Gewaltdarstellung, unglaublich gezwungen, sodass der gesamte Fluss des Filmes manchmal doch arg stark zum stocken kommt.

Auch scheint es im Nachhinein keine allzu gute Idee gewesen zu sein, die Geschichte um den vorangegangenen Fake-Trailer zu bauen, denn so wirklich überzeugen kann der zusammengeschusterte Plot von „Machete“ nicht, wobei man ihm eine dicke Portion Potenzial ohne Zweifel attestieren muss. Denn die Idee, den titelgebenden Anti-Helden als eine Art modernen Zorro aufzubauen und diesen auf rechtskonservative Texaner los zu lassen, die alles daran setzen Mobil gegen die Lateinamerikaner zu machen, ist in Hinblick auf die derzeitige Lage am mexikanisch-nordamerikanischen Grenzgebiet nicht nur zeitgemäß, sondern in seiner Realisierung auch ein äußerst zynischer Blick auf die tatsächlichen Protagonisten dieser rassistischen Hetze, sowie der Lage mexikanischer Immigranten. Und auch wenn man die Vision von Rodriguez jederzeit sehr deutlich spürt, so wirklich überzeugen kann das ganze im Endeffekt dann doch nicht.

Und doch ist „Machete“ trotz seiner vielen Mankos kein schlechter Film. Denn Inszenatorisch leistet sich das ganze, sieht man mal von der vollkommen unnötigen Verwendung von CGI-Blut ab, keine großen Patzer, denn egal ob Look, oder Sound: die schmuddelige Ästhetik der großen Vorbilder wird gekonnt wiedergegeben. Darüber hinaus gibt es eine immense Anzahl an kongenial-schwachsinnigen Onelinern, viele wunderbare Querverweise und Zitate auf das Explotation-Kino der 1970er Jahre und einen Cast, der sich wirklich gewaschen hat. Zugegebenermaßen sind die meisten Charaktere dann doch recht flach, doch alleine die Tatsache das der großartige Danny Trejo („Predators“, „Desperado“) nach mehreren Jahrzehnten endlich einmal die zweite Reihe verlassen hat und als Hauptdarsteller zum Zuge kommt, macht das alles wieder wett, zumal Trejo die Rolle des wortkargen Machete schlichtweg perfekt meistert. Des weiteren finden sich wie bereits angesprochen ein solider Robert De Niro, ein selbstironischer Steven Seagal, ein genialer Cheech Marin als schießwütiger Pfarrer, ein herrlich böser Jeff Fahey, ein leider etwas hinter den Erwartungen zurückbleibender Don Johnson, ein ebenfalls nicht so recht überzeugender Tom Savini, sowie Jessica Alba, Michelle Rodríguez („Lost“, „Resident Evil“) und Lindsay Lohan als stimmige eye-candies für die männliche Fraktion.

Insofern ist Robert Rodriguez also zumindest bei alteingesessenen Genrefreunden Dank Titten, Gewalt und den ein oder anderen guten Spruch auf der richtigen Seite. Der große Wurf ist „Machete“ zwar nicht geworden, doch seine Fans wird dieses Machwerk zweifellos finden.
Daten zum Film:
Originaltitel: Machete (USA, 2010)
Laufzeit: ca. 105 Minuten
FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Danny Trejo (Machete Cortez), Jessica Alba (Sartana Rivera), Robert DeNiro (Senator John McLaughlin), Steven Seagal (Torrez), Michelle Rodriguez (Luz), Jeff Fahey (Michael Booth), Cheech Marin (Padre Cortez)...

5/10

62 Bewertungen, 20 Kommentare

  • Luna2010

    28.05.2011, 23:05 Uhr von Luna2010
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller umfassender Bericht. Ich würde mich auf einen Besuch von dir bei meinen Berichten sehr freuen und wünsche ein schönes Restwochenende.

  • Clarinetta2

    25.04.2011, 21:06 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut geschrieben

  • babygiftzwerg

    25.04.2011, 12:29 Uhr von babygiftzwerg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Frohe Ostern!! LG Ulrike

  • hexi5

    24.04.2011, 20:07 Uhr von hexi5
    Bewertung: besonders wertvoll

    Wünsch dir schöne Feiertage und einen fließigen Osterhasen^^ Glg Lisa

  • kleiner_engel

    24.04.2011, 02:05 Uhr von kleiner_engel
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe ostergrüße !!_

  • bigmama

    22.04.2011, 19:38 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett und wunderschöne Ostertage

  • mima007

    22.04.2011, 10:58 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • blitzkid

    21.04.2011, 21:10 Uhr von blitzkid
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für den Bericht

  • katjafranke

    21.04.2011, 20:46 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüße von der Katja

  • topfmops

    21.04.2011, 18:24 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    @ Überschrift: And if I should do it, only with a female Mexican.

  • morla

    21.04.2011, 16:26 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche schöne feiertage. lg. petra

  • rainbow90

    21.04.2011, 16:01 Uhr von rainbow90
    Bewertung: sehr hilfreich

    Fröhliche Ostern. LG

  • sigrid9979

    21.04.2011, 14:49 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsch dir einen schönen Tag

  • lin1204

    21.04.2011, 14:17 Uhr von lin1204
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht, liebe Grüße

  • leinad78

    21.04.2011, 13:22 Uhr von leinad78
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du hast das F-Wort gebraucht!!! ;-)

  • XXLALF

    21.04.2011, 13:21 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe grüße

  • cleo1

    21.04.2011, 12:50 Uhr von cleo1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße. cleo1

  • yeppton

    21.04.2011, 12:50 Uhr von yeppton
    Bewertung: sehr hilfreich

    wuensche einen schoenen Tag, Lg Markus

  • Lale

    21.04.2011, 12:32 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • minasteini

    21.04.2011, 12:19 Uhr von minasteini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche ein schönes Osterfest. LG Marina