Scream 4 (DVD) Testbericht

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Scream-4-dvd-horrorfilm
ab 89,78
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2012
5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

Von einer Aufbereitung der Wiederholungsfortsetzung.

4
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  Kino-Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Anfänglich habe ich es ja für ein Gerücht oder gar banalen Scherz gehalten, dass

===“Scream 4“=== in die Kinos kommen sollte. Selbst die Aussage des Regisseurs Wes Craven, dass es sich bei Scream 4 um keine Fortsetzung handeln würde, sondern dies vielmehr der Beginn einer neuen Trilogie sein würde, weckte eher Zweifel in mir als naturgegebenes Vertrauen. Wie stimmig ich jedoch sodann seine weiteren Worte

_„Der Fortsetzungswahnsinn bei Horrorfilmen ist eine genretypische Eigenart, die wir parodieren. Im vierten Teil sind wir schon beim Film im Film im Film“_.
(vgl. hierzu Interview in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift „Neon“)

empfinden würde... dies erlebte ich sodann am gestrigen Abend in der Vorpremiere.

Die _story_ lässt sich natürlich wie in allen bisherigen Scream-Teilen mit wenigen Sätzen zusammenfassen: Sidney Prescott (Neve Campbell) hat sich inzwischen zur erfolgreichen Autorin etabliert, als eine Lesereise sie ausgerechnet nach Woodsboro verschlägt. Dort angekommen, trifft sie konsequenterweise erneut auf Dewey Riley (David Arquette) und dessen Frau Gale (Courtney Cox) ~ genauso konsequent beginnen erneut die Morde, während nicht zuletzt erneut die „Stab“ Filme eine Reihe spielen.
Für all jene, die nichts mit diesem Titel anfangen können: bereits im zweiten Teil von „Scream“ geht es um die Verfilmung jener Ereignisse; der Killer hat sodann seinen ersten Auftritt bei der Premiere von „Stab“.

===Die Umsetzung=== würde natürlich nicht ausschließlich mit dem bekannten Dreiergepann der Überlebenden der vorherigen Teile funktionieren. Interessante Idee durchaus die Variante, dass Sydney urplötzlich eine Cousine hat, von der bis dato allerdings noch nie die Rede war. Macht aber nix, denn Rebecca Walters (Alison Brie) gibt dem Ganzen neuen Schwung, während sich die weiteren Charaktere fast schon als abgekupfertes Füllmaterial bezeichnen lassen.

'''Somit wären wir bereits am Knackpunkt des Filmes angelangt''': durch den Umstand, dass auch hier der Woodsboro Mörder, der sich hier als Ghostface einen Namen machte, die ehemeligen Morde nachspielt, kann sich der Kenner der ersten Trilogie schon denken, wie in etwa der Auftakt zur zweiten Trilogie (ist es nicht herrlich?) verlaufen wird. Sprich: Kenner empfinden Scream 4 zumindest (groß)streckenweise vorhersehbar, während Nicht-Kenner vereinzelt von den Zusammenhängen und Seitenhieben überfordert sein könnten.

'''Dass das Ganze dennoch erstaunlich gut funktioniert... ist schon erstaunlich.''' Gerade durch die Erwartungshaltung, die beim Zuschauer ob der Kenntnis ausgelöst wird, zieht die Anspannung noch einmal etwas an ~ '''die immer wiederkehrenden kleinen stimmigen Parodien, die keinesfalls übers eigentliche Ziel hinausschießen, runden das Dargebotene ab und sorgen somit für eine filigrane Mischung von Grusel- und Unterhaltungsaspekt.''' Genauso oft, wie einem das Lachen durch den anschließenden Schreckensmoment im Halse stecken bleibt, entspannt sich gleichermaßen die ein oder andere eigentlich bedrohliche Situation.

Zugegeben: die ersten fünf Minuten von „Scream 4“ sind etwas verwirrend, wirr oder gar befremdlich. Zwar lösen jene sich rasch auf; doch wer Probleme damit hat, von Filmmachern ein wenig in die Irre geführt oder gar veralbert zu werden.... der wird sich womöglich nicht mit jenem Auftakt anfreunden können.

Ähnlich teiltragisch überdies der Aspekt, dass zum einen – logischerweise – recht viele neue Figuren auftauchen, die meiner persönlichen Meinung nach sodann jedoch zu rasch wieder verschwinden. '''Einerseits meint man zwar, jene Charaktere bereits aus den ersten drei Teilen (in nur leicht abgewandelter Darbietung) zu kennen; andererseits hätte man sich jedoch gerne vom gegenteiligen nicht allzu schubladigen Denken überzeugen lassen.'''

Darüber hinaus ahnt man das Unvermeidbare: in Teil 5 _müssen, sofern dieser nicht lediglich aus zusammengeschusterten Rückblenden besteht (was immerhin eine erneute Parodie auf „Saw“ wäre), erneut zig neue Figuren ihren Erst- und vermeintlichen Letztauftritt zelebrieren. Wer in „Scream 4“ überlebt, liegt natürlich wie so oft auf der Hand und wurde trotz diverser Gelegenheiten von mir kaum je in ernsthafte Zweifel gezogen.
Schließlich halte ich Wes Craven für intelligenter als denjenigen, der sich dazu entschied, CSI:LV ohne Gil (William Peterson) in die nächste Runde zu schicken. Guckt das eigentlich noch _irgendjemand_?

~ Wie dem aber auch sei: „Scream 4“ gefällt mir persönlich vor allem dadurch, dass er seiner eigenen Linie treubleibt. '''Der Humor, die Machart sowie die krude Mischung aus schwarzem Humor in der Paarung mit absoluter Authentizität überzeugt wie gehabt''' ~ bitterböse vor allem der Moment, in der der vermeintliche Killer am Telefon seine Morddrohungen ausstößt und die Telefonatin den Hörer mit den Worten _„ist für dich!“ an ihre Freundin weiterleitet.

Unschlagbar ebenso die diversen Anspielungen Marke „in einem Horrorfilm wärst du der nächste“ bzw. daraus resultierenden Umkehrschlüsse nebst verhaltensangepassten Schlussfolgerungen. '''Liebenswert vor allem die beiden vor dem Haus platzierten Deputies, wobei schon alleine der Name Ross Hoss (Adam Brody) ähnlich wortwitzig ist wie der des zuvor erwähnten Cotton Weary. Deputy Anthony Perkins (Anthony Anderson) steht dem selbstredend in kaum etwas nach.'''

Löblich ebenso, dass an keiner Stelle zu dick aufgetragen wird ~ zwar schauen ein paar platzierte Tritte ein wenig zu effektreich aus, während man sich an anderer Stelle fragen muss, ob das komplett in Blut getränkte Schlafzimmer nebst heraushängenden Darm tatsächlich ernst oder doch eher erneut augenzwinkernd gemeint ist, doch im Grunde weiß man, dass alles so ist, wie es sein muss.
So oder so: „Scream 4“ hat es unabstreitbar geschafft, die gleiche Atmosphäre, die es bereits in den Vorgänger-Teilen zu bestaunen gab, erneut an den interessierten Zuschauer zu bringen (in der Vorpremiere waren es übrigens knapp 10 Interessenten ~ soviel zum Thema Kartenreservierung).

Wie bereits erwähnt jedoch stellt sich der Film mit eben jener „gleichen Atmosphäre“ selbst ein winziges Stolperbeinchen: die fast abschließende Küchenszene; in der Sydney gefragt wird, ob ihr das nicht alles bekannt vorkommt, erinnert nicht ausschließlich an den ersten Teil, sondern darüber hinaus sogar an den zweiten, in der jene Frage ebenfalls an sie gerichtet wurde. Und zieht sich somit dann doch ein wenig dahin.

Liebenswert hingegen insbesondere, dass einerseits absolut damit zu rechnen war, wer sich als „Ghostface“ herausstellen würde ~ während gleichzeitig andererseits jenes fast schon wieder so logisch war, dass man eben doch nicht darauf kommt. '''Bzw. so logisch, dass es wieder unlogisch gewesen wäre, und somit erneut logisch.'''
Die ansatzweisige optische Ähnlichkeit des Charlie (Rory Culkin) mit dem im dritten Teil dahingeschiedenen Cotton Weary (Liev Schreiber) hat mich persönlich eine völlig andere Idee fabrizieren lassen... doch wer weiß, vielleicht greift Teil 5 oder gar 6 sodann auf eben jene zurück.

~ Im Gegensatz zu der never ending „Saw“ Tragödie ist es meine unverhohlene Absicht, mir jene Fortsetzungen ebenfalls unbedingt ansehen zu wollen. '''Während man bei „Saw 8“ eigentlich nur noch darauf warten kann, dass Genitalien via Selbstbeschneidung oder durch obskure Reißzwecken in die Harnröhre-Einführungen verstümmelt werden (in Großaufnahme, versteht sich), bleibt „Scream 4“ sich selbst nebst seiner eigenen Regel treu:''' puristische Messermorde, die jeder Durchschnittsmensch ebenfalls zelebrieren könnte.

Dadurch, dass der Blutpegel an für sich nur sehr bedingt anstieg, vielmehr jedoch lediglich kreativer wurde (und sich für den Zuschauer fühlbar-fieser anfühlt), fühlt man sich keineswegs so erschlagen oder gar zum ungläubigen Kopfschütteln bewogen, wie es beim hier und dort genannten Vergleichswerk der Fall ist. '''Interessant ist und bleibt somit, ob die erscheinende DVD-Fassung, wie es seinerzeit beim ersten Teil der Fall war, geschnitten wird.'''

===Summa summarum=== besticht „Scream 4“ durch den hohen Identifikationsanteil. Während man fassungslos darüber den Kopf schüttelt, dass inmitten der Filmhandlung ein Filmfestival stattfindet, in denen die Teilnehmer die Morde auf der Leinwand bejubeln, während jener „Vorlagenkiller“ erneut umherstreift; kann man sein eigenes Verhalten nicht völlig von jenem Trennen. '''Auch dürfte manch einer im Kinosessel versinken, wenn in den ersten Minuten von einem „Facebook-Stalker“ die Rede ist.'''
Wes Craven gelingt es erneut aufs genialste, nicht mit erhobenen Zeigefinger herumzuwedeln, sondern vielmehr durch jene Szenerien die Glaubwürdigkeit und somit den Gruselfaktor zu erhöhen.

~ Die Spiellänge von knapp 111 Minuten vergeht wie im Fluge, die passende Begleitmusik sorgt für fetzige Stimmung, während lediglich tragisch ist, wie wenig Zeit man vereinzelt erhält, sich an einige Figuren zu gewöhnen bzw. seine entsprechenden Sympathien aufzubauen. Schnell ist klar, dass Kirby (Hayden Panettiere) nicht nur einen dusseligen Vornamen trägt, bei dem zumindest ich stetig an einen Kürbis denken muss, sondern auch der Faktor, dass diese dazu prädestiniert ist, mit ihrer _„mir doch egal, ob da ein Killer rumläuft ~ ich geh jetzt feiern!“_ andere Leutchen in Gefahr bringt. Könnte man an jener Stelle zumindest annehmen.

Ergo des Ergos: trotz mannigfaltiger Vorhersagbarkeit bietet „Scream 4“ genug Überraschungen, Wendungen und legt wie nebenbei oftmals falsche Fährten ~ oder eben richtige Fährten, die so richtig aussehen, dass man sie wieder als falsch abtut.

Wen das nicht reizt, der wird mit „Scream 4“ vermutlich nicht viel anfangen können ~ ebenfalls bleibt bis zuletzt die große Frage offen, ob man sich die erste Trilogie vorher ansehen sollte oder nicht. Ich persönlich tendiere zu „ja“, während gleichzeitig dadurch ein wenig Spannung verloren geht. Wie so oft im Leben muss das ein jeder somit für sich selbst entscheiden....

4 bis 5 Sternchen und eine insbesondere aufgrund der manch klugen Äußerungen inmitten des Filmchens liebevolle Empfehlung.

37 Bewertungen, 9 Kommentare

  • tina08

    06.05.2011, 16:37 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • campino

    06.05.2011, 13:04 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    :: :: :: lg andrea :: :: ::

  • papaonline

    06.05.2011, 13:00 Uhr von papaonline
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich berichtet, lg dirk

  • katjafranke

    06.05.2011, 12:03 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüße von der Katja

  • kleiner_engel

    06.05.2011, 11:39 Uhr von kleiner_engel
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Freitagsgrüße !!

  • anonym

    06.05.2011, 11:13 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    schoenen Freitag aus Oesterreich

  • sigrid9979

    06.05.2011, 10:42 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüße von der Nordsee

  • sendorra

    06.05.2011, 09:51 Uhr von sendorra
    Bewertung: besonders wertvoll

    Ich war am zweifeln, aber nach Deinem Bericht muss ich da nun unbedingt rein.

  • yeppton

    06.05.2011, 09:18 Uhr von yeppton
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schoen berichtet, Lg Markus