Hangover 2 (DVD) Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 03/2012
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Dr_Ed

One night in Bangkok

3
  • Action:  viel
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  Kino-Version

Pro:

Wer den ersten Teil gut fand, wird den zweiten zumindest nicht schlecht finden, aber wirkliche Überraschungen fehlen.

Kontra:

Wer den ersten Teil schon nicht mochte, kann sich den zweiten Teil getrost sparen.

Empfehlung:

Nein

Hallo Zielgruppe!
Wenn ein Film überraschend Erfolg hat, dann lässt eine Fortsetzung meist nicht lange auf sich warten. Nicht umsonst gibt es ja die Redensart, wonach man ein Eisen schmieden soll, solange es noch heiß ist. Vor zwei Jahren war „Hangover“ ein Überraschungserfolg sondergleichen und die Geschichte barg genügend Potential für eine Neuauflage. Also wurden ein paar Settings geändert, sowie an einigen weiteren Schräubchen gedreht und ab dafür. Andererseits bergen Neuauflagen bzw. Fortsetzungen immer das Risiko, dass sich die Masche aus dem Vorgänger totgelaufen hat und nicht an dessen Witz und Tempo herankommen kann. Ob und inwieweit das hier gelungen ist, dazu mehr in diesem Bericht.

### DER INHALT ###

~~~ wie immer zuerst die „Gemeinwesen macht sich nichts aus JunggesellInnen-Abschieden“ - Kurzversion ~~~

Zwei Jahre sind vergangen, seit Doug mit seinen drei Freunden Stu, Alan und Phil in Las Vegas einen Junggesellen-Abschied gefeiert haben, der völlig aus dem Ruder lief. Nun ist Zahnarzt Stu an der Reihe, die umwerfende Lauren aus Thailand zu heiraten. Die Hochzeit soll bei ihren Eltern an einem thailändischen Traumstrand stattfinden. Nichtsdestotrotz wollen seine drei Freunde mit ihm einen Junggesellen-Abschied feiern. Da man aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt hat, will man das ganze natürlich eine Spur zurückhaltender angehen mit ein paar Bierchen und Marshmellows am Lagerfeuer. Aber trotz aller Vorkehrungen nehmen die Ereignisse ein unerwarteten Verlauf...

~~~ und jetzt wieder die „Dr.Ed hat schon mehr Hochzeiten als Junggesellen-Abschiede erlebt“ - Langversion ~~~

Zwei Jahre sind vergangen, seit Doug (Justin Bartha) mit seinen drei Freunden Stu (Ed Helms), Alan (Zach Galifianakis) und Phil (Bradley Cooper) in Las Vegas einen Junggesellen-Abschied gefeiert haben, der unvergesslich bleiben wird, auch wenn sie die Details vergessen haben. Nun ist Zahnarzt Stu an der Reihe, die umwerfende Lauren (Jamie Chung) aus Thailand zu heiraten. Die Hochzeit soll bei ihren Eltern an einem thailändischen Traumstrand stattfinden. Nichtsdestotrotz wollen seine drei Freunde mit ihm einen Junggesellen-Abschied feiern. Da man aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt hat, will man das ganze natürlich eine Spur zurückhaltender angehen mit ein paar Bierchen und Marshmellows am Lagerfeuer. Anfangs verläuft alles recht unspektakulär und Doug zieht sich auch nach wenigen Minuten zurück. Alle anderen wollen dagegen noch ein wenig weiter machen, ohne dabei jedoch über die Stränge schlagen zu wollen.

Dennoch wachen sie am nächsten Morgen völlig verkatert, ohne jegliches Erinnerungsvermögen an die vorangegangenen Ereignisse, in einer völlig heruntergekommenen Absteige in Bangkok auf. Und wieder fehlt eine Person, nämlich Teddy (Mason Lee). Der kleine 16-jährige Bruder der Braut ist wie vom Erdboden verschluckt, stattdessen finden sich in dem Zimmer ein kettenrauchendes Äffchen und mit Mr. Chow (Ken Jeong) ein alter Bekannter wieder. Also macht man sich umgehend auf die Suche nach Spuren. Da man schon eine gewisse Erfahrung mit einer derartigen Situation hat, findet man schnell die ersten Hinweise Allerdings müssen die Freunde gleich den ersten Rückschlag hinnehmen, nachdem Mr. Chow nach einer Prise Kokain einen Herzstillstand erleidet und sie bei ihrer Suche nach Antworten nicht unterstützen kann.

Aber die ersten Antworten werfen gleich wieder neue Fragen auf. Dazu müssen natürlich die Geschehnisse der Nacht rekonstruiert werden. So hangeln sie Stu, Phil und Alan mit dem Äffchen durch Bangkok und geraten dabei immer tiefer in Verstrickungen mit der örtlichen Unterwelt, haben plötzlich auch noch einen schweigenden Mönch mit Rollstuhl im Schlepptau. Stu fragt sich nach der Herkunft seines Tattoos und muss nebenbei feststellen, dass er beinah wieder eine Prostituierte geheiratet hätte und der Nachtclub, den man letzte Nacht besucht hatte, ist nur noch ein rauchender Trümmerhaufen. Aber überall wo man sucht, finden sie alles mögliche, nur keine Spur von Teddy und wieder droht die Lage mehr und mehr zu eskalieren...

### MEINE MEINUNG ###

Wenn ein Film unerwarteten Erfolg hat, möchte man diesen Erfolg natürlich gerne wiederholen. Allerdings kann man dabei sehr schnell in einer gefährlichen Zwickmühle landen: Wenn man zu sehr am Strickmuster des ersten Teils festhält und die Figuren nicht weiter entwickelt, erhöht sich zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit, allenfalls nur einen lauen Aufguss hinzubekommen. Die Gags, mit denen man im ersten Teil noch Lacher verbuchen konnte, zünden dann im zweiten Teil nicht mehr. Wenn dagegen das erfolgreiche Grundkonzept zu sehr verändert, kann es passieren, dass man das Publikum zu sehr vor den Kopf stößt und ihm damit zu viel zumutet. Also hat man damit im Grunde schon fast eine klassische „Wie-man-es-macht-ist-es-verkehrt-Situation“. Da stellt sich natürlich die Frage, wie die Macher mit dieser Problematik umgegangen sind und das Dilemma gelöst haben.

Der erste Teil hatte ja den Vorteil, dass auf die Protagonisten nach jeder Szene immer weitere, immer abgedrehtere Überraschungen warteten, mit denen weder sie noch das Publikum rechneten. Im zweiten Teil gehören diese abgedrehten Überraschungen ja schon zum Erwartungshorizont des Publikums. Diesen Erwartungsdruck versucht Regisseur Todd Phillips zu umgehen, indem er nur bedingt darauf eingeht. In der Fortsetzung haben die Hauptfiguren deutlich mehr Ahnung, wie sie am besten mit der Situation umgehen und wie sie am ehesten wieder aus der Misere herauskommen. Das bewahrt sie aber auch diesmal nicht davor, wieder Prügel einstecken zu müssen: Diesmal allerdings nicht von Mike Tyson, sondern von irgendwelchen schlagkräftigen Mönchen. Auch ist die Schneise der Verwüstung, die die Hauptfiguren hinterlassen deutlich größer: Während in Teil 1 „nur“ eine Hotelsuite zu Bruch ging, ist es hier gleich ein ganzer Nachtklub.

Überhaupt geht es in der exotischen Kulisse Bangkoks um einiges gewalttätiger und turbulenter zu: Man gerät in Verfolgungsjagden und Schießereien mit dem örtlichen organisierten Verbrechen. Phil wird dabei sogar angeschossen. Außerdem werden sie sogar noch in eine international angelegte Polizei-Aktion hineingezogen. Darüber hinaus verliert Stu zwar keinen Zahn, aber Schwager Teddy verliert stattdessen sogar einen Finger (was aus seiner Sicht für ihn aber erstaunlicherweise gar nicht so schlimm ist). Die Spurensuche verläuft also ähnlich chaotisch wie im ersten Teil, nur die Kollateralschäden seitens der Beteiligten sind diesmal größer. Insgesamt hat das zur Folge, dass der Film quasi zwangsläufig weniger witzig und überraschend als sein Vorgänger ist, aber dafür im Nebeneffekt zumindest auch kein lauer Aufguss mit recycelten Gags ist.

Trotz einer vergleichbaren Ausgangssituation versucht die Fortsetzung, zwar am Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen, aber nicht alles zu kopieren bzw. nur leicht zu variieren, sondern die Figuren auch ein wenig weiter zu entwickeln. Zwar ist vieles noch eine Nummer extremer als in Teil 1, aber man versucht auch nicht, alles auf die Spitze zu treiben. Nur fehlt hier das letzte Überraschungsmoment, aber vom Unterhaltungsfaktor kann man immerhin fast das Niveau halten. Natürlich geht auch hier wieder einiges unter die Gürtellinie und auch hier werden wieder einige Grenzen des guten Geschmacks niedergetrampelt, was aber letztlich auch nichts zur Sache tut, schließlich war der erste Teil doch auch schon eine Bad-Taste-Komödie, warum sollte es also hier anders sein? Auch das Tempo des ersten Teils wurde hier im wesentlichen beibehalten.

Darstellerisch lässt sich an den Beteiligten nichts aussetzen, müssen sie im Grunde doch nur ihren Part aus Teil 1 wiederholen, was sie aber in keinster Weise vor unlösbare Herausforderungen stellt. Zu erwähnen sei noch, dass Mike Tyson auch im zweiten Teil wieder einen Cameo-Auftritt hat, wo er einmal mehr beweist, warum er keinen Plattenvertrag hat und wohl auch nie einen bekommen wird. Ansonsten sei noch gesagt, dass der zweite Teil natürlich viele Anspielungen auf Teil 1 enthält, was im Umkehrschluss bedeutet, dass man ihn schon kennen bzw. gesehen haben sollte, denn sonst versteht man vieles aus der Fortsetzung auch nicht so ganz bzw. erschließen sich einem manche Gags und Dialoge nicht.

### FAZIT ###

Dass Fortsetzungen nur selten besser sind als der erste Teil bewahrheitet sich auch hier. Aber immerhin muss man den Machern zugute halten, dass sie darum bemüht sind, das Rezept aus Teil 1 nicht bloß aufzuwärmen, sondern auch ein wenig weiter zu entwickeln. Das geht natürlich ein wenig zu Lasten des Unterhaltungsfaktors und des Überraschungsmoments, aber immerhin wird hier auch kein Rohrkrepierer daraus. Insofern kann ich den Film zumindest bedingt empfehlen, aber auch nur dann, wenn man Teil richtig gut. Daher gibt es von mir diesmal 3 von 5 möglichen Reisschüsseln.

### ABSPANN ###

Spielfilm USA 2011, 101 Min., FSK 12

Regie: Todd Phillips
Drehbuch: Todd Phillips, Scott Armstrong und Craig Mazin
Kamera: Lawrence Sher
Musik: Christophe Beck

~ Stu – Ed Helms
~ Phil – Bradley Cooper
~ Alan – Zach Galifianakis
~ Doug – Justin Bartha
~ Mr. Chow – Ken Jeong
~ Lauren – Jamie Chung
~ Teddy – Mason Lee
~ Sid Garner – Jeffrey Tambor
~ Kingsley – Paul Giamatti
u.v.a.

39 Bewertungen, 9 Kommentare

  • mauerblume

    06.06.2011, 08:10 Uhr von mauerblume
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich! LG mauerblume

  • Mondlicht1957

    04.06.2011, 14:54 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse

  • campino

    04.06.2011, 11:54 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg andrea

  • morla

    04.06.2011, 01:00 Uhr von morla
    Bewertung: besonders wertvoll

    wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra

  • Lothlorien

    03.06.2011, 23:18 Uhr von Lothlorien
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht ..... :-)

  • feliciano2009

    03.06.2011, 22:26 Uhr von feliciano2009
    Bewertung: sehr hilfreich

    ist ja toll beschrieben...

  • sigrid9979

    03.06.2011, 21:43 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche ein schönes Wochende

  • Miraculix1967

    03.06.2011, 21:42 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönes Wochenende und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • katjafranke

    03.06.2011, 21:37 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße.....KATJA