The Kids Are All Right (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 07/2011
Erfahrungsbericht von LilithIbi
Gefühlsverwirrung; "Im Sinne von Lesben."
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
===“The kids are all right“===
aufmerksam, der meiner Meinung nach im Grunde keine wirkliche Komödie darstellt. Vielmehr würde ich das Ganze so umschreiben, dass es sich hierbei um eine Art Familiendrama handelt, welches mit diversen, durchaus unterhaltsamen Auflockerungen angereichert wurde.Die story lässt sich rasch zusammenfassen: durch den Umstand, dass Joni (Mia Wasikowska) jüngst 18 Jahre alt geworden ist, erlaubt es das Gesetz ihr, sich bei der Samenbank nach ihrem biologischen Vater zu erkundigen. Jener - Paul (Mark Ruffalo) - willigt völlig überrumpelt ein; und so dauert es nicht lange, bis er seine Kinder Joni und Laser (Josh Hutcherson) kennenlernt. Interessant an dieser Komponente nicht zuletzt der Fakt, dass Laser und Joni ihren beiden Mums Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) vorab nichts von dieser Idee offenbarten, es in diesem Fall aber nicht lange dauert, bis schlussendlich alle 5 an einem Tisch sitzen.
Hauptthematischer Schwerpunkt stellt hier nicht die Suche nach dem leiblichen Vater dar, sondern vielmehr die Auswirkung, die dessen (zumindest zum Teil) unverhofftes Auftreten nicht nur auf das lesbische Ehepaar sondern eben auch auf die weitere Entwicklung der Teenager verübt.
Während anfänglich Laser enttäuscht von dem selbstüberzeugten Charakter seines Vaters ist, fühlt Nic die Familienidylle bedroht und sieht es somit nur sehr ungern, dass ihre Frau Jules den Pauls Garten gestalten möchte. Lange ist Nic die einzige, die arg zurückhaltend Paul gegenüber agiert ~ nach und nach jedoch befindet sich der Zuschauer in der großen Fragestellung wieder, ob sie vielleicht mit ihrer Vermutung gar nicht mal so Unrecht hatte, dass es besser gewesen wäre, es bei einem einmaligen Treffen zu belassen....
===Die Umsetzung===
ist tatsächlich locker-leicht und zugleich tiefgründig-emotional. Regisseurin Lisa Cholodenko beweist ein feines Gespür dafür, an welchen Stellen eine leicht komödiantische Nuance ihren Platz finden darf und erschuf somit ein absolut authentisches wie auch liebenswertes Werk.
Jede der Hauptpersonen erhält eine Tiefe, die die jeweiligen Handlungsweisen nachvollziehbar erscheinen lässt; auch kristallisieren sich die charakterlichen Unterschiede der einzelnen Familienmitglieder heraus, ohne das auch nur ein einer einzigen Stelle zu dick aufgetragen worden wäre. Über die Schauspieler selbst lässt sich vermelden, dass Annette Benning für ihre Rolle als Nic einen Oscar erhielt ~ eine Auszeichnung, die man gleichermaßen auch Julienne Moore gewünscht hätte. Doch auch die beiden Teenager nebst Mark Ruffallo meistern ihre Rolle absolutigst ~ lediglich Jonis guter Freund Jai (Kunal Sharma) hinkt mit seiner leibeigenen Überzeugungskraft ein wenig hinterher, was in dem Kontext, dass alle anderen sehr glaubhaft agieren, kaum dramatischer Natur ist.
Angereichert wird die Geschichte ebenfalls durch Pauls „Gespielin“ Tanya (Yaya DaCosta), die ich persönlich zu guter letzt nicht mehr ganz so sympathisch fand; während ich den Jugendlichen Brooke (Rebecca Lawrence) sowie Clay (Eddie Hassell) von Anfang an eher skeptisch gegenüberstand. So vermeintlich klein diese drei Rollen auch sein mögen, umso vehementer üben sie sich auf das mehr und mehr zusammenbrechende Familienkonstrukt aus.
Nic ist die, die gesteigerten Wert auf zwischenmenschliche Höflichkeiten legt, ihre Kinder dazu anhält, Dankesbriefe zu schreiben oder gar zu versuchen, Laser mit den Worten
„Bringt dich die Freundschaft zu Clay irgendwie weiter?“
nicht nur zum nachdenken anzuregen. Jules hingegen scheint unter der beinahe Herrschsucht ihrer Frau zunehmend zu leiden; beweist an mehreren Stellen ein mangelndes Selbstbewusstsein wie zugleich eine Art Kampfeslust, die dem Film eine zusätzliche Ernsthaftigkeit verleiht.
Besonders hervorzuheben insbesondere die Selbstverständlichkeit, wie „The kids are all right“ mit der Homosexualität umgeht ~ nichts ist hier peinlich; um nichts wird ein großes Bohei gemacht. Die Szene, in der sich Jules und Nic einen Schwulenporno ansehen, versetzte mich unabstreitbar in ähnliche irritierte Faszination wie Laser, der im weiteren Verlauf jene DVD im Nachtschrank seiner Mütter findet. Der darauf folgende Erklärungsansatz seites Jules, warum sich zwei lesbische Frauen zwei schwule Männer angucken gestaltet sich meiner Meinung nach derartig genial, dass ich spätestens hier dem absoluten Reiz von “The kids are all right“ erlegen war.
Gleichermaßen überraschte mich das Gesamtwerk dadurch, dass er einerseits tiefgründiger, andererseits sexuell offener als vorab geahnt gestaltet wurde ~ letzteres sorgte zweifellos für die FSK12 Angabe, die manch einem nicht zuletzt im weiteren Kontext vermutlich als „zu niedrig eingestuft“ erscheinen könnte.
Obschon in dem Film nicht viel an ausufernder Handlung passiert, ereignet sich viel im inneren ~ Schlagworte wie Unbeholfenheit, Abstand, Respekt, Hoffnung, Neuanfänge, Hilflosigkeit, Entfremdung, Umorientierung, Entwicklung, Auseinanderleben, in-sich-Verlorenheit... all jene und noch viel mehr finden schlussendlich ihren Platz, ohne das weder Langatmigkeit Einzug erhält noch dass der Film überladen wirken würde.
===Summa summarum===
Es liegt auf der Hand, dass es in solcherlei Filmen keinesfalls ein Happy end für alle Beteiligten geben kann ~ dadurch, dass man jedoch jeden der drei Elternteile ins Herz schließt, fällt es schwer, sich zu entscheiden, mit wem man nun eigentlich mitfiebern möchte. “The kids are all right“ endet somit fast zwangsläufig mit ein wenig Unzufriedenheit seitens des Zuschauers; während man gleichermaßen mit einem zumindest ansatzweisigen offenen Ende konfrontiert wird.
Tatsächlich hat mir das „tiefgehende Porträt einer modernen Familie“ (vgl. Klappentext) ausnehmend gut gefallen und besticht vor allem durch etliche kleinere Momente, die größere Umschwünge nach sich ziehen könnten. Ob und inwieweit jene Szenen Auswirkung auf die weiteren Entwicklungen haben werden..... solcherlei bleibt offen; es wird nicht einmal versucht, diesbezüglich irgendwelche Hinweise zu liefern. Ein Umstand, den ich persönlich an dieser Stelle sehr begrüße ~ rasch würde sich sonst ein allzu konstruierte Eindruck bemerkbar machen.
Schlussendlich habe ich persönlich an “The kids are all right“ rein gar nichts zu kritisieren, eben weil die atmosphärische Mischung hier vollkommen stimmig agiert.
Guten Gewissens somit die maximale Sternvergabe sowie eine uneingeschränkte Empfehlung.
35 Bewertungen, 10 Kommentare
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04.07.2011, 11:16 Uhr von goat
Bewertung: besonders wertvollDer Bericht hat auf jeden Fall ein BW verdient.
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02.07.2011, 08:27 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichlg andrea
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01.07.2011, 17:43 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und lieben Gruß Hat Keiner Lust azf Leserunde?
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01.07.2011, 17:36 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende lg.petra
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01.07.2011, 17:31 Uhr von feliciano2009
Bewertung: sehr hilfreichsehr interessant...
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01.07.2011, 17:07 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße........simone
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01.07.2011, 16:07 Uhr von babygiftzwerg
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir noch einen schönen Freitag. LG Ulrike
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01.07.2011, 15:44 Uhr von blacktiger0403
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! Schöne Grüße aus Remscheid :)
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01.07.2011, 15:25 Uhr von Luna2010
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
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01.07.2011, 15:24 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Wochenendgrüße von der Katja
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