DeLonghi Primadonna S ECAM 26.455 Testbericht

Delonghi-ecam-26-455-primadonna-s
ab 290,50
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Summe aller Bewertungen
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut
  • Handhabung & Komfort:  sehr gut
  • Geschmack des Kaffees:  sehr gut
  • Reinigung:  sehr einfach
  • Design:  sehr gut
  • Geräuschpegel:  leise

Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Belladonna

5
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut
  • Handhabung & Komfort:  gut
  • Geschmack des Kaffees:  sehr gut
  • Reinigung:  durchschnittlich
  • Design:  sehr gut
  • Geräuschpegel:  leise
  • Besitzen Sie das Produkt?:  ja

Pro:

- Schlankes Design - Verarbeitung - Durchdachte Funktionen

Kontra:

- Preis

Empfehlung:

Ja

Noch gar nicht so lange her - Im Jahre des Herrn 2008 war's - da erhielt der Tempel einen neuen Kafeevollautomaten. Die Saeco (inzwischen von Philips geschluckt) Incanto DeLuxe hat ihren Dienst meist zur Zufriedenheit aller Haushaltsbewohner erledigt. Ein leckes Heißwasser/Dampf-Nadelventil wurde im Zuge einer Selbstreparatur ausgetauscht - ansonsten waren Fehlfunktionen oder Defekte noch einigen tausend Entnahmen nicht zu verzeichnen gewesen und an gewisse Schrullen hatte man sich längst mit einem schulterzuckendem "Ist halt so" gewöhnt. Bis das Gerät plötzlich unangenehm nach verschmorter Platine roch: Zeit sich nach Ersatz umzusehen.

Die Wahl fiel nach reiflicher Überlegung diesmal nicht auf eine Saeco-Philips. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig, Hauptursache war aber sicherlich die Accessability - sprich: der leichte Zugriff auf Trester-, Bohnen- und Wasserbehälter. Von vorne nämlich. Saeco-Philips hat bei den von uns in Erwägung gezogenen Maschinen (Exprelia und Xelsis) den Wassertank sowie den Bohnenbehälter an ungünsiger Stelle seitlich-oben platziert. Für uns inzwischen ein KO-Kriterium. Ebenso die seit der seligen "Vienna"-Baureihe beinahe unveränderte Brühgruppe: Ein recht verschleißanfälliges Plastik-Monument, welches vergleichsweise viel Aufmerksamkeit, d.h. regelmäßige akribische Reinigung und Pflege (und ab und zu einen neuen Dichtsatz sowie reichlich Silikonfett) erfordert.

Die DeLonghi ist von der Ausstattung und Verarbeitung her prinzipiell vom gleichen Kaliber - auch preislich. Die PrimaDonna S "DeLuxe" mit Edelstahlgehäuse - Modell ECAM 26.455 M(etal) - kostet knapp 1300 Euro Listenpreis. Wer auf die Metallausführung verzichten, sowie auch mit schnödem Kunststoff leben kann, spart etwa 300 Euro und landet somit bei der ECAM 26.455 B(asic). Von den Funktionen her sind die S-Primadonnen jedoch identisch. Ein nahezu vollautomatischer Milchaufschäumer ("Cappuccinatore") mit abnehmbaren Tank gehört ebenso zum guten Ton, wie ein einstellbares, keramisches Kegelmahlwerk, welches zu den Leisetretern seiner Zunft gehört. Tassenwärmer? Klaro!

Natürlich beherrscht auch in diesem Segment inzwischen die Elektronik das Geschehen fast vollkommen, sodass es nicht wundert, dass der Vollautomat seinem Namen alle Ehre macht und eine Reihe von automatischem Programmen auf der Pfanne hat. Neben Espresso und drei Kaffee-Varianten (normal, groß, sehr groß) haut die schlank gebaute Dame auch Latte Macchiato und Cappuccino sowie Cafe Latte fix und fertig per Knopfdruck aus den Düsen. Einfach nur heiße Milch für einen Kakao oder Wasser für Boullion etc. seien hier nur der Vollständigkeit halber ebenfalls erwähnt. Selbstschlürfend lassen sich die Programmabläufe individuell beeinflussen bzw. Unter dem Menüpunkt "Mein Kaffee" eine eigene Lieblingsdosierung zusammenpfuschen. Mahlgrad, Temperatur und Wassermenge sind ebenfalls Parameter an denen sich als Hobby-Barrista vortrefflich schrauben lässt - so man denn mag. Und davon ist auszugehen, denn wozu sonst kauft man sich so ein ausgebufftes Teil? Na eben.

Geräte dieser Preisklasse sollen also allen erdenklichen Komfort bieten und nicht immer sind alle "neuen" und "verbesserten" Funktionen auch tatsächlich praxistauglich. Für eine mit den Jahren gewachsenen Baureihe wie der ECAM gilt eher das Umgekehrte: "keep it simple" scheint der Leitsatz - wie auch immer man dies knackig auf italienisch übersetzen mag, so hat man bei DeLonghi offenbar verstanden und seine Kaffeeautomaten entsprechend optimiert. Zuviel überflüssiger und komplizierter Schnickschnack ist der Sache abträglich und macht auch die Wartung und Pflege intensiver. Siehe Mitbewerber Saeco-Philips, dessen Brühgruppe zwar ein feines Stück Ingenieurskunst aber auch eine Schwachstelle darstellt. Die DeLonghi lagert die nicht weniger pfiffige Mechanik hingegen fast komplett ins Gerät aus.

Das mag einerseits eine Philophiefrage sein, andererseits muss man zum Reinigen nur die vergleichsweise kompakte und wartungsfreundliche Gruppe aus Zylinder, Kolben und Siebträger entfernen, nicht einen solch ein Trümmer wie bei der Saeco. Noch mehr unterscheidet die Konkurrent(inn)en: Subjektiv ist das Gebräu aus der DeLonghi heißer, man kann die gewünschte Brühtemperatur sogar stufenweise einstellen. Ein deutlicher Pluspunkt. Der Tresterbehälter ist großzügig dimensioniert und reicht für 10 Entnahmen locker - hierbei gibt es noch eine Besonderheit, denn die PrimaDonna variiert die Füllmengen, die das Mahlwerk liefert je nach Stärke und gewünschter Tassenmenge (wahlweise 1 oder 2 Tassen). Dementsprechend ist das Volumen der gepressten Pellets auch anders - zudem brüht die Maschine nur ein einziges Mal und nicht in zwei separaten Durchgängen.

Glanzstück ist aber bei allem sicher der angeflanschte (im Lieferumfang enthaltene) Milchtank, den man durch Abziehen gegen eine Standard-Heisswasser/Dampfdüse ersetzen kann. Hierüber lässt sich bequem Milch für allerlei italienische Kaffee-Spezereien zubereiten. Selbst die Schaumstärke lässt sich per Drehknopf wählen. Empfohlen wird hier kühle, (teil-)entrahmte Milch, jedoch klappt das Aufschäumen sogar mit Vollmilch, wiewohl der Schaum dann - aus chemisch-pysikalischen Gründen - nicht ganz so üppig ausfällt. Der 0,8 Liter Tank lässt sich wie gesagt komplett abnehmen und so wie er ist in den Kühlschrank stellen. Sobald die Maschine sein Vorhandensein erkennt, lässt sich auf Knopfdruck ein Cappucino, Latte Macchiato oder Cafe Latte entlassen. Das Mischungsverhältnis kann man übrigens individuell an den eigenen Geschmack anpassen. Das mit dem Anpassen gilt auch für die Tassengröße: Der Auslauf ist höhenverstellbar, sodass selbst dicke und hohe Pötte drunter passen.

Überhaupt ist die Bedienung recht idiotensicher, nach jedem Milchaufschäumen fordert Madame über das Display die Reinigung der Milchdüse an und die Meldung erlischt auch erst nachdem man tat, wie geheißen. Genauso meldet sie Wasser- oder Bohnenknappheit, Entärterpatronenwechsel (optional) oder das Entkalken an. Die wertigen Soft-Touch-Tasten sind selbsterklärend und die Menüstruktur ist logisch nachvollziehbar - das Bedienungshandbuch ist, außer vielleicht zur Erstinbetriebnahme, eigentlich unnötig und muss nur selten für eventuelle Feinheiten herangezogen werden. z.B. der erstmaligen Programmierung von "Mein Kaffee" oder auch die zunächst ungewohnte Verwendung des Timers (Die Maschine besitzt eine integrierte Uhr und kann so programmiert werden, dass sie zur voreingestellten Zeit bereits gefechtsklar und brühfertig bereit steht). Sehr praktisch nicht nur für Morgenmuffel.

Das Wechseln in den Energiesparmodus bzw. Standby kann selbst definiert werden. DeLonghi verspricht hiermit eine Energieeffizienz von "Besser als A". Hintergrund ist das Abschalten des Heizkessels im Energiesparmodus und das komplette Herunterfahren der Kiste beim Standby. Störend - oder zumindest lästig - am Standby ist, dass das Frollein sowohl beim Wechsel in als auch aus dem Modus heraus immer einen kompletten Spülgang einlegt (das gilt nicht für den Energiesparmodus, sondern NUR für Standby). Ich halte das für ziemlich überflüssig und meist Wasser-/Energieverschwendung, da das System ja nach einmaligem Spülen "sauber" ist. Löblicherweise hat man in Italia auch an einen Netzschalter gedacht, um die Maschine komplett vom Netz zu trennen - wir machen über Nacht Gebrauch davon. Selbstverständlich funktioniert dann aber auch die Sache mit dem Timer nicht. Logo.

Wichtiger Punkt bei einem Kaffeevollautomaten ist sicherlich die Frage wie gut sich so ein Teil mit den nötigen Betriebsmitteln (Wasser und Kaffee) bestücken und sich die ganze Chose dann hernach reinigen und/oder warten lässt. Für Ersteres gibt es eigentlich nur Erfreuliches zu berichten. Der Wassertank lässt sich kleckerfrei nach vorne herausziehen, der Tresterbehälter und die Tropfschale sind großzügig dimensioniert und ebenfalls ziemlich pflegeleicht. DeLonghi verneint (aus Produkthaftungsgründen) zwar die Möglichkeit die Schublade, Tropfgitter und Tresterbehälter in die Spülmaschine zu packen - uns war's von Anfang an Wurscht und so landen diese Bauteile bei Spülgängen mit niedrigen (!) Temperaturen regelmäßig in selbiger. Wassertank, Deckel des Milchbehälters, Dampfdüse und Brüheinheit jedoch NICHT.

Der Bohnenbehälter ist von oben zugänglich und hat eine weite Öffnung, um ihn bequem mit Bohnen zu beschicken - dort befindet sich auch das Stellrad für den Mahlgrad. Wahlweise lässt sich über eine kleine, zentrale Klappe auch gemahlener Kaffee einfüllen. Das muss man der Maschine allerdings dann auch VOR dem nächsten Brühvorgang mitteilen. Doch wer will das schon? Überhaupt empfiehlt es sich stets hochwertigen Espressokaffee (dieser enthält in der Regel nicht ganz so viel Öle und Säure, wie "typisch deutscher" Röstkaffee) zu verwenden und nicht irgendeinen Schrott. Das Gerücht, dass es unbedingt "100% Arabica" sein muss, ist übrigens reine Geschmackssache und hat allenfalls etwas mit der Qualität aber nichts mit der grundsätzlichen Eignung für Vollautomaten zu tun. Es gibt durchaus höchst schmackhafte Mischungen, in denen ein bemerkenswerter Anteil an "Robusta"-Bohnen vorhanden ist. Tipp: BIO-Espresso "Gusto Viva" von "Rapunzel" - der ist obendrein auch noch fair gehandelt.


_Kurz und Bündig_

Die vollausgestattete, durchdachte und idiotensicher zu bedienende Primadonna S spielt definitiv in der Oberliga - was sich (leider) natürlich auch beim Preis widerspiegelt. Das dürfte auch so ziemlich der einzige Kritikpunkt sein, unter dem diese ausgeklügelte Kiste zu leiden hat - denn eins ist sicher: Die Italiener lassen sich ihr Kaffee-Know-How und das sprichwörtliche italienische (und in diesem Fall überaus gelungenes wie schlankes) Design entsprechend bezahlen. Dafür bekommt man allerdings auch eine höchst ausgereifte Maschine mit einem hervorragendem Qualitätsanspruch und Funktionsumfang. Vor allem die stilvolle "DeLuxe"-Version setzt mit ihrem Edelstahlgehäuse der Latte in Sachen Haptik und Verarbeitung noch mal ein Crema-Häubchen oben drauf. Nicht nur eine Prima-, sondern gleichwohl auch eine richtige Belladonna. Grundsätzlich handelt es sich technisch aber um die gleichen Maschinen, egal ob Metall- oder Plastikgehäuse.

23 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Janne0033

    09.02.2013, 06:44 Uhr von Janne0033
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima und schönes WE

  • Lucky130

    24.01.2013, 06:12 Uhr von Lucky130
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super beschrieben!

  • Clarinetta2

    16.01.2013, 14:02 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gutg eschrieben

  • Miraculix1967

    27.12.2012, 18:52 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche frohe Weihnachten gehabt zu haben! LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967:-)

  • anonym

    27.12.2012, 11:29 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG und eine schöne Restwoche =)

  • katjafranke

    27.12.2012, 10:39 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße KATJA

  • FurkanYilmaz

    27.12.2012, 10:34 Uhr von FurkanYilmaz
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. LG, Furkan :)

  • monagirl

    27.12.2012, 10:26 Uhr von monagirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht Lg Mona

  • XXLALF

    27.12.2012, 07:36 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und liebe grüße