The Other Woman (DVD) Testbericht

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ab 6,40
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Erfahrungsbericht von atrachte

Der schöne Schwan und sein Hang zur schlechten Rollenwahl

Pro:

siehe Bericht,

Kontra:

siehe Bericht,

Empfehlung:

Nein

Was es bedeutet die „andere Frau“ zu sein, die, die vermeintlich eine glückliche Familie zerstört hat, das muss Emilia (Natalie Portman) am eigenen Leib erfahren. Die gehässigen Blicke der anderen Mütter beim abholen ihres Stiefsohnes William (Charlie Tahan) aus der Schule, die verbalen Tiefschläge der betrogenen Ex-Frau (Lisa Kudrow) und das durch eine konsequente Nichtauseinandersetzung mit den Problemen innerhalb der Patchwork-Familie entstandene Konflikt-Vakuum, welches immer mehr wächst, machen der jungen Frau zunehmends zu schaffen. Als Emilia vor einigen Monaten ihren Kollegen Jack (Scott Cohen) getroffen hat, hatte sie sich die Zukunft noch ganz anders vorgestellt. Doch dann verliebten sich Beide ineinander, Emilia wurde überraschend schwanger und Jack verließ seine Frau Carolyne. Doch wären die Probleme für Emilia nicht schon groß genug, verstirbt ihr Baby wenige Tage nach der Geburt plötzlich. Sie fällt in ein tiefes Loch und verweigert die Hilfe ihrer Familie und Freunde anzunehmen...

Kindstod, Depressionen und familiäre Konflikte: die Thematik von „The Other Woman“ klingt nach sehr schwerer Kost, die sich Regisseur Don Roos („Bounce - Eine Chance für die Liebe“, „Happy Endings“) da für die Verfilmung des Buches „Dem Himmel so fern“ von Ayelet Waldman ausgesucht hat. Schwere Kost ist der Film auch, gedacht war er aber eigentlich als leichter zu konsumierendes Mittelding zwischen Drama und Komödie, was man einzelnen Szenen des Filmes auch hin und wieder anmerkt. Doch Roos hat sich unglaublich schwer damit getan für „The Other Woman“ den richtigen Grundton auszumachen. Einen Spagat zwischen Tragik und leichten Humor zu finden, ist nicht gelungen, vor allem deshalb, weil das Thema des Kindstodes und der Depression der Hauptdarstellerin zu sehr die Handlung für sich einnimmt, und den Zuschauer selbst so sehr in die Tiefe reißt, dass man schon gar nicht mehr über die mühsam eingestreuten Humoreinlagen auch nur schmunzeln will. Zudem quält den Film das Problem, dass er die New Yorker Bourgeoisie so klischeehaft darstellt, dass man mit den Figuren einfach nicht warm wird und man von dem Großteil mehr angenervt ist, anstatt sich wirklich für sie zu interessieren. Da gibt es die Mutter, welche ihr Kind in Watte packt und nichts selbständig machen lässt, es gibt den Quoten-Schwulen, der ein paar süffige Kommentare ablassen darf, und es gibt die osteuropäische Kindernanny, die sich ein bisschen rumschubsen lassen darf.

Es steht außer Frage, dass der Film vor allem auf eine ausgerichtet ist: Natalie Portman („Black Swan“, V wie Vendetta“), deren Performance zweifelsohne über allen Dingen steht. So nimmt sie wie zu erwarten jede Szene für sich ein, und holt das bestmögliche aus ihnen heraus, weshalb der Film nie ganz in die Belanglosigkeit schlittert. Wenige Szenen, in der Regel nur jene, in denen Portman mit Jungdarsteller Charlie Tahan („I Am Legend“) spielt, fallen zwischen der tristen Abarbeitung sämtlicher Konventionen des Genres Drama auf. Wenn beide etwa aneinandergeraten, weil William die nie benutzen Sachen des toten Babys auf eBay verscherbeln will, oder beide sich beim Schlittschuhfahren im New Yorker Central Park plötzlich näher kommen, dann bekommt man einen Eindruck davon, dass in der Geschichte Potential steckt, aber auch, das dieses grundlos verspielt wurde.

Trotz kleiner Lichtblicke ist „The Other Woman“ ein zäher Film, welcher dramaturgisch auf kleiner Flamme vor sich her köchelt und es zu keinen Augenblick schafft, den Zuschauer richtig mitzunehmen. Portman ist zwar gut wie immer, doch ihr Problem ist schlicht und einfach, dass sie sich einmal mehr einen Film ausgesucht hat, der weit unter ihrem Niveau angesiedelt ist, und dem sie trotz guter Darbietung kaum aufs Mittelmaß heben kann.

Daten zum Film:
Originaltitel: Love and Other Impossible Pursuits (USA, 2009)
Laufzeit: ca. 98 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Don Roos
Darsteller: Natalie Portman (Emilia Greenleaf), Lisa Kudrow (Carolyne), Scott Cohen (Jack), Charlie Tahan (William), Anthony Rapp (Simon), Lauren Ambrose (Mindy)...

3/10

59 Bewertungen, 14 Kommentare

  • dadolger

    16.03.2012, 09:59 Uhr von dadolger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse

  • anonym

    19.09.2011, 21:36 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • Miraculix1967

    13.09.2011, 19:49 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Spätsommergrüße aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • Iggiz

    05.09.2011, 23:30 Uhr von Iggiz
    Bewertung: sehr hilfreich

    würde mich sehr über gegenlesungen freuen.

  • furthy

    04.09.2011, 11:14 Uhr von furthy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht, guten Morgen :-)

  • Mondlicht1957

    28.08.2011, 13:29 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse

  • Matze081

    22.08.2011, 18:51 Uhr von Matze081
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüße aus Greifswald ;)

  • sani001

    19.08.2011, 21:21 Uhr von sani001
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße! Über Gegenlesungen würde ich mich freuen!

  • severine

    13.08.2011, 11:47 Uhr von severine
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke und schönes Wochenende.

  • uhlig_simone@t-online.de

    02.08.2011, 12:05 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße

  • mima007

    02.08.2011, 11:43 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • katjafranke

    02.08.2011, 01:16 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA

  • morla

    02.08.2011, 01:11 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • Fernsteuerung

    01.08.2011, 22:33 Uhr von Fernsteuerung
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lieben Gruss, Susanna.