Hierro + Insel der Angst (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 09/2011
Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Sie ist seit Jahren etwas eigenartig."
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
~ _„Ein bisschen.“_
~ _„Ein bisschen? Was ist los mit dir? Das ist ein Fortschritt!“_
Wer aufgrund dieses Dialoges eine Art buuuuuuuuuuuuuh oder zumindest huuuuuuuuuh-Erlebnis verspürt, der dürfte bei dem 85minütigen (angeblichen) Mystery-Thriller
===“Hierro ~ Insel der Angst“=== eine Chance auf gute Unterhaltung haben. Ich persönlich packte mir bereits binnen der ersten Szenen an den Kopf ~ wie schwer mag es sein, auf einer völlig leeren Straße einmal kurz rechts ranzufahren um sein Kind anzuschnallen, statt während voller Fahrt auf dessen Sitz herumzufuchteln? Gleichermaßen versuchte ich, mich auf die etwas eigentümliche Kamerafahrt, respektive den Aufnahmestil einzulassen ~ ein Aspekt, der für den weiteren Verlauf der zuschauerlichen Genusses sicherlich Not tut.
Kaum sind die ersten Filmbilder gen Unglück überstanden, erfolgt die Filmtitel wie auch Darstellereinblendung, während sich im direkten Anschluss Verwirrung breit macht. Soll heißen: die Figuren, die zuvor gezeigt wurden, bevor sie mitsamt ihren Wagen ins Wasser stürzten, spielen nunmehr lange Zeit schlicht und ergreifend keine Rolle mehr.
Stattdessen lernt der Zuschauer die alleinerziehende Mutter Maria (Elena Anaya) mitsamt ihrem Sohn Diego (Kaiet Rodríguez) gen El Hierro schippern möchte. Wenig später macht sich die Assoziation zu „Flightplan“ bemerkbar: nach einem mütterlichen Nickerchen ist Diego verschwunden, die gesamte Schiffscrew sucht nach ihm, doch jener bleibt unauffindbar.
Ohne dass der Filmgucker je erfährt, wie viele Tage seitdem vergangen sind, kehrt Maria schließlich an ihren Arbeitsplatz zurück, entwickelte aus mir nach wie vor nicht nachvollziehbaren Gründen eine große Angst vor Wasser. So große Angst, dass ich fatalerweise die ganze Zeit den Zusammenhang zwischen dem anfänglichen Mutter-Sohn-Komplett und das ins Wasser geplumpste Auto und eben jener Maria suchte ~ ein Umstand, der sich in jedweder Hinsicht negativ auf den weiteren Filmgenuss ausübte und einer potentiellen Begeisterung vollends im Wege stand.
'''Denn, offen gestanden: auf die Idee, dass Maria eine entsprechende Phobie entwickelt, „nur“ weil sie denkt, ihr Sohn könnte ertrunken sein... darauf wäre ich im Leben nicht selbst gekommen.'''
Wie dem aber auch sei: Maria kehrt auf Geheiß der Polizei mitsamt ihrer Schwester Laura( Bea Segura) zurück nach El Hierro, um eine Kinderleiche zu identifizieren. Daran zweifelnd, dass es sich wirklich nicht um Diego handelt, ordnet die Behörde einen DNA-Test an ~ Maria und Laura sollen somit das gesamte Wochenende auf der Insel verbleiben.
An dieser Stelle bereits häufen sich ein paar alptraumhafte Szenarien, bei denen Maria kaum zwischen Wirklichkeit und Illusion unterscheiden kann. '''Wer an dieser Stelle jedoch mutmaßt, dass es hier nun wirklich gruselig zu geht... der wird bitterlich enttäuscht werden.'''
Generell kommt _„Hierro ~ Insel der Angst“_ nicht richtig aus sich heraus, bereits der deutsche Untertitel alleine ist ein wenig (bis ganz viel) irreführend, worüberhinaus sämtliche Charaktere meines Empfindens nach ihre Emotionen arg hinterm Berg halten. Regisseur Gabe Ibáñez setzte vorrangig auf symbolische Bilder; oftmals irrt Maria völlig alleine umher, um eigens nach ihrem Sohn zu fahnden. Mehr oder minder besessen von der Idee, dieser könnte noch leben, nimmt sie schließlich Kontakt zu der anfänglich gezeigten Julia (Miriam Correa), somit der Mutter des vermissten Mateo (Hugo Arbues) auf, welche ebenfalls der Meinung ist, die Polizei hätte ihr absichtlich eine falsche Leiche präsentiert.
Doch auch hier tut sich nicht viel gen Spannungskurve ~ obschon Maria fortan durch die Gegend krackselt, sich versteckt, offensichtlich das ein oder andere Mal in Gefahr gerät, dümpelt das Werk eher vor sich hin. Es bleibt schlichtweg völlig unklar, was genau Maria sich von welchem Zielort erhofft, wie sie überhaupt auf die ein oder andere Recherche-Idee kommt oder was die dortig herauszufinden gedenkt.
Die vermeintliche Schlussfolgerung
_„Da stand ein Wohnwagen am Strand, also muss mein Junge dort gefangen gehalten werden“_
halte selbst ich für etwas abenteuerlich.
Darüber hinaus taucht auch hier mein Problem mit der Zeitbestimmung auf: hieß es anfänglich noch, am Montag solle jene DNA-Test durchgeführt wurden, verabschiedete sich Laura inzwischen wegen ihres kranken Kindes von der Insel. Maria bleibt zurück. Freiwillig? Oder noch immer wegen des Tests? Welcher Tag ist denn nun? Und warum zur Hölle wird die verdammte DNA-Analyse an keiner Stelle mehr erwähnt?
Selbst ohne dermaßen verbissen auf solcherlei zu sein, empfand ich _„Hierro ~ Insel der Angst“_ als nahezu langweilig. Obschon mir von Anfang an bewusst war, dass spanische Filme oftmals eine völlig andere Darbietungsweise beinhalten, hatte ich weitaus höhere Erwartungen an den sog. Mysterythriller gestellt.
Mysteriös ist hierbei allerdings nicht wirklich etwas, wenn man von der ein oder anderen Aufnahme der Alpträume mal absieht. Szenen, in denen Maria ohnmächtig wird, fühlen sich für mich nicht greifbar an, vereinzelt nicht einmal sonderlich verständlich ~ was durchaus an meiner Weigerung liegen kann, als möglich anzusehen, durch eine bloße Vorstellung, jemand könnte ertrunken sein, eine waschechte Phobie zu entwickeln, liegen könnte.
Nichtsdestotrotz geht _„Hierro ~ Insel der Angst“_ im Großen und Ganzen erstaunlich wenig nahe, berührt mich für meinen Teil nur wenig und frustriert mich dahingehend, dass ich nicht nur mit dem Genre „Mystery“ sondern auch von dem beschreibenden DVD-Rückseitentext „und wird dort in einen Strudel alptraumhafter Ereignisse gezogen“ höhere Erwartungen verknüpft hatte.
Statt wirklich zu gruseln oder mich voller nervenzerreissender Anspannung an die Couch zu pappen lebt der Film tatsächlich fast nur von schier endlosen Horizont-Aufnahmen, melodramatischer Musikuntermalung, die meines Empfindens nach ein wenig zu dick aufträgt. Generell zwar irgendwie nicht ~ aber '''im Kontext zu den seltsam ruhigen (um nicht zu sagen: fast schon hölzernen) Schauspiel mitsamt magersüchtiger Dialoge tut sich hier eine Atmosphäre auf, die mich alles andere als für sich gefangen nimmt.'''
Obschon ich durchaus vereinzelte Filme kenne (und liebe), die eher ruhiger Natur sind, die aus der Stille heraus ihre Wirkung umso gewaltiger hervor preschen lassen, hätte _„Hierro ~ Insel der Angst“_ ein Hauch Action sicherlich nur gut getan.
Marias Irrfahrt auf einer Ladefläche eines Lieferwagens befremdet mich eher als dass ich um sie bangen würde; die daraus resultierenden Begegnung mit der etwas schrulligen Tania (Mar Sodupe) gibt dem Ganzen zwar ein wenig Aufschwung... überzeugt mich jedoch an dieser Stelle nur noch geringfügig.
===Summa summarum=== hält _„Hierro ~ Insel der Angst“_ schlussendlich zwar die ein oder andere Wendung parat, klärt sich im letzten Kapitel durch eine Art Rückwärtsoffenbarung sogar auf und beantwortet einige Fragen, wirft gleichermaßen jedoch weitere Irritationen ins Nichts und kann mich somit nur spärlich versöhnen.
Ein entsprechendes '''DVD-Bonusmaterial''' hätte an dieser Stelle interessant sein _können_; jedoch involviert jene Silberscheibe lediglich 2 kümmerliche trailer, während es sich bei einem der beiden obendrein um den filmeigenen Spot zu handelt.
Immerhin weiß ich nu auch, dass ich mir _"Circle of Pain"_ durchaus sparen kann.
'''Somit bleibt der ein oder andere unzusammenhängende Muckefuck bis in alle Ewigkeit; wenngleich fürwahr einiges an missratenen (Film-)Boden wieder gut gemacht wird.''' Nur: bis dahin, somit quasi bis zum filmischen Finale macht sich bedauerlicherweise kein wohlig-spannendes Guck-Gefühl breit.
'''Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof dafür, um die gesamten Zusammenhänge und die komplexe Genialität diverser diffizilen Sachverhalte zu erfassen.'''
Da ich aber naturgemäß nur für mich selbst (be)urteilen kann, gibt’s von mich für Driss einen geheimnisumwobenen Stern nebst keiner Empfehlung.
35 Bewertungen, 8 Kommentare
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12.09.2011, 23:07 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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07.09.2011, 22:22 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Abend und liebe Grüße aus dem stürmisch-herbstlichen gallischen Dorf Miraculix1967
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07.09.2011, 19:15 Uhr von titus01
Bewertung: sehr hilfreichLG...titus01. Über Gegenlesungen freue ich mich immer!
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07.09.2011, 15:47 Uhr von austin77
Bewertung: sehr hilfreichIch lese bei dir und du bei mir, nur so macht yopi Spaß. Liebe Grüße
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07.09.2011, 15:01 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
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07.09.2011, 14:16 Uhr von furthy
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Bericht
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07.09.2011, 13:34 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichLiele Grüße Sigrid....
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07.09.2011, 13:10 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß von der KATJA
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