Melancholia Bewertung

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ab 8,99
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Erfahrungsbericht von Zauberer-von-Oz

anonym sagt zu Melancholia

Hallo liebe Leserinnen und Leser,
es war vor zwei Wochen, als Julia und ich frustriert feststellten, dass das Fernsehprogramm in den nächsten Tagen mal wieder überhaupt nicht unseren Vorstellungen entsprach. Krimis mit 0 Sternen, Deutsche Komödien, US-Katastrophenfilme mit endender Lovestory und vieles mehr.
Die DVD-Sammlung brauchte also „Neuzugang“.
Und da wir beide die Schauspielerin Kirsten Dunst mögen, kauften wir uns


„Melancholia“

Justine und Michael feiern ihre Hochzeit mit einem rauschenden Fest auf dem Landsitz von Justines Schwester Claire und Schwager John. Doch von Anfang an steht das Fest unter keinem guten Stern. Das Paar kommt sogar zu spät zur eigenen Feier. Der Abend endet in einem Desaster. Unterdessen wirft schon der riesige Planet Melancholia sein unheimliches Licht auf die Erde......................
(Auszug aus der Inhaltsangabe, die auf der Rückseite der DVD-Hülle zu finden ist)

Allgemeine Informationen zur DVD:
Darsteller: Kiefer Sutherland, Charlotte Rampling, John Hurt, Alexander Skarsgård, Stellan Skarsgård
Regisseur(e): Lars von Trier
Format: Dolby, DTS, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Video
Erscheinungstermin: 3. Mai 2012
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 131 Minuten
(Quelle: Amazon)


Das Cover:

Das Cover mit dem Bild der depressiven Justine gefällt mir sehr gut und ist aussagekräftig gestaltet. Einzig und allein der Name des Films hätte etwas größer aufgedruckt werden können.
Die Rückseite finde ich sehr „überladen“ und ich denke, weniger Schrift hätte sie ansprechender aussehen lassen.
Die Special Features (Extras), auf die ich im Lauf des Berichts näher eingehen werde, werden hier zusammengefasst als Vierteiliges Making-Of bezeichnet.


Die Darsteller
Hauptdarsteller:

Kirsten Caroline Dunst (im Film zu sehen als Justine)
Dunst ist eine US-amerikanisch-deutsche Schauspielen, die am 30. April 1982 in Point Pleasant, New Jersey, geboren wurde. Sie ist die Tochter von Klaus Dunst, einem in den USA lebenden Deutschen, und Inez Dunst, einer US-Amerikanerin schwedisch-deutscher Herkunft. Seit 2011 besitzt sie die deutsche Staatsbürgerschaft.
Bekannt wurde Kirsten Caroline als Zwölfjährige durch den Film „Interview mit einem Vampir.
Die Schauspielerin erhielt seit 1994 viele Auszeichnungen und Nominierungen und hat eine lange Filmografie, von der ich Euch eine Auswahl zeigen möchte:

1989: New Yorker Geschichten
1994: Interview mit einem Vampir
1999: Ich liebe Dick
2002: Spider Man
2006: Marie Antoinette
2013: The Bling Bing

u.v.a.

Charlotte Gainsbourg (im Film zu sehen als Claire)
Charlotte Gainsbourg, deren eigentlicher Name Charlotte Lucy Ginsburg lautet, ist eine französische Schauspielerin, die am 21. Juli 1971 in Englands Hauptstadt London geboren wurde. Fotografin
Bilder von Melancholia (DVD)
Melancholia (DVD) P6151422 - Melancholia (DVD)
Melancholia (DVD)
Kate Barry, die 2013 verstarb, und Schauspielerin Mou Doillon sind ihre Halbschwestern, sowie der Musiker Lulu ihr Halbbruder. Sie hat drei Kinder mit dem Regisseur Yvan Attal.

Filmografie (Auswahl):

1985: Das freche Mädchen
1993: Der Zementgarten
2001: Meine Frau, die Schauspielerin
2007: Golden Door
2011: Melancholia
2015: 3 Herzen

Kiefer Sutherland (im Film zu sehen als John)
Kiefer Sutherland ist ein kanadischer Schauspieler und wurde am 21.12.1966 in London als Sohn von Donald Sutherland und Shirley Douglas geboren.
Der Schauspieler begann seine Filmkarriere 1983 mit „Max Dugans Moneten“ und ist seitdem in zahlreichen Filmen und Serien in einer Hauptrolle zu sehen. Sutherland erhielt etliche Auszeichnungen, zu denen 3x Golden Globe, 3x Emmy, 2x MTV Movie Awards, 2x Golden Satellite Awards und viele weitere Auszeichnungen gehören.
Filmografie (Auswahl)
1983: Max Dugans Moneten
1990: Flashback
1993: Die 3 Musketiere
1999: Unten am Fluss (Fernsehserie)
2008: Mirrors
2014: Pompeji

Alexander Skarsgard (im Film zu sehen als Michael)
Skarsgard ist ein schwedischer Schauspieler, der am 25.08.1976 in Stockholm, Schweden, geboren wurde. Sein Vater, Stellan Skarsgard, ist ein schwedischer Schauspieler, seine Mutter ist Ärztin.

Filmografie (Auswahl)
1984: Ake und seine Welt
1999: Happy End
2005: The last Mission – Das Himmelfahrtkommando
2011: Melancholia
2014: Hüter der Erinnerung – The Giver

Cameron Spurr (Kind) (im Film zu sehen als Leo, Sohn von Claire)
Informationen über diesen Schauspieler sind mir leider nicht bekannt


In weiteren Rollen:

Stellan Skarsgard (Jack)
Charlotte Rampling (Gaby)
John Hurt (Dexter)
Udo Kier (Hochzeitsplaner)
Brady Corbet (Tim)


Mit eigenen Worten:

Die sogenannte Ouvertüre ist sehr schwermütig und zeigt unter anderem die kranke Justine im Hochzeitskleid, während tote Vögel vom Himmel fallen. Das wiederum wird vom melancholischen Präludium aus Tristan und Isolde von Richard Wagner begleitet. Gesprochen wird nicht. Ich gebe zu, dass ich die Ouvertüre beim ersten Anschauen des Films übersprungen habe, weil mich Justine zu sehr „in ihren Bann gezogen hat“.
Falls Ihr Euch die Szenen nicht anschauen möchtet, könnt Ihr sie ruhig überspringen. Sie sind keine Bedingung, um den Film zu verstehen. Ich persönlich halte sie überhaupt für überflüssig, da sie meines Erachtens zu stimmungssenkend ist.
Aber die Stimmung wechselt, als der eigentliche Film beginnt.

Justine und Michael sind gerade frisch vermählt worden und lassen sich in einer Luxuslimousine zu ihrer Hochzeitsfeier fahren, was allerdings nicht ohne Probleme verläuft. Denn in einer engen Kurve bleibt der Wagen stecken und es bedarf einige Zeit, ihn wieder in die richtige Position zu fahren.
Im Großen und Ganzen finde ich den Beginn sehr heiter, wenngleich Justines Schwester Claire und Schwager John, auf deren Landsitz die Hochzeitsfeier stattfindet, nicht besonders erfreut sind darüber, dass das Brautpaar zu spät zur eigenen Feier kommt.
Auch die folgenden Minuten des Film vermitteln Freude, als es auf der Feier einige Hochzeitsspiele gibt. Es wird gesungen, getanzt und gelacht und das junge Ehepaar sieht glücklich aus. Leider gibt es die für mich sehr unsympathische Mutter der beiden Schwestern, die in Justine eine talentlose Versagerin sieht. Um es zu erwähnen: Justine ist im PR Management tätig.
Ab jetzt nimmt der Film eine Wende und entfernt sich von jeglicher Heiterkeit.

Unter plötzlichen Depressionen und Ängsten leidend, zieht sich die Braut in das Zimmer ihres kleinen Neffen Leo zurück und ihre verständnislose Mutter wird von ihrem Schwiegersohn aus dem Haus geworfen.
Als es zu einem von mir ungeahnten Ereignis kommt, das zur Trennung zweier Menschen führt, nimmt die Feier ein jähes Ende.
Währenddessen nähert sich der Erde ein blauer Planet namens Melancholia.
Doch wäre eine Kollision mit ihm und anschließender Explosion der Erde in einem noch über 90 Minuten dauernden Film nicht zu früh? Darsteller gäbe es dann sicherlich keine mehr.
Seht es Euch selbst an.
Nach der Hochzeitsfeier spielt die Handlung des Films ausschließlich auf dem abgelegenen Landsitz von Claire und John – düster, depressiv und voller Ängste.
Claire und John, deren kleiner Sohn Leo, sowie Justine sind nun die alleinigen Darsteller. Weitere soziale Kontakte gibt es keine.
Aber wo ist Justins Mann Michael und welche Rolle spielt er nun?

Und Melancholia kommt näher und näher und es gibt nur einen, der es kaum erwarten kann, einen fremden Planeten am mitternächtlichen Horizont aufgehen zu sehen. Dabei spreche ich von Leo, . Er ist derjenige, der die gedrückte Stimmung etwas aufzuhellen versucht.
Der Film, den ich zu Beginn sehr langweilig fand, nimmt nun sehr nachdenkliche Züge an und ist in gewisser Weise auch beängstigend und deprimierend.
Handelt es sich bei Melancholia um einen Planeten unseres Sonnensystems oder hat er etwas ganz anderes zu bedeuten?


Sound und Bildqualität:

Bild- und Soundqualität sind Topp. Bezüglich Sound gefällt mir, dass die Musik nicht extrem laut, die Sprache hingegen nicht zu leise ist.


Extras
Die visuelle Gestaltung:

Manuel Alberto Claro, Kameramann, und Lars von Frier berichten bei deutschsprachigem Untertitel von der farblichen Gestaltung dieses Films. Vor dem Anschauen dieses Extras wäre mir nicht aufgefallen, dass das Szenario der ersten Stunde des Films eher in gelben und warmen Farbtönen gehalten ist, während es in der folgenden Stunde aus blauen und kalten Farbtönen besteht.
Auch berichten sie von der Kameraarbeit und verschiedenen Arten der Kameraführung.
Zum Schluss berichtet Peter Hjorth, der für die visuelle Gestaltung zuständig ist, von verschiedenen Effekten in „Melancholia“.
Zwischendrin werden Szenen des fertigen Films, jedoch nicht von den Dreharbeiten gezeigt. Letzteres finde ich sehr schade. Somit ist mir dieses Extra zu „theoretisch“ und ich hätte darauf verzichten können.


Die visuellen Effekte:

Hier geht Peter Hjorth noch näher auf die Entstehung verschiedener Effekte ein und gibt zudem einen kleinen Einblick in die faszinierende Arbeit der Cutter und Sound Designer. Auch wenn es hier „nur“ um Filmeffekte geht, möchte ich dieses Extra fast als Making Of bezeichnen.
Meines Erachtens hätte man Die visuelle Gestaltung und Die visuellen Effekte zu einem Extra formen können, um ein RICHTIGES Making Of zu bekommen.


Über Melancholia:

Das Extra setzt sich zusammen aus kurzen Filmausschnitten, zwischen denen Regisseur Lars von Trier, Psychologin Irene Oestrich und die Schauspieler Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg über die Rolle der psychisch erkrankten Justine berichten. Die Sprache ist Englisch mit deutschem Untertitel.
Ich empfehle, sich dieses Extra erst nach dem Film anzusehen, da es meines Erachtens viel zu viel von Justines wahrem Charakter erzählt.
Interessant ist es auf jeden Fall.


Über das Universum:

Peter Hjorth und Astrophysiker Michael J.D. Linden-Vornle sprechen über die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes der Erde mit einem anderen Planeten. Dass eine Kollision eher unwahrscheinlich ist, finde ich zwar sehr beruhigend zu wissen, doch halte ich dieses Extra für völlig überflüssig auf der DVD.


Original Kinotrailer:

Der Trailer zeigt einige wichtige Szenen des Films, ohne jedoch Spoiler zu enthalten. Um den Film schmackhaft zu machen, finde ich ihn auf jeden Fall sehr gelungen.


Deutscher Kinotrailer:

Dieses Extra halte ich für überflüssig, da es mit dem originalen Trailer fast identisch ist.
Meines Erachtens hätte es gereicht, den Originaltrailer in deutscher Sprache zu untertiteln.


Programmtipps:

Für mich ein weiteres überflüssiges Extra, das aus der Vorschau der Filme The Tree of Live, Mr. Nobody, Der Biber und Kuss der Spinnenfrau besteht.


Fazit:

Normalerweise meide ich Filme, die in Dänemark, Schweden und Frankreich produziert worden sind. Gründe dafür sind die Schauspieler, die ich sehr laienhaft und langweilig finde. Bei „Melancholia“ machte ich eine ganz andere Erfahrung, zumal Regisseur und Drehbuchautor Lars von Trier selbst aus Dänemark stammt.
Hier wirken alle Schauspieler, egal welcher Nationalität, absolut überzeugend.

Ich denke, dass Themen wie Angstzustände und Depressionen ein wichtiges Thema der heutigen Zeit geworden sind.
Kirsten Dunst spielt ihre Rolle als erkrankte Justine perfekt. Da ich selbst mit depressiven Menschen zu tun habe, kann ich jedes einzelne Symptom, sowie jede Verhaltensweise bestätigen. Nichts ist übertrieben dargestellt oder erfunden worden.
Auch die Schauspielerin Charlotte Gainsbourg, die als mitfühlende, dennoch verängstigte Claire stets für ihre kranke Schwester Justine da ist, gefällt mir ebenso gut.
Kiefer Sutherland, der als Wissenschaftler John stets neue Hoffnung schöpft und seine Familie zu trösten versucht, obwohl sich Melancholia in der Erdumlaufbahn befindet, spielt seine Rolle ebenfalls absolut überzeugend.
Alexander Skarsgard ist der einzige Schauspieler, den ich ein wenig langweilig empfand. Das änderte sich allerdings, als ich mir den Film zum zweiten Mal anschaute.
Cameron Spurr, der in dem Film noch ein Kind ist und dem ich einmal eine große Schauspielerkarriere wünsche, spielt seine Rolle als Leo super.
Ich empfehle jedem, sich diesen anspruchsvollen, sehr tiefsinnigen Film mindestens zweimal anzusehen. So könnt Ihr die einzelnen Charaktere viel besser kennenlernen und die ernste, eigentliche Thematik verinnerlichen.

Was mir nicht so gut gefällt, ist die Länge der aus Bildern bestehenden und musikalisch untermalten Ouvertüre. Ich denke, das Ganze hätte man von 10 Minuten auf höchstens 5 Minuten beschränken können.
Zudem ergeben die Extras für mich kein vierteiliges Making-Of, sondern sind zum Teil eher störend und meines Erachtens überflüssig.

In meiner Bewertung vergebe ich vier Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.
Nach erstmaligem Anschauen des Films meinte Julia:
„Der war ja wohl mehr als doof.“
Am folgenden Abend sahen wir uns Melancholia ein zweites Mal an und Julia hatte ihre gestrige Meinung geändert:
„Jetzt verstehe ich erst, um was es da wirklich geht. Mir fehlen die Worte.“

Ich hoffe, dass Euch mein Bericht gefallen hat und bin gespannt auf Eure Bewertungen und Kommentare, über die ich mich sehr freuen würde.