Thor - der Hammer Gottes (Blu-ray) Testbericht

ab 15,24
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Erfahrungsbericht von Hollgo

Insiderwitz: "Hör mal, wer da hämmert" meets "Thor" ;-)

Pro:

- leider ist hier dieses mal nur positiv zu berichten, dass der Film mal endet

Kontra:

- null Unterhaltung - miese technische wie darstellerische Umsetzung

Empfehlung:

Nein

Zachery "Ty" Brian dürfte vielen Freunden der bekannten 90´ er Jahre Sitcom "Hör mal, wer da hämmert" mit Tim Allen in der Hauptrolle als "Heimwerkerking" noch in guter Erinnerung sein, schließlich spielte der damals noch junge Zachery einen der drei Söhne von Tim Allen. Nun gibt es in "Thor" ein Wiedersehen - witzig, wenn man sich überlegt, dass "Thor" als Donnergott stets mit einem Hammer bewaffnet dargestellt wird - da geben sich der "Heimwerkerking" und die Gottheit doch thematisch irgendwie die "Klinke" in die Hand, könnte man meinen ? Doch der Reihe nach...

=== So kam ich zu diesem Film ===

Die Mythologien heidnischer Kulturen - seien es die der Griechen, Römer, oder, wie in diesem Fall , die der alten Germanen, interessieren mich ja schon seit jeher - also fand ich den Film mit dem Donnergott Thor doch schon irgendwie ansprechend - der Preis bei Kaufland, wo nur 5,55 € für die Bluray (!) verlangt wurden, war es überdies.

== Zum Film ==

=== Darum geht es ...===

'''Irgendwann um 1000 n.Chr...'''

Ein verwegener Trupp an Wikingern, jenen kühnen Seefahrern, die schon vor Christoph Kolumbus Amerika entdeckten, hat die Segel gesetzt und macht sich auf, neue Küsten zu entdecken,,unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen ( _sorry, aber der Vergleich zu "Raumschiff Enterprise" drängte sich mir irgendwie in diesem Zusammenhang einfach auf ;-)_ ).

Der nur aus wenigen Männern und einigen Frauen bestehende Trupp, angeführt von Baldur, dem ältesten Sohn des Häuptlings, stößt nach einer langen Überfahrt tatsächlich an einem geradezu gespenstig ruhigem und nahezu windstillen Tag auf See auf eine noch unentdeckte und von Nebenschwaden verhangene Küste.

Auf der Suche nach Ruhm, Ehre und Abenteuern setzen so die wackeren Mannen, darunter auch Baldurs Bruder, der zweitälteste Sohn des Stammeshäuptlings namens Thor ( _Zachary Bryan_ ) zum ersten Mal ihren Fuß auf das neue, unwirtlich wirkende Land.

Kühn, wie Thor nunmal ist, macht er sich unmittelbar danach zusammen mit einem Späher auf, die unmittelbare, bewaldete Gegend zu erkunden.
Doch schnell wird klar, dass dieser Ort nicht das von den Wikingern ersehnte Paradies ist - mitten im Wald wird Thor und der Späher von einer Bestie angefallen - Thor kann sich, im Gegensatz zu seinem Compagnon, gerade noch zurück an die Küste retten, wo ihn seine Kameraden schon erwarten.

'''Das kann doch einen Nordmann nicht erschüttern...'''

Doch durch die von Thor überbrachten Hiobsbotschaften lässt sich ein wahrer Nordmann freilich nicht schrecken - jetzt ist deren Kampfeswille erst recht geweckt. So beschließt der kleine Trupp an kühnen Männern schnell, jetzt erst recht das Land zu erkunden und im Zweifel Rache für ihren gefallenen Kameraden zu nehmen.

So treffen sie bald auf verängstigte Bewohner, die ihnen berichten, dass sie von wilden Bestien tyrannisiert werden.
Tatsächlich scheint an der Geschichte um die Bestien etwas "handfestes" dran zu sein - Thor zumindest hat immer wieder Visionen und Freyja, seine Schwägerin und "Seherin" des Trupps deutet sie so, dass er sich auf die Suche nach dem Hammer des Donnergottes Thor ( _seinem Namenspatron sozusagen_ ) begeben soll. Also brechen die Krieger auf, um durch die mächtige Waffe den Spuk zu beenden...

=== Darstellerinnen und Darsteller ===

"Er war stets bemüht" - diese eher kritische Zeile , die aus manchem Arbeitszeugnis gerne zitiert wird, um auszusagen: der Mann hat leider nichts auf die Kette bekommen, gilt auch für einen Großteil der Schauspielercrew, die ihr möglichstes taten, um ihre schauspielerischen Defizite nicht durchscheinen zu lassen, dies aber unfreiwillig an manchen Stellen leider doch nur allzu deutlich durchblicken liessen. Besonders der als "Fiesling" agierende Ulfrich , ein glatzköpfiger, tatowierter Dumpfkopf, ist einfach grottig. So verrät er quasi schon in der ersten Szene (wie schlau von ihm) , dass er einfach auf den Häuptlingsthron in seinem Dorf scharf ist , nachdem er (wie frech) von Baldur, Thor und seinen Spießgesellen ein wenig aufgezogen wurde - beleidigte Leberwurst spielen und den Bösen intelligent mimen will halt gelernt sein...
"Hauptdarsteller" Zachary Bryan beweist zwar dann und wann ein gewisses Talent fürs Dramatische und scheint eine Prise an Sendungsbewusstsein zu haben, bleibt aber unterm Strich einfach viel zu blaß, um eine wirklich abnehmbare Rolle in diesem Film darzustellen. Die Sache wird ihm auch durch die Tatsache der teils lächerlichen wie mangelhaften technischen Umsetzung des Films dabei auch nicht gerade erleichtert - gerne würde ich ihm ja den "Wikinger" im einstigen "Heimwerkerkingsohn" abnehmen, aber dazu ist er einfach doch zu sehr ein "Leichtgewicht" oder "Würstchen" . Auch sonst bietet der Film keine großartig tolle und vorzeigbare Auswahl an Darstellerinnen und Darstellern - diese bleiben meistens charakterlich von der Darstellung her doch zu dicht an der Oberfläche und begnügen sich meistens mit der Präsentation ihrer gefährlichen Waffen oder ihrem eher zur Schau als abnehmbar authentisch präsentierten Kampfeswillen. Damit ist die Combo an zu recht weitgehend unbekannten Darstellerinnen und Darstellern aber auch nicht allein daran Schuld, dass dieser Film mich eher null begeistern konnte...

=== Das macht diesen Film aus ===

'''Technik ? Glückssache !'''

Bevor ich auf die Wirkung, die dieser Streifen auf mich entfaltet hat, zu sprechen komme, möchte ich zunächst einmal etwas zur technischen Umsetzung dieses Filmes durch Regisseur Todor Chapkanov und sein Team an sich sagen, denn diese ist einfach beschämend mies. Schon die ersten Szenen des Filmes sind geradezu entlarvend und geben gleich den Einblick, womit ich es als Zuschauer im Film zu tun bekommen werde: geradezu lächerliche "visuelle Trickeffekte", die entweder vom Sohnemann des Regisseurs auf einem Pentium 100 MHz mit Corel Paint zusammengeschustert wurden (nein, ein 9-jähriger zeichnet im Zweifel besser) oder von einem für jedweden Sinn für ein Quäntchen an visueller Raffinesse absolut Blinden gestaltet worden sind. So schwimmt das Wikinger-Schiffchen, welches CGI-animiert platt und nahezu blank jeder Texturen gestaltet wurde, auf einem ebenso detaillosen grauen Meer vor sich hin. CGI-Güte ? Fehlanzeige !

'''"Real" wirds auch nicht besser ...'''

Schlimm sind aber auch die "real gedrehten" Szenen. Der heiße Atem des Drachenkopfes, typisch für ein Wikingerschiff , der an keinem Bug eines solchen historischen Langbootes fehlen darf, wirkt einfach wie ein schlecht immitiertes Lagerfeuer der Jugendfreizeit Fieselschweif Süd. Geradezu fast sichtbar ist der "Trick", der dahinter steckt, enthüllt - warum muss das Viech aber auch im Film Feuer spucken ? Tricks, die nicht beherrscht werden und dazu eigentlich überflüssig sind, sollten m.E. tunlichst vermieden werden. Doch dem nicht genug. Das "echte" Wikingerboot mit dem nach beschriebener Trickmethode "feuerspeienden" Drachenkopf am Bug schwimmt dazu auf einer Wasseroberfläche, die mehr einem nächtlich beleuchtetem Pool (in dem die Szene ganz offensichtlich auch tatsächlich gedreht wurde, dazu braucht man kein Making-Of zu schauen) ähnelt als auch nur den Anschein von Meereswasser zu erwecken.

'''Und sonst ?'''

Diese Szenen sind schon so peinlich, dass hier schonmal der Filmspaß bei mir endete, bevor die eigentliche Handlung auch nur einsetze.
Doch auch, was sich danach in diesem Film abspielte, ist schon eher mit ganz schlecht koordiniertem Kindertheater (bei dem die Kinder nicht untalentiert waren, sondern einfach keine Lust zum schauspielern hatten) zu umschreiben. Allein die lächerlich plump in Szene gesetzten und ebenso wirkenden "Bestien" schreien schon zum Himmel. Die "Performance" von Ex-Heimwerkerkind Zachary Bryan ist ebenso kein Highlight der Filmgeschichte. Zwar bemüht, doch kunst- und kraftlos ist sein Auftritt - in Schwung bringt Zachary den schon technisch auf Sparflamme köchelnden Film etwa durch eine überzeugende Performance auch nicht gerade. So ist es auch ein wenig "zäh" für mich geworden, den Film durchweg anzuschauen - schade, denn das Thema hätte durchaus interessant werden können - mit besseren technischen Gestaltern und einer Prise von einer originelleren Story würde dieser Film vielleicht Gefallen finden können - so bleibt dies nur "Käse", und zwar noch nichtmal gut abgehangener. Nichtmal als "Trash" taugt dieser halbgare Streifen - dazu ist er einfach zu schlecht und bietet einfach keine kultbeschwörenden Szenen...


== Zur Bluray ==

=== Bonusmaterial ===

Möchte man Filmtrailer ernsthaft als "Bonus" werten ? Ich tue es jedenfalls nicht. Da sich sonst nichts an Anwählbarem im "Bonus"-Menu der Disk befindet, muss ich hier also festhalten: dieser Teil ist (ebenso) eine echte Nullnummer...

=== Grafik und Audio ===

Gut, bildtechnisch (in Sachen Qualität, ich spreche nicht von Tricktechnik) ist dem in 1080p vorliegenden Streifen nichts vorzuwerfen - Farben, Detailtiefe und Kontraste sind schon dem entsprechend, was von einer guten Bluray zu erwarten ist. Der Ton des eher zweifelhaften Spektakulums ist ebenso recht solide in Szene gesetzt worden und bietet sogar einen ganz guten Surroundklang. Dies sind aber schon die einzig positiven Aspekte, die ich dieser Bluray zubilligen kann...

=== Auf einen Blick ===

* Titel: Thor - der Hammer Gottes
* Studio: KSM GmbH
* Genre: Action; Abenteuer
* Erstveröffentlichung: 11.4.2011 / Produktionsjahr: 2009
* FSK: ab 16 Jahren
* Darsteller: Zachery Ty Bryan, Mac Brandt, Rafael Jordan
* Regie: Todor Chapkanov
* Bildformat: 16:9; 1,78:1; HD; 1080p / Tonformat: DTS HD 5.1: Deutsch, Englisch
* Zusatzinfo: Trailer;Bildergalerie;

=== Fazit ===

Beim Thor, ich Thor ! Warum stieg ich auf dieses günstige, allzu günstige "Schnäppchen" überhaupt ein ? In der Nachbetrachtung bin ich mir da wirklich ratlos, aber, wie heißt es so schön : "Der Versuch macht kluch".
Mein Fazit: "T(h)orlose Unentschieden sind spannender und sinnvoller als dieser Film". Damit ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, nicht die gleiche unterhaltungstechnische Durststrecke in Kombination mit allzu lang vergeuderter Zeit für nichts und wieder nichts durchmachen müsst, gebe ich Euch nur einen Tipp auf den Weg: meidet, zum Thor , diesen Film, nehmt lieber einen Hammer in die Hand und hängt ein Bild an der Wand auf, fahrt in den Baumarkt und kauft euch im Zweifel einen, OK, aber BITTE kauft nicht die Bluray / DVD was auch immer mit diesem Film zum Inhalt und schaut ihn euch auch nicht die (hoffentlich niemals) im TV ausgestrahlte Version davon an, auch, wenn Ihr noch die größten Fans der grandiosen Serie "Hör mal, wer da hämmert" wart und geradezu auf die nordische Götterwelt abfahrt - dieser Film ist es, "behämmert" nämlich und das meine ich nicht positiv . Kein Stern und keine Empfehlung von mir !

51 Bewertungen, 11 Kommentare

  • tina08

    23.10.2011, 16:47 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • edelcat

    20.10.2011, 08:50 Uhr von edelcat
    Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüsse, Edeltraud

  • morla

    19.10.2011, 23:55 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • anonym

    19.10.2011, 23:29 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • FurkanYilmaz

    19.10.2011, 22:19 Uhr von FurkanYilmaz
    Bewertung: besonders wertvoll

    Wunderbarer Bericht !! BW und LG, Furkan

  • feliciano2009

    19.10.2011, 22:04 Uhr von feliciano2009
    Bewertung: besonders wertvoll

    Gute Info...muss man also nicht sehen.

  • Miraculix1967

    19.10.2011, 21:35 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Abend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • katjafranke

    19.10.2011, 21:09 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA

  • MOFFt

    19.10.2011, 18:45 Uhr von MOFFt
    Bewertung: sehr hilfreich

    muss man nicht sehen ;-) ... lg MOFFt

  • uhlig_simone@t-online.de

    19.10.2011, 16:32 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße v. Simone

  • Volker111

    19.10.2011, 16:29 Uhr von Volker111
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einfach nur die original Thor Sage lesen hätte mehr gebracht