Chloe (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
„Ich versuche, in jedem etwas Liebenswertes zu finden.“
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
„Ich konzentriere mich auf das, was mich nicht stört.“ ~ durchaus eine weise Art zu fühlen, die Chloe (Amada Seyfried) an den Tag zu legen behauptet. Generell weiß diese wie auch die übrigen Hauptdarsteller in dem 93min Thriller
===“Chloe“=== durchaus zu überzeugen und nicht zuletzt zu bestechen; bis in die kleinste Familienrolle wurde die Besetzung brillant gewählt und durch jede Faser von Gestik und Mimik authentisch verkörpert. Schon jetzt mag ich meinen kleinen Unmut darüber äußern, dass eine meines Erachtens nach nicht gerade unwichtige Szene rund den gemeinsamen Sohn Michael (Max Thieriot) von Catherine (Julianne Moore) und David (Liam Neeson) entfernt wurde.
Im Filmverlauf selbst wird vereinzelt angedeutet, dass Michael psychische Probleme nebst Differenzen mit seiner Mutter hat ~ was jedoch dahintersteckt, erfährt der Zuschauer hier nicht. Dass man dies nur bedingt vermissen mag (sprich: in dem Kenntnisfall der entfernten Szene), verdankt das Gesamtwerk insbesondere dem überzeugenden Schauspiel des im wahren Leben gar nicht mehr so jugendlichen Darstellers. In jeder seiner spärlich gesäten Auftritten ist der Schmerz, den Michael inneträgt, deutlich spürbar ~ dass _"Chloe"_ insgesamt ohne großes Tamtam auskommt und stattdessen eher ein ruhiger Tenor regiert, stellt einen Umstand dar, der mich persönlich in diesem Falle durchaus anzusprechen vermochte.
Die eigentliche Handlung ist rasch erzählt: Catherine wie auch der Zuschauer selbst spürt in ihrer Ehe ein wackliges Konstrukt, ohne dass es allzu deutliche Zeichen dafür geben würde. Natürlich ist das Gespräch, nachdem David seine für ihn ausgerichtete Geburtstagsparty nebst dem Flieger gen Heimat verpasst hat, nicht grade das, was eine Frau von ihrem Partner hören will, antwortet dieser doch auf das stoische Nachhaken seiner Frau mit einem lapidaren
_„Was macht es für einen Unterschied, ob es mit Absicht oder aus Versehen war?“._
Ich persönlich hätte in diesem Fall verbal (oder gar nonverbal?) zugeschlagen ~ Autofahrt hin oder her. Soll heißen: gewissermaßen werden ab den ersten Filmminuten kleinere Hinweise gesät, die der Gucker nur allzu gerne ebenfalls vernichtend interpretiert, während man sich gleichermaßen bewusst ist, sich an für sich nicht wirklich sicher sein zu können, was genau hier im Argen liegt.
Wie der Zufall es jedoch will, lernt Catherine in einem Restaurant das Callgirl Chloe kennen und arrangiert diese ad hoc, ihrem Mann David einem Treuetest zu unterziehen. Jene hält sich an die Instruktionen ihrer Auftraggeberin, spricht David im Cafe an und erstattet anschließend Bericht. Das, was Catherine sodann zu hören bekommt, gestaltet sich derartiger Natur, dass sie sodann vollends durcheinander ist ~ der Grat zwischen Dankbarkeit ob des Wissens oder überbordender Verletztheit geht bekanntlich oft in Zwillingsform einher....
Interessant und definitiv raffiniert an dem Gesamt durchaus jener Aspekt, dass ich für meinen Teil mir schon früh die Frage stellte, ob es nicht sein könnte, dass Chloe ihre Berichte aka _„er war es, der mich angerufen hat und treffen wollte“_ verfälscht, um wieder und wieder Kontakt zu David aufnehmen zu können. Dadurch, dass auch der Zuschauer nur anhand der Erzählungen seitens Chloe erfährt, was (scheinbar?) vorgegangen ist, beginnt unfreiwillig ein kleines Rätselraten, welches allerdings lediglich eine kleine ~ und dafür umso genialere ~ Nuance des Thrillerdramas ausmacht.
Zugegeben: nach der ungefähren 50.ten Minute der Spielzeit stellte ich mir innerlich die Frage, auf was das Ganze nun eigentlich (noch) hinauslaufen sollte und ärgerte mich wenig später bereits über die keineswegs vermisste obligatorische Lesbenszene. Nachdem _"Chloe"_ kurzzeitig in etwas für mich beinahe völlig unglaubwürdiges kippte, reißt der Film das Ruder jedoch rasch wieder herum und entwickelt respektive präsentiert ein Kawumm-Effekt nach dem nächsten, ohne hierbei auch nur ansatzweise übertrieben zu wirken.
Dank mancher von mir zuvor gelesenen negativer Kritiken hatte ich an _"Chloe"_ kaum noch große Erwartungshaltungen, wurde jedoch absolut positiver Natur überrascht. Ein bis zwei kleinere Ungereimtheiten gibt es für mich (was nützt es, NACH dem durchgeführten Geschlechtsverkehr einen HIV-Test zu verlangen?), doch insgesamt betrachtet bin ich schlussendlich vollends begeistert.
Generell bevorzuge ich oftmals Darbietungen, die mich von einer Gefühlsebene in die nächste schubsen ~ _"Chloe"_ indes kommt ohne all dies aus, verlässt sich auf leisere, offenherzige und schonungslose Bekundungen, die hier und dort viel tiefer in die Seele des Guckers eindringen. Darüber hinaus kann ich persönlich mich in jeden der einzelnen Charaktere einfühlen, wenngleich die Figur des dauerflirtenden Musikprofessors David naturgemäß absichtlich eher verschleiert dargestellt wird.
Eine spannende, fesselnde und durchaus emotionale Atmosphäre besteht bis auf einen winzigen Durchhänger von Anfang bis Ende, ein gewisser Hauch von Erotik (für die Sparte, die gerne nack'sche Frauen sieht) ist durchaus nicht abstreitbar; die FSK16 Freigabe stützt sich meines Erachtens nach ausschließlich auf eben jene Sequenzen.
Wie bereits eingangs erwähnt schaute ich mir in diesem Fall die entfernten Szenen wie auch die beiden alternativen Enden an. Hätte ich Mitspracherecht gehabt, so hätte ich nicht nur die beiden Szenen in dem Film belassen, sondern darüber hinaus das erste der alternativen Enden gewählt. Ich denke, ich nehme niemanden zu viel vorweg, wenn ich diesbezüglich ausführe, dass der Ausgang an für sich absolut identisch ist, während lediglich eine Stimme aus dem Off (Variante 1: Resümee Chloe; Variante 2: Resümee Catherine) abschließende Worte findet.
===Summa summarum=== hatte ich just nach dem Ansehen der DVD das Gefühl des „einmal gucken reicht“. Kaum jedoch eine Nacht drüber geschlafen bin ich vollends der Meinung, dass ich beizeiten gerne einen wiederholten Blick auf das Ganze werfen möchte. Meiner These nach lassen sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim nochmaligen Ansehen weitere Details ~ wenn auch „nur“ in Gestik und Mimik ~ erkennen, die man ursprünglich übersehen haben könnte.
Der Tiefgang mag sich ansatzweise eher auf den auf den emotionalen Quotienten des Zuschauers verlassen ~ doch wer nicht besonders gerne mitdenkt oder sich einfühlt, der findet im breitgefächerten alternativen DVD-Angebot sicherlich etwas für sich passenderes.
Mich hingegen hätten neben wohldosierten und überlegten Aha-Effekten weitere „wie ich bin und warum ich so handele“ Szenen eher gestört; ähnlich dem Usus, dass in achsovielen Bösewicht-Filmen so lange ein erklärender Abschlussmonolog gehalten wird, bis jener doch noch überwältigt werden kann.
Der Thriller _„Chloe“_ gestaltet sich somit so, wie er meinen Geschmack absolut trifft ~ demnach indiskutable 5 Sterne nebst einer Guckempfehlung.
===“Chloe“=== durchaus zu überzeugen und nicht zuletzt zu bestechen; bis in die kleinste Familienrolle wurde die Besetzung brillant gewählt und durch jede Faser von Gestik und Mimik authentisch verkörpert. Schon jetzt mag ich meinen kleinen Unmut darüber äußern, dass eine meines Erachtens nach nicht gerade unwichtige Szene rund den gemeinsamen Sohn Michael (Max Thieriot) von Catherine (Julianne Moore) und David (Liam Neeson) entfernt wurde.
Im Filmverlauf selbst wird vereinzelt angedeutet, dass Michael psychische Probleme nebst Differenzen mit seiner Mutter hat ~ was jedoch dahintersteckt, erfährt der Zuschauer hier nicht. Dass man dies nur bedingt vermissen mag (sprich: in dem Kenntnisfall der entfernten Szene), verdankt das Gesamtwerk insbesondere dem überzeugenden Schauspiel des im wahren Leben gar nicht mehr so jugendlichen Darstellers. In jeder seiner spärlich gesäten Auftritten ist der Schmerz, den Michael inneträgt, deutlich spürbar ~ dass _"Chloe"_ insgesamt ohne großes Tamtam auskommt und stattdessen eher ein ruhiger Tenor regiert, stellt einen Umstand dar, der mich persönlich in diesem Falle durchaus anzusprechen vermochte.
Die eigentliche Handlung ist rasch erzählt: Catherine wie auch der Zuschauer selbst spürt in ihrer Ehe ein wackliges Konstrukt, ohne dass es allzu deutliche Zeichen dafür geben würde. Natürlich ist das Gespräch, nachdem David seine für ihn ausgerichtete Geburtstagsparty nebst dem Flieger gen Heimat verpasst hat, nicht grade das, was eine Frau von ihrem Partner hören will, antwortet dieser doch auf das stoische Nachhaken seiner Frau mit einem lapidaren
_„Was macht es für einen Unterschied, ob es mit Absicht oder aus Versehen war?“._
Ich persönlich hätte in diesem Fall verbal (oder gar nonverbal?) zugeschlagen ~ Autofahrt hin oder her. Soll heißen: gewissermaßen werden ab den ersten Filmminuten kleinere Hinweise gesät, die der Gucker nur allzu gerne ebenfalls vernichtend interpretiert, während man sich gleichermaßen bewusst ist, sich an für sich nicht wirklich sicher sein zu können, was genau hier im Argen liegt.
Wie der Zufall es jedoch will, lernt Catherine in einem Restaurant das Callgirl Chloe kennen und arrangiert diese ad hoc, ihrem Mann David einem Treuetest zu unterziehen. Jene hält sich an die Instruktionen ihrer Auftraggeberin, spricht David im Cafe an und erstattet anschließend Bericht. Das, was Catherine sodann zu hören bekommt, gestaltet sich derartiger Natur, dass sie sodann vollends durcheinander ist ~ der Grat zwischen Dankbarkeit ob des Wissens oder überbordender Verletztheit geht bekanntlich oft in Zwillingsform einher....
Interessant und definitiv raffiniert an dem Gesamt durchaus jener Aspekt, dass ich für meinen Teil mir schon früh die Frage stellte, ob es nicht sein könnte, dass Chloe ihre Berichte aka _„er war es, der mich angerufen hat und treffen wollte“_ verfälscht, um wieder und wieder Kontakt zu David aufnehmen zu können. Dadurch, dass auch der Zuschauer nur anhand der Erzählungen seitens Chloe erfährt, was (scheinbar?) vorgegangen ist, beginnt unfreiwillig ein kleines Rätselraten, welches allerdings lediglich eine kleine ~ und dafür umso genialere ~ Nuance des Thrillerdramas ausmacht.
Zugegeben: nach der ungefähren 50.ten Minute der Spielzeit stellte ich mir innerlich die Frage, auf was das Ganze nun eigentlich (noch) hinauslaufen sollte und ärgerte mich wenig später bereits über die keineswegs vermisste obligatorische Lesbenszene. Nachdem _"Chloe"_ kurzzeitig in etwas für mich beinahe völlig unglaubwürdiges kippte, reißt der Film das Ruder jedoch rasch wieder herum und entwickelt respektive präsentiert ein Kawumm-Effekt nach dem nächsten, ohne hierbei auch nur ansatzweise übertrieben zu wirken.
Dank mancher von mir zuvor gelesenen negativer Kritiken hatte ich an _"Chloe"_ kaum noch große Erwartungshaltungen, wurde jedoch absolut positiver Natur überrascht. Ein bis zwei kleinere Ungereimtheiten gibt es für mich (was nützt es, NACH dem durchgeführten Geschlechtsverkehr einen HIV-Test zu verlangen?), doch insgesamt betrachtet bin ich schlussendlich vollends begeistert.
Generell bevorzuge ich oftmals Darbietungen, die mich von einer Gefühlsebene in die nächste schubsen ~ _"Chloe"_ indes kommt ohne all dies aus, verlässt sich auf leisere, offenherzige und schonungslose Bekundungen, die hier und dort viel tiefer in die Seele des Guckers eindringen. Darüber hinaus kann ich persönlich mich in jeden der einzelnen Charaktere einfühlen, wenngleich die Figur des dauerflirtenden Musikprofessors David naturgemäß absichtlich eher verschleiert dargestellt wird.
Eine spannende, fesselnde und durchaus emotionale Atmosphäre besteht bis auf einen winzigen Durchhänger von Anfang bis Ende, ein gewisser Hauch von Erotik (für die Sparte, die gerne nack'sche Frauen sieht) ist durchaus nicht abstreitbar; die FSK16 Freigabe stützt sich meines Erachtens nach ausschließlich auf eben jene Sequenzen.
Wie bereits eingangs erwähnt schaute ich mir in diesem Fall die entfernten Szenen wie auch die beiden alternativen Enden an. Hätte ich Mitspracherecht gehabt, so hätte ich nicht nur die beiden Szenen in dem Film belassen, sondern darüber hinaus das erste der alternativen Enden gewählt. Ich denke, ich nehme niemanden zu viel vorweg, wenn ich diesbezüglich ausführe, dass der Ausgang an für sich absolut identisch ist, während lediglich eine Stimme aus dem Off (Variante 1: Resümee Chloe; Variante 2: Resümee Catherine) abschließende Worte findet.
===Summa summarum=== hatte ich just nach dem Ansehen der DVD das Gefühl des „einmal gucken reicht“. Kaum jedoch eine Nacht drüber geschlafen bin ich vollends der Meinung, dass ich beizeiten gerne einen wiederholten Blick auf das Ganze werfen möchte. Meiner These nach lassen sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim nochmaligen Ansehen weitere Details ~ wenn auch „nur“ in Gestik und Mimik ~ erkennen, die man ursprünglich übersehen haben könnte.
Der Tiefgang mag sich ansatzweise eher auf den auf den emotionalen Quotienten des Zuschauers verlassen ~ doch wer nicht besonders gerne mitdenkt oder sich einfühlt, der findet im breitgefächerten alternativen DVD-Angebot sicherlich etwas für sich passenderes.
Mich hingegen hätten neben wohldosierten und überlegten Aha-Effekten weitere „wie ich bin und warum ich so handele“ Szenen eher gestört; ähnlich dem Usus, dass in achsovielen Bösewicht-Filmen so lange ein erklärender Abschlussmonolog gehalten wird, bis jener doch noch überwältigt werden kann.
Der Thriller _„Chloe“_ gestaltet sich somit so, wie er meinen Geschmack absolut trifft ~ demnach indiskutable 5 Sterne nebst einer Guckempfehlung.
28 Bewertungen, 6 Kommentare
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31.01.2012, 15:38 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichsehr gut geschrieben
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05.01.2012, 23:22 Uhr von sirikit06
Bewertung: sehr hilfreichWünsche Dir einen schönen Abend! LG
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05.01.2012, 19:27 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^petra
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05.01.2012, 14:00 Uhr von austin77
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße... würde mich über deine Gegenlesung freuen
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05.01.2012, 11:57 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichGrüße aus dem Schbg. - Land
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05.01.2012, 11:44 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß von der KATJA
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