The Stranger (DVD) Testbericht

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ab 7,66
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  anspruchslos
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von LilithIbi

Dissoziative Persönlichkeitsstörung. In fragwürdig.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Hektische Eingangsbilder, gepaart mit mich packender Musik, eine wilde Verfolgungsjagd... eine Szenerie, die direkt auf hohen Actionniveau einsteigt. Wer nun jedoch davon ausgeht, dass der 87minütige vermeintliche Thriller

==“The Stranger“==
somit durchgehend spannend oder gar nerven-zerfetzend sein wird, der wird ein wenig bis ganz viel enttäuscht werden. Die ersten Minuten sind ein wildes Wirrwarr, im Grunde erfährt der Zuschauer lediglich, dass der Verfolgte (Steve Austin) die seinigen Verfolger ausschaltet und / oder abhängt. Keine Kugel aus den verschiedenen auf ihn abgefeuerten Maschinengewehren trifft ihn dabei selbstredend ~ sollte ich mich bereits an dieser Stelle veralbert fühlen?Die rasche Aufdröselung des Knackpunktes versöhnte mich indes ein wenig: bei dem verfolgten handelt es sich um den einstigen FBI-Mitarbeiter Tom (wie gesagt: Steve Austin), der mitten in seinem Versuch, einen „Maulwurf“ zu enttarnen, irgendwie in die Missgunst der Russenmafia gerät, wenig später sein Gedächtnis verloren hat und seitdem mehr oder minder selbstlos (ha-ha!) umherirrt.

Grace Bishop (Erica Cerra) als seine ehemalige Ärztin will ihrem Patienten unbedingt helfen und begibt sich auch dann auf die Suche, nachdem das FBI den Fall zu den Akten gelegt hat. Das damit verbundene Gespräch

~ „Ihr tut einfach so, als hätte er nie existiert?“
~ „Hat er doch auch getan.“
~ “Wenn ich ihn finde, werde ich ihm helfen.“
~ „Das halte ich für keine gute Idee“

gestaltet sich durchaus etwas knuffig und bringt darüber hinaus die gesamte Filmhandlung auf den Punkt. Soll heißen: Grace sucht Tom, der nicht weiß, dass er Tom ist; und wundersamerweise sucht das FBI dann doch wieder beide. Warum? Gute Frage. So richtig offenbart hat sich mir dies wohlweislich nicht.
Fakt ist: FBI-Mann Mason Reece (Adam Beach) stellt sich auf Grace's Seite, ist ebenfalls nicht minder interessiert an einem Zahlencode, den Tom „Sag kein Wort“-mäßig in seinem Gedächtnis gespeichert hat. Nu hofft also irgendwie jeder, Tom würden die Zahlen wieder einfallen, damit er dieser preisgeben kann, um so den Maulwurf entlarven zu können.
Für wen dies nun einen Sinn macht, der darf sich von mir beglückwünscht fühlen.

Damit es nicht allzu langweilig wird, greifen die Macher auf stete Erinnerungsfetzen zurück, die eingangs für ein verwirrendes Durcheinander sorgen. Den chronologischen Ablauf kann man sich eigentlich erst in den letzten Filmminuten zusammenreimen ~ also dann, wenn man jene Rückblenden fürwahr das fünfte Mal sieht. Yep. Ungefähr fünf Mal bekommt der Zuschauer das einstige Töchterchen Lucy (Samantha Page) zu Gesicht, wie sich sich über ihren Plüschteddy freut. Keine Glückwünsche an dieser Stelle von mir für jene, die nicht bereits nach der ersten Rückblende kapiert hat, dass Frau und Tochter nicht mehr unter uns weilen.
Ein wenig interessant wird es, als Tom auf einem russischen Frachter nach Arbeit sucht und dortig Kapitän Mikhail (Stephen Dimopoulos) mitsamt seiner Enkelin (Dalila Bela) kennenlernt. Mikhail meint, sich an Tom zu erinnern... doch dieser tappt völlig um Dunkeln und versteht somit gar nicht, dass er urplötzlich (mal wieder) Dresche bezieht und (mal wieder) beinahe unbeschadet weiter seinen Weg geht.

Um es kurz zu machen: “The Stranger“ existiert beinahe einzig und allein davon, dass stetig jemand aus dem Hinterhalt hervorspringt um auf Tom einzudreschen respektive ihn zu massakrieren. Und er sich, schier unverwundbar, mal wieder befreit und von dannen zieht.
Ja, oh ja...solcherlei ist für mich persönlich absolut... langweilig.
Die Idee, Grace an seine Seite zu stellen, während er an für sich nicht so recht weiß, ob er ihr vertrauen kann, mag ganz putzig gedacht sein und erinnert auch nur ein gaaaaaanz klein bisschen an „Memento“. Aber damit passt sich das Machwerk ja der Thematik schlicht und ergreifend an, so dass man immerhin von einem Konzept (Plagiaaaaaaaaaaaaat!) sprechen kann.

Doof nur, dass man nicht einmal dem Hauptakteur seine Rolle stetig zu 100% abnimmt. Trotzdessen er unbeirrbar immun gegen Erfahrungswerte des angebrachten Misstrauens zu sein scheint, wirkt es auf mich dennoch absolut un-authentisch, wie treudoof Tom Vertrauen zu Grace fasst. Er hat sie irgendwann mal irgendwo gesehen, daran erinnert er sich.. ist ja nett; aber wieso haut er andere Leute, an die er sich ebenfalls erinnert, stattdessen aus dem Fenster?
Zweifellos hat es stetig etwas knuffiges für sich, wenn Kraftpaket Tom seinen Finger auf die Lippen legt und Grace an-psst-tet.
Doch spätestens an der Stelle, als er eben doch im FBI-Verhörraum hockt und Grace ihm gegenüber... öhm.... ja.

Und nein, ich denke nicht, dass ich an dieser Stelle zu viel verrate... zum einen weil ja doch noch eine ganze Menge an „nichts“ passiert, und zum anderen, weil ich generell niemanden zu diesem Filmverbrechen rate.
Wer sich nunmehr fragt, warum “The Stranger“ das rote FSK Label abbekam, dem sei eine Folterszene nahegebracht. Und ja, die ist ein wenig fies. Und ein wenig unglaubwürdig. Und unfreiwillig komisch für jene, die sich ad hoc an den Werbeslogan „damit sie morgen noch kraftvoll zubeißen können“ erinnern.

Grundsätzlich versucht der Film durch Irrungen und Wirrungen zu bestechen, verlässt sich meines Empfindens nach hierbei jedoch zu eklatant auf zig Wiederholungen von dem, was irgendwann mal gewesen ist. Wie bereits erwähnt hat der Zuschauer das „vorher“ schon beim ersten Mal kapiert, ahnt, durch welchen traumatischen Schock Tom sein Gedächtnis verloren hat und beschäftigt sich somit mehr mit der großen kleinen Frage, was zur Hölle eine Nummer mit einem FBI-Verräter zu schaffen haben soll.

Immerhin löst sich jenes Rätsel zum Schluss aus, ist tragischerweise jedoch nur geringfügig überraschend und zerplöppt seinen finalen Gefühlsmoment durch ein langgezogenes Palaver (und Rückblenden! Hurra!), welches natürlich wieder genau so lange ausholt, bis der vermeintliche Held sich befreien konnte. Und nein, auch hiermit habe ich nicht zu viel verraten. Find ich jetzt. Weil halt.

==Summa summarum==
offenbart sich mir generell die Logik nicht, jemanden zu einer Aussage bewegen zu wollen, der sich offenkundig nicht mal mehr an sich selbst erinnern kann. Die (wieder und wieder wiederholte) Androhung, ihn sonstig zu töten, wenn er nicht endlich die Zahlenfolge offenbart und vor allem offenlegt, wozu diese eigentlich gut ist, nervt in den letzten Filmminuten derartig, dass ich meiner Mikrowellenrobbe fast den Kopf abgebissen hätte.Obschon inmitten „The Stranger“ eine falsche Fährte gelegt werden sollte, rauscht diese irgendwie vollends an dem Zuschauer vorbei. Es ist ja auch zu putzig, Daddy stattdessen zum x-ten Male beim Geldzählen zuzusehen. Nur blöd, wenn jene Rückblende quasi deckungsgleich mit der Szene daherkommt, die das abschließende „wuha“ Gefühl lostreten soll.
Getreten fühle ich mich zwar auch ~ aber eher im Sinne von „da hätten wir mal lieber staubgewischt statt uns so einen Unsinn anzugucken“.

Abschließend kann ich mir die These nicht verkneifen, dass die Spieldauer ohne die diversen Rückblenden (oder gar die Momente, die eigentlich völlig irrelevant sind) lediglich die Hälfte gedauert hätte. Aber ob dies sodann sehenswerter gewesen wäre....? Man weiß es nicht.
1 Sternchen, keine Empfehlung.
Es war ja nicht einmal ein Hund dabei.

38 Bewertungen, 7 Kommentare

  • tina08

    19.11.2011, 15:23 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • Miraculix1967

    18.11.2011, 17:29 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönes Wochenende und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • schmusenase

    18.11.2011, 13:34 Uhr von schmusenase
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche Dir ein schönes Wochenende!

  • anonym

    18.11.2011, 13:15 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima vorgestellt, geruhsames wochenende wünscht dir willi

  • anonym

    18.11.2011, 12:28 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende.

  • atrachte

    18.11.2011, 09:31 Uhr von atrachte
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg

  • katjafranke

    18.11.2011, 09:25 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA