Du sollst nicht sterben (gebundene Ausgabe) / Peter James Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von Theophanu

Eine verhängnisvolle Leidenschaft

4
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

spannend, Charakterdesign, leicht und flüssig lesbar

Kontra:

leider kommt die polizeilische Arbeit etwas zu kurz

Empfehlung:

Ja

Neulich erhielt ich auf vorablesen.de das neueste Exemplar von Peter James' neuesten Thriller "Du sollst nicht sterben", den ich euch hier vorstellen möchte.



---Inhalt---
Schuhe – das ist die große Leidenschaft von Rachael, Roxanne, Nicola und vielen anderen Frauen.

Und er macht sich diese Liebe zunutze.
Als in Sussex, einer Grafschaft in Großbritannien, um die Neujahrszeit mehrere Frauen von einem Unbekannten vergewaltigt werden, der sie ihrer erst kürzlich gekauften Designerschuhe beraubt und sie dann verstört und verängstigt zurücklässt, landet der Fall auf dem Schreibtisch des Detective Superintendent Roy Grace, der sofort eine Parallele zu den Vergewaltigungsfällen zwölf Jahre zuvor erkennen kann.

Damals fielen sechs Frauen dem als „Schuh-Dieb“ bezeichneten Mann zum Opfer, wobei eine sogar sterben musste. Er nahm nach jeder Vergewaltigung einen der teuren Schuhe der Frauen als Trophäe mit.

Zuerst wird dem Fall trotz Graces Bemühen nicht viel Bedeutung beigemessen, doch als immer mehr Frauen von dem geheimnisvollen Mann überfallen werden, beginnt eine hektische Jagd nach dem Jäger, der sich zum Ende des Buches immer mehr zuspitzt und an Fahrt gewinnt.

Dabei rücken viele Verdächtige ins Blickfeld, doch wer ist der wirkliche Täter?



---Zum Buch und Autor---
„Du sollst nicht sterben“ (OT: „Dead like you“) ist der 6. Roman der Serie um den britischen Detective Roy Grace, geschrieben von Peter James, der neben seiner Aktivität als Romanschriftsteller auch unter anderem als Drehbuchautor und Filmproduzent tätig ist.

Dabei erschien der Thriller 2011 im S. Fischer Verlag und wurde von Susanne Goga-Klinkenberg ins Deutsche übersetzt.
Das Buch hat 400 Seiten und ist als Hardcover für 17,95 erhältlich.



---Meine Meinung---

Als ich erfuhr, dass es vor „Du sollst nicht sterben“ noch fünf weitere Romane gibt, waren meine Sorgen, meine Unkenntnis dieser würde sich negativ auf das Verständnis des mir vorliegenden Romanes auswirken, sicherlich nicht unbegründet.
Aber erstaunlicherweise nimmt James nur selten auf die vorherigen Romane Bezug und wenn doch, dann erklärt er die Geschehnisse so deutlich, sodass man eigentlich keines der vorherigen Romane gelesen haben muss, um „Du sollst nicht sterben“ mit vollstem Genuss zu lesen.


Dabei zeichnet sich Peter James' Schreibstil sehr durch eine große Klarheit aus und der Text lässt sich überaus leicht und flüssig lesen.
Ich selbst hatte das Buch in vier Tagen durch und muss sagen, dass es eine willkommene Ablenkung und Abwechslung zu den mir sonst vorliegenden Studientexten war, an denen man sich die Zähne ausbeißt.

Die Erzählung selbst spielt primär auf zwei Zeitebenen: der jetzigen und im Jahre 1997/1998, als die junge Rachael Ryan verschwand, wobei sie vor allen Dingen dem Leser die Umstände ihres mysteriösen Verschwindens, dass 12 Jahre lang nicht geklärt werden konnte, aufzeigt.
Jedoch sind diese Zeitebenen recht klar voneinander getrennt und es bereitete mir beim Lesen nur selten Schwierigkeiten und Verwirrung, den Zeitsprüngen zu folgen.

Einen großen Pluspunkt bekommt James mit seinem Buch auf die in meinen Augen fantastische Charakterzeichnung. Seien es die verängstigten Frauen, der am Asperger-Syndrom leidende Jak, der klar und strukturiert denkende Grace oder der aufbrausende und ironische Detective Segeant Glenn Branson.
Jede wichtige Figur erhält eine individuelle Charkterzeichnung, die sie für den Leser greifbar und verständlich macht. Außerdem war es für mich eine Freunde, die zum Teil ironisch bis bitter-sarkastischen Gespräche der Figuren untereinander zu betrachten, die mich mehr als einmal zum Lachen brachten.

Aber leider bestand das Buch nicht nur aus humorvollen Einwürfen, sondern thematisierte auch das furchtbare Kapitel der Vergewaltigung (dazu gibt es im Nachwort auch noch ein paar persönliche Zeilen des Autors zu lesen).
Auch wenn Peter James die eigentliche Vergewaltigung nie beschreibt (und ich bin dankbar dafür), sind die Bilder, die er konstruiert, wenn die Polizistinnen versuchen, die völlig verstörten Frauen zu befragen, eindringlich und erschreckend.

Ganz besonders mitgefiebert habe ich bei der Entführung der letzten Frau, da sie sich mit allen Kräften gegen ihren Peiniger wehrt und ich hoffe in jedem neuen Absatz, dass es ihr gelänge.

Auch wenn die Geschichte erst etwas träge anfängt, so hat das doch alles sein Sinn, denn jede Beschreibung – vor allem der männlichen Charaktere – ist wichtig und animiert den Leser zum Mitraten, wer nun der gesuchte Täter sein kann.

Die Auflösung dürfte dem aufmerksamen Leser jedoch schon recht früh klar sein; trotz allem hält das Ende noch kleine Überraschungen parat, die, jedenfalls mich, überraschten.
Ein wenig vermisste ich eine detailliertere Beschreibung der Außenarbeit der Detectives.

Das überwiegende Geschehen wurde von Grace in der Dienststelle abgewickelt, in der er bevorstehende Aktionen mit seinen Mitarbeitern koordinierte und diese dann die Befragungen der Verdächtigen erledigen ließen.
Da hätte ich mir auch etwas mehr Eigeninitiative seitens der Spürnase gewünscht.


Aber sonst fällt mein Resümee des Romans doch sehr positiv aus und auch wenn ich nie jemand war und bin, der sein Regal gern mit diversen Thrillern und Krimis voll stellt, so bin ich doch von Peter James' Werk überzeugt, würde es empfehlen und überlege nun, mir nicht auch die vorherigen Bände zu kaufen.

34 Bewertungen, 4 Kommentare

  • sigrid9979

    14.12.2011, 14:37 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Stürmische Grüße von der Nordsee..

  • Miraculix1967

    14.12.2011, 13:30 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! Stürmische Mittwochsgrüße aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • uhlig_simone@t-online.de

    14.12.2011, 12:23 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße v. Simone

  • katjafranke

    14.12.2011, 12:16 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA