Der gestiefelte Kater (2011) (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 05/2012
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von schmusenase
Und wenn er nicht gestorben ist ...
Pro:
Tolle 3D-Animation, Musik und Sound top, liebenswerter Hauptdarsteller
Kontra:
Story geht in der Action völlig unter / für Kinder im Kindergartenalter ist die 3D-Version nicht gut geeignet
Empfehlung:
Ja
zwischen Weihnachten und Neujahr verschlägt es uns zusammen mit Junior nun schon im dritten Jahr in die nächstgelegene UCI-Kinowelt. Pantoffelkino zuhause hat zwar durchaus seinen Charme, aber bisweilen lockt ein Kinofilm, den wir uns dann gerne auch mal auf der großen Leinwand im richtigen Kino gönnen.
Heute Nachmittag wurde nach kurzem Blick ins Kino-Programm spontan der Gestiefelte Kater in der 3D-Version angesteuert.
***Sprecher im Original (englisch) / Regie***
Regisseur – Chris Miller
Kater – Antonio Banderas
Kitty – Selma Hayek
Humpty Dumpty – Zach Galifianakis
Imelda– Constance Marie
Jack – Billy Bob Thornton
Jill – Amy Sedaris
Weitere Synchron-Darsteller sowie weitergehende Informationen zur Produktion und den Trailer zum Film gibt es z.B. unter http://www.dergestiefeltekater-film.de.
***Handlung***
Der gestiefelte Kater wächst als kleines Kätzchen wohlbehütet in einem Waisenheim in einem kleinen mexikanischen Dorf auf. Dort macht er die Bekanntschaft mit Humpty Dumpty, einem tagträumenden und teils unbeholfenen Ei, das es allerdings faustdick unter der Schale hat. Kater ist ein guter Junge, doch durch seinen besten Freund, mit dem er einst Blutsbruderschaft schloss, gerät er mehr und mehr auf die schiefe Bahn.
Während Kater versucht, sich zu bessern und seiner menschlichen Ersatzmutter keinen Kummer mehr zu bereiten, träumt Humpty davon, ganz groß rauszukommen, sei es auch durch krumme Touren. Sein größter Traum ist es, die Zauberbohnen zu finden, diese zu pflanzen und zu erklimmen, um dem Riesen im Traumschloss die Goldene Gans zu stehlen. In diesen Plan weiht er seinen Bruder Kater ein und die beiden träumen den Traum vom ewigen Reichtum.
Doch bevor der Plan in die Tat umgesetzt werden kann, wird Kater erst einmal zum gefeierten Volkshelden, weil er die Mutter des „Dorfsheriffs“ kühn und mutig das Leben rettet. Humpty missgönnt seinem Freund diesen Erfolg und schafft es nur dann Aufmerksamkeit zu erregen, wenn er gerade mal wieder im Kittchen übernachtet.
Die Freundschaft steht am Scheideweg, und als Humpty seinen ahnungslosen Freund bei einem Bankraub als Mithelfer missbraucht, ist es mit der trauten Zweisamkeit endgültig vorbei: Verraten, betrogen und tief gekränkt flieht Kater vor dem drohenden Gefängnisaufenthalt und schlägt sich fortan alleine und als gesuchter Krimineller durchs Leben.
Bis er eines Tages durch einen dummen Zufall den einstigen Freund wiedertrifft und dieser ihn - Dank katziger Unterstützung einer bezaubernden und ebenso gerissenen Samtpfote mit dem klangvollen Namen Kitty - davon überzeugt, ihn bei dem größten Coup ihres Lebens zu unterstützen: Die drei klauen dem Gaunerpaar Jill und Jack die sagenhaften Zauberbohnen und entwenden die Goldene Gans.
Ob das Gauner-Trio mit der goldenen Gans glücklich wird, der einst geschlossene Pakt die Freunde wieder zusammenbringt, das erfahrt Ihr, liebe Leser, wenn Ihr Euch den Film in Kürze selbst im Kino oder in einigen Monaten auf DVD bzw. BluRay anseht!!!
***Licht aus – Film ab: Gute Unterhaltung?!***
Nachdem der gestiefelte Kater in den diversen Shrek Verfilmungen dem dicken Oger scharfzüngig und ebenso charmant auf die Sprünge half, hat ihm das Dreamworks-Team nun eine eigene Kino-Story auf den rot-getigerten Leib geschneidert.
Nach vier shreklichen Abenteuern also eine Solo-Karriere für den Mini-Zorro ohne Maske auf vier Pfoten, der den aufrechten Gang ebenso perfekt beherrscht wie das Schwingen der Klinge.
Natürlich ist das Katerchen mit den maßgeschneiderten, inzwischen schon ein wenig abgelaufenen Stiefelchen und dem schnittigen Hut mit der gelben Feder längst nicht mehr das, was es noch im guten alten Grimmschen Märchen war.
Katerchen hat sich emanzipiert, ist niemandes Diener und sorgt sich nur noch um das eigene bisweilen garstige Fell, könnte man meinen. Er ficht sich nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinne mit scharfer Zunge durchs Leben, bricht die Herzen der stolzesten Katzen-Damen am laufenden Band. Casanova würde glatt vor Neid erblassen, wenn er könnte, angesichts gerade mal knapp 60 cm kleiner über und über behaarter Konkurrenz.
Also alles Zorro-Nova, oder was?
Nun ja, ganz so oberflächlich und einseitig ist die Geschichte dann auch wieder nicht aufgestellt. Hier hat das Story-Board alle Charakter-Facetten aufgeboten, die die gut geölte Animations-Mischmaschine nur hergeben kann: Eine dicke Prise Knuddeligkeit, die das Katerchen leche entera - für nicht spanisch Kenner: Vollmilch, am liebsten warm direkt aus dem Euter - schlabbernd, schnurrend und mit großen Kulleraugen gekonnt in mannigfaltigen Situationen einzusetzten weiß. Eine extra Portion Naivität, die Humpty, der vermeintlich beste Freund der Fellnase geschickt und hinterhältig auszunutzen versteht. Dazu noch ganz viel Action, sei es mit dem Degen, sei es in Form von virtuosen Tanzeinlagen. Ein großes, im Grunde goldenes und sensibles Herz darf dem Hauptdarsteller natürlich auch nicht fehlen: Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit sowie echter Freundschaft blitzt im Verlaufe des Films häufig auf.
Katerchen dient zwar nicht mehr dem jungen Müllerssohn, fühlt sich aber dem Waisenhaus und insbesondere der gutmütigen, vollbusigen Ersatzmutter Imelda verpflichtet. Er versucht, ihr stets ein guter Sohn zu sein. Katerchen ist voller Träume. Doch wie alle Kinder wird Kater größer und als Teenager gerät sein behütetes Leben im Waisenhaus mehr und mehr in Gefahr. Nicht zuletzt durch das Zutun seines durchtriebenen Freundes Humpty, der sich der Freundschaft Katers sicher ist und diesen zu immer krummeren Touren anstiftet. In seiner Naivität und Gutmütigkeit merkt Kater nicht, dass Humpty mit ihm ein doppeltes Spiel treibt. Humpty weiß sich auch geschickt zu tarnen, verbirgt sich der Schurke doch unter einer vermeintlich zerbrechlichen Schale.
Ein wenig ist es hier schon wie im richtigen Leben: Das eigentlich kindliche Gemüt des Hauptdarstellers versperrt ihm bisweilen die Sicht auf die Wahrheit und lässt ihn viel zu oft erst zu spät erkennen, wer wirklich Freund und wer Feind ist.
Natürlich kann man auf einem Bein nicht besonders gut stehen, und alleine den Film nur auf Humpty und Kater zu stützen, wäre dann doch ein wenig Mau ausgefallen.
Also hat man den beiden die Figur der „Kitty Samtpfote“ an die Seite gestellt, die Katerchen was Mut, Entschlossenheit, Kampferfahrung und Charme in nichts nachsteht. Ihre wahre Rolle und ihr eigentliches Wesen bleiben nicht nur Kater, sondern auch dem Zuschauer über weite Strecken verborgen. Erst im letzten Drittel des Filmes erkennt man, dass sie im Grunde Kater näher ist, als man glaubt: Eine durchtriebene Streunerin, die zunächst nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist, jedoch nicht zuletzt durch Kater erkennt, dass echte Freundschaft doch weitaus mehr Gewicht besitzt als der größte Goldschatz der Welt.
Im Prinzip hatte die Story eigentlich viele gute Ansätze, und hätte man bei der Umsetzung manchmal sprichwörtlich den Fuß vom Gas genommen, dann hätte die Geschichte, die man hier hätte erzählen können, auch zu einem richtig guten Film wachsen lassen können.
Doch leider, leider, haben die Macher die vielen Chancen, die sich ihnen boten, durch die streckenweit viel zu sehr auf Action ausgelegte Gestaltung des Filmes regelrecht im Keim erstickt. Statt in Ruhe zu erzählen, aufzubauen um dann das ganze gezielt auf die Spitze zu treiben, hat man das Pulver nacheinander weg verschossen. Hektische Szenen, Flucht, Degengefuchtel, dann wiederum unnötige Längen in der Erzählung und Darstellung, gefolgt von wieder minutenlang aneinandergereihter Action, nach gut einer halben Stunde waren wir Erwachsenen dieser doch sehr lieblosen Darbietung ein wenig überdrüssig. Selbst die farbenprächtige und gekonnte Animation in 3D konnte uns zumindest den Verdruss über einen doch recht verkorksten Film nicht nehmen.
Ab und an gab es etwas zu lachen, doch meist waren die eingeflochtenen Gags doch eher nur für die Kinder im Saal gedacht. Die für uns Erwachsenen übrig gebliebenen Persiflagen wie z.B. auf den Fightclub: „ Erste Regel im Bohnenclub: Wir reden nicht über den Bohnenclub“ waren zwar nice to have, konnten aber das Gesamtkonstrukt unterm Strich auch nicht mehr retten.
Musikalisch und soundtechnisch konnten wir zwar nicht meckern, doch was nützt es, wenn alles andere, und zuletzt die dargebotene Geschichte, einfach nicht überzeugen können.
Junior teilt unsere kritische Meinung zwar nicht, aber es war ja auch ein Film nach seinem Geschmack: Vor lauter Aufregung hatte er schon nach der Hälfte des Films eine ganze Tüte Chips verputzt. Von der Geschichte war aber heute Abend nicht allzu viel bei ihm hängen geblieben, was mich ehrlich gesagt nicht wundert, denn bei dem Action-Feuerwerk, dass hier für Kinder abgebrannt wurde, konnte auch nicht allzu viel hängen bleiben.
Aufgefallen ist uns, dass einige Eltern mit etwas kleineren Kindern, die deutlich unter 6 Jahren waren, teilweise für einige Minuten den Saal verließen, weil die Kinder doch streckenweise reichlich überfordert waren.
Der Film ist zwar ohne Altersbeschränkung freigegeben, was sicherlich angesichts mangelnder zwischentierischer Interaktion und fehlender Kapitalverbrechen zwar nachvollziehbar sein mag. Dennoch behaupte ich, dass Kinder unter 6 Jahren mit den teils sehr turbulenten Actionszenen regelrecht überfordert werden, insbesondere in der 3D-Fassung, wo das Zuschauen doch noch viel intensiver und realistischer ausfällt als in der „Normalversion“. Unser Sohn wird in 2 Monaten 8 Jahre alt, dennoch habe ich an seinem Gezappel auf dem Kinositz und insbesondere an dem Bewegungsbedarf nach dem Kinobesuch deutlich gespürt, dass er hier fast schon zuviel Input erfahren hatte.
***Unterm Strich***
Mit gemischten Gefühlen haben wir Erwachsenen das Kino nach gut zwei Stunden wieder verlassen, während Junior vergnügt hüpfend, singend und sich in Stepptanz übend zum Parkplatz turnte.
Die vielen Vorschuss-Lorbeeren, die mancherorts verteilt wurden und das an der Spitze der deutschen Kinostarts Verweilen des Films können wir nicht so ganz nachvollziehen.
Viele, teils hektisch aneinandergereihte Actionszenen machen noch lange keinen guten Film, der sowohl Jung als auch Alt begeistert. Trotz hervorragender Animation, fetziger Musik und einer sehenswerten 3D-Umsetzung bleibt der schale Beigeschmack eines Streifens, der wirklich nur die Kids so richtig von den Socken haut und dies auch nur, wenn sie älter als 6, maximal aber 10 Jahre alt sind.
Mit Hängen und Würgen kommen wir im Hause schmusenase zu folgender Wertung: Papa-schmusenase: 2 Sterne, Mama-schmusenase, also ich,: 2 Sterne, Klein-schmusenase: 5 Sterne. Macht zusammen 9, durch 3 geteilt bleiben dank Juniors Höchstwertung am Ende immerhin noch 3 Sterne am Bewertungshimmel stehen.
Wer viel Geld an der Kinokasse loswerden möchte, kann reingehen. Alle anderen sollten warten, bis die DVD in den Verleih kommt.
Nun danke ich vorab herzlich für Lesungen; Bewertungen und Kommentare!
Die „schmusenase“.
49 Bewertungen, 14 Kommentare
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18.03.2012, 10:30 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreich..... lg andrea .....
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15.01.2012, 03:29 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollLiebe Grüße und einen schönen Tag
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13.01.2012, 10:05 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse aus Holland....
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05.01.2012, 19:49 Uhr von oskermit
Bewertung: sehr hilfreichKLASSE BERICHTET!! DANKE für deinen Besuch bei mir!
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04.01.2012, 01:16 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollToller Bericht.LG Quacky bw
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03.01.2012, 16:58 Uhr von Tweety30
Bewertung: besonders wertvollBW und liebe Grüße!
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01.01.2012, 17:07 Uhr von goat
Bewertung: besonders wertvollEin frohes neues Jahr und wie versprochen das bw von mir. LG Melanie
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30.12.2011, 19:47 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichEinen Guten Rutsch - OHNE Böller (wegen der Gartenpiepmätz!) wünscht Talulah
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29.12.2011, 16:41 Uhr von austin77
Bewertung: sehr hilfreichsh... würde mich über gegenlesung von dir sehr freuen. lg
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29.12.2011, 11:06 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße. KATJA
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29.12.2011, 10:17 Uhr von atrachte
Bewertung: sehr hilfreichsh. lg
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29.12.2011, 08:14 Uhr von ronald65
Bewertung: sehr hilfreichlg
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29.12.2011, 04:57 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW + Guten Rutsch wünsch ich Dir!!
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29.12.2011, 01:38 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
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