Die Spieler (Taschenbuch) / David Baldacci Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 12/2011
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von dik1609
Wer sich warum gegen wen verschwört
Pro:
Enorm spannend, interessante Verschwörungs-Theorien
Kontra:
Die Person des Jerry Bagger ist zu stereotyp dargestellt
Empfehlung:
Ja
Der Kauf
=======
Ganz bewusst hatte ich im Internet bei bucher.de nach diesem Buch gesucht, nachdem ich die ersten beiden Romane aus der Reihe um den "Camel Club", nämlich "Die Wächter" und "Die Sammler" bereits mit großem Vergnügen gelesen hatte. Das Taschenbuch, im Jahre 2011 bei Bastei Lübbe erschienen, umfasst 477 Seiten und kostete genau 9,99 Euro (in Österreich wird es für 10,30 Euro angeboten). Wie immer bei diesem Anbieter wurde mir das Buch wenige Tage nach der Bestellung von der DHL ins Haus geliefert, zusätzliche Versandkosten waren nicht zu zahlen.
Das Aussehen
===========
Das Taschenbuch im Format 19 mal 13 Zentimeter nennt auf seinem Umschlag den Namen des Autoren und den Titel des Thrillers. Zudem ist ein Foto des im nächtlichen Nebel liegenden Capitols in Washington zu sehen, davor sind zwei Spielkarten ins Bild montiert. Auf der Rückseite gibt es eine Inhaltsangabe.
Der Inhalt (Buch-Rückseite)
====================
Der mysteriöse Camel Club will die geheimen Machenschaften der amerikanischen Regierung aufdecken - Korruption und Betrug sollen ein Ende bereitet werden. Auch Trickbetrügerin Annabelle Conroy hat sich dieser Aufgabe verschrieben. Doch plötzlich wird sie selbst zur Gejagten: Nachdem sie einen skrupellosen Kasinoboss aus Rache um vierzig Millionen Dollar erleichtert hat, ist sie die Nächste auf seiner Abschussliste.Im Kampf um ihr Leben kann sich Annabelle auf die Hilfe des Clubs verlassen. Die Karten werden jedoch neu gemischt, als dessen Anführer Oliver Stone von seiner Vergangenheit eingeholt wird und selbst vor einem Killer fliehen muss.
Der Autor
=======
David Baldacci, geboren 1960 in Virginia, studierte Politikwissenschaft und Jura und arbeitete nach dem Studium neun Jahre als Strafverteidiger und Wirtschaftsjurist in Washington, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Sein erstes verkauftes Manuskript war "Absolute Power" (deutsch: Der Präsident) - es verhalf ihm zu Weltruhm. David Baldaccis Romane wurden mittlerweile in mehr als 30 Sprachen übersetzt und in mehr als 80 Ländern der Welt verkauft. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller engagiert er sich für eine Reihe karitativer und gesellschaftlicher Institutionen, darunter die National Multiple Sclerosis Society, die Barbara Bush Literacy Foundation oder die Virginia Foundation for the Humanities.
Leseprobe
========
Jerry Bagger verließ Atlantic City nur noch selten. Er hatte einen eigenen Learjet, benutzte ihn aber kaum. Den letzten Flug hatte er wegen der Strafvisite beim unglückseligen Tony Wallace in Portugal unternommen. Früher hatte er eine Jacht besessen, doch er hatte sie verkauft, als sich herausstellte, dass er schnell seekrank wurde - eine Peinlichkeit, die zu einem Mann, dessen Ruf auf Härte fußte, nicht besonders passte. In der Tat verließ er das Kasino nur noch zu wenigen Anlässen.
Es war der einzige Ort, an dem er sich wohlfühlte. Ironischerweise war Bagger weder in Vegas noch in Jersey geboren. Der spätere verwegene Stadt- und Straßenbengel hatte das Licht der Welt ausgerechnet in Wyoming erblickt, auf einer Ranch, auf der sein Vater für weniger als das Almosen schuften musste, das man heutzutage Mindestlohn nannte. Am ersten Lebenstag Baggers hatte seine Mutter durch Komplikationen bei der Entbindung das Leben verloren, die jede Klinik mühelos hätte abwenden können. Nur hatte es im Umkreis von 450 Kilometern keine Klinik gegeben; deshalb war sie gestorben.
Achtzehn Monate später segnete auch Baggers Vater infolge eines Unfalls, bei dem Whiskey und ein störrisches Pferd eine Rolle gespielt hatten, das Zeitliche. Der Besitzer des Hofes in Wyoming hatte kein Interesse daran gehabt, einen Bankert großzuziehen - Baggers Eltern hatten sich den Aufwand einer Hochzeit gespart und das Kind stattdessen zur Familie seiner Mutter in Brooklyn geschickt. So kam es, dass Bagger nicht in der Weite Wyomings, sondern im Schmelztiegel New York wuchs und gedieh.
Schließlich aber war er doch in den Westen zurückgekehrt. Nachdem er fünfzehn Jahre lang vierundzwanzig Stunden am Tag geschuftet und geschachert, Risiken auf sich genommen und ein Dutzend Mal fast alles verloren hatte, brachte er es endlich zu einem eigenen Kasino. Und bald lief das Geschäft so gut, als hätte man ihm die Lizenz zum Gelddrucken erteilt.
Doch langfristig errang sein Mangel an Selbstbeherrschung die Oberhand, und schließlich ekelte man ihn aus Las Vegas fort und riet ihm dringend, sich nie wieder blicken zu lassen. An diese Aufforderung hatte er sich streng gehalten. Doch jedes Mal, wenn er die Stadt überflog, hatte er aus dem Fenster geschaut und sich im Geiste vom ganzen Bundesstaat Nevada feierlich am Arsch lecken lassen.
Meine Meinung
===========
Warum eigentlich gibt es von dieser Thriller-Serie noch keine Verfilmung? Der Camel Club würde sich meiner Meinung nach allerbestens auch für Hollywood eignen, denn David Baldacci hat hier Figuren geschaffen, die in ihrer Skurrilität einzigartig sind, gemeinsam aber einerseits für ein großes Ziel arbeiten und andererseits bei Umsetzungs-Versuchen auch enorm schlagkräftig wirken, weil jeder der vier Männer dieses Clubs ganz besondere Vorzüge hat. All das hatte ich aber schon in den ersten beiden Bänden aus der Roman-Reihe erfahren und die Tatsache, dass ich den dritten Band überhaupt gekauft habe, spricht sicher dafür, dass es dem Autoren meiner Meinung nach gelungen ist, eine ganz besondere Art von Helden zu erschaffen, die eigentlich auf den ersten Blick für diese Rolle gar nicht taugen, sich aber dann doch als im Vergleich zum Bösen überlegen erweisen.
Wer ist Gut und wer ist Böse? Diese Frage, bei Baldacci oftmals lange Zeit offen, muss sich beim vorliegenden Roman nicht gestellt werden, denn die Rollenverteilung ist - bis auf eine Ausnahme - von Beginn an klar. Aber es bleiben natürlich trotzdem Fragen. Fragen vor allem nach dem Warum. Immer wieder müssen die Protagonisten in die Vergangenheit schauen, immer wieder gibt es auch für sie dort Geschehnisse, deren Sinn sie nicht begreifen können, wobei die Geschichte des im übrigen zu einseitig-plump dargestellten Kasinobosses, der Annabelle Conroy jagt, eigentlich nur einen Neben-Aspekt auf einer zweiten Handlungsebene darstellt, der zwar auch für Spannung sorgt, aber eine einfacherere Lösung verspricht als die Vergangenheit von Oliver Stone und allen, mit denen er einst zusammenarbeitete.
Baldacci versteht es einmal mehr meisterhaft, Verschwörungen anzudeuten, die wahr werden zu lassen und sie mit anderen Verschwörungen zu überlegen. Das ist zum Teil ganz schön verwirrend, denn wer nun wirklich für welche Schandtat in der Vergangenheit verantwortlich war und warum die überhaupt begangen wurde, das offenbart sich dem Leser erst sehr spät, wobei der Autor es blendend versteht, reales Zeitgeschehen mit Fiktion zu vermischen und so immer wieder die Möglichkeit offen lässt, dass das, was er schildert, möglicherweise der Realität entsprechen könnte, wobei einmal mehr vor allem der amerikanische Geheimdienst alles andere als gut aussieht. Jaja, die böse CIA - ich traue ihr ja fast alles zu, selbst die von Baldacci geschilderte ..... Nein: Das sollte ich hier nicht verraten.
Geschildert wird das Geschehen aus gleich mehreren Sichtweisen. Da gibt es den mysteriösen Harry Finn, natürlich Annabelle Conroy, den Camel Club mit Oliver Stone an der Spitze, dann einen ehemaligen CIA-Direktor. Das Handeln all dieser Personen wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, wobei der Leser nur unwesentlich mehr erfährt als die anderen Protagonisten anfänglich wissen. Und das ist alles gut so - genau wie die Einteilung in 99 (kurze) Kapitel, die mir auch Lesepausen ermöglichten, obwohl es doch zumindest ab etwa Seite 200 schwer fiel, das Buch zur Seite zu legen. Es gab einfach zu viele Fragen, die nach Antworten schrien. Und weil der Autor es versteht, sprachlich recht eindeutig zu arbeiten, darf der Inhalt durchaus fragwürdig sein.
Natürlich gibt es auch in diesem Falle - wie es sich für einen ordentlichen Thriller ja auch gehört - ein grandioses Finale, das allerdings nicht zu überspitzt, nicht zu Indiana-Jones-artig wirkt. Aber durch dieses Finale bleibt ein Frage offen, zumal ich ja weiß, dass Band vier rund um den Camel Club ("Die Jäger") schon auf dem deutschen Markt erschienen ist. Wie aber geht es mit diesem Klub weiter - und wie sieht da eine möglicherweise notwendig werdende personelle Neubesetzung aus? Ich könnte mir ja denken, wie Baldacci die Geschehnisse fortführt - aber besser wird sein, ich lese das nächste Buch. Übrigens: Den fünften Band hat er auch schon geschrieben. Den aber gibt es in Deutschland noch nicht.
60 Bewertungen, 11 Kommentare
-
22.10.2012, 11:57 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHerzlichen Dank für das Lesen und Bewerten. Ich habe mich jetzt mit einigen Gegenlesungen / Bewertungen revanchiert. Wünsche Dir noch eine schöne, angenehme Woche. Bis dahin, man liest sich ...
-
15.10.2012, 12:05 Uhr von knuddelfire
Bewertung: sehr hilfreicheinen schönen Wochenstart LG
-
14.08.2012, 11:57 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
-
12.08.2012, 20:47 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
-
07.08.2012, 02:27 Uhr von goat
Bewertung: besonders wertvollHier kommt meine BW-Nachlieferung. LG Melanie
-
02.08.2012, 12:14 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
01.08.2012, 21:48 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW und noch einen schönen Abend
-
01.08.2012, 18:22 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße KATJA
-
01.08.2012, 17:20 Uhr von peter_nordberg
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht und lg !
-
01.08.2012, 14:38 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichprima geschrieben gruß willi
-
01.08.2012, 14:36 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche dir einen schönen Tag,Lg Sigi
Bewerten / Kommentar schreiben