Verblendung (2011) (DVD) Testbericht

Verblendung-2011-dvd-kriminalfilm
ab 14,74
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

Unnötig.

1
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  langweilig
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wer einen Euro übrig und eine Videothek in der Nähe hat, während er gerade mal nicht weiß, wie er einen möglichst langatmigen Abend verbringen soll, der kann gut und gerne zu der Neuverfilmung von Stieg Larrson's

====“Verblendung“=== greifen, der nunmehr unter der Regie von David Fincher zusammengepuzzelt wurde. Wer es möglichst kurzgefasst wissen will: jenes Remake ist genauso überflüssig, wie es meiner Meinung nach bezüglich _„So finster die Nacht“_ (im Sinne von: _„Let me in“_) der Fall gewesen ist. Beide Neuaufgüsse bieten nichts wortwörtlich Neues, sondern leiden vielmehr darunter, dass Kenner der Erstfassung stetig die authentischeren Darsteller des Originals vor Augen haben.

Die '''DVD selbst''' wirkt im ersten optischen Moment wie eine nicht ganz koschere Kopie, auf der obendrein mit Edding der Titel aufgetragen wurde. Schaut man jedoch genauer hin, erkennt man die Originalität ~ nichtsdestominder ein Umstand, der sicherlich den ein oder anderen Käufer /Ausleiher kurz innehalten lässt. Erfreulicherweise kommt die DVD gänzlich ohne Bonusmaterial aus; lediglich der '''Audiokommentar''' ist zuschaltbar. An für sich wäre es zwar nicht völlig uninteressant gewesen, was die Macher überhaupt zu einer 1:1 Wiederholung des ohnehin recht zähflüssigen Werks bewogen hat... doch ob ich mir jenes Extra überhaupt angesehen hätte, bleibt mal wieder vollends dahingestellt.

'''Die Handlung''' indes lässt sich nach einer eindrucksvoll-fetzigen Anfangsmusik, die mich persönlich regelrecht mitriss, fast schon schmerzvoll viel Zeit, um jenen, die keinen Deut einer Ahnung hatten, um was es hier gehen soll, Einblick zu verschaffen. Jener Brauch _könnte die potentielle Spannung erhöhen, sorgt meiner Vermutung nach jedoch eher für Missmut, Ungeduld sowie die bereits genannte Langatmigkeit. Dank des Wissens, dass der Thriller stolze 130Minuten dauern sollte, fühlt sich das große Kuddelmuddel, mit dem der Film beginnt, noch ein wenig kopfschmerziger an.

Die ersten Viertelstunden verbringt der Zuschauer mit der großen Frage, was um alles in der Welt Mikael Blomkvist (Daniel Craig) nun eigentlich getan haben soll, was ihn einerseits vor Gericht brachte und andererseits die exzentrische „Privatermittlerin“ Lisbeth Salander (Rooney Mara) auf den Hals hetzte. So wirklich verstanden habe ich für meinen Teil dies bis zuletzt nicht ~ genauso wenig wäre ich in der Lage, den doch recht komplexen Stammbaum rund um Henrik Vangers (Christopher Plummer) Familie aufzuzeichnen.

Trost am Rande: im Grunde genommen ist all dies auch vollends piepegal, geht es an für sich lediglich darum, dass Henriks Nichte Harriet seit knappen 20 Jahren verschwunden ist.

Als quasi Parallelgeschichte, die über kurz oder lang mit der Hauptepisode zusammenschließt, fungiert Lisbeths Schicksal: jene wird von ihrem neuen Vormund (Yorick van Wageningen) regelrecht drangsaliert, zu sexuellen Handlungen gezwungen und immerfort wie eine Marionette bedient. Wie dem ein oder anderen bekannt sein dürfte, lässt Lisbeth sich dies nicht allzu lange bieten ~ in der Umsetzung diverser Brutalitäten oder „nur“ der sexuellen Details erweist sich die Neuverfilmung als durch die Bank dezenter wie das Original. Sprich: die Kamera bleibt schüchtern, schwenkt oftmals weg, männliche Geschlechtsteile sind hier absolut tabu. All dem will ich keinerlei Manko anhängen; '''dennoch ist es Fakt, dass die Intensität der Vorgängerverfilmung nicht im Geringsten erreicht wird.''' '''Hinzu kommt,''' '''dass in einer katatonischen Regelmäßigkeit sämtliche Darsteller der Reihe um absolut gelangweilt wirken''' und selbst nicht so recht zu wissen scheinen, warum um alles in der Welt die Familie Vanger nun eigentlich so verkracht ist.

Es löst sich zum Ende hin zwar einiges auf, was die psychotischen Macken der männlichen Parts angelangt... doch wenn man mal darüber nachdenkt, erscheint _„Verblendung“_ ohnehin als Beweisführung dessen, dass es offenkundig fast keinerlei Männer gibt, die nicht irgendwann vom Wickeltisch gefallen sind. Im übertragenden Sinne, versteht sich.

Sprich: einen gehörigen Schuss haben hier nicht wenige Charaktere, während die weiblichen Protagonisten hingegen vorrangig vergrämt-eiskalt wirken.
Dass mir jener Aspekt in der vorherigen Verfilmung nicht derartig ins Auge sprach, kann man entweder meiner mangelnden Aufmerksamkeitspanne ankreiden oder dem Faszinorum hinzuaddieren, dass mir die aktuelle _„Verblendung“_ mit seinen 120Minuten wesentlich länger vorkam als jene, die noch einmal 30Minuten länger dauerte (und dauerte?).

Definitiver Knackpunkt naturgemäß der, dass ich persönlich stetig die „alte Lisbeth“ vor Augen hatte, die meines Empfindens nach einfach schlicht und ergreifend die bessere Leistung auf die Leinwand legte. Während ich der früheren Darstellerin jede Regung abnahm und trotz ihrer „Eiskalt“-Masche ansprechend und gar nicht mal so tief im verborgenen sogar warmherzig fand, ging mir die neue Figur trotz der fast-gleichen Handlungsweisen oftmals gehörig auf die Nerven.

Generell fesselt mich _„Verblendung“_ in diesem Fall kaum, wenngleich ich der guten Ordnung halber hinzufügen muss, dass ich Dank der Kenntnis des Vorgängers ohnehin schon wusste, auf was das Ganze hinauslaufen würde. Ob meines porösen Gedächtnisses fielen mir zwar etliche Details erst während des Guckens wieder ein, während nicht zuletzt tatsächlich einige Szenen „neu interpretiert, hinzugefügt oder ausgelassen“ wurden ~ doch wirkliche Spannung wollte sich in mir eher dahingehend auftun, wie „viele“ Minuten trotz gefühlter Ewigkeiten erst wieder vorübergegangen waren.

Potential weist die story an sich durchaus auf, geht es hier schlussendlich nicht lediglich um das obskure Verschwinden der kindlichen Harriet. Die Idee, hinter dieser vordergründigen Geschichte eine ganze Reihe an biblisch-ermordeten Frauen zu stellen, ist definitiv nicht ohne ~ allerdings ohne sonderliche Überzeugungskraft in der Umsetzung.

'''Der generell eher ruhige Tenor verwandelt sich hier in einen plätschernden Bach kurz vor dem Zufrieren,''' mitfiebern oder gar nur miträtseln ist ob der mannigfaltigen Irrungen und Wirrungen kaum möglich. Das, oder ich hatte schlicht und ergreifend keine Lust dazu.

===Summa summarum=== konnte ich schon mit der Erstfassung nicht sonderlich warm werden, bin in diesem Remake-Fall dennoch eher enttäuscht. Nach wie vor gehe ich dem Irrglauben nach, dass Neuverfilmungen meistens ein wenig pompöser, eindringlicher und verstörender sein wollen ~ hier verstört mich lediglich, wie viele Fragen durchaus offen bleiben, sollte man überhaupt motiviert sein, sich diese zu stellen.
Fakt ist: erneut habe ich keinerlei Lust, mir die vermutlich folgenden beiden weiteren Teile der Trilogie anzuschauen, vergebe weiterhin keiner Guckempfehlung und schale 2 Sternchen.

29 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Matze081

    10.06.2012, 23:41 Uhr von Matze081
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüße, Matthias ;)

  • morla

    10.06.2012, 23:01 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^^petra

  • Baby1

    10.06.2012, 21:26 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.