Die Abenteuer von Tim & Struppi - Das Geheimnis der Einhorn (Blu-ray 3D) Testbericht

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  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
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  • Romantik:  sehr niedrig
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Erfahrungsbericht von atrachte

Kindheitserinnerungen

  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Action:  viel
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  durchschnittlich

Pro:

sB

Kontra:

sB

Empfehlung:

Ja

Allzu gerne benutzt man im Zusammenhang mit cineastischen Großprojekten die Phrase „Was lange währt, wird endlich gut.“. Übersetzt man diese Floskel auf die lange Geschichte von Steven Spielbergs geplanter Verfilmung der „Tim und Struppi“ Bücher, – tatsächlich hat der Vater des intelligenten Blockbuster-Kinos die Film-Rechte von Hergés Kultwerk bereits seit drei Jahrzehnten in der Tasche – so dürfte das fertiggestellte Werk eigentlich nicht sehr viel weniger, als ein schnörkelloses Meisterwerk sein. Mindestens. Addiert man schließlich noch die Komponenten Peter Jackson („Der Herr der Ringe“, „King Kong“), welcher im Auftakt zur geplanten Trilogie noch als Produzent, beim Sequel aber als Regisseur mit an Bord ist, und die Tatsache hinzu, das man es hier immerhin mit einer Vorlage zu tun hat, die in vielen Kindheitserinnerungen einen geradezu heiligen Platz einnimmt, so ist die allgemein hohe Erwartungshaltung an „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ absolut gerechtfertigt.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Spielberg ist mit seinem Herzensprojekt nicht gescheitert, der teilweise überirdischen Vorfreude wird sein „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ aber leider nicht gerecht. Die Gründe dafür sind überraschenderweise nicht in dem im Vorfeld von vielen als wohl kritischster Aspekt der ganzen Umsetzung – sprich der Entscheidung, die Vorlage weder als Real- noch als klassischen Trickfilm, sondern als am Computer entstandenen 3D-Film zu inszenieren – zu finden, sondern vielmehr in der Narration und Figurenzeichnung. Denn anders als der Filmtitel suggeriert, greift der Film nicht nur auf die Vorlage „Das Geheimnis der Einhorn“ zurück, sondern bedient sich im Verlaufe der Handlung auch an Versatzstücken aus anderen „Tintin“ Bändern, teilweise dichtet das Drehbuch-Trio Steven Moffat („Doctor Who“, „Jekyll“), Edgar Wright („Shaun of the Dead“, „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“) und Joe Cornish („Attack the Block“) gar eigene Ideen hinzu. Nun sind Comic und Film zwei gänzlich unterschiedliche Medien, weshalb diese Entscheidung aus filmtechnischer Sicht durchaus nachvollziehbar ist, und man muss Spielberg definitiv lassen, dass der Film zu keinem Moment langweilig ist – eine Tatsache, die aber vor allem aus dem rasanten Erzähltempo resultiert – doch es ist kaum von der Hand zu weisen, das die Umsetzung immer dann in schlittern gerät, wenn plötzlich zwischen den Vorlagen hindurch gewechselt wird. Dies trübt das Gesamtbild merklich, klafft der Mittelteil im Vergleich zum stimmigen Einstieg und dem fulminanten Finale qualitativ doch sehr stark hervor.

Immerhin gibt sich der Film Mühe auch für Nichtkenner der Vorlage zu funktionieren, was ihm auch gelingt. So nimmt die Geschichte von „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ auf einem kleinen Flohmarkt ihren Anfang, auf welchem Reporter und Hobby-Abenteurer Tim (Jamie Bell) und sein treuer Gefährte, der Foxterrier Struppi, ein Modellnachbau der legendären „Einhorn“ finden. Fasziniert von der Detailgenauigkeit des Modellschiffes, erwirbt Tim dieses umgehend, nichtsahnend das ihm das Modell noch viel Ärger einhandeln wird. Denn um die „Einhorn“, einem alten Piratenschiff, rankt die Legende eines verborgenen Goldschatzes, auf welchen es der ominöse Sakharin (Daniel Craig) abgesehen hat, dem kein Mittel zu unlauter ist, um an das Modellschiff, welches einen Hinweis auf den Verbleib des Schatzes geben soll, zu kommen. Und so findet sich Tim schon bald gefangen an Bord der „Karaboudjan“, wo er schließlich auf Kapitän Haddock (Andy Serkis) trifft, einem Nachfahren jenes Schiffsfahrers, der einst die „Einhorn“ lenkte...

Im ersten Drittel stimmt vieles, wenn auch nicht alles. Die Geschichte wird spannend aufgebaut, die Figuren – zum Größenteil – gut eingeführt und in das Geschehen eingebunden. Gerade Kapitän Haddock und Sakharin bekommen eine sehr umfangreiche Charakterzeichnung spendiert, seltsamerweise ist es hingegen die Titelfigur Tim die nicht sehr viel mehr, als ein Abziehbild bleibt. Bedenkt man, dass der Film sich logischerweise auch an ein Publikum richtet, welches mit der bisher nichts am Hut hatte, so fällt es doch merklich ins Auge, wie wenig Zeit Spielberg darauf verwendet um seinen Protagonisten ein eigenes Profil zu verliehen. Das Tim ein Reporter ist, wird geradezu nebensächlich abgehandelt, das er ein Abenteurer und Hobby-Schnüffler ist wird auch nur deshalb deutlich, weil es die Geschichte nun einmal vorsieht. Ähnlich verhält es sich mit dem schusseligen Polizisten Gespann Schultze (Nick Frost) und Schulze (Simon Pegg), die ohne weitere Erklärung zu ihrer Rolle im „Tintin“ Universum in die Handlung eingeworfen werden, zwar einen kleinen Nebenplot spendiert bekommen, aber dann so urplötzlich aus dem Geschehen gerissen werden, und erst wieder zum Ende hin auftauchen, das man sie fast wieder vergisst. Dies sind bereits kleine Indizien, die darauf hinweisen, das Spielberg und Co. vielleicht etwas zu viel wollten. Statt auf 107 Minuten non-stop Action zu setzen, hätte es dem Film daher nicht geschadet, wenn das Tempo zwischenzeitlich etwas drastischer raus genommen worden wäre, und man mehr Spielzeit für die einzelnen Figuren und ihre Hintergrundgeschichte verwendet hätte.

Die tatsächlich größte Stärke von „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ liegt in seiner technischen Umsetzung. Ziel war es, dem Film einen realistischen Comic-Look zu geben, was eigentlich im Widerspruch steht, diesen im vorliegenden Fall jedoch aushebelt und des öfteren für erstaunte Augen sorgt. Um dem technischen Anspruch gerecht zu werden hat man das Performance-Capture Verfahren benutzt, welches Mimik und Gestik der Darsteller aufzeichnet und so für lebensechte Animationen sorgt. Geradezu verblüffend ist etwa die Performance von Daniel Craig („Casino Royale“, „Unbeugsam“), erkennt man doch einzelne Nuancen in dessen Figur Sakharin immer wieder, obwohl das Aussehen des britischen Schauspielers - wie bei den anderen Darstellern auch – komplett verfremdet wurde. Den besten Job macht aber, und das ist eigentlich wenig überraschend, Andy Serkis („Der Herr der Ringe“, „The Rise of the Planet of the Apes“), welcher seinem Kapitän Haddock ungemein viel Leben einhaucht. Neben den brillanten Charakteranimationen besticht der Film vor allem durch die tollen Kamerafahrten, welche, anders als vergleichbare Filme, ungemein temporeich ist und sämtliche Möglichkeiten der Technik ausnutzt.
So ist „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ ein technisch wirklich eindrucksvoller Film, mit viel Action, einem stimmigen Humor und sehr viel Liebe zum Detail, die gerade Freunden der Vorlage gefallen wird. Trotzdem macht sich nach dem Gang aus dem Kino ein merklich unzufriedenes Gefühl breit, da man genau weiß, dass noch sehr viel mehr drin gewesen wäre, vor allem, was das Potential bezüglich der Handlung und Figuren angeht. So hat man zwar vergnügliche anderthalb Stunden seinen Spaß, wirklich hängen bleibt vom ersten Teil der geplanten Trilogie aber nicht viel.

Originaltitel: The Adventures of Tintin: Secret of the Unicorn (Neuseeland/USA, 2011)
Laufzeit: ca. 107 Minuten
FSK: Ab 6 Jahren
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Jamie Bell (Tim), Andy Serkis (Kapitän Haddock), Daniel Craig (Ivanovich Sakharine), Nick Frost (Schultze), Simon Pegg (Schulze), Toby Jones (Silk)...

6/10

57 Bewertungen, 10 Kommentare

  • dadolger

    16.03.2012, 10:06 Uhr von dadolger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse

  • Clarinetta2

    28.01.2012, 12:52 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: besonders wertvoll

    sehr gut vorgestellt-bw

  • Jenni29Mai80

    26.01.2012, 03:44 Uhr von Jenni29Mai80
    Bewertung: besonders wertvoll

    Für mich ein besonders wertvoller Bericht über ein Produkt das mich auch sehr interessiert. Jetzt noch mehr.

  • Mondlicht1957

    25.01.2012, 18:11 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse

  • XXLALF

    25.01.2012, 16:42 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und einen schönen tag

  • anonym

    25.01.2012, 14:53 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah - calimero1111

  • sigrid9979

    25.01.2012, 14:17 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße aus Holland ...

  • anonym

    25.01.2012, 14:17 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima vorgestellt, lg willi

  • sani001

    25.01.2012, 13:18 Uhr von sani001
    Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüße!

  • katjafranke

    25.01.2012, 13:02 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA