Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof (Taschenbuch) / Bastian Bielendorfer Testbericht

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ab 5,47
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von CyberQueeny

Versetzung gefährdet

2
  • Niveau:  anspruchslos
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  gering
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  jedermann

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Nein

Hallo
lieber Leser, liebe Leserin.

Meine
Mutter hat manchmal einen recht komischen Buchgeschmack, und da ich
ihre gelesenen Bücher bekomme, habe ich immer das Pech ebenfalls in
diesen Genuss zu kommen. Biographien sind sehr oft darunter und
werden eigentlich gerne gelesen, sofern es nicht irgendwelche
komischen Varianten sind, wie zum Beispiel Lehrer oder Putzfrauen
reden über ihren Alltag. In diesem Fall ist es ein Schüler. Ein
netter, junger Mann möchte seine Erlebnisse mit zwei Eltern, die
Lehrer an seinen Schulen waren, zum Besten geben. Während einige
toll fanden, gab es viele, die das Buch in der Luft zerfetzt haben.
Meine Lust war jedenfalls im Keller, aber es muss ja bei mir gelesen
werden. Und da mir für eine Challenge noch ein Buch aus dem Jahr
2011 fehlte, kam dieses natürlich dran.

'''o0o
Allgemeine Daten o0o'''
Autor:
Bastian Bielendorfer
Titel:
Lehrerkind
Taschenbuch:
304 Seiten
Verlag:
Piper Taschenbuch; Auflage: 19 (1. November 2011)
Sprache:
Deutsch
ISBN-10:
3492272967
ISBN-13:
978-3492272964
Preis:
1€

'''o0o
Leseinformationen o0o'''
Genre:
Biographie

Niveau:
trivial
Leserschaft:
Jedermann
Lesedauer:
2 Tage

'''o0o
Informationen zum Autoren o0o'''
Bastian
Bielendorfer wurde 1984 geboren. Seine Eltern sind beide Lehrer. Nach
seinem Abitur fing er an zu studieren, brach jedoch ab. Nun ist er
angehender Psychologe und lebt in Köln. Warum nun im Klappentext
steht, dass er Lehrer wird und in seinen Informationen etwas von
Psychologe steht, müsst ihr ihn selbst fragen.

'''o0o
Wie schön ist das Cover o0o'''
Der
liebe Bastian grinst frech in die Kamera. Etwas spießig und ich
hätte mir hier eher ein Schulfoto von der Einschulung oder so
gewünscht, aber warum nicht. Manchmal ist langweilig besser, und
viele Leser wollen ja den lieben Bastian von heute sehen.

'''o0o
Zitierter Klappentext o0o'''
Was
wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen
Schule sind - und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die
Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den
Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht?
Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert
Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu
entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter
so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt.(Quelle:
Klappentext)

'''o0o
Leseprobe o0o'''
http://www.amazon.de/Lehrerkind-Lebenslänglich-Pausenhof-Bastian-Bielendorfer/dp/3492272967/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1368440661&sr=8-1&keywords=Lehrerkind

Aus
rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite,
wo die Genehmigung vorliegt.

Wem
das zu blöd ist, hier ein kurzes Zitat, welches meine spätere
Meinung untermalen soll. Ich greife Klischee und trivialer Stil mit
diesem Zitat auf.

„Neben
ihm saßen Lisa und Lotte Fennermann, die Shining-Zwillinge. Zwei
bemerkenswert gruselige Geschwister, immer gleich gekleidet, kaum zu
einer abweichenden Aussage in der Lage, alles, was die eine sagte,
schallte wie ein Echo im Grand Canyon noch einmal von der anderen
hinterher. Ihre Eltern waren Zeugen Jehovas, was im Nachhinein ihre
Teilnahme an meiner Geburtstagsfeier noch eigenartiger macht,
vielleicht war es eine Art verdeckte Mission, um festzustellen, wie
Atheisten so leben.“
(ZITAT SEITE 59)

'''o0o
Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Bastian
wird 1984 geboren. Schon seine Geburt ist geprägt von seinen Eltern,
denn der diensthabende Arzt war ein ehemaliger Schüler seines
Vaters, der damals seinen Vater mit einer Arbeit zur Weißglut
gebracht hat. Was damals schon geprägt war, verläuft auch mit
zunehmenden Alter nicht anders. Die Grundschulzeit wird von seiner
Mutter, die dort Lehrerin ist dominiert. Auch wenn sie es lustig
findet, dass er sich gegenüber einem anderen Mitschüler wehrt, ist
es natürlich für sie als Lehrerin eher eine Niederlage. Zumal das
betroffene Kind auch noch tagelang ausfällt. Zu Hause ist es nicht
besser. Jeder Wochentag ist verplant und sogar kindliche Briefe
werden benotet. Wobei eine 4 für einen Jungen schon sehr aufbauend
ist, wenn sie von einem Deutschlehrer stammt. Auf dem Gymnasium wird
Bastian nicht mehr von der Mutter, sondern seinem eifrigen Herrn Papa
verfolgt. Misserfolge in der ersten Liebe, bei Sportveranstaltungen
und in der Schule sind selbstverständlich. Als Sohn zweier Eltern
ist eben jeden Tag Elternsprechtag.

'''o0o
Wie gefällt das Buch o0o'''
Ich
bin kein Lehrerkind und kann dementsprechend nicht diesen Blickwinkel
bewerten, aber das geht vielen Leuten so, und Bastian versucht es auf
seine Art und Weise eben allen unwissenden zu vermitteln. Allerdings
muss die Umsetzung auch stimmen, und das tut sie für meinen
Geschmack nicht.

Bastian,
der dem Jahrgang meiner Schulzeit entspricht, versetzt mich von
Anfang an in meine Kindheit zurück. Man fühlt sich an eigene
Erinnerungen erinnert, die man längst verdrängt hat. Wie schlimm
war noch die eigene Schultüte? Man wünschte sich einen Gameboy oder
ein schönes Buch, und bekam stattdessen viele Stifte, die man schon
haufenweise hatte, x-mal die gleiche Süßigkeit und am Ende war man
trotzdem glücklich. Wurde man nicht von jemanden gehänselt, den man
selbst dann stolz wie ein Pfau geärgert hat. Schlechte Noten,
Reinfälle, Streits mit Freunden das Buch weckt mit seinen kleinen
Anekdoten zahlreiche Erinnerungen, und das ist in meinen Augen auch
der einzig positive Aspekt des Buches.

Damit
möchte ich nicht sagen, dass das Buch grundsätzlich schlecht ist,
sondern wirklich eine Frage des Geschmacks. Der triviale Stil zum
Beispiel lässt sich ausgezeichnet lesen, und sorgt zumindest bei mir
für einen zügigen Lesefluss. Wäre nicht die eher blasse
Schriftfarbe gewesen, die mir persönlich Probleme bereitet, ich
hätte das Buch an einem Tag durchgelesen. Einfach weil man nicht
viel nachdenken muss. Zwar benutzt Bastian Ausdrücke, die eben
wirklich nichts für einen Otto-Normal-Verbraucher sind, und die ich
mit meinem Fachabi schon nachschlagen müsste, aber fairerweise
erklärt er sofort nach dessen Nennung im idiotensicheren Deutsch,
was diese bedeuten.

Was
jedoch in meinen Augen eher übertrieben ist, dass Bastian wirklich
jedes Klischee aufgreift. Ihm ist kein Klischee zu wider. Zeugen
Jehovas oder böse Sportlehrer, alles ist vertreten, was einem in der
Schulzeit begegnen könnte. An sich sind es ja genau diese
Erlebnisse, die wohl jeder mehr oder weniger von uns erlebt hat.
Allerdings betrachtet er alle Anekdoten aus dem Blickwinkel: Meine
Eltern sind Lehrer. Dadurch wirkt es oftmals übertrieben künstlich.
Das liegt aber auch daran, dass er alles versucht ins lächerliche zu
ziehen und mit teilweise flachen und gähnend langweiligen Gags
aufzupeppen. Ist es sein ernst, dass er zum Beispiel so gar nichts
kann. Er ist im sportlichen eine Niete, zeichnen schafft sein Gehirn
nicht, weil es falsche Informationen an die Hand weitergibt, sodass
statt eines Vogels ein Hund herauskommt, oder war es anders herum.
Auf jeden Fall kann er angeblich nichts, und doch hat er das Abitur
geschafft. So ganz passen kann das nicht, und aus diesem Grund trifft
bei den gelesenen Geschichten folgender Spruch ins Schwarze: Aus den
Augen aus denn Sinn. Ernst nehmen kann man die Mehrheit dieser
übertriebenen Erzählungen aus seiner verkorksten Kindheit, an der
nur seine Lehrereltern die Schuld tragen.

Sicherlich
wird bei einem normalen Kind nicht unbedingt die Schule mit nach
Hause genommen, und die Eltern erfahren nicht immer alles, aber
trotzdem haben auch wir Normalos genügend Probleme.

Neben
all den Geschichten, gibt es kleine, handschriftliche Zettel, die
verschiedene Lehrkörper charakterisieren. Diese Charakterisierungen
treffen auf eine Vielzahl von Lehrern zu und man wird auch hier
lächeln, wobei es eher auf Grund der Tatsache passiert, dass man gar
nicht weiß, was der Autor damit bezwecken will. Es ist weder
satirisch, noch wirklich auf einen bestimmten Lehrer bezogen. Ich
habe all die Beschreibungen nur überflogen, nachdem ich mich durch
die erste gekämpft hatte.

Im
Grunde basiert das Buch auf viel Seitenhieben. Gegen sich selbst, die
Eltern und die Umwelt. Durch die übertrieben Umsetzung, im Grunde
müsste er nämlich ein dicker Zwerg sein, den man zehn Meilen gegen
den Wind riecht, der fünf linke Hände hat, Bausteingläser als
Augen und einen IQ von 10, ist das Buch eher ermüdend und nervig,
als wirklich unterhaltsam. Ich persönlich hätte mir statt der
Lehrercharakterisierungen einfach ein paar auflockernde Bilder
gewünscht, die mir auch bei einer solchen Biographie immer fehlen.

Alles
in allem Okay, aber mehr eben auch nicht. Bis auf einige Aspekte
hätte es die Schulzeit von Hinz und Kunz sein können.

'''o0o
Zusammengefasst o0o'''

Pro:
Idee, stellenweise witzig, schnell zu lesen

Contra:
übertrieben, zu viele Klischees, keine Bilder
Empfehlung:
2 Sterne, nein

Danke ~*~ fürs ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~

©
Eure CQ auch für Sarah hats getestet, Sarahs Bücherwelt und auf
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10 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Clarinetta2

    06.07.2013, 13:21 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: besonders wertvoll

    für mich alles drin-bw

  • Little-Peach

    06.07.2013, 10:43 Uhr von Little-Peach
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreicher Bericht :)