Weißer Tod (gebundene Ausgabe) / Marklund Liza Testbericht
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Summe aller Bewertungen
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Erfahrungsbericht von HEIDIZ
Weißer Schnee und heißes Afrika
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlung:
Ja
Liza Marklund – die Grand Dame des nordischen Krimis sagt meine Tochter immer, wenn sie von ihr redet – und sie redet viel von ihr. *g* so hatte sie sich sehr gefreut, als sie erfuhr, dass die Autorin wieder ein neues Buch heraus gebracht hat.
Daten zum Buch:
=============
• Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
• Verlag: Ullstein Hardcover (9. März 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3550087527
• ISBN-13: 978-3550087523
• Originaltitel: Du Gamla, du fria
• Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,6 cm
PREIS: 19,99 Euro
ACHTUNG:
Auch in diesem Buch ist wieder Annika Bengtzon die Protagonistin. Sie ist Journalistin.
kurze Leseprobe:
=============
»Woher wissen Sie, dass es sich um eine Frau handelt?« Annika sah wieder zur Toten hinüber. »An und für sich stehen ja auch Transen auf hochhackige Schuhe, aber die tragen selten Größe … Was meinen Sie? Sechsunddreißig? Siebenunddreißig?« Sie ließ ihr Handy in die Umhängetasche fallen, wo es in einem Meer aus Stiften, Kinderhandschuhen, Berechtigungsausweisen, USB-Sticks und Notizblöcken unterging. Ein Kollege des Beamten kam mit einer Rolle Absperrband in der Hand keuchend den Hügel herauf. »Ist sie vermisst gemeldet?« »Das ist doch zum Kotzen«, sagte der andere Polizist. »Was denn?«, fragte Annika. »Dass die von der Einsatzzentrale die Presse informieren, bevor sie eine Streife losschicken. Hauen Sie ab.« Annika schulterte ihre Tasche, kehrte der Leiche den Rücken zu und ging wieder zum Fußballplatz hinunter. Seit ein paar Monaten arbeiteten Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr in ganz Schweden mit dem neuen digitalen Funksystem RAKEL. Es war abhörsicher, und sämtliche zivilen Belauscher des Polizeifunks waren dadurch arbeitslos geworden. Das Personal der Bezirks-Einsatzzentralen hatte den Job und die Gehaltsaufbesserung, die bei den Medien für Hinweise auf Gewalt und Elend raussprang, begeistert übernommen. Am Waldrand blieb Annika stehen und ließ den Blick über die vorstädtische Umgebung schweifen.
Wir befinden uns in Stockholm – man findet eine tote junge Frau, sie ist Mutter. Sie ist nicht die erste Tote, die man findet. Schon Monate geht das so. Annika denkt, dass es keine Serie ist, die dahinter steckt, sie macht sich daran, nach den Geschichten der Toten zu recherchieren.
Es kommt aber auf einmal alles ganz anders. Ihr Mann wird entführt. Thomas ist in den Händen von Terroristen. Er war mit einer politischen Delegation in Sachen Migration in Afrika. Die Geiselnehmer gehen nicht gerade zaghaft und menschlich vor, sie töten einen nach dem anderen der Geiseln. Man kann sich denken, dass Annika Schreckliches durchmacht.
Sie kann nicht zusehen, sie reist Thomas hinterher und versucht in Afrika herfauszubekommen, wie sie ihm und den anderen noch lebenden Geiseln helfen kann. Mit dabei ist Staatssekretär Jimmy Halenius. Sie wissen nicht, was sie dort erwarten wird, ob überhaupt noch jemand am Leben ist…
Es geht um politische Hintergründe und die Geschichte ist einfach atemberaubend spannend aufgebaut.
Über Annika schwebt das Damoklesschwert des immens hohen Lösegeldes, dass die Entführer verlangen, und das sie nie aufbringen kann. Auch die Regierung versagt ihr Hilfe …
Man muss aufpassen, aber die Autorin macht es recht einfach, der Inhalt wird aus drei Sichtweisen geschildert, Annika, Thomas und der Chefredakteur von Annikas Zeitung. Eindrucksvoll die seelischen Belange von Annika, die Gedanken des Redakteurs, das Thema vermarkten zu können und der Zeitung damit zu nutzen, Leser heran zu ziehen und Thomas dramatische Zeit, die detailliert geschildert wird.
Interessant sind die krassen Gegensätze zwischen dem kalten Schweden, wo Winter herrscht, daher auch der Titel des Buches – und dem heißen Afrika, wo Thomas sich befindet und Annika um sein Leben und um das der anderen Geiseln bangt.
Annika in Not – so könnte man das Buch auch nennen, man spürt auch am Schreibstil, dass die Journalistin in diesem Buch an ihre Grenzen geht. Sie muss so viel mit sich selbst ausmachen, hat nicht viel Hilfe zu erwarten, außer dem Staatsminister, der ihr bei den Verhandlungen mit den Terroristen zur Seiten stehen möchte, und muss so viel organisieren, versucht, das Geld aufzubringen, muss aber auch an ihre beiden Kinder denken …
Der eigentliche Fall, mit dem das Buch beginnt, bei dem man denkt, es sei der Hauptfall und das eigentliche Thema des Buches gerät in den Hintergrund. Auch Annikas Zeitung meint, dass man aus der Entführung viel machen kann und sie nutzen kann für einen Aufmacher, aber Annika hat ganz andere Probleme …
Trotz dieser Entführungsgeschichte wird der Leser immer wieder auch mit dem Fall bzw. den Fällen in Schweden konfrontiert. Dieser Aufbau des Buches macht die gesamte Geschichte, bzw. die beiden Geschichten so abwechslungsreich und auch so real und authentisch, weil im Leben auch nicht erst ein Fall gelöst wird, bis der nächste an der Tagesordnung ist. Hin und wieder muss jeder von uns Prioritäten setzen, so wie dies bei Annika auch der Fall ist.
Schön ist es, dass man, wenn man die Vorgänger schon gelesen hat, wieder mehr von der Protagonistin erfährt, von ihrer Familie und ihrem Leben. Besonders dem Charakter von Annika und deren Entwicklung wird hier im Buch einiges an Text gewidmet, was mir besonders gut gefällt.
Die Schreibweise ist der der anderen Bücher ähnlich bzw. gleich, mir hat sie wie immer sehr gut gefallen, spannungsgeladen, leicht und flüssig zu lesen, mit wörtlicher Rede und bildhaften Adjektiven versehen und einem Spannungsbogen überzogen, der sich von Anfang bis Ende durchzieht.
Alles in allem in Krimi, der es in sich hat, ein Krimi für Fans der Autorin, denen ich dieses Buch unbedingt ans Herz legen möchte, aber auch für Fans nordischer Krimis überhaupt.
Daten zum Buch:
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• Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
• Verlag: Ullstein Hardcover (9. März 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3550087527
• ISBN-13: 978-3550087523
• Originaltitel: Du Gamla, du fria
• Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,6 cm
PREIS: 19,99 Euro
ACHTUNG:
Auch in diesem Buch ist wieder Annika Bengtzon die Protagonistin. Sie ist Journalistin.
kurze Leseprobe:
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»Woher wissen Sie, dass es sich um eine Frau handelt?« Annika sah wieder zur Toten hinüber. »An und für sich stehen ja auch Transen auf hochhackige Schuhe, aber die tragen selten Größe … Was meinen Sie? Sechsunddreißig? Siebenunddreißig?« Sie ließ ihr Handy in die Umhängetasche fallen, wo es in einem Meer aus Stiften, Kinderhandschuhen, Berechtigungsausweisen, USB-Sticks und Notizblöcken unterging. Ein Kollege des Beamten kam mit einer Rolle Absperrband in der Hand keuchend den Hügel herauf. »Ist sie vermisst gemeldet?« »Das ist doch zum Kotzen«, sagte der andere Polizist. »Was denn?«, fragte Annika. »Dass die von der Einsatzzentrale die Presse informieren, bevor sie eine Streife losschicken. Hauen Sie ab.« Annika schulterte ihre Tasche, kehrte der Leiche den Rücken zu und ging wieder zum Fußballplatz hinunter. Seit ein paar Monaten arbeiteten Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr in ganz Schweden mit dem neuen digitalen Funksystem RAKEL. Es war abhörsicher, und sämtliche zivilen Belauscher des Polizeifunks waren dadurch arbeitslos geworden. Das Personal der Bezirks-Einsatzzentralen hatte den Job und die Gehaltsaufbesserung, die bei den Medien für Hinweise auf Gewalt und Elend raussprang, begeistert übernommen. Am Waldrand blieb Annika stehen und ließ den Blick über die vorstädtische Umgebung schweifen.
Wir befinden uns in Stockholm – man findet eine tote junge Frau, sie ist Mutter. Sie ist nicht die erste Tote, die man findet. Schon Monate geht das so. Annika denkt, dass es keine Serie ist, die dahinter steckt, sie macht sich daran, nach den Geschichten der Toten zu recherchieren.
Es kommt aber auf einmal alles ganz anders. Ihr Mann wird entführt. Thomas ist in den Händen von Terroristen. Er war mit einer politischen Delegation in Sachen Migration in Afrika. Die Geiselnehmer gehen nicht gerade zaghaft und menschlich vor, sie töten einen nach dem anderen der Geiseln. Man kann sich denken, dass Annika Schreckliches durchmacht.
Sie kann nicht zusehen, sie reist Thomas hinterher und versucht in Afrika herfauszubekommen, wie sie ihm und den anderen noch lebenden Geiseln helfen kann. Mit dabei ist Staatssekretär Jimmy Halenius. Sie wissen nicht, was sie dort erwarten wird, ob überhaupt noch jemand am Leben ist…
Es geht um politische Hintergründe und die Geschichte ist einfach atemberaubend spannend aufgebaut.
Über Annika schwebt das Damoklesschwert des immens hohen Lösegeldes, dass die Entführer verlangen, und das sie nie aufbringen kann. Auch die Regierung versagt ihr Hilfe …
Man muss aufpassen, aber die Autorin macht es recht einfach, der Inhalt wird aus drei Sichtweisen geschildert, Annika, Thomas und der Chefredakteur von Annikas Zeitung. Eindrucksvoll die seelischen Belange von Annika, die Gedanken des Redakteurs, das Thema vermarkten zu können und der Zeitung damit zu nutzen, Leser heran zu ziehen und Thomas dramatische Zeit, die detailliert geschildert wird.
Interessant sind die krassen Gegensätze zwischen dem kalten Schweden, wo Winter herrscht, daher auch der Titel des Buches – und dem heißen Afrika, wo Thomas sich befindet und Annika um sein Leben und um das der anderen Geiseln bangt.
Annika in Not – so könnte man das Buch auch nennen, man spürt auch am Schreibstil, dass die Journalistin in diesem Buch an ihre Grenzen geht. Sie muss so viel mit sich selbst ausmachen, hat nicht viel Hilfe zu erwarten, außer dem Staatsminister, der ihr bei den Verhandlungen mit den Terroristen zur Seiten stehen möchte, und muss so viel organisieren, versucht, das Geld aufzubringen, muss aber auch an ihre beiden Kinder denken …
Der eigentliche Fall, mit dem das Buch beginnt, bei dem man denkt, es sei der Hauptfall und das eigentliche Thema des Buches gerät in den Hintergrund. Auch Annikas Zeitung meint, dass man aus der Entführung viel machen kann und sie nutzen kann für einen Aufmacher, aber Annika hat ganz andere Probleme …
Trotz dieser Entführungsgeschichte wird der Leser immer wieder auch mit dem Fall bzw. den Fällen in Schweden konfrontiert. Dieser Aufbau des Buches macht die gesamte Geschichte, bzw. die beiden Geschichten so abwechslungsreich und auch so real und authentisch, weil im Leben auch nicht erst ein Fall gelöst wird, bis der nächste an der Tagesordnung ist. Hin und wieder muss jeder von uns Prioritäten setzen, so wie dies bei Annika auch der Fall ist.
Schön ist es, dass man, wenn man die Vorgänger schon gelesen hat, wieder mehr von der Protagonistin erfährt, von ihrer Familie und ihrem Leben. Besonders dem Charakter von Annika und deren Entwicklung wird hier im Buch einiges an Text gewidmet, was mir besonders gut gefällt.
Die Schreibweise ist der der anderen Bücher ähnlich bzw. gleich, mir hat sie wie immer sehr gut gefallen, spannungsgeladen, leicht und flüssig zu lesen, mit wörtlicher Rede und bildhaften Adjektiven versehen und einem Spannungsbogen überzogen, der sich von Anfang bis Ende durchzieht.
Alles in allem in Krimi, der es in sich hat, ein Krimi für Fans der Autorin, denen ich dieses Buch unbedingt ans Herz legen möchte, aber auch für Fans nordischer Krimis überhaupt.
40 Bewertungen, 4 Kommentare
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06.04.2012, 11:31 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße. KATJA..
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06.04.2012, 11:02 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreich...und ganz liebe grüße
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06.04.2012, 10:28 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichFrohe Ostern und einen lieben Gruß aus dem Schbg. - Land
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06.04.2012, 00:20 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschöne feiertage wünsch ich dir lg. petra
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