Weißer Tod (gebundene Ausgabe) / Marklund Liza Testbericht

Ullstein-taschenbuchvlg-weisser-tod-gebundene-ausgabe
ab 13,07
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 04/2012
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von allegra1805

Zwischen Wüste und Nordpol

3
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

Szenen, die in Afrika spielen sind sehr gut gelungen, ...

Kontra:

... der Rest leider nicht so wirklich.

Empfehlung:

Ja

Ich bin auf der Buchplattform „vorablesen.de“ auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die angebotene Leseprobe fand ich recht spannend und da ich Bücher, die im kalten Winter spielen generell mag, habe ich mitgemacht und das Buch bei der Verlosung gewonnen.


=== Buchdaten ===

Titel: Weißer Tod
Schwedischer Originaltitel: Du Gamla, du fria
Autor: Liza Marklund
Gebunden: 384 Seiten
Erschienen: März 2012
Verlag: Ullstein Hardcover
ISBN: 978-3550087523
Preis: 19,99 €


=== Autor ===

Liza Marklund, geboren 1962 in Piteå, arbeitete als Journalistin für verschiedene Zeitungen und Fernsehsender, bevor sie mit der Krimiserie um Annika Bengtzon international eine gefeierte Bestsellerautorin wurde.
(Verlagsinfo)


=== Inhalt ===

In einer Schneewehe liegt eine blasse schöne Frau. Sie ist nicht die Erste, die in den vergangenen Monaten in einem Stockholmer Vorort erstochen wurde. Journalistin Annika Bengtzon glaubt nicht an einen Serienmörder und beginnt zu recherchieren. Plötzlich bricht eine Katastrophe über sie herein: Ihr Mann Thomas ist in Afrika entführt worden. Er ist derzeit in Nairobi mit einer internationalen politischen Delegation. Nach und nach exekutieren die Geiselnehmer die Mitglieder der Gruppe. Annika reist sofort dorthin und versucht mit allen Mitteln, ihren Mann zu retten.
(Verlagsinfo)


=== Erscheinungsbild ===

Das Buch liegt in gebundener Form vor mit stabilem dunkelgrauem Papp-Cover. Der Schutzumschlag ist ansprechend gestaltet: Auf weißem bis hellgrauem Grund ist über Titel und Autorennamen ein sehr großer markanter schwarzer Zweig mit sehr großen Roten Dornen abgebildet. Das ist auf jeden Fall ein Eyecatcher, hat aber leider mit dem Roman nichts zu tun.


=== Meine persönliche Meinung ===

Der Kriminalroman ist eingeteilt in Abschnitte mit den Überschriften Tag 0 bis Tag 10 mit dem jeweiligen Datum und einem Epilog, der einige Tage nach dem Ende eine Rückschau aus Sicht der Hauptfiguren darstellt.

Das Buch beginnt mit einem klassischen Auftakt: Eine Frau wird im tiefen Schnee hinter einer Kindertagesstätte tot aufgefunden. Die Journalistin Annika Bengtzon befindet sich am Fundort und möchte gleich mit den Recherchen für einen Artikel beginnen. Doch sehr bald bricht Unheil über ihre Familie herein. Ihr Ehemann Thomas, der mit einer EU-Delegation die Krisengebiete von Somalia und Kenia besucht, wird durch eine unbekannte terroristische Gruppierung entführt. Annika sieht sich einer Lösegeldforderung gegenüber, die sie unmöglich erfüllen. Der Staatssekretär Jimmy Halenius, der sich als Thomas´ Vorgesetzten verantwortlich fühlt, steht Annika zur Seite und verhandelt mit den Erpressern. Zum großen Teil ist das Buch aus dieser Perspektive erzählt. In einer weiteren Perspektive schildert Thomas als Ich-Erzähler seine Erlebnisse sehr hautnah und als dritten Handlungsstrang erfahren wir aus der Zeitungsredaktion des Abendblattes vom deren Umgang mit den Morden an mehreren Frauen und mit dem Entführungsfall.

Durch die verschiedenen Erzählperspektiven wirkt der Kriminalroman abwechslungsreicher. Man merkt, dass Liza Marklund intensive Recherchen angestellt hat zum Thema Entführungen. Die Schilderungen aus Thomas´ Sicht sind sehr sensibel, aber auch wieder schonungslos und gehen wirklich unter die Haut. Diese Einschübe finde ich sehr gelungen, leider sind immer recht kurz.

Der Umgang mit der Entführung auf Annikas Seite finde ich leider nicht sehr glaubwürdig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man wirklich nur eine Person abstellt für die Betreuung der erpressten Familie und die Ehefrau selber zuständig sein soll für die Logistik, Organisation, Verpflegung inklusive stets geladener Handyakkus. Ich vermute, dass da doch einiges mehr an Technik aufgebaut und bedient werden muss.

Dies ist der 9. Teil der Reihe um Annika Bengtzon. Ich habe bisher erst einen Band davon gelesen. Mir ging es bei diesem aber ähnlich wie in „Lebenslänglich“: Ich werde überhaupt nicht warm mit der Person der Annika, sie kommt mir als sehr oberflächlich vor, sie erscheint egoistisch, besitz ergreifend und nicht selten auch dumm. So ist ihr Handeln für mich oft überhaupt nicht nachvollziehbar. Zum Beispiel wird sie vom „Abendblatt“ für das Lösegeld finanziell unterstützt, wenn sie über den Entführungsfall einen Bericht schreibt und möglichst aussagekräftiges Videomaterial liefert. Das führt dazu, dass sie in den allerunmöglichsten Situationen die Videokamera zückt und für das Publikum weint.

Die Aufklärung des Mordfalles, der eigentlich den Aufhänger für das Buch und die Grundlage für den deutschen Titel des Buches liefert, wird nur im Hintergrund abgehandelt. Die betreffenden Teile sind im Buch teilweise so weit auseinander gestreut, dass ich deren Zusammenhang schon fast vergessen hatte.

Sprachlich ist der Roman sehr flüssig geschrieben und liest sich sehr angenehm. Als stilistische Besonderheit sind mir stellenweise sehr viele Klammern aufgefallen. Das finde ich in informativen Texten in Ordnung, aber in einem Roman doch eher ungewöhnlich.

Für mich hat dieses Buch die hohen Erwartungen, die ich mit dem Namen von Liza Marklund verknüpfe, nicht erfüllt. Dabei sind die Szenen, die aus der Perspektive der Entführungsopfer beschrieben sind wirklich sehr gut. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, als wären die verschiedenen Erzählstränge von verschiedenen Personen geschrieben. Insgesamt ist „Weißer Tod“ als Teil einer Serie lesbar und bringt das Privatleben von Annika Bengtzon auch weiter. Aber für mich erscheint der Roman als Ganzes zuwenig abgerundet.

Ich würde gerne 3,5 Sterne vergeben. Da es aber nur ganze Sterne gibt und für 4 dann vergleichsweise doch nicht reicht, bleibt es bei 3 Sternen.



*** Meine Berichte erscheinen auch auf anderen Plattformen ***

65 Bewertungen, 7 Kommentare

  • anonym

    17.04.2012, 08:32 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW nachgereicht

  • giselamaria

    09.04.2012, 11:14 Uhr von giselamaria
    Bewertung: besonders wertvoll

    ja - ich lese auch gerne solche Bücher, die in dieser Gegend spielen. Besonders gern in einem sehr heißen Sommer :-))) - prima beschrieben !! - LG gisela

  • anonym

    05.04.2012, 21:40 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • XXLALF

    04.04.2012, 20:51 Uhr von XXLALF
    Bewertung: besonders wertvoll

    ...und einen schönen abend noch

  • katjafranke

    04.04.2012, 18:00 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße...KATJA.

  • Miraculix1967

    04.04.2012, 17:55 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Mittwochsgrüße Nr. 1 für heute aus dem winterlich abgekühlten gallischen Dorf Miraculix1967

  • Lale

    04.04.2012, 16:19 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*