Der Hexer und die Henkerstochter (Taschenbuch) / Oliver Pötzsch Testbericht

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Erfahrungsbericht von kantinca66

Ein Mörder unter Mönchen

Pro:

siehe Bericht

Kontra:

siehe Bericht

Empfehlung:

Ja

Kaum war der vierte Band um die Henkerstochter Magdalena Kuisl im Handel, landete er schon in meinem Einkaufskorb. Ich war gespannt, ob dieser genauso gut ist wie seine Vorgänger.


Titel: Der Hexer und die Henkerstochter
Autor: Oliver Pötzsch
Jahr: 2012
Verlag: ullstein
Format: gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-548-28115-5
Preis: 14,99 €
Seitenzahl: 616


Angaben zum Autor im Buch

Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayrischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung „quer“. Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. Bis 19. Jahrhundert die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren. Oliver Pötzsch lebt mit seiner Familie in München.


Klappentext

Mit leblosen Augen blickte der Mann auf das Häuflein Pilger, das sich im Gewitter durch den Regen kämpft – ihr Glaube war so stark, dass man ihn förmlich spüren konnte. Hier oben im Turm spürte er ihn am stärksten, wie einen Blitzschlag, wie einen Finger des Himmels, der ihn mit göttlicher Kraft versah. Lange hatte er darüber nachgegrübelt, wie er seinen Traum erfüllen könnte. Nun stand er kurz vor dem Ziel …

Medicus Simon Fronwieser und seine Frau Magdalena, die Henkerstochter, pilgern im Frühjahr 1966 zum Kloster Andechs. Als ein Mord geschieht und kurz darauf der mysteriöse Frater Vigilius, verschwindet, ahnen sie Böses. Gemeinsam mit Jacob Kuisl, dem Henker, machen sie sich auf die Suche nach einem wahnsinnigen Mörder …


Handlung mit meinen Worten

Juni 1666: Magdalena und Simon Fronwieser pilgern zusammen mit anderen Schongauern zum Kloster Andechs. Beide wollen Gott dafür danken, dass ihre beiden Söhne Peter und Paul eine schwere Krankheit überlebt haben. Da die Reise aber zu anstrengend für die beiden Buben gewesen wäre, kümmern sich nun die Großeltern in Schongau um sie. Großvater Kuisl ist ganz vernarrt in die beiden und wird weich wie Watte, wenn er mit ihnen zusammen ist.

Als die Pilgergruppe schon das Kloster im Blick hat, bricht ein heftiges Gewitter los. Schutzlos sind sie ihm im Wald ausgeliefert. Dank Frater Johannes finden sie den Weg zum Kloster. Als sie endlich dort ankommen, wollen alle nur noch ins Trockene.
Zur gleichen Zeit an einem Fischteich nahe dem Kloster. Der Apothekengehilfe Coelestin soll für den gefräßigen Apothekermönch einen Fisch holen. Ausgerechnet heute, wo er vor Angst kaum ein Bein vors andere bekommt. War man ihm schon auf den Fersen. Immer wieder schaute sich der Novize um. Zu allem Unglück, war auch noch ein Gewitter im Anmarsch. Coelestin spürte, dass er verfolgt wurde, auch wenn er niemanden sah. Am Weiher angekommen, wollte er so schnell wie möglich den Fisch fangen und dann zurück, doch plötzlich traf ihn ein Schlag von hinten und er fiel ins Wasser …

Magdalena und Simon finden Unterkunft bei dem Schinder Glaetz, einem Verwandten der Kuisls.
Doch die Kuisl wären nicht die Kuisls, wenn nicht irgendein unvorhergesehenes Problem ihre ursprünglichen Pläne auf den Kopf stellt. Es gibt Tote im Kloster und Simon wird vom Abt gebeten Nachforschungen anzustellen. Außerdem grassiert ein schlimmes Fieber unter den Pilgern und da der Apotheker, Frater Johannes, wegen der Morde im Kloster verhaftet wurde und somit kein Heilkundiger zur Verfügung steht, übernehmen Simon und Magdalena das auch noch.
Bald stellt sich heraus, dass Frater Johannes Jacob Kuisl kennt. Um nicht als Hexer auf dem Scheiterhaufen zu landen, bitter er Magdalena, ihren Vater zu Hilfe zu holen. Denn Frater Johannes, ehemals Nepumuk, weiß, dass nur der Kuisl ihm noch helfen kann. Als Kuisl erfährt wer der vermeintliche Hexer sein soll, macht er sich sofort auf den Weg zum Kloster Andechs, seine beiden Enkel im Schlepptau. Die Jagd nach dem wahren Hexer kann beginnen. Mehr als einmal geraden die Kuisl in Gefahr …


Meine Meinung zum Buch

Auch im vierten Band der Henker-Saga um die Familie Kuisl, gibt es wieder einige Abenteuer zu bestehen. Dieses Mal spielt die Geschichte in einem Kloster mit recht zweifelhaften Mönchen, verschwundenen Hostien und einer lebensgroßen Puppe, die den Menschen Angst macht. Hauptprotagonisten sind wieder die drei Kuisls, bzw. Fronwiesers.

Wie schon in den vorherigen Bänden sind die Kuisls wieder den Mördern auf den Fersen. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass der wahre Täter gefasst wird. Es wird wieder geschimpft und geflucht. Der Henker hat, was das Fluchen betrifft, einen recht großen Wortschatz. Aber auch seine Tochter steht ihm an Temperament in nichts nach. Für ihren Mann, den Bader Simon Fronwieser, ist es nicht immer einfach sie zu bändigen. Und sein brummiger Schwiegervater macht es ihm auch nicht unbedingt leicht. Zumal er ihm noch an reichlich Körpergröße unterlegen ist. Simon ehr zierlich, ist der Henker ein Riese. Trotzdem ergeben alles Drei ein gutes Team. Gemeinsam setzen sie alle Puzzleteile zusammen und kommen so Schritt für Schritt der Lösung näher. Sicher hat der Autor hier und da ein wenig dick aufgetragen, denn im Normalfall hätten die drei manche Situation nicht so unbeschadet überstanden.

Wieder schreibt Oliver Pötzsch sehr atmosphärisch. Die Worte formten schnell ein Bild vor meinem inneren Auge. Seien es die tobenden Gewitter, der Friedhof, der Kräutergarten, die Felsengrotte oder die verschiedenen Personen. Unterstützt wird das Ganze noch durch eine Zeichnung des Klosters und einen beigefügten Grundriss am Anfang des Buches, sowie eine Karte mit der Lage des Klosters.

Was die Flüssigkeit des Schreibstil betrifft, so habe ich doch für meine Begriffe recht lange gebraucht, um das Buch zu lesen. Manche Passage war zu langatmig. Manches zu vorausschaubar. Trotzdem fand ich die Geschichte recht spannend. Das letzte Drittel hat mich dann doch mehr gefesselt.

Anzumerken wäre noch, dass der Autor am Anfang des Buches alle mitwirkenden Personen aufführt, mit Name und Berufsstand. So kann man immer mal wieder nachschauen. Am Ende des Buches gibt es noch ein Goslar zu verschiedenen Begriffen die das Kloster Andechs betreffen.


Fazit

Auch der vierte Band der Henkerstochter lädt zum Lesen ein. Ein kurzweiliges und recht spannendes Lesevergnügen, mit einem schrulligen Henker und einer temperamentvollen Henkerstochter. Wieder gilt es einen Mordfall zu lösen. Doch im Prinzip laufen die Geschichten um Magdalena immer nach dem gleichen Schema ab. Nur die Orte sind verschieden. Trotzdem hatte ich bis jetzt immer Spaß an der Henkersfamilie.
Von mir gibt es eine Empfehlung und vier von fünf Sternen.

80 Bewertungen, 10 Kommentare

  • Juri1877

    02.11.2012, 15:02 Uhr von Juri1877
    Bewertung: sehr hilfreich

    noch ein lieber Gruß von der Saar

  • debbi87

    01.07.2012, 23:26 Uhr von debbi87
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... Liebe Grüße ... debbi

  • Baby1

    11.06.2012, 00:08 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • giselamaria

    11.05.2012, 12:45 Uhr von giselamaria
    Bewertung: besonders wertvoll

    immer wieder interessant diese Hexenbücher aus dem Mittelalter :-) - LG gisela

  • DIREKT4000

    07.05.2012, 13:31 Uhr von DIREKT4000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbeste Grüße DIREKT4000

  • Miraculix1967

    03.05.2012, 21:38 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Donnerstagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • Lale

    03.05.2012, 18:23 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~+

  • uhlig_simone@t-online.de

    03.05.2012, 13:41 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Simone

  • katjafranke

    03.05.2012, 13:07 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA

  • Eierkuchen70

    03.05.2012, 12:58 Uhr von Eierkuchen70
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße aus dem eierkuchenland