Project X (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2012
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Treice564
Project X
Pro:
Schauspiel
Kontra:
FSK
Empfehlung:
Ja
Inhalt
Drei ausgesprochen unscheinbare High-School-Schüler wollen ihre Jungfräulichkeit verlieren und ihren "Coolness-Faktor" erhöhen. Sie planen die Party des Jahres, doch das Fest eskaliert auf jede nur denkbare Weise. Pubertäre Komödie im Stil einer live gefilmten Amateur-Dokumentation, was den zotigen Teenie-Klamauk auch nicht auf ein höheres Niveau hievt.
Kritik
In US-amerikanischen High Schools gibt es anscheinend mehrere Konzepte, sozial vom Loser zum Alphatier zu mutieren. Entweder hat man den Körper an sich, eine Streetgang hinter sich oder das Risiko vor sich, alles in Schutt und Asche zu legen. Thomas, Costa und J.B. sind in ihrer Schule so unsichtbar, dass sie sogar dem Mobbing entgehen. Größtes Ziel seit "American Pie" ist in amerikanischen Teenie-Klamotten das "Einlochen". Egal wo, egal wie, Hauptsache in etwas Weibliches. Die Lösung für das Trio der Unscheinbarkeit: Die Party des Jahres schmeißen, die sie in aller Munde bringen soll - also auch in männliche. Gut, dass Thomas' Eltern den vermeintlich harmlosen Sprössling zu seinem 17. Geburtstag vertrauensvoll das Wochenende im Vorstadthäuschen zurücklassen: Was soll da schon passieren? Thomas ist schließlich selbst in den Augen seiner Eltern zum Abbild der Langeweile herangewachsen. Die Bude ist also frei - wird dafür aber bald nicht mehr stehen.
Seit "Blair Witch Project" oder "Cloverfield" hat sich in Hollywood ein eigenes Genre von Filmen entwickelt, die sich via Video- und Handy-Kameras einen dokumentarischen Anstrich zu geben versuchen. Dabei vermittelten die beiden Horrorfilme noch einigermaßen glaubwürdig, dass das Filmmaterial später gefunden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Das Amateur-Superheldendrama "Chronicle" und "Project X" belegen ihrerseits, wie sehr man sich an diesem Anspruch der Ausschließlichkeit, alles über Kameraaufnahmen von Beteiligten zu erzählen, überheben kann; denn wer schneidet denn das Material am Ende zusammen? Wie wahrscheinlich ist es, Luftkampfnummern in "Chronicle" mittels unzähliger, per Telekinese herumschwirrender Handy- und Laptop-Kameras darzustellen? Oder wie bekommt man aus den wackeligen Aufnahmen zugedröhnter Hobbyfilmer in "Project X" derartig perfekte Party-Aufnahmen hin, bei denen den Zuschauern nicht ebenso schlecht wird wie den Party-Gästen? Die Aufnahmen von "Project X" sind von solch mitreißender MTV-Clip-Qualität, dass man sich selbst beim Gedanken ertappt, warum man denn nie auf solch einer Party war - auf einer Party, bei der gut gebaute Models in Pools springen, kreative Menschen Schoßhunde einfärben oder fiesere Exemplare Kleinwüchsige im Ofen sperren. Dann aber ist man doch froh, Ähnliches nie miterlebt zu haben, wenn der verrückte Drogendealer mit einem Flammenwerfer die halbe Nachbarschaft niederbrennt und die Helikopter der TV-News über den Straßenzug ziehen.
Thomas' Party wird zum übervölkerten Festival, wie es das Städtchen, dessen Polizei und ganz Amerika noch nie gesehen haben. Dieser ganze Auswuchs könnte durch die berüchtigten Facebook-Partys inspiriert worden sein, bei denen tausend feierwütige Menschen in ansonsten friedliche Nachbarschaften einfallen. Dieser Umstand birgt auch in Nima Nourizadehs Film amüsante Momente, etwa wenn Papas Auto im Pool versenkt wird und wenn der gestohlene Gartenzwerg, dessen Verschwinden den menschlichen Flammenwerfer auf den Plan ruft, in seinem Bauch eine Familienpackung Ecstasy-Tabletten enthüllt, die sich die Gäste wie Smarties einwerfen. Allerdings ist das Interesse an solchen Filmen über jugendliche Alkohol- und Sex-Exzesse naturgemäß alters- und geschmacksbedingt begrenzt. Letztendlich ist "Project X" als aus Amateuraufnahmen zusammengeschnittener Klamauk ein ebenso überbordender, alle Grenzen von Sitte oder Geschmack negierender Wahnsinn wie Thomas' Party selbst. Ob man sich das im Kino antun möchte, dürfte wohl eine Frage des Alters sein - und eine des eigenen Anspruchs an Authentizität und Freizeitbeschäftigungen.
Drei ausgesprochen unscheinbare High-School-Schüler wollen ihre Jungfräulichkeit verlieren und ihren "Coolness-Faktor" erhöhen. Sie planen die Party des Jahres, doch das Fest eskaliert auf jede nur denkbare Weise. Pubertäre Komödie im Stil einer live gefilmten Amateur-Dokumentation, was den zotigen Teenie-Klamauk auch nicht auf ein höheres Niveau hievt.
Kritik
In US-amerikanischen High Schools gibt es anscheinend mehrere Konzepte, sozial vom Loser zum Alphatier zu mutieren. Entweder hat man den Körper an sich, eine Streetgang hinter sich oder das Risiko vor sich, alles in Schutt und Asche zu legen. Thomas, Costa und J.B. sind in ihrer Schule so unsichtbar, dass sie sogar dem Mobbing entgehen. Größtes Ziel seit "American Pie" ist in amerikanischen Teenie-Klamotten das "Einlochen". Egal wo, egal wie, Hauptsache in etwas Weibliches. Die Lösung für das Trio der Unscheinbarkeit: Die Party des Jahres schmeißen, die sie in aller Munde bringen soll - also auch in männliche. Gut, dass Thomas' Eltern den vermeintlich harmlosen Sprössling zu seinem 17. Geburtstag vertrauensvoll das Wochenende im Vorstadthäuschen zurücklassen: Was soll da schon passieren? Thomas ist schließlich selbst in den Augen seiner Eltern zum Abbild der Langeweile herangewachsen. Die Bude ist also frei - wird dafür aber bald nicht mehr stehen.
Seit "Blair Witch Project" oder "Cloverfield" hat sich in Hollywood ein eigenes Genre von Filmen entwickelt, die sich via Video- und Handy-Kameras einen dokumentarischen Anstrich zu geben versuchen. Dabei vermittelten die beiden Horrorfilme noch einigermaßen glaubwürdig, dass das Filmmaterial später gefunden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Das Amateur-Superheldendrama "Chronicle" und "Project X" belegen ihrerseits, wie sehr man sich an diesem Anspruch der Ausschließlichkeit, alles über Kameraaufnahmen von Beteiligten zu erzählen, überheben kann; denn wer schneidet denn das Material am Ende zusammen? Wie wahrscheinlich ist es, Luftkampfnummern in "Chronicle" mittels unzähliger, per Telekinese herumschwirrender Handy- und Laptop-Kameras darzustellen? Oder wie bekommt man aus den wackeligen Aufnahmen zugedröhnter Hobbyfilmer in "Project X" derartig perfekte Party-Aufnahmen hin, bei denen den Zuschauern nicht ebenso schlecht wird wie den Party-Gästen? Die Aufnahmen von "Project X" sind von solch mitreißender MTV-Clip-Qualität, dass man sich selbst beim Gedanken ertappt, warum man denn nie auf solch einer Party war - auf einer Party, bei der gut gebaute Models in Pools springen, kreative Menschen Schoßhunde einfärben oder fiesere Exemplare Kleinwüchsige im Ofen sperren. Dann aber ist man doch froh, Ähnliches nie miterlebt zu haben, wenn der verrückte Drogendealer mit einem Flammenwerfer die halbe Nachbarschaft niederbrennt und die Helikopter der TV-News über den Straßenzug ziehen.
Thomas' Party wird zum übervölkerten Festival, wie es das Städtchen, dessen Polizei und ganz Amerika noch nie gesehen haben. Dieser ganze Auswuchs könnte durch die berüchtigten Facebook-Partys inspiriert worden sein, bei denen tausend feierwütige Menschen in ansonsten friedliche Nachbarschaften einfallen. Dieser Umstand birgt auch in Nima Nourizadehs Film amüsante Momente, etwa wenn Papas Auto im Pool versenkt wird und wenn der gestohlene Gartenzwerg, dessen Verschwinden den menschlichen Flammenwerfer auf den Plan ruft, in seinem Bauch eine Familienpackung Ecstasy-Tabletten enthüllt, die sich die Gäste wie Smarties einwerfen. Allerdings ist das Interesse an solchen Filmen über jugendliche Alkohol- und Sex-Exzesse naturgemäß alters- und geschmacksbedingt begrenzt. Letztendlich ist "Project X" als aus Amateuraufnahmen zusammengeschnittener Klamauk ein ebenso überbordender, alle Grenzen von Sitte oder Geschmack negierender Wahnsinn wie Thomas' Party selbst. Ob man sich das im Kino antun möchte, dürfte wohl eine Frage des Alters sein - und eine des eigenen Anspruchs an Authentizität und Freizeitbeschäftigungen.
3 Bewertungen, 1 Kommentar
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18.05.2013, 22:21 Uhr von knuddelfire
Bewertung: sehr hilfreichschöne Pfingsten...
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