Snow White and the Huntsman (DVD) Testbericht

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ab 19,08
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2012
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von Treice564

Snow White and the Huntsman

5
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren

Pro:

3D

Kontra:

Nichts

Empfehlung:

Ja

Inhalt
Düstere Fantasy-Version des Grimmschen Märchens vom Schneewittchen. Die böse Königin will ihr das Herz herausreißen, um ewig jung und schön zu bleiben. Die junge Frau flieht daher aus dem Schloss, verfolgt von einem versierten Bogenschützen, der zu ihrem Verbündeten wird und mit dem sie und andere Ausgestoßene gegen die Tyrannin zu Felde ziehen. Perfekt inszenierter Actionfilm, der beängstigende Bilderwelten entwirft, die in ein wuchtiges, blutrünstiges Finale münden. Durch Besetzung und Konturierung der Hauptfigur werden mehrere Mythen weiblicher Dominanz aufgegriffen; die Inszenierung verweist nachdrücklich auf die Zeitlosigkeit der Vorlage.

Kritik
Nur wenige Wochen nach Disneys "Spieglein, Spieglein" kommt eine weitere Version des Grimmschen Märchens von Schneewittchen in die Kinos, und das Spannende am Vergleich beider Film ist, wie offen der Mythos für unterschiedliche Interpretationen, aber auch konträre stilistische Annäherungen ist. Während Tarsem Singh mit viel Gespür für rauschhafte Bilder, farbenfrohe Opulenz und spektakuläre Attraktionen immer wieder aufs Neue überraschte, legt der ehemalige Werbefilmer Rupert Sanders sein Regiedebüt sehr viel grimmiger, düsterer und ernster an. Den heiteren Missverständnissen und komischen Flirts steht ein handfester Actionfilm mit Duellen und Schlachten gegenüber, Lily Collins bezaubernd-schöne, tatkräftige Prinzessin hat sich mit der Verkörperung durch Kristen Stewart in eine zunächst unsichere, dann aber kämpferische Heldin verwandelt. Dabei nimmt Stewart ein wenig vom Zorn und Aufbegehren ihrer Joan Jett aus "Runaways" auf, erinnert aber mit ihrer figurbetonten Kleidung und der Waffenfertigkeit auch an Milla Jovovichs "Johanna von Orleans". Das Grimmsche Märchen wird einer Neuinterpretation unterzogen, die gleich mehrere Mythen weiblicher Dominanz, von der Rock-Sängerin bis zur Nationalheldin, aufgreift und so auf die Zeitlosigkeit der Vorlage verweist.

Julia Robert hatte die böse Königin in "Spieglein, Spieglein" selbstironisch als zickige Diva interpretiert, die sich für ihr Äußeres jegliche Folter auferlegt und dabei stets lächerlich, also komisch wirkt. Charlize Theron hingegen legt ihre Rolle mit prononciertem Sprachduktus, übertriebenen Gesten und pechschwarzem Mantel lustvoll, aber auch sehr eindimensional an. Sie verkörpert das absolut Böse, das nur in wenigen Momenten durch rasches Altern (die Morphing-Experten haben ganze Arbeit geleistet) ein Hauch von Tragik umweht. Die böse Königin Ravenna ist geradezu besessen davon, mit Snow Whites pochendem Herz die eigene Unsterblichkeit zu sichern, und so flieht die junge Frau unter spektakulären Umständen in den finsteren Wald. Ravenna setzt daraufhin den "Huntsman" (von Chris Hemsworth in einer Mischung aus Naivität und Ungehobeltheit gespielt) auf Snow White an. Doch der fühlt sich in der Rolle als Jäger gar nicht wohl und wird schließlich zum engen Verbündeten der Gejagten, unterrichtet sie im Bogenschießen und Fechten. Dann ziehen beide mit einem Heer anderer Ausgestoßener gegen die Tyrannin zu Felde.

Rupert Sanders' Hauptaugenmerk liegt auf der Etablierung düsterer, beängstigender Bilderwelten, die dem Film jegliche Romantik austreiben. Im finsteren Wald greifen Zweige wie Schlangen nach der Heldin, aus der Erde sprudeln eklige Insekten, das Schloss strahlt in seiner Größe, Unübersichtlichkeit und Dunkelheit eine destruktive Macht aus, die nichts Menschliches an sich hat. Dazu passen die kargen, verwüsteten Landschaften, in denen nichts wachsen will. Einziges Gegengewicht neben dem fantasievoll belebten Feenwald bilden die sieben Zwerge (dargestellt von britischen Schauspielern wie Ian McShane, Ray Winstone oder Nick Frost), die sich ständig widersprechen und mit ihrem fast schon surrealistischen Wortsalat für ein wenig komische Erleichterung sorgen. Die kriegsähnliche Schlacht am Schluss ist hingegen von einer solchen Wucht und Grausamkeit, dass von einem Märchen für Kinder keine Rede mehr sein kann. "Snow White & the Huntsman" ist ein Fantasy-Film für die "Twilight"-Generation. Allzu viel Lebensfreude

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