Der Gottesschrein (Taschenbuch) / Barbara Goldstein Testbericht

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ab 7,33
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Erfahrungsbericht von margy

der gottesschrein

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Das 620seitige Taschenbuch erschien im Bastei Lübbe Verlag im Januar 2010. Unter der ISBN 978-3404163632 kostet es 8,99 €.

Buchumschlag:

Der Umschlag des Buches ist anthrazit hinterlegt mit vielen Intarsien. Links oben erscheint der Flügel eines Tieres in weiß und hellbraun, unten rechts hät eine Hand eine n hellbraunen Topf mit Deckel in der Hand.

Autorin:

Barbara Goldstein, geboren 1966, arbeitete nach dem Abitur zunächst in der Verwaltung bei japanischen und deutschen Banken, nahm dann ein Studium der Philosophie und Psychologie auf, war als Managerin in der Personalabteilung einer Bank tätig und verfasste zwei Sachbücher. Ist sie nicht zu Recherchen auf Reisen, lebt und arbeitet sie in der Nähe von München.


Klappentext:

Im Auftrag des Papstes sucht die florentinische Buchhändlerin Alessandra d'Ascoli in Jerusalem einen Papyrus, der aus dem Vatikan geraubt wurde. Sie weiß nicht, dass der Dieb sie verfolgt und ihr nach dem Leben trachtet. Den päpstlichen Archivar, der das wertvolle Dokument in den Gewölben des Vatikans beschützen sollte, hat der Tempelritter bereits getötet. Im Labyrinth unter dem Tempelberg greift er nun auch sie an. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt. Alessandra bleiben nur wenige Stunden, um zu finden, wonach seit Jahrhunderten vergeblich gesucht wird: die verschollene Bundeslade ═ den Schlüssel zu unermesslicher Macht. Wird der geheimnisvolle Papyrus, eine codierte Schatzkarte der Templer, sie zum Gottesschrein führen? Ein rasanter historischer Roman um das Vermächtnis des letzten Templers.

Leseprobe aus dem Prolog:

Geheimarchiv des Vatikans in Rom
Sonntag, 21. Februar 1445
Eine Stunde vor Sonnenaufgang

Der alte Mönch schaudert. In den Gewölben des Vatikans ist es kalt wie in einer Gruft. Er steigt eine Treppe hinunter und geht einen langen, düsteren Gang entlang in Richtung der Krypta der Basilica di San Pietro.
Als er mit rasselndem Schlüsselbund die Tür zum Geheimarchiv aufschließen will, stutzt er.
Sie ist nur angelehnt.
Nein, erschrocken oder ängstlich ist er nicht, aber eine gewisse Unruhe kann er nicht leugnen. Er ist sicher, dass er die Tür abgeschlossen hat, als er lange nach Mitternacht die Kammern des Archivs verließ.
Leonardo hält den Atem an und lauscht in die nächtliche Stille der alten Gewölbe. Doch alles ist ruhig.

Leseprobe aus dem 1. Kapitel:

Alessandra

Auf dem Tempelberg in Jerusalem
16. Dhu´l Hijja848, 19. Nisan 5205
Karfreitag, 26. März 1445
Mitternacht

Außer Atem husche ich die Stufen hinauf zum Tempelberg. Mit der Hand am Griff meines Dolchs durchquere ich lautlos das Tor des Propheten, tauche in die Schatten und blinzle in die Finsternis.
Wenige Schritte entfernt, am südlichen Ende des Haram ash-Sharif, schimmert die silberne Haube der Al-Aqsa wie die aufgehende Mondsichel. Im Norden ragt zwischen hohen Zypressen die goldene Kuppel des Felsendoms in den Sternenhimmel - der Halbmond an ihrer Spitze weist nach Mekka. Außer dem Zittern der Blätter im kalten Sturmwind und dem aufgeregten Zirpen der Zikaden ist nichts zu hören. Still und verlassen liegt der Tempelberg - so scheint es. Ich spähe hinüber zur weißen Marmorfassade des Felsendoms, kann den Assassino aber nirgendwo entdecken.
Ist uns jener geheimnisvolle Mönch vom Funduk an der Via Dolorosa bis zum Tempelberg gefolgt? In der Nähe der Grabeskirche hatte mich ein Geräusch erschreckt - Metall auf Stein. Als ich mit dem Dolch in der Hand herumwirbelte, sah ich einen Mönchsritter in einem weißen Habit in einen finsteren Durchgang huschen. Als Tayeb und ich die Gasse erreichten, war er verschwunden.

Schreibstil:

in der Gegenwart, außergewöhnlich, sehr temporeich, interessant, atemberaubend, spannend, sehr unterhaltsam, bewegend, aus der Ich-Sichtweise

Meinung:

Es geht hier bei diesem Buch um die Fortsetzung von "Der vergessene Papst". Die Hauptfigur Alessandra d’Ascoli kam im ersten Roman genauso wie auch hier vor. Atemberaubend, in einem schnellen Tempo und mit vielen Überraschungseffekten ist der Roman geschrieben.
Zu beiden Büchern möchte ich behaupten, dass man sie unabhängig voneinander lesen kann, denn jeder Roman in sich ist abgeschlossen.
Alessandra d’Ascoli ist hier in der Geschichte um den Vatikan in Rom eine Frau. Sie ist eine Buchverkäuferin ihrer Zeit und steht dem Papst zur Seite. Tempelritter jagten einem Schriftstück nach und Alessandra stellt fest, dass dies der Grund war, warum ein Mönch sterben musste, der an dieses Schriftstück gelangt war.
Alessandra erhält also den Auftrag, nach Jerusalem zu gehen. Sie soll herausfinden und nachforschen, um welches Schriftstück bzw. um welchen Papyrus es sich handelte. Was war darauf enthalten? Was war so wichtig, das ein Mönch für dieses Papier sein Leben lassen musste?
Alessandra ist nicht alleine, Tayeb begleitet sie. Die Frau trägt ein kleines Buch bei sich mit Notizen und Einträgen von Leonardo. Sie und Tayeb lesen darin, sie machen eine Entdeckung und suchen nach einer Spur. Diese Spur, die die beiden finden, ist auf der einen Seite sehr interessant, birgt aber auch viele Gefahren.
Alessandra und Tayeb, erst einmal Jäger, sind dann irgendwann selbst Gejagte, die auf der Hut sein müssen. Spannend geht es zu und die Geschichte und die Handlung gewinnt an Überraschungen, tollen Effekten. Der Mann, Mörder und Räuber zugleich, der verhindern will, dass die beiden aufdecken, was er vertuschen will, hetzt hinter Alessandra und Tayeb her.
Auf diesem Weg finden die beiden Ermittler auch einen Freund und einen Verbündeten ihrer Sache. Es geht hier um den Juden Yared. Er ist ein Stadthalter und bedient ein ehrenwertes Amt. So kann er sich als Beschützer für Alessandra und Tayeb zur Verfügung stellen. Alessandra verliebt sich in diesen Mann. Yared jedoch hat es nicht leicht. Er ist dazu gezwungen, seinen Glauben abzulegen und den des Islams anzunehmen. Die Stadt, in der er der Stadthalter ist, wird von Moslems beherrscht. Nun steckt der Mann in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite soll er ein Moslem werden, doch das kann er nicht, weil Alessandra ihn liebt. Wieder knistert es vor Spannung und die Ungeduld auf das Kommende wächst ins Unermessliche.
In der Geschichte geht es um die Bundeslade und die historischen Fakten dazu. Es gelingt der Schriftstellerin, die, so scheint es auf jeden Fall, ganz ohne Mühe die historischen Fakten in die Geschichte und in die Handlung einzubauen.
In der Zeit, in der diese Geschichte spielt, war das Begehen der Gänge, um zu ermitteln und zu untersuchen, strengstens verboten. Es geht hierbei um die unterirdischen Gänge des Tempelberges.
Es geht hier um verschiedene Religionen und die Unterschiede, darum, wie die Menschen früher miteinander lebten, wie sie miteinander umgingen und welche Probleme sich daraus ergaben. Jede Religion kämpfte um den Besitz der Stadt, sie stritten sich um den Papyrus, jenes wichtige Shriftstück, das jeder für sich beanspruchte. Auf dieser Bundeslade standen die zehn Gebote Gottes und das war jedem einzelnen Menschen wichtig, egal, welcher Nationalität und welcher Religion sie angehörten. Alle sahen in diesen Geboten, wenn sie sie in der Hand hielten und sie ihr Eigen nennen konnten: Gott ist hier, er lebt! Gleichzeitig aber war diese Bundeslade auch der Beweis, dass die Juden eins waren mit Gott, denn auch er war ein Jude.
Hier geht es aber nicht nur um die Juden und die Moslems, sondern auch um die Christen, die genauso wie die beiden anderen Religionen dem Schriftstück hinterherjagten und es an sich reißen wollten. Es ging um die Tempelritter, die das Papier in den Händen halten wollten.
In den Krezzügen, in den Kämpfen - Mann gegen Mann, und Religion gegen Religion - wollte jeder, dass Gott mit ihm in den Kampf zieht und ihn siegen ließe.
Sehr schön ausgereift beschreibt die Autorin die Personen, die sie in ihre Geschichte mit einbaut. Alessandra hat in ihrem Leben einen wichtigen Menschen verloren. Sie fühlt sich einsam und denkt oft an diese Person, die von ihr gegangen ist für immer. Aus diesem Grund arbeitet sie hart und sehr viel, um abgelenkt zu sein. Sie ist eine sehr hübsche Frau, die Yared kennen und ihn lieben lernt. Er gewährt ihr Schutz und Sicherheit. Doch für Yared ist diese Angelegenheit nicht einfach, weil er sich damit selbst gefährdet. Alessandra und Tayeb sind beides Ermittler in der Sache der Bundeslade und besuchen die unterirdischen Gänge des Tafelberges in Jerusalem, um ihre Ermittlungen anzustellen. Das aber ist verboten. Wie lange kann Ared gegenüber den muslimischen Herrschern schweigen und wann muss er Farbe bekennen?
Die Moslems gehen gut mit Yared um, aber kommen sie dahinter, dass er gemeinsame und verbotene Dinge verheimlicht, geht es ihm an den Kragen. Er soll zum muslimischen Glauben wechseln. Das gestaltet sich sehr schwierig in diesen Zeiten, wo die Ermittler durch seinen Einsatz und Hilfe verbotene Dinge tun. Innerlich tobt ein Kampf in diesem Mann, der sich auch in die hübsche Frau verliebt hat.
Gekonnt und geschickt baut die Autorin diese Szenen in die Geschichte mit ein und ich muss sagen, dass alles shr glaubwürdig und realistisch erscheint. Die Zweifel, die der Mann hegt, sind sehr gut wiedergegeben und nichts wirkt konstruiert. Es ist schon unglaublich gut geschildert, vor welche Entscheidungen der Jude gestellt wird und ich fieberte mit ihm, wollte nicht in seiner Haut stecken.
Aus der Sicht, einmal von Alessandra, ein anderes Mal aus der Sicht Yareds ist das Buch geschrieben. Wie in der Leseprobe oben zu erkennen, schreibt die Autorin aus der Ich-Sicht. Ein Kapitel ist aus der Sichtweise der Ermittlerin geschrieben, das nächste Kapitel dann wieder aus dem Blickwinkel Yareds, dem Juden.
So lernte ich die beiden so kennen, wie sie dachten und fühlten, wie sie lebten, weit vor meiner Zeit. Sehnsucht liegt in der Person Alessandras und Yared ist der Mensch, der innerlich von Zweifeln hin- und hergerissen wird und dadurch Zerrissenheit zeigt. Bei dem Juden geht es darum, wie er zwischen Liebe zu einer Frau und seinen Herrschern und deren Willen hin- und herschwankt.
Die interessante und spannende Suche nach der Bundeslade ist Krimi, ist aber auch Abenteuer, ein Wettlauf um Leben und Tod, denn die beiden Ermittler werden vom Mörder und Dieb gejagt.

28 Bewertungen, 5 Kommentare

  • Miraculix1967

    23.08.2012, 00:47 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht! Schönen Mittwochabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • sirikit06

    22.08.2012, 22:01 Uhr von sirikit06
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche Dir einen schönen Abend! LG

  • katjafranke

    22.08.2012, 18:50 Uhr von katjafranke
    Bewertung: besonders wertvoll

    Sonnige Grüße..KATJA

  • XXLALF

    22.08.2012, 15:16 Uhr von XXLALF
    Bewertung: besonders wertvoll

    ...und ganz liebe grüße

  • xSunnyx

    22.08.2012, 13:47 Uhr von xSunnyx
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße