Himmelskinder (Taschenbuch) / Marion Feldhausen Testbericht

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Erfahrungsbericht von allegra1805
Verloren in Andeutungen
Pro:
brisantes Thema mit sensiblem Abstand präsentiert, lässt dem Leser viel Freiraum sich die Protagonisten vorzustellen.
Kontra:
viele vage Andeutungen, Plot gegen Ende konfus
Empfehlung:
Nein
=== Buchdaten ===
Titel: Himmelskinder
Autor: Marion Feldhausen
Taschenbuch: 318 Seiten
Erschienen: 2012
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3442378364
Preis: 8,99 €
Auch als ebook erhältlich
=== Autor ===
Marion Feldhausen arbeitete nach ihrem Studium der Sozialarbeit mit Obdachlosen, Straffälligen und zuletzt als Psychotherapeutin in einer Suchtklinik. Mit ihren Patienten und Künstlern brachte sie ein viel beachtetes Opernprojekt auf die Bühne.
Heute ist sie als Dozentin zum Thema Sucht an einer Universität tätig und widmet sich vor allem dem Schreiben. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten auf dem Land bei Köln, ihre drei Kinder haben bereits das Haus verlassen und studieren.
(Quelle: Verlagsinfo)
=== Inhalt ===
Ein Mann liegt leblos in einem Hotelzimmer; ein unbekleidetes Mädchen wird in einem Gebüsch gefunden, sie ist halbtot. Akkordeonist und Kriminalpolizist Alvermann und seine Mannschaft kommen auf die Spur einer skrupellosen Menschenschlepperbande, die Mädchen aus Osteuropa nach Deutschland bringt und sie dort prostituiert. Im Laufe ihrer Ermittlungen stößt die Karlsbacher Kripo auf eine gut funktionierende Seilschaft in höchsten Politiker- und Justizkreisen, deren Mitglieder schon vor Jahren Stammgäste in einem Kinderbordell waren.
(Verlagsinfo)
=== Meine Inhaltsangabe ===
In Karlsbach, einer fiktiven Stadt irgendwo in Deutschland, finden zwei Verbrechen statt, die vorerst scheinbar nichts miteinander zu tun haben. In einem Hotelzimmer wird ein Mann tot aufgefunden. Schnell wird klar, dass es sich um einen fingierten Selbstmord handelt. In einem Park wird ein kleines, schwer verletztes Mädchen nackt von einem kleinen Jungen gefunden. Kurz nach Einlieferung auf die Intensivstation verstirbt es. Untersuchungen lassen das Unfassbare zutage treten. Das Mädchen wurde massiv sexuell misshandelt.
Kommissar Alvermann und sein Team erinnern sich an einen Fall vor einigen Jahren, der sich um ein Kinderbordell drehte und der nie zufrieden stellend abgeschlossen werden konnte. Die Untersuchungen am Mord des Mannes im Hotel ergeben einen Zusammenhang mit den Verbrechen am kleinen Mädchen. Jedoch werden die Ermittlungen zunehmend erschwert, Alvermann muss daraus folgern, dass die Aufklärung von Innen aus Polizei- oder Justizkreisen torpediert werden und die Wurzeln der Untaten bis in sehr einflussreiche Kreise der Politik reichen.
=== Meine Meinung ===
Das Thema sexueller Kindesmissbrauch ist sehr stark Emotionsbeladen und erfordert besondere Sensibilität und auch Respekt im Umgang mit dem Thema. Marion Feldhausen wahrt in ihrem Debüt die nötige Distanz und deutet sehr vieles nur an. Dem Leser werden die Gräueltaten indirekt beschrieben. Das hat mir im direkten Zusammenhang mit den Opfern sehr zugesagt. Allerdings ziehen sich diese teilweise sehr vagen und teilweise sehr schwer zu interpretierenden Andeutungen durch das ganze Buch, so dass ich sehr oft auf Verständnisschwierigkeiten gestoßen bin. Prinzipiell bevorzuge ich Werke, in denen man sich den Inhalt stellenweise erschließen muss, ohne dass einem jedes Detail explizit auf dem Silbertablett serviert wird. Jedoch ist das nur möglich, wenn alle Informationen zur Entschlüsselung im Buch irgendwo vorliegen oder als Grundlage einer guten Allgemeinbildung erwartet werden können. Da bin ich mir hier aber nicht wirklich sicher. An manchen Stellen stehe ich wirklich auf dem Schlauch und fühle mich, vielleicht oder hoffentlich zu Unrecht, ungebildet oder schwer von Begriff. Das ist nicht gerade ein prickelndes Gefühl, wenn man einen Krimi zur Entspannung liest.
Erschwerend waren für mich auch die vielen Personen, die eingeführt wurden, ohne dass sie die Geschichte wirklich vorangebracht haben. Mit Ausnahme von Alvermann, dessen Aussehen man sich indirekt durch seine Vorlieben und Schwächen in etwa vorstellen kann, bleiben die Figuren kontur- und gesichtslos. Die Autorin verzichtet im Wesentlichen auf Beschreibungen, was einerseits dem Leser viele Freiheiten lässt, aber insofern problematisch ist, weil man sich viel weniger an die Figuren erinnert ohne eine Vorstellung von ihrem Aussehen zu haben. Das ist zumindest bei mir der Fall, da ich eher ein visueller Typ bin.
In der Überschrift des Klappentextes auf der Buchrückseite ist das Buch als Psychothriller angekündigt. Ich habe leider den „Thrill“ vermisst. Um Einblicke in die Psyche der Täter zu gewinnen, ist mir der Schreibstil zu distanziert. Ich hatte beim Lesen immer das Gefühl von größerer Entfernung auf das Geschehen zu sehen. Eine gefühlsmäßige Teilnahme konnte ich nicht erleben, was natürlich in den sehr brisanten Passagen durchaus erwünscht ist. Aber bei mir war das Gefühl des „Draußenbleibens“ fast permanent da, mit Ausnahme von ein paar Passagen die einen Rückblick ausdrückten.
Die meisten Thriller bauen über die erste Hälfte des Buches Spannung auf, die sich dann teilweise auflöst um dann ganz kurz vor dem Ende noch mal so richtig anzusteigen. Auf diesen Spannungs-Peak am Ende habe ich leider vergebens gewartet. Der Plot hat sich zwar recht glaubwürdig aufgelöst, aber ich hatte auch da immer noch zu viele Unklarheiten, selbst nach mehrfacher Lektüre weiter Teile. Bei einem so ernsten Thema wie sexueller Gewalt an Kindern erwarte ich kein Lesevergnügen, wie bei einem klassischen „Whodunnit“- Krimi oder gar ein Happy End. Aber wenn ich am Ende noch immer im Dunkeln tappe und das Gefühl habe, dass ich die Hälfte überlesen habe, dann ist das für mich unbefriedigend.
Mein inneres Bild des Romans, das während der Lektüre entstanden ist, zeigt ein Gerüst, das an vielen Stellen mit Personen und Handlungsfragmenten besetzt ist, dazwischen klaffen aber noch so große Lücken, dass sich das gesamte Bauwerk nicht genau erkennen lässt.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen, aber nicht herausragend. Etwas gestört hat mich, dass an einer Stelle ein „feiner Regen“ gegen ein Fenster „pladdert“. So etwas müsste eigentlich im Lektorat auffallen. Insgesamt erscheint das Buch aber sorgfältig formuliert.
=== Mein Fazit ===
Meine Erwartungen an diesen Krimi waren aufgrund des Klappentextes recht hoch. Leider konnte mich das Buch aber nicht wirklich überzeugen. Es erscheint mit noch unfertig und gerade die letzten 50 Seiten machen auch mich einen fragmentarischen Eindruck und gehören meiner Meinung nach noch ausgestaltet.
Ich hoffe, es ist mir gelungen, die Gründe für meine Bewertung möglichst klar darzulegen. Vielleicht sind sie ja für jemand anderen gerade Grund dafür, dass ihm das Buch gefällt. Ich kann jedoch nur für mich selber urteilen und bewerte das Buch mit 2 Sternen.
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84 Bewertungen, 12 Kommentare
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06.01.2013, 13:12 Uhr von Juri1877
Bewertung: besonders wertvollauch hier noch ein bw von mir
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20.10.2012, 11:09 Uhr von knuddelfire
Bewertung: besonders wertvollein schönes Wochenende LG
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30.07.2012, 01:48 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, lg Sylvia
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27.07.2012, 07:21 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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23.07.2012, 18:31 Uhr von Pueppchen_116
Bewertung: sehr hilfreichsh und Liebe Grüße :)
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12.07.2012, 11:17 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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11.07.2012, 11:02 Uhr von giselamaria
Bewertung: besonders wertvollprima beschrieben ! - LG gisela
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09.07.2012, 19:05 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche einen guten wochenstart lg. petra
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09.07.2012, 17:49 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichprima beschrieben, lg willi
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09.07.2012, 16:59 Uhr von Noire
Bewertung: sehr hilfreichLasse dir liebe Grüße da und freue mich auf deine Lesung. Noire
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09.07.2012, 16:25 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichKatja schickt dir liebe Grüße
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09.07.2012, 15:38 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG

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