Der Lorax (Blu-ray 3D) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von Treice564

Der Lorax

5
  • Action:  viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  spannend
  • Altersgruppe:  keine Altersbeschränkung

Pro:

Animation

Kontra:

3D

Empfehlung:

Ja

Originaltitel DR. SEUSS' THE LORAX
Buch Ken Daurio
Cinco Paul
Dauer 86
Jahr 2012
Produktionsland USA
Musik John Powell
Produktion Universal Pic./Illumination Ent.
Produzent Christopher Meledandri, Janet Healy
Regie Chris Renaud
Schnitt Claire Dodgson, Steven Liu, Ken Schretzmann
Verleih Universal


Inhalt
In einer aseptisch reinen, perfekt auf die Bedürfnisse ihrer Bewohner abgestimmten Stadt ist die "Natur" aufblasbar; lebende Bäume sind längst aus der Realität wie auch der Erinnerung verschwunden. Einem Hinweis seiner Großmutter folgend, macht sich ein Junge auf die Suche nach dem Hüter einstiger magischer Wunderbäume. Farbenfroher, mit amüsanten Details gespickter Computer-Animationsfilm nach einem Kinderbuch von Dr. Seuss, der Naturschutz sowie Respekt vor dem Leben einfordert. Die düstere Vorlage und deren weit pessimistischere Botschaft werden dabei spürbar in zuckersüße Familienunterhaltung verpackt.

Kritik
Innerhalb der gut befestigten Grenzen der Stadt Thneed-Ville lässt es sich sorglos leben. Alles ist aseptisch rein, hergestellt aus Allergie vermeidendem Kunststoff, wohl geordnet und überwacht. Aloysius O'Hare, der beliebte Bürgermeister der Stadt, weiß alles so perfekt zu organisieren, dass die "elementaren" Bedürfnisse der Thneed-Viller befriedigt sind. Niemandem fällt es daher auf, dass etwas fehlt, was einst elementar war. Die Flausen, die sich Audrey in den Kopf gesetzt hat, erscheinen dem zwölfjährigen Ted deshalb so überraschend wie ungeheuerlich: Audrey möchte einen richtigen Baum sehen, der in einem richtigen Wald steht, mit richtigen Pflanzen und Tieren drum herum. Einst, so erzählt sie dem aufgeweckten Jungen, gab es ganze Wälder mit den sagenumwobenen Truffula-Bäumen, an deren langen, gewundenen Stämmen knallbunte Blätter ähnlich wie Zuckerwatte wuchsen. Doch all das ist verschwunden und vergessen. Einer aber, so weiß es Teds agile Großmutter, könnte noch etwas von jenen lebenden Bäumen im lebenden Wald wissen: ein verschrobener Alter, der außerhalb der Stadt wohnt. Dieser Once-ler war einst ein ungestümer, recht freundlicher Mann, der fatalerweise hinter das Geheimnis der traumhaft weichen Blätter der Truffula-Bäume kam und maßgeblich dafür verantwortlich zeichnet, dass es sie nicht mehr gibt - ausgestorben bis auf einen Samen! Teds Neugierde ist geweckt. Er wagt sich auf verbotenes Terrain, findet den Once-ler und erfährt die tragische Geschichte von den Truffulas und ihrem kleinen Beschützer, dem Lorax.

Dr. Seuss' illustrierte Buchvorlage "Der Lorax" ist hierzulande nicht gerade ein Klassiker; immerhin dürften vertrautere Seuss-Verfilmungen wie "Der Grinch" oder "Horton hört ein Hu!" die Neugier darauf schüren, was denn um alles in der Welt ein "Lorax" ist, jenes auf Teddybär-Größe mutierte Fell-Jellybean mit Schnurrbart und hyperaktivem Gestus. Es ist ein Wesen, älter als die Zeit, das für die Bäume spricht und aus jener Welt verschwunden zu sein scheint, seit der letzte Baum gefällt wurde. Dr. Seuss' Geschichten sind radikale, in Reimform gegossene, kapitalismusfeindliche Schmähschriften auf eine schlechte Welt. Konservative Kräfte in den USA werfen dem Autor vor, er indoktriniere kleine Kinder - und das zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur! Gleichwohl ist die stereoskopische Computer-Animation von Chris Renaud in den USA, wo sich Desinfektionstücher, Cola-Dosen und Weißmehl-Sandwichs mit Erdnussbutter und Kunstgelee in jedem Schulranzen finden, ein Kassenschlager geworden. Was daran liegen mag, dass der Film "Der Lorax" nicht mehr allzu viel mit der Buchvorlage gemein hat. Um auf Spielfilmlänge zu kommen, wurde das nur vage beschriebene Thneed-Ville um einen dramatischen Subplot mit dem bösen Bürgermeister (der dem Superschurken Vector aus "Ich - Einfach Unverbesserlich", ähnelt) sowie einen "Human Interest"-Subplot ergänzt, nämlich der Beziehung zwischen Ted und Audrey. Wie die Geschichte generell bekommt auch der Once-ler im Speziellen ein frisches, sympathisches Gesicht, während im Buch beide eher schemenhaft-düster und mit vager Aussicht auf ein Happy End verbleiben. Jene, die mit dem Buch vertraut sind, könnten den Film als weichgespült empfinden, weil Dr. Seuss' grimmige Fabel vom Ende der Welt dank der Liebesgeschichte, Blümchen-Songs und viel geistiger Zuckerwatte ein wenig zu "bunt" ausgefallen ist. Manche Sequenzen aber haben durchaus pointierten Biss, und etliche Details sind einfach nur zauberhaft. Kinder werden den Film lieben, womit die Hoffnung verbunden bleibt, dass sich der Lorax als Plüschtier in ihre Zimmer stiehlt und bei allem Liebreiz ins Ohr flüstert, wie lebenswichtig die Achtung vor dem Leben ist.

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