Wassermanns Zorn (Taschenbuch) / Andreas Winkelmann Testbericht

ab 11,29
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  gering
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von allegra1805

Und sie tanzten einen Tango

4
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

durchgehend spannend

Kontra:

der Winkelmann - Gruselfaktor kommt etwas zu kurz

Empfehlung:

Ja

Das Buch, das ich heute vorstellen möchte, habe ich über Vorablesen.de kennen gelernt. Von Andreas Winkelmann habe ich „Bleicher Tod“ gelesen und da es mir ausgesprochen gut gefallen hat, habe ich mich gefreut, ein neues Buch aus seiner Feder zu lesen.


=== Buchdaten ===

Titel: Wassermanns Zorn
Autor: Andreas Winkelmann
Taschenbuch: 408 Seiten in Klappbroschur
Erschienen: August 2012
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3805250375
Preis: 14,95 €
Auch als ebook erhältlich


=== Autor ===

Andreas Winkelmann, geboren im Dezember 1968, entdeckte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Mit "Blinder Instinkt" und "Bleicher Tod" eroberte er die Bestsellerlisten. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand bei Bremen. Der schriftstellerische Werdegang von Andreas Winkelmann verlief alles andere als geradlinig. Unter anderem war er tätig als Ausbilder bei der Armee, Sportlehrer, Versicherungsfachmann sowie als Taxifahrer.

(Quelle: Verlagsinfo, Autorenhomepage)


=== Inhalt ===

Manuela Sperling ist neu bei der Polizei. Gleich an ihrem ersten Tag muss sie sich mit dem grausigen Mord an einer Prostituierten befassen, deren Leiche ein­gekeilt zwischen Baumwurzeln im seichten Teil des Flusses liegt – ertränkt. Auf dem Bauch der Toten finden die Spurensicherer eine grausige Botschaft, gerichtet an Manuelas Chef, Kriminalhauptkommissar Stiffler.
Manuela muss erkennen, dass ihr Eifer nicht von allen im Präsidium gern gesehen wird. Da ertrinkt erneut eine Frau, direkt vor ihren Augen. Eine unsichtbare Macht zieht sie auf den See hinaus und unter die Wasseroberfläche. Und Stiffler dreht durch.

(Quelle: Verlagsinfo)


=== Meine Inhaltsangabe ===

Um einen Tango geht es zwar nicht, aber doch um einen sehr makabren letzten Tanz, den ein Serientäter mit seinen Opfern tanzt, während er sie in einem abgelegenen Teich ertränkt. Eine in einem Fluss gefundene Leiche trägt eine besondere Tätowierung: „Geschenk für Stiffler“ steht auf ihrem Bauch. Eine Nachricht, an Kommissar Stiffler von der Kriminalpolizei. Stiffler wird von seiner Vergangenheit eingeholt. In einem früheren Fall hatte er es mit einem Täter, dem „Wassermann“, zu tun, der eine Frau ertränkt hat und der nun Jahre danach plötzlich telefonisch Kontakt mit ihm aufgenommen hat. Ein weiteres pikantes Detail, Stiffler sucht hin und wieder Prostituierte auf und unter anderem hatte er auch mit dem aktuellen Mordopfer verkehrt.
Für die Ermittlungen wird ein Team zusammengestellt. Neben Oberkommissar Peter Nielsen von der Sitte wird Stiffler eine junge Kollegin, Melanie Sperling als Praktikantin zur Seite gestellt. Melanie spürt sehr bald Stifflers Abneigung gegen Frauen im Allgemeinen und gegen sie persönlich im Speziellen. Nielsen gelingt es, ihr Vertrauen zu gewinnen und so bewahrt sie Stillschweigen, selbst bei sehr fragwürdigem Verhalten ihres Vorgesetzten Stiffler.

In einem weiteren Handlungsstrang lernt der Leser Lavinia Wolff kennen. Sie arbeitet in einem Billigbekleidungsgeschäft und fühlt sich nach der Arbeit auf dem Nachhauseweg verfolgt. Deshalb nimmt sie ausnahmsweise ein Taxi und lernt dabei den Taxifahrer Frank Engler kennen.

Die Erzählstränge um die Ermittler und Lavinia und Frank werden unterbrochen durch innere Monologe, in denen der Täter seine eigene Geschichte erzählt, an deren Ende Kommissar Stiffler steht, auf den er einen unbändigen Zorn entwickelt hat.



=== Meine Meinung ===

Mit „Wassermanns Zorn“ hat Andreas Winkelmann pünktlich auch den Badesommer einen Thriller in die Buchhandlungen gebracht, der einem je nach dem, wo man baden geht, doch mal einen Schauer über den Rücken kribbeln lässt. In diesem Buch geht es um einen Täter, der seine Opfer in einem abgelegenen See ertränkt und dabei deren Todeskampf als makabres, erotisches Erlebnis genießt. Im Verlaufe des Thrillers erzählt der Täter in kursiv gedruckten Einschüben, wie er zu dem wurde, was er heute ist. Ein Stück weit muss man als Leser fast so etwas wie Verständnis für ihn aufbringen, das aber die Abscheu gegenüber seinen Taten nicht aufwiegen kann. Der Löwenanteil an Verachtung und Wut des Lesers wird aber für einmal in eine andere, unerwartete Richtung gelenkt.

Winkelmann führt eine überschaubare Anzahl Protagonisten ein, die jedoch recht lange nur am Rande etwas miteinander zu tun haben. Die einzelnen Erzählstränge werden in kurzen Kapiteln aus sich abwechselnden Perspektiven geschickt vorangebracht, so dass die Spannung gleichmäßig hoch bleibt und gegen Ende kontinuierlich steigt und zu einem sehr unerwarteten und aktionsreichen Showdown führt.

Am Ende erscheint mir ein, vielleicht unwichtiges Detail, nicht so ganz schlüssig. Aber insgesamt werden alle Fäden zusammengeführt, aufgelöst und der Leser wird nur mit einer, spannenden und nicht störenden Unsicherheit in den weiteren Bücherdschungel entlassen. Mir ist noch unklar, ob es sich dabei um einen Cliffhanger handelt und der Autor die Konstellation dieses Thrillers noch einmal aufgreifen wird. Wir werden sehen.

Ich habe dieses Buch als spannende Sommerlektüre sehr genossen. Allerdings hat mir im Vergleich zum „Bleicher Tod“ der Winkelmann-Gruselfaktor etwas gefehlt. Ich fand es auch durchaus an einigen Stellen unheimlich, aber das kribbelnde Grauen war doch eher sparsamer eingesetzt. Im Nachwort schreibt Andreas Winkelmann, dass mit diesem Buch, das in einem neuen Verlag erscheint, für ihn ein neuer Abschnitt des Lebens beginnt. Von daher kann die leichte Veränderung des Stils durchaus gewollt sein. „Wassermanns Zorn“ gehört auf jeden Fall zu den besseren Thrillern, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Aber mit hat der alte Winkelmann doch irgendwie besser gefallen.


=== Mein Fazit ===

Ich empfehle dieses Buch als sommerlich leichte, spannende Lektüre. Man kann diesen Thriller auch guten Gewissens während heißen und schwülen Nächten genießen, ohne dass man befürchten muss, wegen zuviel Gruselfaktor nicht mehr einschlafen zu können. Für mich kommt es nicht ganz an die bisherigen Winkelmann Bücher heran, aber ich spreche dennoch eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

*** Meine Berichte erscheinen auch auf anderen Plattformen ***

70 Bewertungen, 11 Kommentare

  • Gi22Fr

    28.11.2013, 19:57 Uhr von Gi22Fr
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Gitte

  • Juri1877

    12.01.2013, 15:18 Uhr von Juri1877
    Bewertung: besonders wertvoll

    auch hier noch ein Bw von mir

  • sigrid9979

    03.11.2012, 07:52 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein schönes Wochenende wünscht Sigi

  • Magicfinger

    15.10.2012, 21:34 Uhr von Magicfinger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße Magicfinger ;-)

  • anonym

    11.10.2012, 21:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich. LG Just86

  • Lale

    25.09.2012, 01:13 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~+

  • Baby1

    15.09.2012, 09:19 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • campino

    08.09.2012, 11:05 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    . . . lg AndreA . . .

  • anonym

    07.09.2012, 21:10 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • giselamaria

    04.09.2012, 12:07 Uhr von giselamaria
    Bewertung: besonders wertvoll

    ganz tolle Beschreibung ! - LG gisela

  • katjafranke

    03.09.2012, 13:47 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Katja schickt dir liebe Grüße